Marktüberblick und Einordnung
Krefeld ist eine kreisfreie Großstadt im Regierungsbezirk Düsseldorf mit 228.550 Einwohnern auf 137,8 km². Als einzige Gemeinde des „Kreises“ bildet die Stadt den gesamten Markt. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 2.502 EUR/m², die mittlere Angebotsmiete bei 10,12 EUR/m², die Bruttomietrendite bei 4,85 Prozent. Damit liegt Krefeld im nordrhein-westfälischen Vergleich auf Rang 27 von 53 kreisfreien Städten und Kreisen – mittig. Gegenüber dem Bundesdurchschnitt (2.409 EUR/m² Kaufpreis, 8,92 EUR/m² Miete) liegt Krefeld bei beiden Werten darüber, die Rendite von 4,85 Prozent liegt leicht unter dem deutschen Durchschnitt von 5,1 Prozent.
Die Zeitreihe zeigt einen deutlichen Anstieg der Mieten von 7,42 EUR/m² im Jahr 2018 auf 9,68 EUR/m² im Jahr 2025, mit einem geschätzten weiteren Anstieg auf 10,80 EUR/m² im Jahr 2026. Bei den Kaufpreisen stieg der Wert von 1.796 EUR/m² (2018) auf 2.702 EUR/m² (2023), gefolgt von einem Rückgang auf 2.556 EUR/m² (2024) und einem geschätzten weiteren Sinken auf 2.068 EUR/m² im Jahr 2026. Die Bevölkerung ist stabil bei rund 228.000 Einwohnern.
Innere Struktur und Stadtgliederung
Als kreisfreie Stadt bildet Krefeld einen homogenen Markt ohne innere Gemeinde-Spreizung. Die Datentabelle zeigt nur eine einzige Gemeinde – die Stadt Krefeld selbst. Dennoch gliedert sich die Stadt in fünf Stadtbezirke und 19 Stadtteile, die sich in Lage und Preisniveau unterscheiden können.
Das Stadtzentrum mit den historischen „vier Wällen“ und dem Ostwall als Prachtboulevard bildet den innerstädtischen Kern. Im Süden grenzt Krefeld an den Rhein, wo der Rheinhafen als Logistikstandort fungiert. Im Westen liegen die Stadtteile Hüls und Traar, im Norden Anrath und Osterath. Der Stadtteil Uerdingen im Nordwesten beherbergt den Chempark.
Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet Krefeld auf Rang 300 von rund 400 deutschen Kreisen ein. Besonders schwach ist der Index „Wohlstand und soziale Lage“ mit Rang 358, während „Wettbewerb und Innovation“ mit Rang 199 die stärkste Kategorie darstellt. Der Demografie-Index liegt bei Rang 201, der Arbeitsmarkt-Index bei Rang 287. Der Dynamik-Index mit Rang 318 deutet auf geringe Entwicklungsimpulse hin.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Krefeld hat seinen wirtschaftlichen Strukturwandel von der Seidenindustrie, die die Stadt im 18. und 19. Jahrhundert zur reichsten Stadt Preußens und zeitweise des Deutschen Reiches machte, erfolgreich in Richtung Chemie, Maschinenbau und Logistik vollzogen.
Der Chempark Krefeld-Uerdingen ist der zentrale industrielle Standort. Er ist Teil des Chempark-Verbunds der Currenta GmbH (ehemals Bayer Industry Services) mit den Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen. Auf dem Krefelder Standort sind auf 260 Hektar rund 40 eigenständige Unternehmen angesiedelt. Insgesamt beschäftigt der Chempark-Verbund rund 48.000 Mitarbeiter auf etwa 11 km² – rund ein Drittel der gesamten Chemieproduktion Nordrhein-Westfalens entfällt auf die drei Standorte.
Als Logistikstandort hat sich Krefeld ebenfalls positioniert. Das größte Logistikzentrum der Bauhaus-Kette befindet sich im Krefelder Rheinhafen. Zahlreiche weitere Unternehmen unterhalten Logistikstandorte in der Stadt.
Im Gesundheitswesen ist das Helios Klinikum Krefeld mit mehr als 600 Beschäftigten (Stand 2022) einer der größten Arbeitgeber. Die Hochschule Niederrhein, deren Sitz sich seit 1971 in Krefeld befindet, bringt Studierende und Forschung in die Stadt.
Der Prognos-Index „Wettbewerb und Innovation“ (Rang 199) spiegelt die industrielle Prägung wider, während der schwache Wohlstands-Index (Rang 358) auf die strukturellen Herausforderungen einer Stadt hinweist, die ihren historischen Reichtum aus der Seidenindustrie nicht mehr generieren kann.
Verkehr und Erreichbarkeit
Krefeld verfügt über eine ausgeprägte Schienenanbindung. Der Krefelder Hauptbahnhof ist ein Kreuzungsbahnhof an der zweigleisig elektrifizierten Strecke Duisburg–Mönchengladbach und der Linksniederrheinischen Strecke. Seit Dezember 2013 hält wieder täglich (außer sonntags) der ICE 14/1545 auf der Strecke Aachen – Mönchengladbach – Krefeld – Duisburg – Essen – Dortmund – Bielefeld – Hannover – Berlin. Damit ist Krefeld direkt an den deutschen Fernverkehr angebunden.
Im Regionalverkehr verkehren sechs Linien: RE 7 (Rhein-Münsterland-Express, stündlich nach Köln und Münster), RE 10 (Niers-Express, halbstündlich nach Kleve und Düsseldorf), RE 42 (Niers-Haard-Express, halbstündlich nach Mönchengladbach und Essen), RB 33 (Rhein-Niers-Bahn, stündlich nach Aachen), RB 35 (Emscher-Niederrhein-Bahn, stündlich nach Gelsenkirchen) und RB 37 (Niers-Erft-Bahn, stündlich nach Neuss).
Zusätzlich verkehren zwei Stadtbahnlinien der Rheinbahn nach Düsseldorf (U76 und U79), die den Krefelder Hauptbahnhof mit dem Düsseldorfer Stadtzentrum verbinden. Das Bus- und Straßenbahnnetz der SWK Mobil erschließt die übrigen Stadtteile.
Autobahnanbindung: Die A44 verläuft durch Krefeld und verbindet die Stadt mit Aachen im Westen und Düsseldorf im Süden. Der Abschnitt zwischen Mönchengladbach und Krefeld ist jedoch unterbrochen; ein durchgehender Ausbau auf vier bzw. sechs Fahrstreifen ist geplant. Die A57 verbindet Krefeld mit Köln im Süden und Maastricht in den Niederlanden im Norden.
Die ICE-Anbindung und die Stadtbahnverbindung nach Düsseldorf machen Krefeld zu einem attraktiven Wohnstandort für Pendler in die Nachbarmetropolen Düsseldorf und Köln.
Entwicklung und Ausblick
Krefeld steht vor strukturellen Herausforderungen, die sich im Prognos-Zukunftsatlas widerspiegeln: Der Dynamik-Index liegt mit Rang 318 deutlich unter dem Durchschnitt, der Wohlstands-Index mit Rang 358 ist einer der schlechtesten unter den deutschen Kreisen. Die Bevölkerungszahl ist stabil bei rund 228.000, zeigt aber keine nennenswerte Wachstumsdynamik.
Der Immobilienmarkt hat die allgemeine Entwicklung der letzten Jahre durchlaufen: Mieten sind von 2018 bis 2025 um rund 31 Prozent gestiegen, Kaufpreise erreichten 2023 mit 2.702 EUR/m² einen Höhepunkt und sind seither wieder gesunken. Die geschätzten Werte für 2026 deuten auf eine weitere Korrektur bei den Kaufpreisen (auf rund 2.068 EUR/m²) und einen weiteren Mietenanstieg (auf 10,80 EUR/m²) hin.
Die wirtschaftliche Zukunft Krefelds hängt maßgeblich vom Chempark Krefeld-Uerdingen ab, der als einer der drei Standorte des Chempark-Verbunds rund ein Drittel der Chemieproduktion Nordrhein-Westfalens trägt. Der Ausbau der A44, der aktuell geplant ist, könnte die Verkehrsanbindung weiter verbessern und die Attraktivität für Unternehmen und Pendler steigern. Die ICE-Anbindung nach Berlin und die Stadtbahnverbindung nach Düsseldorf bleiben wichtige Standortfaktoren.
Als bedeutende Bauhaus-Stadt mit zahlreichen Werken der 1920er und 1930er Jahre, dem Deutschen Textilmuseum, dem Krefelder Zoo und gut erhaltenen historischen Stadtteilen wie Linn und Uerdingen verfügt Krefeld über ein kulturelles Erbe, das zur Lebensqualität beiträgt.