Marktüberblick und Einordnung
Der Landkreis Hameln-Pyrmont liegt im Süden Niedersachsens im Weserbergland und umfasst 8 Gemeinden auf 797,52 km² mit insgesamt 150.377 Einwohnern. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 1.618 EUR/m², die mittlere Miete bei 7,43 EUR/m². Damit rangiert der Kreis auf Platz 39 von 45 Kreisen in Niedersachsen nach Kaufpreis – er gehört also zu den günstigeren Landkreisen des Landes. Im bundesweiten Vergleich liegt der Kaufpreis deutlich unter dem deutschen Durchschnitt von 2.409 EUR/m². Die Bruttomietrendite liegt mit 5,58% über dem niedersächsischen Durchschnitt von 5,25% und dem deutschen Durchschnitt von 5,1%, was auf die verhältnismäßig niedrigen Kaufpreise im Verhältnis zu den Mietniveaus zurückzuführen ist.
Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 285 von rund 400 Kreisen zu – ein mittelmäßiges Ergebnis. Besonders schwach ist die Position im Bereich Wettbewerb und Innovation (Rang 349), während der Arbeitsmarkt mit Rang 146 die stärkste Säule darstellt. Die Bevölkerung ist in den letzten Jahren leicht gewachsen: von 148.281 Einwohnern im Jahr 2015 auf 150.377 im Jahr 2023.
Innere Struktur und Preisgefälle
Der Immobilienmarkt des Kreises zeigt eine deutliche innere Spreizung. Die Kaufpreise reichen von 1.292 EUR/m² in Coppenbrügge bis 1.919 EUR/m² in der Kreisstadt Hameln – eine Differenz von 627 EUR/m². Die Mieten bewegen sich zwischen 6,90 EUR/m² in Salzhemmendorf und 8,40 EUR/m² in Hameln. Die Renditen reichen von 4,76% in Hessisch Oldendorf bis 6,49% in Coppenbrügge.
Die Kreisstadt Hameln bildet mit 57.916 Einwohnern und einem Kaufpreis von 1.919 EUR/m² das klare Zentrum des Kreises. Sie ist als Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums eingestuft und zieht die höchsten Preise im Kreis an. Die drei teuersten Gemeinden nach Hameln sind Hessisch Oldendorf (1.857 EUR/m², 18.556 Einwohner), Emmerthal (1.777 EUR/m², 9.887 Einwohner) und Bad Pyrmont (1.648 EUR/m², 19.596 Einwohner).
Eine räumliche Ordnung ist erkennbar: Die teuersten Gemeinden liegen entlang der Weserachse. Hameln als zentraler Knotenpunkt, Emmerthal südlich davon an der Mündung der Emmer in die Weser, und Bad Pyrmont südlich der Kreisstadt. Hessisch Oldendorf liegt nördlich von Hameln und profitiert ebenfalls von der zentralen Lage. Bad Münder am Deister (1.489 EUR/m²) liegt nördlich von Hameln im Deister-Süntel-Tal und liegt preislich deutlich unter dem Zentrum.
Die günstigsten Gemeinden des Kreises sind Coppenbrügge (1.292 EUR/m², 7.088 Einwohner) im Osten am Nordrand des Ith, Salzhemmendorf (1.472 EUR/m², 9.279 Einwohner) im Osten des Kreises und Aerzen (1.487 EUR/m², 10.544 Einwohner) nordwestlich von Hameln. Diese Gemeinden liegen abseits der Hauptachsen und haben keine überörtliche Zentrumsfunktion.
Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Mietanstieg: von 5,83 EUR/m² im Jahr 2018 auf 7,66 EUR/m² im Jahr 2024. Der Kaufpreis stieg von 1.094 EUR/m² im Jahr 2018 auf einen Höhepunkt von 1.658 EUR/m² im Jahr 2022, korrigierte leicht auf 1.595 EUR/m² im Jahr 2024 und liegt aktuell bei 1.618 EUR/m².
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Die Wirtschaft des Landkreises ist durch die Kreisstadt Hameln als Mittelzentrum geprägt. Hameln ist als große selbständige Stadt mit Teilfunktionen eines Oberzentrums in der Raumplanung eingestuft und bietet ein breites Spektrum an Dienstleistungen, Verwaltung und Handel.
Bad Pyrmont ist als niedersächsisches Staatsbad ein traditionsreicher Kurort. Die Stadt verfügt über sechs Heilquellen und die Hufelandtherme als öffentliches Wellness-Schwimmbad mit Saunalandschaft. Eine einmalige Dunsthöhle mit natürlicher Kohlensäure (Mofette) wird therapeutisch genutzt. Der Kurpark von Bad Pyrmont beherbergt den größten Palmenfreianlage nördlich der Alpen. Das Gesundheitswesen und der Tourismus sind hier prägende Wirtschaftsfaktoren.
Bad Münder am Deister lebt neben der Glas- und Möbelindustrie hauptsächlich vom Gesundheitswesen und Tourismus. Der Ortsteil Klein Süntel produzierte zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert Hohlglas und andere Glasprodukte. Seit 1033 bestand in Bad Münder die Salzgewinnung, die erst 1924 eingestellt wurde. Im Jahr 2024 beschloss der Stadtrat aus finanziellen Gründen den Wechsel vom Heilquellenkurbetrieb zum Luftkurort; der Heilwasserausschank wurde zum Jahresende 2025 eingestellt.
Emmerthal umfasst holzverarbeitende Industrie, Apparatebau, Chemische Industrie und Arzneimittelproduktion. Das ehemalige Kernkraftwerk Grohnde wurde am 31. Dezember 2021 stillgelegt. Die Gemeinde liegt beiderseits der Weser im Naturpark Weserbergland.
Der Arbeitsmarkt des Kreises schneidet im Prognos-Zukunftsatlas mit Rang 146 von rund 400 Kreisen am besten ab – deutlich besser als die Bereiche Wettbewerb und Innovation (Rang 349) oder Wohlstand und soziale Lage (Rang 314). Die Hochschule Weserbergland in Hameln bietet als einzige Hochschule im Kreisgebiet akademische Bildung an.
Verkehr und Erreichbarkeit
Hameln wird von der S-Bahn-Linie S5 bedient, die vom Hannover Flughafen über Hannover Hbf nach Hameln, Altenbeken und Paderborn verläuft. Die Linie wird von Transdev Hannover betrieben. Die Entfernung nach Hannover beträgt etwa 47 km. Zusätzlich verläuft die Bahnstrecke Elze–Löhne (Weserbahn) über Hameln, die heute eingleisig vornehmlich im Personenverkehr im Stundentakt bedient wird.
Bad Pyrmont erhielt 1872 Eisenbahnanbindung an die Bahnstrecke Hannover–Altenbeken. Bad Münder am Deister erhielt 1872 Eisenbahnanschluss an die Hannover-Altenbekener Eisenbahn.
Bad Münder liegt an der Bundesstraße 442. Der Landkreis grenzt an die Landkreise Schaumburg, Region Hannover, Hildesheim, Holzminden (alle Niedersachsen) sowie den Kreis Lippe (Nordrhein-Westfalen). Die Lage im Weserbergland mit Mittelgebirgslagen im Norden (Süntel, Wesergebirge), Osten (Deister, Osterwald, Ith) und Süden/Westen (Lipper Bergland) prägt die Verkehrsinfrastruktur.
Die Anbindung an die S-Bahn nach Hannover ist ein wesentlicher Standortvorteil für Hameln und die nördlichen Gemeinden des Kreises. Sie ermöglicht den Pendlerverkehr in die Landeshauptstadt und trägt zur Attraktivität der Gemeinden entlang der S-Bahn-Trasse bei.
Entwicklung und Ausblick
Der Landkreis Hameln-Pyrmont zeigt eine stabile Bevölkerungsentwicklung mit einem Anstieg von 148.281 Einwohnern im Jahr 2015 auf 150.377 im Jahr 2023. Der Immobilienmarkt hat in den letzten Jahren deutliche Preissteigerungen verzeichnet, insbesondere bei den Mieten, die von 5,83 EUR/m² im Jahr 2018 auf 7,66 EUR/m² im Jahr 2024 stiegen.
Die wirtschaftliche Struktur ist durch die Kreisstadt Hameln als Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum geprägt, ergänzt durch die Kurorte Bad Pyrmont und Bad Münder mit ihren jeweiligen Spezialisierungen. Emmerthal bringt industrielle Strukturen in den Kreis ein. Die stillgelegte Kernkraft Grohnde in Emmerthal markiert einen Strukturwandel im Energiebereich.
Die mittelmäßige Bewertung im Prognos-Zukunftsatlas (Rang 285) und insbesondere die schwache Position im Bereich Wettbewerb und Innovation (Rang 349) deuten auf Herausforderungen bei der wirtschaftlichen Dynamik hin. Der starke Arbeitsmarkt (Rang 146) steht dem gegenüber als positive Entwicklung.