Marktüberblick
Oldenburg (Oldenburg), Stadt ist eine kreisfreie Großstadt mit 174.629 Einwohnern auf 103,1 km² und die drittgrößte Stadt Niedersachsens nach Hannover und Braunschweig. Der Immobilienmarkt weist mit einem mittleren Kaufpreis von 3.581 EUR/m² den höchsten Wert in ganz Niedersachsen auf – vor Friesland (3.444 EUR/m²) und Osnabrück, Stadt (3.377 EUR/m²). Die angebotene Miet liegt bei 12,33 EUR/m², die Bruttomietrendite bei 4,13 %. Der Kaufpreisfaktor beträgt 24,2. Oldenburg gehört seit April 2005 zur europäischen Metropolregion Nordwest, deren Ballungsraum rund 266.000 Menschen umfasst.
Die Bevölkerung wuchs von 163.830 (2015) auf 174.629 (2023), was einem Zuwachs von über 10.000 Einwohnern in acht Jahren entspricht. Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Anstieg der Mieten von 8,83 EUR/m² (2018) auf 12,33 EUR/m² (2024) sowie der Kaufpreise von 3.006 EUR/m² (2018) auf 3.581 EUR/m² (2024). Nach einer leichten Korrektur 2022/2023 sind die Werte wieder gestiegen.
Innere Struktur und Einordnung
Oldenburg (Oldenburg), Stadt ist eine kreisfreie Stadt und damit der einzige Gemeindeverbund dieses Kreises. Es gibt keine innere Spreizung, da der Kreis aus genau einer Gemeinde besteht. Die Daten beschreiben somit ausschließlich die Stadt Oldenburg selbst.
Oldenburg liegt im Zentrum des Oldenburger Landes im westlichen Niedersachsen und ist die nördlichste Großstadt des Bundeslandes. Die nächsten größeren Städte sind Bremen (ca. 45 km östlich), Wilhelmshaven (ca. 50 km nördlich), Osnabrück (ca. 100 km südlich), Hamburg (ca. 170 km nordöstlich) und Hannover (ca. 170 km südöstlich). Die Stadt ist in 34 Stadtteile und 9 statistische Bezirke gegliedert.
Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet Oldenburg auf Rang 76 von rund 400 deutschen Kreisen ein. Besonders gut positioniert ist der Kreis im Dynamik-Rang auf Platz 12 und im Stärken-Rang auf Platz 139. Der Demografie-Rang liegt bei 31, der Arbeitsmarkt-Rang bei 54, der Wettbewerb-Innovation-Rang bei 97. Der Wohlstands-Rang mit 271 ist der schwächste Indexwert.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Oldenburg ist eine klassische Universitätsstadt. Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg hat 14.470 Studierende (Wintersemester 2025/26) und 2.981 Mitarbeitende. Der Jahresetat der Universität beträgt 306,5 Mio. €, hinzu kommen 55,1 Mio. € Drittmittel. Seit dem Wintersemester 2022/23 werden jährlich 120 Studierende für den Modellstudiengang Humanmedizin zugelassen (European Medical School Oldenburg-Groningen). Die Universitätsmedizin Oldenburg umfasst mehr als 25 Universitätskliniken und -institute in Kooperation mit vier Krankenhäusern.
Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer vertritt rund 75.850 Unternehmen in der Region, die sich über mehrere Landkreise und kreisfreie Städte erstreckt. Die job4u-Ausbildungsmesse der IHK ist mit jährlich rund 10.000 Besuchern die größte Ausbildungsmesse im Nordwesten Deutschlands.
Oldenburg war bis 2004 Sitz des Regierungsbezirks Weser-Ems und ist eines der Oberzentren Niedersachsens. Diese Funktion als Verwaltungs- und Dienstleistungsstandort prägt die lokale Wirtschaft erheblich.
Verkehr und Erreichbarkeit
Oldenburg ist über die A29 (Jadelinie) mit Wilhelmshaven im Norden und der A1 am Dreieck Ahlhorner Heide im Süden verbunden. Die A28 (Emden/Leer–Bremen) kreuzt bei Oldenburg-Ost, die A293 (Oldenburg–Emden) bei Oldenburg-Nord. Die A29 ist durchgehend vierstreifig und 94,5 km lang.
Am Hauptbahnhof halten ICE-Züge, Oldenburg wird zudem von der Regio-S-Bahn bedient. Die Stadt liegt 45 km von Bremen und 50 km von Wilhelmshaven entfernt, was eine gute Anbindung an die Metropolregion Nordwest ermöglicht.
Ein laufendes Großprojekt ist der Ersatzneubau der Huntebrücke der A29. Die Bauarbeiten begannen Ende 2023 und sollen bis Ende 2029 abgeschlossen sein. Die neue Brücke wird 441 Meter lang und 31 Meter breit sein.
Entwicklung und Ausblick
Auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände Fliegerhorst entsteht ein neuer Stadtteil. Der Ausschuss für Stadtplanung beschloss am 15. Juni 2017 den Masterplan für die Bereiche Mittelweg/Fliegerhorst. Seit September 2021 entsteht unter anderem ein Smart-City-Quartier mit rund 210 Wohneinheiten, das innovative und klimafreundliche Energieversorgung bietet.
Die Kombination aus Universitätsstadt, Oberzentrum und guter Verkehrsanbindung an Bremen und Wilhelmshaven macht Oldenburg zu einem attraktiven Wohn- und Wirtschaftsstandort. Das Bevölkerungswachstum von über 10.000 Einwohnern in acht Jahren unterstreicht die Dynamik des Standorts. Der höchste Kaufpreis in Niedersachsen spiegelt die Nachfrage nach Wohnraum in einer Metropolregion wider, die durch die Universität, den Dienstleistungssektor und die verkehrliche Lage geprägt ist.