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Lagefaktor
Kreis · Niedersachsen

Goslar

7 Orte mit zusammen 134.485 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
6,98 %
Bestwert 8,30 %
Ø Kaufpreis je m²
1.297 €
Ø Bruttomietrendite
6,98 %
Bestwert 8,30 %
Ø Miete
7,47 €/m²
Ø Kaufpreis
1.297 €/m²
Ø Prognos-Rang
#361
Zukunftsatlas, von 400

Standortbericht Landkreis Goslar

Der Landkreis Goslar ist mit einem mittleren Kaufpreis von 1.297 Euro je Quadratmeter der zweitgünstigste Kreis in Niedersachsen. Der Markt ist durch eine deutliche Spreizung zwischen den teureren Gemeinden im Norden (Bad Harzburg, Goslar, Seesen) und den günstigeren Gemeinden im Süden (Clausthal-Zellerfeld, Liebenburg, Langelsheim) geprägt. Die Wirtschaft wird durch den historischen Bergbau, die TU Clausthal als Forschungsstandort und H.C. Starck als modernen Industriearbeitgeber geprägt. Der Fliegerhorst Goslar wird als Wohn- und Gewerbegebiet erschlossen, und die geplante Teilnetz-Elektrifizierung Nordharz bis 2030 könnte die Verkehrsanbindung verbessern.

Marktüberblick und Einordnung

Der Landkreis Goslar liegt im Südosten Niedersachsens und umfasst sieben Gemeinden auf 594 Quadratkilometern. Mit 134.485 Einwohnern ist er ein mittelgroßer Kreis mit einer Bevölkerungsdichte von 226 Einwohnern je Quadratkilometer. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 1.297 Euro je Quadratmeter, die durchschnittliche Mietpreis liegt bei 7,47 Euro je Quadratmeter. Mit diesen Werten ist Goslar der zweitgünstigste Kreis in Niedersachsen und liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 2.409 Euro je Quadratmeter.

Die Kaufpreise stiegen von 956 Euro im Jahr 2018 auf 1.437 Euro im Jahr 2022, seither sind sie wieder auf 1.304 Euro im Jahr 2024 gefallen. Die Mietpreise zeigen einen kontinuierlichen Anstieg von 6,23 Euro im Jahr 2018 auf 7,67 Euro im Jahr 2024. Die Bruttomietrendite liegt bei 6,98 Prozent und damit über dem niedersächsischen Durchschnitt von 5,25 Prozent.

Im Prognos-Zukunftsatlas 2025 belegt der Kreis Rang 361 von rund 400 deutschen Kreisen im Gesamtindex, Rang 376 im Bereich Wettbewerb und Innovation und Rang 368 in der Dynamik. Diese Werte kennzeichnen den Kreis als strukturschwach im bundesweiten Vergleich.

Innere Struktur und Preisgefälle

Der Landkreis Goslar ist ein kleiner Kreis mit nur sieben Gemeinden, was die innere Struktur übersichtlich, aber nicht homogen macht. Die Kaufpreise reichen von 1.114 Euro je Quadratmeter in Liebenburg bis 1.587 Euro in Bad Harzburg. Die Mietpreise variieren zwischen 6,25 Euro in Langelsheim und 8,32 Euro in Bad Harzburg.

Die teuerste Gemeinde ist Bad Harzburg mit 1.587 Euro je Quadratmeter Kaufpreis und 8,32 Euro Miete. Bad Harzburg ist die zweitgrößte Gemeinde des Kreises mit rund 19.500 Einwohnern und als Kurstadt am Harz überregional bekannt. Die Kreisstadt Goslar liegt mit 1.441 Euro je Quadratmeter und 8,04 Euro Miete auf dem zweiten Platz. Seesen folgt mit 1.437 Euro je Quadratmeter, obwohl die Gemeinde mit rund 18.600 Einwohnern die drittgrößte ist.

Im Süden und Westen des Kreises liegen die günstigeren Gemeinden. Clausthal-Zellerfeld, die Berg- und Universitätsstadt mit rund 13.500 Einwohnern, weist mit 1.142 Euro je Quadratmeter die zweigünstigsten Kaufpreise aus, bietet aber mit 8,3 Prozent die höchste Bruttomietrendite des Kreises. Liebenburg mit 7.800 Einwohnern hat die niedrigsten Kaufpreise (1.114 Euro) und eine Rendite von 7,58 Prozent. Langelsheim liegt mit 1.145 Euro je Quadratmeter ebenfalls im unteren Preissegment.

Die Renditespanne reicht von 6,06 Prozent in Seesen bis 8,3 Prozent in Clausthal-Zellerfeld. Die Gemeinden mit den höchsten Kaufpreisen (Bad Harzburg, Goslar, Seesen) weisen die niedrigsten Renditen auf, während die günstigeren Gemeinden im Süden des Kreises (Clausthal-Zellerfeld, Liebenburg) höhere Renditen bieten. Dies entspricht dem typischen Muster, dass in nachgefragten Tourismus- und Zentrenmärkten die Preise die Mieten überproportional ansteigen lassen.

Die Bevölkerungsentwicklung zeigt einen deutlichen Sprung von 119.515 Einwohnern im Jahr 2020 auf 134.050 im Jahr 2021, was auf Gebietsreformmaßnahmen (Eingemeindungen) zurückzuführen ist. Die Kaufpreise erreichten 2022 mit 1.437 Euro ihren Höhepunkt und sind seither auf 1.304 Euro im Jahr 2024 gefallen.

Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Strukturwandel

Die Wirtschaft des Landkreises Goslar ist durch historische und aktuelle Strukturmerkmale geprägt. Der Erzbergbau am Rammelsberg bei Goslar wurde nach über 1.000 Jahren Fördergeschichte 1988 stillgelegt. Das Bergwerk ist heute als Schaubergwerk Teil des UNESCO-Weltkulturerbes »Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft« und ein wichtiger Tourismusfaktor.

Der historische Bergbau hat die Region nachhaltig geprägt. Das Oberharzer Wasserregal, das zur Energieversorgung des Bergbaus diente, ist seit 2010 Teil des UNESCO-Welterbes. Im Kloster Walkenried bei Seesen wurde 2020 das erste Welterbe-Informationszentrum der Stiftung UNESCO-Welterbe im Harz eröffnet. Die Welterbe-Route im Harz verbindet Sehenswürdigkeiten des Welterbes auf einer Strecke von rund 73 Kilometern.

Als einer der wenigen modernen Arbeitgeber im Kreis gilt H.C. Starck GmbH am Standort Goslar-Oker. Das Unternehmen, das Pulver und Bauteile aus Refraktärmetallen wie Wolfram, Molybdän und Tantal herstellt, hat rund 800 Mitarbeiter und erzielte 2024 einen Umsatz von 342 Millionen Euro. Der Sitz wurde 2022 nach Goslar verlegt, wo die operativen Einheiten H.C. Starck Tungsten, ChemiLytics und der Industrieparkbetreiber Chemitas gebündelt wurden. Seit Dezember 2024 gehört das Unternehmen zur Mitsubishi Materials Group.

Ein weiterer wichtiger Arbeitgeber und Standortfaktor ist die Technische Universität Clausthal in Clausthal-Zellerfeld. Die 1775 gegründete Hochschule hat 2.790 Studierende (Wintersemester 2024/25), 1.059 Mitarbeiter und 81 Professoren. Der Jahresetat beträgt 130,98 Millionen Euro, dazu kommen 33,9 Millionen Euro Drittmittel. Rund 50 Prozent der Studierenden stammen aus dem Ausland. Die TU ist auf Kreislaufwirtschaft, ressourceneffiziente Prozesse, nachhaltige Materialien und erneuerbare Energien spezialisiert.

Der Fliegerhorst Goslar der Bundeswehr wurde 2010 nach über 50 Jahren militärischer Nutzung stillgelegt. Das Gelände wurde 2016 an die Klosterkammer Hannover und die Investorengruppe BLB Projekt- und Baubetreuungs-GmbH verkauft und wird seitdem als Wohn- und Gewerbegebiet (Siedlung Fliegerhorst) erschlossen. Dies stellt eine Chance für die Stadt Goslar dar, neue Gewerbeflächen zu erschließen.

Im Prognos-Zukunftsatlas 2025 belegt der Kreis Rang 361 von rund 400 deutschen Kreisen im Gesamtindex, Rang 376 im Bereich Wettbewerb und Innovation und Rang 368 in der Dynamik. Diese Werte kennzeichnen den Kreis als strukturschwach im bundesweiten Vergleich.

Verkehr und Erreichbarkeit

Goslar ist ein bedeutender Bahnknoten im Harzvorland. Am Bahnhof Goslar treffen sich drei Bahnstrecken: die Strecke von Vienenburg, die Strecke aus Hildesheim und die Strecke aus Seesen über Langelsheim. Der Bahnhof ist ein Personenbahnhof der Preisklasse 3 mit fünf Bahnsteiggleisen.

Es verkehren mehrere Regionalverbindungen: Der RE 10 verbindet Bad Harzburg über Goslar, Salzgitter-Ringelheim, Hildesheim und Sarstedt mit Hannover (stündlich, betrieben von erixx). Die RB 43 führt von Goslar über Vienenburg, Schladen, Börßum und Wolfenbüttel nach Braunschweig (stündlich, erixx). Die RB 82 verbindet Bad Harzburg über Goslar, Langelsheim und Seesen mit Göttingen (zweistündlich, DB Regio Nord). Seit dem Fahrplanwechsel 2014 besteht mit dem Harz-Berlin-Express eine umsteigefreie Verbindung nach Potsdam und Berlin.

Alle Strecken sind (Stand 2022) nicht elektrifiziert. Der Bahnhof wird durch ein elektronisches Stellwerk aus Göttingen ferngesteuert. Der Bahnhofsvorplatz wurde 2022 nach einem Neubau mit Kosten von rund 1,9 Millionen Euro neu eröffnet.

Für die Zukunft sind mehrere Verkehrsprojekte geplant: Ab 2030 soll der Bahnhof Goslar eine Direktverbindung nach Braunschweig mit der Bezeichnung RB 48 erhalten, die über die zu bauende Ringelheimer Kurve geführt werden soll. Der Regionalverband Großraum Braunschweig plant die Teilnetz-Elektrifizierung Nordharz bis 2030 für den Betrieb von Akkumulatortriebwagen im Nahverkehr, einschließlich des Bahnhofs Goslar und der Strecken nach Bad Harzburg und Vienenburg. Die Machbarkeitsstudie wurde im Oktober 2022 finanziell genehmigt.

Die Anbindung an das überregionale Straßennetz erfolgt über die B248 und die B82. Eine direkte Autobahnanbindung besteht nicht; die nächsten Anschlüsse an die A7 (Hannover–Hamburg) und die A36 (Braunschweig–Göttingen) liegen außerhalb des Kreisgebiets.

Entwicklung und Ausblick

Der Landkreis Goslar steht vor mehreren Entwicklungschancen und -herausforderungen. Die Stilllegung des Fliegerhorst-Geländes bietet die Möglichkeit, neue Wohn- und Gewerbeflächen zu erschließen. Die Teilnetz-Elektrifizierung Nordharz bis 2030 könnte die Anbindung der südlichen Kreisgemeinden Bad Harzburg und Clausthal-Zellerfeld verbessern und die Attraktivität für Pendler erhöhen.

Die RB 48 nach Braunschweig, die ab 2030 geplant ist, würde die Verbindung zum Oberzentrum Braunschweig direkt und ohne Umstieg verbessern. Dies könnte die Pendlerbeziehungen zu Gunsten von Braunschweig stärken, aber auch die Attraktivität des Kreises für Wohnstandorte erhöhen.

Das UNESCO-Welterbe bietet dem Tourismus langfristige Perspektiven. Die drei Welterbe-Informationszentren in Walkenried (2020), Goslar (2022) und Clausthal-Zellerfeld (2022) sowie die Welterbe-Route im Harz vernetzen die touristischen Angebote des Kreises. Bad Harzburg als Kurstadt und Braunlage als Wintersportort im Harz sind weitere touristische Anziehungspunkte.

Die Technische Universität Clausthal ist ein wichtiger Innovationsmotor für den ländlichen Raum. Mit ihrem Fokus auf Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Materialien könnte die TU Anknüpfungspunkte für die Ansiedlung von Zukunftstechnologien bieten. H.C. Starck als hochspezialisierter Chemie- und Metallverarbeitungsbetrieb mit 800 Mitarbeitern ist ein seltener industrieller Arbeitgeber in der Region.

Gleichzeitig weist der Kreis im Prognos-Zukunftsatlas mit Rang 361 von 400 Kreisen eine schwache Position im Wettbewerb und in der Dynamik auf. Die Kaufpreise liegen auf dem zweitniedrigsten Niveau Niedersachsens, was sowohl auf eine geringe Nachfrage als auch auf eine strukturelle Schwäche der Region hindeuten kann. Die Bevölkerungszahl ist nach dem Sprung durch Eingemeindungen 2021 relativ stabil bei rund 134.500 Einwohnern.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20186,23 €/m²
20196,20 €/m²
20206,39 €/m²
20216,75 €/m²
20226,91 €/m²
20237,11 €/m²
20247,67 €/m²
20257,71 €/m²
20267,72 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
2018956 €/m²
20191.031 €/m²
20201.275 €/m²
20211.383 €/m²
20221.437 €/m²
20231.366 €/m²
20241.304 €/m²
20251.364 €/m²
20261.436 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20187,82 %
20197,22 %
20206,02 %
20215,85 %
20225,77 %
20236,25 %
20247,06 %
20256,78 %
20266,45 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2015122.493 Einwohner
2016122.270 Einwohner
2017122.063 Einwohner
2018121.659 Einwohner
2019121.035 Einwohner
2020119.515 Einwohner
2021134.050 Einwohner
2022134.672 Einwohner
2023134.485 Einwohner
2024134.485 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
6–74,00 Orte
7–82,00 Orte
8–91,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Goslar, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Clausthal-Zellerfeld, Berg- und Universitätsstadt8,30 %
Liebenburg7,58 %
Braunlage, Stadt7,36 %
Goslar, Stadt6,70 %
Langelsheim, Stadt6,55 %
Bad Harzburg, Stadt6,29 %
Seesen, Stadt6,06 %

Alle Orte im Kreis

7 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Goslar
Clausthal-Zellerfeld, Berg- und Universitätsstadt3867815.4367,90 €1.142 €8,30 %12,1
Liebenburg387047.6537,03 €1.114 €7,58 %13,2
Braunlage, Stadt387005.4957,46 €1.216 €7,36 %13,6
Goslar, Stadt3864050.2538,04 €1.441 €6,70 %14,9
Langelsheim, Stadt3868514.9606,25 €1.145 €6,55 %15,3
Bad Harzburg, Stadt3866721.5038,32 €1.587 €6,29 %15,9
Seesen, Stadt3872319.1857,26 €1.437 €6,06 %16,5