Marktüberblick und Einordnung
Kempten (Allgäu) ist eine kreisfreie Stadt mit rund 70.700 Einwohnern auf 63,3 km² und zugleich der einzige Gemeindeverbund im Kreisgebiet. Mit einem mittleren Kaufpreis von 4.387 EUR/m² liegt sie auf Rang 17 von 82 Kreisen in Bayern und deutlich über dem deutschen Durchschnitt von 2.409 EUR/m². Die angebotene Miete beträgt 13,62 EUR/m² (Bayern: 10,11 EUR/m², Deutschland: 8,92 EUR/m²). Die Bruttomietrendite liegt bei 3,73%, der Kaufpreisfaktor bei 26,9.
Die Bevölkerung wuchs von 66.947 (2015) auf 70.713 (2023/2024), was einem Anstieg von rund 5,7% in neun Jahren entspricht. Die Mieten stiegen von 10,47 EUR/m² (2018) auf 13,90 EUR/m² (2024), die Kaufpreise von 3.055 EUR/m² (2018) auf 4.098 EUR/m² (2024). Im Prognos-Zukunftsatlas 2025 belegt Kempten den Gesamt-Rang 42 von rund 400 deutschen Kreisen, mit dem Dynamik-Rang 41 und dem Demografie-Rang 21 — allesamt sehr gute Platzierungen.
Innere Struktur
Als kreisfreie Stadt besteht Kempten (Allgäu) aus genau einer Gemeinde — es gibt keine innerkreisliche Spreizung. Die Kreiswerte beschreiben somit ausschließlich die Stadt Kempten selbst. Mit 70.713 Einwohnern auf 63,3 km² ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 1.117 Einwohnern je km². Die Stadt ist die südlichste kreisfreie Stadt Deutschlands und nach Augsburg die zweitgrößte des Regierungsbezirks Schwaben.
Die Lage am Alpennordrand an der Iller, etwa 35 km nördlich von Oberstdorf, 110 km von München und 90 km von Augsburg, prägt die Stadt als Tor zum Allgäu und zum bayerischen Alpenvorland. Die Höhenlage reicht von 646 m bis 915 m ü. NHN; die Altstadt liegt auf 672 m ü. NHN und ist damit nach Villingen-Schwenningen die am zweithöchsten gelegene deutsche Stadt mit über 50.000 Einwohnern.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Kempten ist das Ober-, Schul- und Verwaltungszentrum der umliegenden Planungsregion Allgäu mit rund 480.000 Einwohnern. Zwei Institutionen prägen den lokalen Arbeitsmarkt maßgeblich: Das Klinikum Kempten ist ein Krankenhaus der Versorgungsstufe II mit 440 Betten, 1.186 Mitarbeitern (Stand 2011) und einem Jahresetat von 80,8 Mio. Euro. Es ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Ulm und gehört zum Klinikverbund Allgäu gGmbH. Die Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten, 1977 gegründet, beschäftigt 685 Mitarbeiter und hat ca. 5.000 Studierende (WS 2025/2026). Sie ist eine der größten Fachhochschulen Bayerns und bietet Studiengänge in Betriebswirtschaft, Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau, Soziales und Gesundheit, Tourismus-Management und weiteren Bereichen.
Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet Kempten den Arbeitsmarkt-Rang 80 und den Rang im Bereich Wettbewerb und Innovation auf Platz 106 zu — beides mittlere bis gute Platzierungen unter rund 400 deutschen Kreisen. Der Demografie-Rang 21 ist herausragend gut, was auf die junge Bevölkerung durch die Hochschule hindeutet.
Verkehr und Erreichbarkeit
Kempten (Allgäu) Hauptbahnhof ist ein Eisenbahnknoten im Süden Bayerns mit 5 Bahnsteiggleisen. Er liegt an der Bahnstrecke Buchloe–Lindau und ist Ausgangspunkt der Strecken nach Neu-Ulm und Pfronten-Steinach. Seit 2024 ist Kempten an das ICE-L-Netz angebunden, das die Stadt mit München und Berlin verbindet — eine deutliche Aufwertung der überregionalen Erreichbarkeit.
Die Stadt liegt am Alpennordrand, etwa 110 km von München und 90 km von Augsburg entfernt. Die Anbindung an das Autobahnnetz erfolgt über die B 19 und B 16, die die Stadt durchqueren. Die Lage am Alpennordrand und die gute Bahnanbindung machen Kempten zum zentralen Verkehrsknotenpunkt der Region Allgäu.
Entwicklung und Ausblick
Kempten profitiert von seiner Funktion als Ober-, Schul- und Verwaltungszentrum der Planungsregion Allgäu. Die Hochschule mit rund 5.000 Studierenden wirkt der demografischen Alterung entgegen — der Demografie-Rang 42 im Prognos-Zukunftsatlas bestätigt dies. Das Klinikum als großer Arbeitgeber und akademisches Lehrkrankenhaus sichert die medizinische Grundversorgung der gesamten Region.
Die ICE-L-Anbindung seit 2024 verbessert die Erreichbarkeit nach München und Berlin erheblich und könnte die Attraktivität der Stadt für Pendler und Unternehmen weiter steigern. Die Kombination aus Hochschulstandort, medizinischer Versorgung und verbesserter Fernbahnanbindung positioniert Kempten als zukunftsfähigen Mittelzentrum-Standort im bayerischen Alpenvorland.