Marktüberblick und Einordnung
Hamm ist eine kreisfreie Großstadt mit rund 180.761 Einwohnern auf 226,7 Quadratkilometern. Als einzige Gemeinde des „Kreises“ Hamm bildet die Stadt den gesamten Markt ab — es gibt keine innerkreisliche Spreizung. Die Stadt liegt am Nordostrand des Ruhrgebiets und im Herzen Westfalens, zwischen den Autobahnen A1 und A2, und ist ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt.
Auf dem Immobilienmarkt liegt Hamm mit einem mittleren Kaufpreis von 2.281 EUR/m² im unteren Drittel Nordrhein-Westfalens (Rang 39 von 53 Kreisen). Der deutschlandweite Vergleich zeigt ebenfalls unterdurchschnittliche Werte: Deutschlandweit beträgt der Mittelwert 2.408,80 EUR/m². Die angebotene Miet liegt bei 8,30 EUR/m² (Deutschland: 8,92 EUR/m²), die Bruttomietrendite bei 4,37 % (Deutschland: 5,1 %). Der Kaufpreisfaktor beträgt 22,9.
Die Zeitreihe zeigt einen deutlichen Anstieg der Mieten von 6,43 EUR/m² (2018) auf 8,33 EUR/m² (2024), gefolgt von einem leichten Rückgang auf 8,08 EUR/m² (2025). Der Kaufpreis stieg von 1.557 EUR/m² (2018) auf 2.281 EUR/m² (2024), fiel 2025 auf 2.130 EUR/m² und wird für 2026 auf 2.607 EUR/m² geschätzt. Die Bevölkerung ist stabil bei rund 180.761 Einwohnern (2023/2024).
Innere Struktur und Preisgefälle
Da Hamm eine kreisfreie Stadt ist und im Lagefaktor-Datensatz als einzige Gemeinde des „Kreises“ geführt wird, entfällt die Analyse innerkreislicher Preisgefälle. Der Kreis Hamm besteht aus genau einer Gemeinde mit 180.761 Einwohnern. Es gibt keine teuersten oder günstigsten Gemeinden innerhalb des Kreises, da der Kreis selbst die einzige Gemeinde ist. Alle Kennzahlen — Kaufpreis, Miete, Rendite — sind identisch für den Kreis und die einzige Gemeinde.
Die sieben Stadtbezirke der Stadt (Hamm-Mitte, Hamm-Uentrop, Hamm-Rhynern, Hamm-Pelkum, Hamm-Herringen, Hamm-Bockum-Hövel, Hamm-Heessen) werden auf der Plattform nicht einzeln abgebildet. Die Datenlage erlaubt daher keine Aussage zu innerstädtischen Preisunterschieden.
Verkehr und Erreichbarkeit
Hamm ist ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt. Der Bahnhof Hamm (Westf) wird von ICE-Linie 10 mit Systemhalt alle 1 Stunde bedient (Verbindung Hamburg–Essen–Düsseldorf–Köln) und von ICE-Linie 14 mit einzelnen Zügen (Verbindung Berlin–Hannover–Essen–Aachen). Der einstige Rangier- und Güterbahnhof war mit 110 Hektar Fläche einer der größten Europas und ist heute größtenteils stillgelegt.
Die Stadt liegt zwischen den Autobahnen A1 (Heiligenhafen–Saarbrücken, „Hansalinie“) und A2 (Oberhausen–Berlin). Die A445 verbindet Hamm mit Arnsberg und dem Sauerland. Der Datteln-Hamm-Kanal ist eine Bundeswasserstraße, die in Datteln vom Dortmund-Ems-Kanal abzweigt und nach Hamm führt.
Die nächstgelegenen Großstädte sind Dortmund (ca. 30 km südwestlich), Münster (ca. 34 km nördlich), Hagen (ca. 43 km südlich) und Paderborn (ca. 64,5 km östlich). Hamm wird von der Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.
Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur
Hamm ist Sitz des Oberlandesgerichts Hamm, das mit 988 Mitarbeitern (davon 243 Richter, Stand 30. Juni 2026) das größte Oberlandesgericht in Deutschland ist. Der Gerichtsbezirk umfasst rund 21.600 km² und fast neun Millionen Menschen. Das Gericht ist eine der drei Oberlandesgerichte Nordrhein-Westfalens und das einzige verbliebene Oberlandesgericht für Westfalen.
Zwei Hochschulen sind in Hamm ansässig: Die SRH Hochschule für Logistik und Wirtschaft (gegründet 2005) und die staatliche Hochschule Hamm-Lippstadt (seit 2007 in Hamm). Das St. Marien-Hospital Hamm ist ein Klinikum mit Kliniken für Kardiologie und Psychiatrie.
Das Kraftwerk Westfalen der RWE wurde 2021 stillgelegt. Auf dem Gelände befindet sich auch der stillgelegte Thorium-Hochtemperaturreaktor THTR-300. Im Dezember 2024 wurde ein Großbatteriespeicher mit 140 MWh Speicherkapazität in Betrieb genommen, der bis 2028 auf 1,35 GWh ausgebaut werden soll.
Entwicklung und Ausblick
Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet Hamm auf Rang 299 von rund 400 deutschen Kreisen ein. Die Werte in den Teilindizes sind durchwachsen: Demografie (Rang 178) und Dynamik (Rang 185) liegen im oberen Mittelfeld, während Wettbewerb und Innovation (Rang 246), Arbeitsmarkt (Rang 216) und insbesondere Wohlstand und soziale Lage (Rang 367) im unteren Bereich liegen. Die Stärke des Standorts liegt bei Rang 311.
Der Immobilienmarkt hat in den vergangenen Jahren deutliche Preissteigerungen verzeichnet, insbesondere bei den Mieten (von 6,43 auf 8,33 EUR/m² zwischen 2018 und 2024). Der Kaufpreis folgte einem ähnlichen Muster mit einem Höhepunkt 2024 bei 2.281 EUR/m². Die geschätzte Entwicklung für 2026 zeigt einen Anstieg auf 2.607 EUR/m² beim Kaufpreis und eine Stabilisierung der Miete bei 8,33 EUR/m².
Die Bevölkerungszahl ist stabil bei rund 180.761 Einwohnern. Die wirtschaftliche Struktur wird geprägt durch den Justizstandort (Oberlandesgericht), die beiden Hochschulen, das Klinikum und die verkehrliche Anbindung als Eisenbahnknoten. Das stillgelegte Kraftwerk Westfalen und der neue Batteriespeicher deuten auf einen Strukturwandel hin, der das Potenzial für künftige Nutzungen auf dem Konversionsgelände birgt.