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Lagefaktor
Kreis · Nordrhein-Westfalen

Olpe

7 Orte mit zusammen 134.332 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
5,03 %
Bestwert 6,42 %
Ø Kaufpreis je m²
2.159 €
Ø Bruttomietrendite
5,03 %
Bestwert 6,42 %
Ø Miete
8,66 €/m²
Ø Kaufpreis
2.159 €/m²
Ø Prognos-Rang
#117
Zukunftsatlas, von 400

Kreis Olpe: Sauerländisches Mittelgebirge mit starker innerer Spreizung

Der Kreis Olpe im südlichen Sauerland ist ein ländlich geprägter Kreis mit 134.300 Einwohnern und einer erheblichen inneren Spreizung der Immobilienpreise: Von 1.463 Euro/m² in Lennestadt bis 3.052 Euro/m² in der Kreisstadt Olpe. Die Wirtschaft wird von mittelständischer Industrie geprägt, mit Mennekes als überregional bedeutendem Arbeitgeber im Bereich Elektromobilität. Der Biggesee ist das zentrale Tourismusziel. Die Verkehrsanbindung ist durch das Ende der A4 bei Krombach eingeschränkt.

Marktüberblick

Der Kreis Olpe liegt im südlichen Sauerland in Nordrhein-Westfalen und umfasst 7 Gemeinden auf 712 Quadratkilometern bei rund 134.300 Einwohnern. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 2.159 Euro pro Quadratmeter, der Mietpreis bei 8,66 Euro pro Quadratmeter. Mit einem Kaufpreis von 2.159 Euro/m² liegt der Kreis auf Rang 42 von 53 Kreisen in Nordrhein-Westfalen und damit im unteren Drittel des Landes. Im bundesweiten Vergleich liegt der Kreis unter dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro/m². Die durchschnittliche Bruttorendite beträgt 5,03 Prozent und liegt damit leicht unter dem deutschen Durchschnitt von 5,1 Prozent, aber über dem nordrhein-westfälischen Durchschnitt von 4,52 Prozent.

Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Mietanstieg von 6,56 Euro/m² im Jahr 2018 auf 8,67 Euro/m² im Jahr 2025, was einem Anstieg von rund 32 Prozent entspricht. Die Kaufpreise stiegen moderater von 1.867 Euro/m² auf 2.200 Euro/m². Die Bevölkerung des Kreises ist leicht rückläufig: Von 136.365 Einwohnern im Jahr 2015 auf 134.332 im Jahr 2023.

Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis Olpe auf Rang 117 von rund 400 deutschen Kreisen zu. Besonders gut abschneidet der Kreis mit Rang 75 im Bereich Arbeitsmarkt und mit Rang 101 bei der Wettbewerbs- und Innovationsstärke. Schwächer ist die demografische Entwicklung mit Rang 278 und die Dynamik mit Rang 262.

Innere Struktur und Preisgefälle

Der Kreis Olpe weist eine erhebliche innere Spreizung auf, die über die Kreiswerte kaum erfasst wird. Die Kaufpreise reichen von 1.463 Euro/m² in Lennestadt bis 3.052 Euro/m² in der Kreisstadt Olpe – ein Faktor von mehr als zwei. Die teuersten Gemeinden liegen im zentralen und südlichen Teil des Kreises, die günstigsten im Norden.

Olpe, die Kreisstadt mit rund 25.000 Einwohnern, ist mit 3.052 Euro/m² die teuerste Gemeinde des Kreises. Der Kaufpreisfaktor beträgt 25,5, die Bruttorendite liegt bei nur 3,92 Prozent. Wenden, südlich von Olpe gelegen, folgt mit 2.767 Euro/m² und einem Faktor von 24,4. Attendorn, die Hansestadt im Nordwesten des Kreises, liegt mit 2.351 Euro/m² dazwischen. Diese drei Gemeinden bilden den teureren Teil des Kreises.

Im Norden des Kreises liegen die günstigsten Gemeinden. Lennestadt ist mit 1.463 Euro/m² die preiswerteste Gemeinde des Kreises und weist gleichzeitig die höchste Rendite von 6,42 Prozent auf. Finnentrop, ebenfalls im Norden, liegt mit 1.538 Euro/m² und 6,03 Prozent Rendite auf ähnlichem Niveau. Kirchhundem im Osten liegt mit 1.801 Euro/m² und 5,3 Prozent Rendite dazwischen. Drolshagen im Südwesten bildet mit 2.138 Euro/m² und 5 Prozent Rendite eine eigene Kategorie.

Die Spreizung innerhalb des Kreises ist größer als der Unterschied zwischen dem teuersten und dem günstigsten Kreis in Nordrhein-Westfalen. Diese starke innere Differenzierung zeigt, dass der Kreis Olpe keine homogene Einheit bildet, sondern deutlich voneinander zu unterscheidende Teilräume aufweist.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Kreis Olpe ist wirtschaftlich von mittelständischer Struktur geprägt. Die traditionelle metallverarbeitende Industrie spielt eine bedeutende Rolle, insbesondere in Attendorn, wo sie historisch gewachsen ist und die meisten Arbeitsplätze bietet. Attendorn ist als Mittelzentrum über die Kreisgrenzen hinaus relevant.

Ein überregional bedeutender Arbeitgeber ist die Amad Mennekes Holding GmbH & Co. KG mit Sitz in Kirchhundem. Das 1935 gegründete Unternehmen beschäftigt 1.188 Mitarbeiter (Stand 2022) und erwirtschaftete 2022 einen Umsatz von 286 Millionen Euro. Mennekes entwickelte den Typ-2-Ladestecker, der seit 2014 per EU-Gesetz der europäische Standard für Elektrofahrzeuge ist. Das Unternehmen ist damit ein wichtiger Akteur im wachsenden Feld der Elektromobilität und hat seinen Sitz im südlichen Sauerland.

In Wenden hat die Elexis AG ihren Sitz, ein Software-Unternehmen, das die wirtschaftliche Struktur des Kreises um einen technologieorientierten Bereich ergänzt.

Der Arbeitsmarkt des Kreises schneidet im Prognos-Zukunftsatlas 2025 mit Rang 75 von rund 400 Kreisen überdurchschnittlich gut ab. Dies spiegelt die solide mittelständische Struktur wider. Die demografische Entwicklung ist mit Rang 278 hingegen schwächer bewertet, was sich auch in der leicht rückläufigen Bevölkerungszahl des Kreises widerspiegelt.

Der Kreis ist Teil der Region Südwestfalen, zu der neben dem Hochsauerlandkreis, dem Märkischen Kreis, dem Kreis Soest und dem Kreis Siegen-Wittgenstein auch das Siegerland und das Wittgensteiner Land gehören. Diese Region ist insgesamt durch eine überwiegend mittelständische Industrie geprägt.

Verkehr und Erreichbarkeit

Die Verkehrsanbindung des Kreises Olpe wird maßgeblich durch die A4 bestimmt, die von Köln kommend durch den Kreis verläuft und bei Krombach endet. Der ursprünglich geplante Weiterbau über das Rothaargebirge wurde verworfen. Die A4 bietet Anschluss an das überregionale Autobahnnetz in Richtung Köln im Westen und im Osten über die Hüttentalstraße (B54) in Richtung Siegen und weiter.

Die Hüttentalstraße (B54) verbindet den Kreis mit dem Siegerland und ist die wichtigste Nord-Süd-Verbindung. Im Norden des Kreises liegt Finnentrop an der Bahnstrecke Siegburg-Olpe, die den Kreis mit dem Schienennetz verbindet und bis nach Siegburg/Bonn führt. Attendorn ist überregional als Mittelzentrum bekannt, die nächstgelegenen Oberzentren sind Siegen (45 km), Hagen (60 km), Dortmund (75 km) und Köln (85 km).

Die Abhängigkeit von der A4, die bei Krombach endet, bedeutet für den östlichen Teil des Kreises eine eingeschränkte Anbindung an das überregionale Autobahnnetz. Der Kreis liegt abseits der großen ICE-Strecken und verfügt über keinen eigenen ICE-Bahnhof. Die Erreichbarkeit der größeren Ballungsräume ist damit über die Straße gegeben, nicht über den Fernverkehr.

Die B236 durchquert den Kreis und verbindet die Gemeinden untereinander sowie mit den Nachbarkreisen.

Tourismus und Freizeit

Der Biggesee ist das bedeutendste Freizeit- und Tourismusziel des Kreises. Die Biggetalsperre ist mit 876 Hektar Wasserfläche und 171,7 Millionen Kubikmetern Stauvolumen die zweitgrößte Talsperre Nordrhein-Westfalens. Sie erstreckt sich zwischen Attendorn im Norden und Olpe im Süden und staut die Bigge sowie die Lister. Der See bietet Möglichkeiten zum Wassersport, Segeln, Surfen, Rudern, Paddeln, Angeln und Tauchen.

Im Zuge der Regionale 2013 in Südwestfalen wurde das Naturerlebnisgebiet Biggesee-Listersee geschaffen, um den Freizeitwert und die Tourismusangebote rund um den Stausee aufzuwerten. Die EU-Kommission bewertete die Wasserqualität im Biggesee im Jahr 2019 als ausgezeichnet. Am Biggesee gibt es mehrere Badestellen, darunter das größte Beach-Club-Anlage Deutschlands in der Waldenburger Bucht.

Attendorn ist überregional durch die Atta-Höhle bekannt, eine Tropfsteinhöhle, die zu den bedeutendsten Touristenattraktionen im Sauerland zählt. Die Höhle zieht Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet an.

Der Kreis liegt im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge und profitiert von der natürlichen Landschaft als Erholungsraum für Bewohner des Ruhrgebiets und darüber hinaus. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, insbesondere für die Gemeinden rund um den Biggesee und für Attendorn.

Entwicklung und Ausblick

Der Kreis Olpe steht vor demografischen Herausforderungen: Die Bevölkerung ist seit 2015 leicht rückläufig, und der Prognos-Zukunftsatlas bewertet die demografische Entwicklung mit Rang 278 von rund 400 Kreisen als schwach. Die Dynamik des Kreises liegt mit Rang 262 ebenfalls im unteren Drittel.

Gleichzeitig zeigt der Kreis Stärken im Arbeitsmarkt (Rang 75) und in der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit (Rang 101). Die Präsenz von Unternehmen wie Mennekes, die in Zukunftsmärkten wie der Elektromobilität tätig sind, unterstreicht die wirtschaftliche Resilienz des Kreises.

Die starke innere Spreizung der Immobilienpreise bleibt ein prägendes Merkmal. Während die Kreisstadt Olpe und Wenden als zentrale Orte mit höheren Preisen und niedrigeren Renditen aufwarten, bieten die nördlichen Gemeinden wie Lennestadt und Finnentrop deutlich günstigere Kaufpreise und höhere Renditen. Diese Differenzierung wird sich voraussichtlich fortsetzen, da sie in der unterschiedlichen Funktion der Gemeinden als Mittelzentrum versus ländlicher Raum begründet ist.

Die Verkehrsanbindung bleibt ein struktureller Engpass: Die A4 endet im Kreis, und es gibt keinen ICE-Anschluss. Die Erreichbarkeit der größeren Ballungsräume ist über die Straße gegeben, nicht über den Schienenfernverkehr.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20186,56 €/m²
20196,88 €/m²
20207,14 €/m²
20217,60 €/m²
20227,64 €/m²
20238,40 €/m²
20248,37 €/m²
20258,67 €/m²
20269,27 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20181.867 €/m²
20191.907 €/m²
20202.313 €/m²
20212.024 €/m²
20222.108 €/m²
20232.256 €/m²
20242.213 €/m²
20252.200 €/m²
20262.131 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20184,22 %
20194,33 %
20203,70 %
20214,50 %
20224,35 %
20234,47 %
20244,54 %
20254,73 %
20265,22 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2015136.365 Einwohner
2016134.983 Einwohner
2017134.808 Einwohner
2018134.775 Einwohner
2019133.955 Einwohner
2020133.362 Einwohner
2021133.120 Einwohner
2022134.439 Einwohner
2023134.332 Einwohner
2024134.332 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
3–41,00 Orte
4–52,00 Orte
5–62,00 Orte
6–72,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Olpe, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Lennestadt, Stadt6,42 %
Finnentrop6,03 %
Kirchhundem5,30 %
Drolshagen, Stadt5,00 %
Attendorn, Hansestadt4,48 %
Wenden4,09 %
Olpe, Stadt3,92 %

Alle Orte im Kreis

7 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Olpe
Lennestadt, Stadt5736825.2757,82 €1.463 €6,42 %15,6
Finnentrop5741316.8727,72 €1.538 €6,03 %16,6
Kirchhundem5739911.4027,96 €1.801 €5,30 %18,9
Drolshagen, Stadt5748911.7668,91 €2.138 €5,00 %20,0
Attendorn, Hansestadt5743924.4528,78 €2.351 €4,48 %22,3
Wenden5748219.6049,44 €2.767 €4,09 %24,4
Olpe, Stadt5746224.9619,96 €3.052 €3,92 %25,5