Marktüberblick und Einordnung
Solingen, Klingenstadt ist eine kreisfreie Großstadt im Bergischen Land mit 161.545 Einwohnern auf 89,54 km². Als einzige Gemeinde des „Kreises“ Solingen entfällt die typische innere Spreizung, die in Landkreisen mit Dutzenden Gemeinden zu beobachten ist. Der Immobilienmarkt wird hier von einer einzigen, zusammenhängenden Stadt geprägt.
Der aktuelle mittlere Kaufpreis liegt bei 2.529 EUR/m², die mittlere Kaltmiete bei 9,80 EUR/m². Die Bruttomietrendite beträgt 4,65 %, der Kaufpreisfaktor liegt bei 21,5. Im bundeslandweiten Vergleich belegt Solingen mit 2.529 EUR/m² Platz 26 von 53 Kreisen und liegt damit knapp im mittleren Drittel der nordrhein-westfälischen Märkte. Der deutschlandweite Kaufpreis von 2.409 EUR/m² wird leicht übertroffen.
Die Zeitreihe zeigt einen deutlichen Anstieg der Kaufpreise von 2.098 EUR/m² (2018) auf einen Höhepunkt von 2.833 EUR/m² (2021), gefolgt von einem Rückgang auf 2.577 EUR/m² (2024). Die Mieten stiegen dagegen kontinuierlich von 7,40 EUR/m² (2018) auf 9,65 EUR/m² (2025). Die Bevölkerung wuchs von 158.726 (2015) auf 161.545 (2023).
Stadtstruktur und räumliche Verteilung
Solingen ist eine kreisfreie Stadt und damit der einzige „Kreis“ in den Lagefaktor-Daten. Es gibt keine Gemeinden-Spreizung, keine teuersten oder günstigsten Ortsteile im Kreisvergleich. Der gesamte Markt wird von der Stadt Solingen als zusammenhängendem Gebilde bestimmt.
Die Stadt ist in fünf Stadtbezirke gegliedert: Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid (mit über 43.000 Einwohnern der größte), Burg/Höhscheid, Wald, Mitte und Gräfrath (mit rund 18.000 Einwohnern der kleinste). Die Stadtteile entstanden aus historischen Kleinstädten, die 1929 zur Großstadt Solingen vereinigt wurden. Die Topografie ist geprägt von fünf Höhenrücken, die von Osten nach Westen verlaufen, und sechs tief gelegenen, stark bewaldeten Bachtälern.
Die Wupper durchfließt die Stadt und bildet auf etwa 26 Kilometern eine natürliche Stadtgrenze. Der höchste Punkt liegt mit 276 Metern am ehemaligen Gräfrather Wasserturm, der tiefste mit 53 Metern in der Ohligser Heide.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Solingen ist das Zentrum der deutschen Schneidwarenindustrie. Etwa 90 Prozent der deutschen Schneidwaren- und Besteckhersteller sind in Solingen ansässig. Der Name Solingen ist durch die Solingenverordnung seit 1938 gesetzlich geschützt und kennzeichnet die Qualität der Produkte.
Größtes bekanntes Unternehmen ist die Zwilling J. A. Henckels AG, gegründet 1731. Das weltweit tätige Unternehmen beschäftigt rund 3.300 Mitarbeiter und erzielte 2024 einen Umsatz von 830 Mio. Euro. Die Produkte werden in über 100 Ländern vertrieben. Zwilling ist eines der ältesten Unternehmen der Welt und hat seine Wurzeln in der Solinger Messerschmiedetradiion.
Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet Solingen auf Rang 327 von rund 400 Kreisen ein (Gesamtrang). Besonders schwach ist die Dynamik mit Rang 358, gefolgt vom Wohlstand mit Rang 356. Die Stärke liegt mit Rang 303 ebenfalls im unteren Drittel. Der Arbeitsmarkt liegt auf Rang 281, Wettbewerb und Innovation auf Rang 286. Nur der Demografiewert mit Rang 227 liegt im mittleren Bereich.
Verkehr und Erreichbarkeit
Der Solinger Hauptbahnhof im Stadtteil Ohligs ist der wichtigste Bahnhof der Stadt und verfügt über 5 Bahnsteiggleise. Er wird durchschnittlich von 10.000 Reisenden pro Tag genutzt und ist an das ICE-, IC-, RE-, RB- und S-Bahn-Netz angeschlossen. Die Fahrzeit beträgt ca. 20–25 Minuten zum Kölner Hauptbahnhof und ca. 20 Minuten zum Düsseldorfer Hauptbahnhof. Der Wuppertaler Hauptbahnhof ist in ca. 10–15 Minuten erreichbar.
Solingen liegt 24 Kilometer östlich von Düsseldorf und 35 Kilometer nördlich von Köln und gehört zum Bergischen Städtedreieck (mit Wuppertal und Remscheid) sowie zur Metropolregion Rheinland. Die Autobahn A46 verläuft durch die Region, das Autobahnkreuz Hilden verbindet die A3 mit der A46.
Ein besonderes Merkmal ist das Oberleitungsbus-System der Stadtwerke Solingen: Mit 102 km Streckenlänge und 66 Fahrzeugen (57 Gelenkwagen, 8 Solowagen) ist es das größte O-Bus-System in Deutschland und eines von drei verbliebenen in ganz Deutschland (neben Eberswalde und Esslingen am Neckar). Das Netz umfasst 9 Durchmesserlinien.
Entwicklung und Ausblick
Das Städtische Klinikum Solingen im Stadtteil Gräfrath ist mit rund 2.000 Beschäftigten, 600 Betten und 20 Fachabteilungen das größte Krankenhaus der Stadt. Es versorgt jährlich über 30.000 stationäre und 60.000 ambulante Patienten und ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln. Ende 2023 wurde die St.-Lukas-Klinik in Solingen-Ohligs geschlossen; ihre Fachabteilungen Neurologie und Neuroradiologie sowie mehrere hundert Mitarbeiter wechselten zum Städtischen Klinikum. Ende 2024 wurde ein Förderbescheid über 85 Mio. Euro für den Neubau eines Bettenhauses genehmigt.
Die Kaufpreise erreichten 2021 mit 2.833 EUR/m² einen Höhepunkt und sind seitdem auf 2.577 EUR/m² (2024) gefallen. Die Mieten steigen dagegen kontinuierlich von 7,40 EUR/m² (2018) auf 9,65 EUR/m² (2025). Die Bevölkerung wuchs von 158.726 (2015) auf 161.545 (2023). Die schwachen Prognos-Ränge in Dynamik (358) und Wohlstand (356) deuten auf strukturelle Herausforderungen hin, während die gute Verkehrsanbindung an Köln und Düsseldorf als Pendlerstandort und Wirtschaftsraum wirkt.