Marktüberblick und Einordnung
Frankfurt am Main ist als einzige kreisfreie Stadt in diesem Kreis zugleich der Kreis selbst. Mit 775.790 Einwohnern auf 248,3 Quadratkilometern ist er eine der dichtest besiedelten Gemeinden Deutschlands. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 6.673 Euro pro Quadratmeter und ist damit der höchste in ganz Hessen und einer der höchsten in Deutschland. Die durchschnittliche Mietpreisangebote liegen bei 19,94 Euro pro Quadratmeter. Die Bruttomietrendite beträgt 3,59 Prozent, der Kaufpreisfaktor liegt bei 27,9. Im Vergleich zum hessischen Durchschnitt (2.505 Euro/m²) und zum deutschen Durchschnitt (2.409 Euro/m²) liegen die Frankfurter Kaufpreise mehr als doppelt so hoch. Frankfurt am Main rangiert im Prognos-Zukunftsatlas 2025 auf Platz 28 von rund 400 deutschen Kreisen im Gesamtindex, mit Platz 19 im Dynamik-Index und Platz 47 im Stärke-Index.
Innere Struktur und Preisgefüge
Der Kreis besteht aus genau einer Gemeinde – der Stadt Frankfurt am Main selbst. Es gibt keine Spreizung zwischen verschiedenen Gemeinden, da der Kreis keine weiteren Gemeinden umfasst. Die Kennzahlen des Kreises beschreiben somit ausschließlich den Frankfurter Immobilienmarkt. Die Zeitreihen zeigen, dass die Kaufpreise von 6.094 Euro/m² (2018) auf 7.198 Euro/m² (2021) stiegen, seither jedoch leicht rückläufig sind und 2025 bei 6.481 Euro/m² liegen. Die Mietangebote stiegen kontinuierlich von 16,24 Euro/m² (2018) auf 20,10 Euro/m² (2024). Die Bevölkerung wuchs von 732.688 (2015) auf 775.790 (2023). Innerhalb der Stadt gibt es erhebliche Preisunterschiede zwischen den Stadtteilen, die sich nach Lage, Infrastruktur und Wohnqualität richten – diese Differenzierung ist jedoch auf Kreisebene nicht abbildbar, da nur der Gesamtwert ausgewiesen wird.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Frankfurt am Main ist der führende Finanzplatz Deutschlands und nach London das zweitwichtigste Finanzzentrum Europas. In der Stadt haben die Europäische Zentralbank (EZB), die Deutsche Bundesbank, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen (EIOPA) ihren Sitz. Zudem sind die Deutschen Bank, die Commerzbank, die DZ Bank und die KfW hier zentralisiert. Im Jahr 2017 waren 75.624 Menschen bei Frankfurter Finanz- und Versicherungsdienstleistern beschäftigt. Neben dem Finanzsektor ist der Flughafen Frankfurt Main mit 80.966 Beschäftigten (Stand 2015) die größte einzelne Arbeitsstätte der Stadt. Der Flughafen ist gemessen am Fluggastaufkommen der größte deutsche Flughafen mit 63,2 Millionen Passagieren (2025) und dem größten Frachtaufkommen Europas mit über 2,07 Millionen Tonnen. Die Messe Frankfurt ist nach Shanghai und Hannover der drittgrößte Messeplatz der Welt mit 584.142 Quadratmetern Veranstaltungsfläche und beschäftigt mehr als 2.500 Mitarbeitende bei einem Umsatz von rund 780 Millionen Euro. Frankfurt ist zudem Standort des DE-CIX, des weltweit größten Internetknotens, was die Stadt zum zweitgrößten Rechenzentrumsstandort in Europa macht. Die Stadt verzeichnete 2017 rund 362.450 Einpendler und nur 95.074 Auspendler und ist damit eine der stärksten Einpendlerstädte Deutschlands.
Verkehr und Erreichbarkeit
Frankfurt am Main ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt im deutschen und europäischen Netz. Der Frankfurter Hauptbahnhof ist mit täglich etwa 493.000 Reisenden nach dem Hamburger Hauptbahnhof der zweithäufigst frequentierte Bahnhof Deutschlands und ein ICE-Drehscheibe mit Verbindungen nach Berlin, München, Hamburg und international. Der Flughafen Frankfurt Main ist über die Autobahnen A3 (Ost-West) und A5 (Nord-Süd) an das Fernstraßennetz angebunden. Am Frankfurter Kreuz treffen beide Autobahnen aufeinander – mit über 370.000 Fahrzeugen pro Tag ist es einer der meistbefahrenen Straßenknoten in Europa. Das Stadtgebiet ist dicht an das S-Bahn-Netz der Rhein-Main-Bahn angebunden. Mit der Eröffnung des S-Bahn-Haltepunkts Gateway Gardens im Jahr 2019 wurde ein neues Gewerbequartier direkt an die Schiene angebunden. Die Regionaltangente West (RTW), ein in Bau befindliches Schienenverkehrsprojekt, soll Frankfurt ab 2030 mit Wiesbaden, Mainz und Offenbach verbinden und den regionalen ÖPNV deutlich stärken.
Bildung und Forschung
Frankfurt am Main verfügt über ein dichtes Hochschul- und Forschungsnetzwerk mit neun Hochschulen. Die Johann Wolfgang Goethe-Universität ist mit 40.954 Studierenden (Wintersemester 2024/25) und einem Jahresetat von 715,3 Millionen Euro eine der größten Universitäten Deutschlands. Weitere Hochschulen sind die Frankfurt School of Finance & Management, die Hochschule der Deutschen Bundesbank, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, die Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen, die Provadis School, die Städelschule, die Hochschule für Bildende Künste und die University of Labour. Diese Bildungseinrichtungen sichern den Standort als Wissens- und Innovationsstandort und liefern qualifizierten Fachkräftenachwuchs für die Finanzbranche, den Technologie- und den Dienstleistungssektor.
Entwicklung und Ausblick
Ein bedeutendes Entwicklungsprojekt ist das Gewerbequartier Gateway Gardens auf dem Gelände einer ehemaligen US-amerikanischen Militärsiedlung. Mit einem Investitionsvolumen von 1,7 Milliarden Euro entstehen dort bis zu 18.000 Arbeitsplätze auf 700.000 Quadratmetern Gesamtgeschossfläche. Ansässig sind bereits Unternehmen wie LSG Sky Chefs, DB Schenker, die Kion Group und SunExpress. Die Regionaltangente West (RTW) wird ab 2030 den ÖPNV im Westen Frankfurts und des Umlands deutlich verbessern und Gateway Gardens direkt mit der Innenstadt und den Nachbarstädten verbinden. Die Bevölkerung Frankfurts wuchs von 2015 bis 2023 um rund 43.000 Einwohner, was den Druck auf den Wohnungsmarkt weiter erhöht. Die Kombination aus starkem Finanzsektor, internationaler Anbindung und wachsender Bevölkerung sorgt für eine anhaltend hohe Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeimmobilien.