Marktüberblick und Einordnung
Pirmasens ist eine kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz mit rund 40.941 Einwohnern auf 61,4 km². Als einzige Gemeinde des Kreises entfallen alle Kreiswerte direkt auf die Stadt. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 1.519 EUR/m², die durchschnittliche Mietpreis liegt bei 7,18 EUR/m². Die Bruttorendite beträgt 5,67 Prozent, der Kaufpreisfaktor liegt bei 17,6.
Im bundeslandweiten Vergleich belegt Pirmasens nach Kaufpreisen den 34. Platz von 36 Einheiten in Rheinland-Pfalz und ist damit die drittgünstigste kreisfreie Stadt bzw. der drittgünstigste Landkreis im Bundesland. Nur Kusel (1.463 EUR/m²) und Birkenfeld (1.503 EUR/m²) liegen darunter. Im deutschlandweiten Vergleich von 386 Kreisen und kreisfreien Städten liegt Pirmasens ebenfalls im unteren Drittel.
Die Mietpreise sind von 5,25 EUR/m² im Jahr 2018 auf 7,42 EUR/m² im Jahr 2025 gestiegen. Die Kaufpreise entwickelten sich volatil: von 1.076 EUR/m² (2018) über 1.321 EUR/m² (2021) auf 1.226 EUR/m² (2025). Die Bevölkerungszahl lag 2023 bei 40.941 Einwohnern und hat sich damit stabilisiert, nachdem sie zwischen 2015 und 2021 von 40.125 auf 40.054 gesunken war.
Marktstruktur und Einordnung
Da Pirmasens eine kreisfreie Stadt ist und der Kreis nur aus dieser einen Gemeinde besteht, gibt es keine innere Struktur im Sinne von Preisgefällen zwischen verschiedenen Gemeinden. Die Stadt bildet den gesamten Kreis. Alle Kennzahlen beschreiben somit die Stadt Pirmasens als Ganzes.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Markt homogen ist. Innerhalb der Stadt gibt es Unterschiede zwischen den acht Stadtbezirken und den sieben eingemeindeten Ortsbezirken (Erlenbrunn, Fehrbach, Gersbach, Hengsberg, Niedersimten, Windsberg, Winzeln). Diese Unterschiede werden in den vorliegenden Daten jedoch nicht abgebildet.
Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet Pirmasens mit Rang 395 von 400 Regionen in Deutschland in die Kategorie „sehr hohe Zukunftsrisiken“ ein. Besonders schlecht schneiden die Indizes Arbeitsmarkt (Rang 379), Wettbewerb und Innovation (358), Wohlstand und soziale Lage (400) und Strukturstärke insgesamt (396) ab. Der Demografie-Index liegt mit Rang 52 deutlich besser.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Pirmasens war im 19. und 20. Jahrhundert das Zentrum der deutschen Schuhindustrie und wurde als „deutsche Schuhmetropole“ bezeichnet. Die weitgehende Verlagerung der Schuhproduktion ins Ausland ab den 1970er Jahren führte zum Verlust von rund 15.000 Arbeitsplätzen. Hinzu gingen durch den Abzug des amerikanischen Militärs rund 10.000 Menschen und weitere 4.000 Arbeitsplätze verloren.
Heute hat die Stadt rund 1.700 Unternehmen mit einem Bruttoinlandsprodukt von 1,591 Milliarden Euro (2016). Das BIP pro Kopf lag 2016 bei 35.983 Euro und damit unter dem deutschen Durchschnitt von 38.180 Euro. Das durchschnittliche Einkommen entsprach 2016 88,3 Prozent des Landesmittels von Rheinland-Pfalz.
Größter Arbeitgeber der Stadt ist Profine, ein Kunststoffhersteller für Leisten und Sohlen, mit etwa 1.200 Mitarbeitern. Weitere bedeutende Arbeitgeber sind die Einzelhandelskette Wasgau mit rund 1.000 Mitarbeitern in Pirmasens (insgesamt fast 4.000 im südlichen Rheinland-Pfalz und Saarland), der Süßwarenhersteller WAWI Schokolade AG (seit 1957 ansässig), PSB Intralogistics mit etwa 500 Mitarbeitern und die Brauerei Park & Bellheimer.
Von der Schuhindustrie abgeleitete Zulieferer wie Framas (Leisten und Sohlen für Adidas und Nike), Schoen + sandt machinery (Stanzmaschinen) und die Ring-Gruppe prägen weiterhin die lokale Industrie. Caprice (Wortmann Schuh-Holding) und Kennel & Schmenger (eine der wenigen noch produzierenden Schuhfabriken) haben ihren Sitz in Pirmasens. Peter Kaiser stellte Ende April 2021 seine Produktion vor Ort ein, die Schuhfabrik Carl Semler verlegte 2025 ihre Produktion nach Ungarn.
Die Arbeitslosenquote lag 2019 bei 10,4 Prozent und damit weit über dem Landesdurchschnitt von 4,2 Prozent. Sie war die höchste in Rheinland-Pfalz.
Strukturwandel und Entwicklung
Der Strukturwandel von der produzierenden Industrie hin zu einem Dienstleistungs- und Forschungsstandort hat in Pirmasens zu umfangreichen Konversionsprojekten geführt. Der ehemalige Husterhöh-Kaserne wurde zum Gewerbepark Husterhöhe umgewandelt, in dem sich die Anzahl der Arbeitsplätze zwischen 2000 und 2016 von 120 auf etwa 2.700 in insgesamt 102 Unternehmen erhöhte. Der Neuffer-Komplex zu Neuffer am Park beherbergt Ärzte, Unternehmen und einen Radiosender. Die ehemalige Schuhfabrik Rheinberger wurde 2007/2008 zu einem Gewerbepark umgebaut.
Ein geplantes interkommunales Gewerbegebiet Grünbühl zusammen mit der Nachbarstadt Rodalben wurde 2022 endgültig aufgegeben.
Pirmasens ist Messestadt und verfügt über die Hochschule Kaiserslautern mit einem Standort in der Stadt (neben den Standorten Kaiserslautern und Zweibrücken).
Verkehr und Erreichbarkeit
Pirmasens liegt am Westrand des Pfälzerwalds und ist an die Bundesautobahn 8 (Mannheim–Saarbrücken) angebunden. Die Bundesstraße 10 beginnt in Pirmasens und führt nach Landau in der Pfalz. Der vierspurige Ausbau der B 10 zwischen der A 8 und der A 65 in Landau sollte den Standort attraktiver machen.
Im Schienenverkehr ist Pirmasens an die RB 68 (Pirmasens – Zweibrücken – Saarbrücken) und die RB 64 (Kaiserslautern – Pirmasens) angebunden. Der Bahnhof Pirmasens Nord liegt auf der Strecke Landau–Rohrbach (Südpfalzbahn / Queichtalbahn). Es gibt keine ICE-Anbindung; die nächsten ICE-Bahnhöfe befinden sich in Kaiserslautern und Saarbrücken.
Die Pendlerverflechtung zeigt, dass Pirmasens als Mittelzentrum der Westpfalz fungiert. Der benachbarte Landkreis Südwestpfalz profitiert von der Stadt, obwohl er die niedrigste Arbeitsplatzdichte in Rheinland-Pfalz aufweist, aber eine sehr geringe Arbeitslosigkeit von 4 Prozent (Stand September 2017) besitzt.