Marktüberblick
Straubing ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Niederbayern mit 49.775 Einwohnern auf 67,6 km². Als eine der vier niederbayerischen Oberzentren und Sitz des Landratsamts Straubing-Bogen bildet sie das Verwaltungszentrum der Planungsregion Donau-Wald. Der Immobilienmarkt liegt mit einem mittleren Kaufpreis von 3.510 EUR/m² und einer mittleren Mietpreis von 10,83 EUR/m² deutlich über dem bayerischen Durchschnitt (3.246 EUR/m² bzw. 10,11 EUR/m²) und dem deutschen Durchschnitt (2.408 EUR/m² bzw. 8,92 EUR/m²). In Bayern rangiert Straubing mit einem Kaufpreis von Rang 32 von 82 Kreisen im oberen Mittelfeld. Die Bruttomietrendite liegt bei 3,7 %, der Kaufpreisfaktor bei 27.
Innere Struktur
Straubing ist eine kreisfreie Stadt und umfasst als Kreis nur eine einzige Gemeinde – die Stadt selbst. Es gibt keine innerkreisliche Spreizung: Kaufpreis, Miete und Rendite beziehen sich ausschließlich auf Straubing. Dies unterscheidet Straubing von den meisten bayerischen Landkreisen, die aus Dutzenden Gemeinden mit teils erheblichen Preisunterschieden bestehen. Die Stadt erstreckt sich entlang der Donau in Ost-West-Richtung über 13,5 km und umfasst 26 Gemeindeteile. Die Bevölkerung wuchs von 46.806 im Jahr 2015 auf 49.775 im Jahr 2023, was einem Anstieg von rund 6,3 % entspricht. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 736 Einwohnern je km².
Preisentwicklung
Der Immobilienmarkt in Straubing zeigt eine klare Aufwärtsentwicklung bei den Mieten: Von 8,42 EUR/m² im Jahr 2018 stieg der Wert auf 10,75 EUR/m² im Jahr 2025, was einem Anstieg von rund 28 % in sieben Jahren entspricht. Die Kaufpreise erreichten 2021 mit 3.709 EUR/m² einen Höhepunkt, korrigierten 2022 auf 3.422 EUR/m² zurück und stabilisierten sich 2025 bei 3.527 EUR/m². Die Zeitreihen für 2026 sind als geschätzt gekennzeichnet und zeigen für beide Werte eine leichte Abwärtsbewegung (Miete: 10,01 EUR/m², Kaufpreis: 3.189 EUR/m²).
Wirtschaft und Demografie
Straubing liegt im Zentrum des fruchtbaren Gäubodens an der Donau und profitiert von seiner Lage als Oberzentrum in Ostbayern. Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet Straubing auf Rang 136 von rund 400 deutschen Kreisen ein. Besonders hervorzuheben ist der Demografie-Rang 6 – ein außergewöhnlich gutes Ergebnis, das sich in dem deutlichen Bevölkerungswachstum von über 6 % seit 2015 widerspiegelt. Der Dynamik-Rang 55 ist ebenfalls sehr gut, während der Rang 286 in Wohlstand und sozialer Lage sowie Rang 273 in Wettbewerb und Innovation auf strukturelle Schwächen hinweisen. Der Arbeitsmarkt rangiert auf Platz 114.
Bildung und Forschung
Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist der TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit, der seit dem 1. Oktober 2017 zur Technischen Universität München gehört. Mit rund 1.250 Studierenden (WS 2025/26) und 25 Professuren (davon sechs Lehrstühle) ist er ein bedeutender akademischer Standort. Der Campus bildet zusammen mit dem Technologie- und Förderzentrum und C.A.R.M.E.N. das Straubinger KoNaRo – Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe. Die Forschungsschwerpunkte liegen in der Bioökonomie, biogenen Werkstoffen und nachhaltigen Technologien. Ein neues Lehr- und Laborgebäude mit Stufenhörsaal für 300 Studierende wurde im Oktober 2021 eröffnet.
Verkehr und Erreichbarkeit
Der Bahnhof Straubing liegt an der Bahnstrecke Regensburg–Passau (KBS 880) und der Bahnstrecke Straubing–Bogen (KBS 932). Er verfügt über fünf Bahnsteiggleise und wird täglich von 94 Zügen und rund 3.600 Reisenden genutzt. Seit September 2019 hält der ICE auf der Linie Berlin–Wien (ICE 91) einmal täglich in Straubing. Der Bahnhof wurde zwischen 2017 und 2020 im Rahmen des BayernPakets barrierefrei ausgebaut, was rund 20,1 Millionen Euro kostete. Die Anbindung an das überregionale Schienennetz ist damit gut, auch wenn Straubing nicht an einer Autobahn liegt.
Einordnung und Ausblick
Die Kombination aus Oberzentralität, dem TUM-Campus als Zukunftsstandort und der demografischen Dynamik stützt die Nachfrage nach Wohnraum in Straubing. Das überregionale Mietpreisniveau von 10,83 EUR/m² ist durch die Lage als Oberzentrum und die wachsende Bevölkerung gerechtfertigt. Die Bruttomietrendite von 3,7 % liegt unter dem bayerischen Durchschnitt von 4,13 % und dem deutschen Durchschnitt von 5,1 %, was auf die relativ hohen Kaufpreise im Verhältnis zu den Mieten hinweist. Die geschätzten leichten Preisrückgänge für 2026 könnten sich auf den Miet- und Kaufpreismarkt auswirken, sind aber mit Unsicherheit behaftet.