Marktüberblick und Einordnung
Braunschweig, Stadt ist eine kreisfreie Stadt und damit der einzige Kreis dieser Bezeichnung in Niedersachsen. Als einzige Gemeinde des Kreises umfasst der Kreis das gesamte Stadtgebiet von 192,7 km² mit 252.066 Einwohnern. Es gibt keine innerkreisliche Spreizung — alle Marktwerte gelten flächendeckend für die gesamte kreisfreie Stadt.
Der mittlere Kaufpreis liegt bei 3.007 EUR/m² und damit deutlich über dem niedersächsischen Durchschnitt von 2.166 EUR/m² sowie dem Bundesdurchschnitt von 2.409 EUR/m². In Niedersachsen belegt Braunschweig damit Rang 7 von 45 Kreisen nach Höhe des mittleren Kaufpreises. Die angebotene Miet liegt bei 10,57 EUR/m² (Bundesdurchschnitt: 8,92 EUR/m²), die Bruttomietrendite bei 4,22 %. Der Kaufpreisfaktor beträgt 23,7.
Die Zeitreihe zeigt einen Anstieg der Kaufpreise von 2.545 EUR/m² (2018) auf 3.200 EUR/m² (2021), gefolgt von einer leichten Korrektur auf 3.007 EUR/m² (2024). Die Mieten stiegen kontinuierlich von 9,04 EUR/m² (2018) auf 10,79 EUR/m² (2024). Die Bevölkerung ist stabil bei rund 252.000 Einwohnern.
Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet Braunschweig auf Rang 34 von rund 400 deutschen Kreisen zu. Besonders gut abschneidet der Wert für Wettbewerb und Innovation (Rang 34) sowie der Arbeitsmarkt (Rang 32). Der Wohlstandsindex liegt mit Rang 288 deutlich niedriger — ein Hinweis auf die soziale Schieflage in Teilen der Stadt.
Wirtschaft und Forschung
Braunschweig ist ein bedeutender europäischer Standort für Wissenschaft und Forschung. Im Jahr 2015 wurden 9,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung investiert — damit ist die Region seit 2007 die intensivste Forschungsregion der Europäischen Union. 2010 führte Braunschwig die EU-Regionen bei den F&E-Ausgaben als Anteil am BIP an.
Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) hat ihren Hauptsitz in Braunschweig und beschäftigt rund 1.700 Personen am Standort. Sie ist das nationale Metrologieinstitut der Bundesrepublik und betreibt Grundlagenforschung in Physik, Ingenieurwissenschaften, Chemie und Medizin. Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) und die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) sind weitere bundesunmittelbare Behörden in der Stadt.
Am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg befindet sich ein Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der sich auf die Bereiche Luftverkehrssicherheit, Raumfahrt und Verkehr spezialisiert hat.
Der Siemens-Standort Braunschweig ist der weltweit größte Standort für Bahnautomatisierung und geht auf die 1873 gegründete Eisenbahnsignal-Bauanstalt Max Jüdel & Co. zurück. Er liegt unmittelbar am Hauptbahnhof und ist einer der größten industriellen Arbeitgeber der Stadt.
Die Braunschweiger Versorgungs AG & Co. KG gehört zu den 50 größten Unternehmen in Niedersachsen. Zahlreiche Automobilzulieferer haben ihren Sitz in Braunschweig, was die Verbindung zur nahen Volkswagen-Region Wolfsburg unterstreicht. Im Umfeld des Flughafens haben sich zahlreiche High-Tech-Unternehmen angesiedelt.
Als Hochschulen sind die Technische Universität Braunschweig und die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig vor Ort. Die TU ist ein wichtiger Faktor für den Forschungsstandort und liefert Fachkräfte für die ansässige Industrie.
Verkehr und Erreichbarkeit
Braunschweig verfügt über eine herausragende verkehrliche Lage an der Schnittstelle zwischen Nord- und Süddeutschland sowie zwischen West- und Ostdeutschland.
Die Bundesautobahn A 2 verläuft durch das nördliche Stadtgebiet in West-Ost-Richtung und verbindet Hannover mit Berlin. Im Süden beginnt am Autobahnkreuz Braunschweig-Süd die A 36 in Richtung Bad Harzburg und Halle (Saale), die eine Verbindung zum mitteldeutschen Raum herstellt. Im Südwesten beginnt am Autobahndreieck Braunschweig-Südwest die A 39, die über die A 391 nach Norden führt und eine wichtige Tangente zwischen Berlin und dem Raum Kassel darstellt. Sie stellt eine Direktverbindung nach Wolfsburg her.
Der Braunschweiger Hauptbahnhof ist mit über 63.000 Fahrgästen täglich der am zweithäufigsten genutzte Bahnhof Niedersachsens. ICE-Züge aus Richtung Frankfurt verkehren über Braunschweig und die Weddeler Schleife weiter nach Berlin. Eine Intercity-Verbindung vom Ruhrgebiet und Oldenburg über Hannover, Braunschweig, Helmstedt, Magdeburg und Halle nach Leipzig wird über die frühere Interzonenstrecke bedient. Weitere Regionalverbindungen bestehen nach Gifhorn, Wolfenbüttel, Seesen und Salzgitter.
Die Stadt ist Teil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg, in der über 1.100.000 Menschen leben. Wolfsburg liegt 30 km entfernt, Hannover 70 km, Magdeburg 100 km.
Entwicklung und Ausblick
Ein zentrales Stadtentwicklungsprojekt ist das Quartier „Bahnstadt“, das 300 Hektar umfasst und den Siemens-Standort zwischen Hauptbahnhof und dem nicht mehr genutzten Areal des alten Hauptgüterbahnhofs einbindet. Es ist ein Schlüsselprojekt des vom Rat der Stadt beschlossenen Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK). Das Projekt zielt auf eine nachhaltige Stadtquartiersumgestaltung ab.
Die stabile Bevölkerungszahl von rund 252.000 Einwohnern bei gleichzeitig hoher Forschungsintensität und einer diversifizierten Wirtschaftsstruktur aus Bahnautomatisierung, Luftfahrt, Messtechnik und Automobilzulieferern verleiht dem Immobilienmarkt eine gewisse Resilienz. Die Kaufpreise lagen 2024 mit 3.007 EUR/m² noch immer deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Der Prognos-Rang von 34 von rund 400 deutschen Kreisen unterstreicht die starke Position des Standorts. Schwächer positioniert ist die Stadt beim Wohlstandsindex (Rang 288), was auf soziale Ungleichheit in Teilen der Stadt hindeutet. Die Bruttomietrendite von 4,22 % liegt unter dem niedersächsischen Durchschnitt von 5,25 %, was die Preisdynamik im Kaufmarkt widerspiegelt.