Marktüberblick und Einordnung
Remscheid ist eine kreisfreie Großstadt mit 112.970 Einwohnern auf 74,52 km² im Bergischen Land. Als einzige Gemeinde des „Kreises“ Remscheid, Stadt, bildet die Stadt das gesamte Kreisgebiet. Die Stadt gehört zur Metropolregion Rhein-Ruhr und ist Teil des Bergischen Städtedreiecks, das aus den drei Großstädten Wuppertal, Solingen und Remscheid besteht und rund 635.000 Einwohner umfasst.
Der mittlere Kaufpreis liegt bei 2.286 EUR/m² und damit unter dem nordrhein-westfälischen Landesdurchschnitt von 2.530 EUR/m² sowie unter dem Bundesdurchschnitt von 2.409 EUR/m². Remscheid rangiert mit dem Kaufpreis auf Platz 38 von 53 Kreisen in Nordrhein-Westfalen – also im unteren Drittel der preislichsten Gebiete. Die angebotene Mietlage beträgt 7,78 EUR/m², die Bruttomietrendite liegt bei 4,08 Prozent und unterliegt damit sowohl dem Landesdurchschnitt (4,52 %) als auch dem Bundesdurchschnitt (5,1 %). Der Kaufpreisfaktor beträgt 24,5.
Die Bevölkerung Remscheids wächst seit 2015 leicht an: von 109.499 Einwohnern im Jahr 2015 auf 112.970 im Jahr 2023. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 1.516 Einwohnern je km².
Preisentwicklung und Marktdaten
Die Kaufpreise in Remscheid stiegen von 1.601 EUR/m² im Jahr 2018 auf 2.212 EUR/m² im Jahr 2021 – ein Anstieg von rund 38 Prozent in drei Jahren. Anschließend korrigierten sie sich leicht auf 2.141 EUR/m² im Jahr 2024. Die aktuellen Werte liegen damit knapp über dem Vorkrisenniveau.
Die Mietpreise entwickelten sich kontinuierlich steigend: von 6,36 EUR/m² im Jahr 2018 auf 7,59 EUR/m² im Jahr 2024, einem Zuwachs von rund 19 Prozent. Im Jahr 2025 liegt der Mietwert bei 7,42 EUR/m².
Da Remscheid eine kreisfreie Stadt ist und damit nur eine Gemeinde umfasst, gibt es keine innere Spreizung des Marktes. Die angegebenen Werte beschreiben die gesamte Stadt als einheitliches Marktgebiet. Es existieren keine preislich unterschiedlichen Gemeinden innerhalb des Kreisgebiets.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Remscheid ist traditionell eine Industriestadt der Metall- und Werkzeugverarbeitung. Die Stadt nennt sich seit den 1880er Jahren die „Seestadt auf dem Berge“ wegen ihrer weitreichenden Exportbeziehungen in der Werkzeugindustrie.
Größter Arbeitgeber und internationaler Konzern mit Sitz in Remscheid ist die Vaillant Group. Das 1874 gegründete Familienunternehmen beschäftigt weltweit rund 16.000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von rund 3,3 Milliarden Euro. Die Vaillant Group stellt Heiz-, Lüftungs- und Klimatechnik her. Im Jahr 2020 wurde das Johann Vaillant Technology Center (JVTC) als modernes Forschungs- und Entwicklungszentrum in Remscheid eröffnet, das zukünftige Heiztechnik-Lösungen entwickelt und über neun verschiedene Laborbereiche mit mehr als 180 Prüfständen verfügt.
Ein weiterer bedeutender Remscheider Arbeitgeber ist die Gedore Holding GmbH, ein Hersteller von Handwerkzeugen mit weltweitem Vertrieb. Die Gedore Gruppe beschäftigt weltweit rund 2.000 Mitarbeiter, davon etwa 900 in Deutschland. Der Umsatz lag 2021 bei 199 Millionen Euro. Das Stammwerk befindet sich in Remscheid-Lüttringhausen. Die Gustav Klauke GmbH, ein Hersteller von elektrischer Verbindungstechnik und Presswerkzeugen, beschäftigt am Remscheider Standort mehr als 550 Mitarbeiter.
Maschinenbau und Werkzeugproduktion sind bis heute die prägenden Hauptindustriezweige der Stadt. Die Bergische Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid vertritt die gewerbliche Wirtschaft im Bergischen Städtedreieck.
Im Prognos-Zukunftsatlas 2025 belegt Remscheid Rang 120 von rund 400 Kreisen im Index Wettbewerb und Innovation – ein vergleichsweise guter Wert. Im Index Wohlstand und soziale Lage liegt die Stadt mit Rang 371 jedoch im unteren Quartil, was auf die strukturellen Herausforderungen einer traditionellen Industriestadt hindeutet.
Verkehr und Erreichbarkeit
Remscheid ist an das Schienennetz der S-Bahn Rhein-Ruhr angebunden. Die S-Bahn-Linie S7, „Der Müngstener“, verbindet die Stadt im 20-Minuten-Takt (wochentags) mit Wuppertal und Solingen. Sie bedient die Haltepunkte Remscheid-Hauptbahnhof, Remscheid-Lennep, Remscheid-Lüttringhausen und Remscheid-Güldenwerth. Seit Dezember 2023 wird die Linie von der RheinRuhrBahn betrieben.
Seit Dezember 2022 bedient die Regional-Express-Linie RE47, der „Düssel-Wupper-Express“, im Stundentakt den Bahnhof Remscheid-Lennep und den Remscheider Hauptbahnhof auf der Verbindung nach Düsseldorf. Der Bahnhof Remscheid-Lennep ist nach dem Hauptbahnhof der wichtigste Bahnhof der Stadt und fungiert als verkehrlicher Knotenpunkt mit Anschluss an ein dichtes Stadtbusnetz der Stadtwerke Remscheid.
Die Lage im Bergischen Städtedreieck bietet eine gute Anbindung an die beiden größeren Nachbarstädte Wuppertal (ca. 10 km nördlich) und Solingen (ca. 10 km westlich). Remscheid selbst liegt auf einer Höhe von 365 m ü. NHN in den Höhen des Bergischen Landes, eingebettet in die tief eingeschnittenen Täler von Wupper, Eschbach und Morsbach.
Das Bergische Städtedreieck kooperiert intensiv in der Wirtschaftsförderung, der Regionalentwicklung und im Tourismus. Die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH koordiniert ressort- und stadtübergreifend die Entwicklungsaufgaben der Region.
Entwicklung und Ausblick
Remscheid als traditionelle Industriestadt des Bergischen Landes steht vor strukturellen Herausforderungen, die sich im Prognos-Zukunftsatlas widerspiegeln: Während der Bereich Wettbewerb und Innovation mit Rang 120 gut abschneidet, liegt die Stadt bei Wohlstand und sozialer Lage mit Rang 371 im unteren Bereich. Dies korrespondiert mit der Abhängigkeit von der metallverarbeitenden Industrie und dem Werkzeugbau.
Positive Impulse gehen von der Anbindung an das S-Bahn-Netz der S-Bahn Rhein-Ruhr aus, das Remscheid mit den größeren Wirtschaftszentren Wuppertal, Solingen und Düsseldorf verbindet. Das 2020 eröffnete Johann Vaillant Technology Center als modernes Forschungszentrum signalisiert die Ausrichtung auf zukunftsfähige Technologien im Bereich der Heiz- und Klimatechnik.
Die Bevölkerung Remscheids wächst leicht an, was auf die attraktive Lage im Bergischen Städtedreieck und die gute Anbindung an das Rhein-Ruhr-Gebiet hindeutet. Die Kaufpreise haben sich nach dem Anstieg bis 2021 seitdem stabilisiert, was auf einen ausgeglichenen Markt hindeutet. Die Mietpreise zeigen weiterhin einen leichten Aufwärtstrend.