Marktüberblick und Einordnung
Der Landkreis Sonneberg ist mit 56.434 Einwohnern auf 461 km² der kleinste Landkreis der neuen Bundesländer. Er liegt im fränkisch geprägten Süden Thüringens und gehört seit 2014 zur Europäischen Metropolregion Nürnberg. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 1.191 EUR/m² und damit unter dem Thüringer Landesdurchschnitt von 1.459 EUR/m² sowie deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 2.409 EUR/m². Mit Rang 16 von 22 Kreisen in Thüringen gehört der Kreis zu den günstigeren Regionen des Landes. Die durchschnittliche Bruttomietrendite beträgt 7,36 %, was auf die niedrigen Kaufpreise im Verhältnis zu den Mietwerten zurückzuführen ist. Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis mit Rang 389 von rund 400 Kreisen in den unteren Bereichen ein: Rang 398 in Wettbewerb und Innovation, Rang 394 in Dynamik, Rang 388 im Arbeitsmarkt und Rang 380 in der Demografie. Lediglich im Bereich Wohlstand und soziale Lage erreicht der Kreis mit Rang 174 ein deutlich besseres Ergebnis.
Innere Struktur und Preisgefälle
Der Landkreis Sonneberg umfasst acht Gemeinden, deren Märkte sich erheblich voneinander unterscheiden. Die Kaufpreise reichen von 780 EUR/m² in Lauscha und Steinach bis 2.158 EUR/m² in Föritztal – eine Spreizung, die mehr als das Dreifache beträgt. Die teuerste Gemeinde ist Föritztal mit 8.331 Einwohnern, gefolgt von der Kreisstadt Sonneberg (23.435 Einw.) mit 1.208 EUR/m². Die günstigsten Gemeinden liegen im Norden und Nordosten des Kreises: Lauscha (3.173 Einw.) und Steinach (3.587 Einw.) mit jeweils unter 800 EUR/m². Die Rendite-Spanne reicht von 3,74 % in Föritztal bis 10,14 % in Steinach. Der Median der Kaufpreise liegt bei 1.091 EUR/m², der Median der Bruttomietrendite bei 7,52 %. Die höchsten Mieten werden in Sonneberg mit 7,66 EUR/m² geboten, die niedrigsten in Goldisthal mit 5,02 EUR/m². Die Gemeinden sind nach Einwohnerzahl ungleich verteilt: Sonneberg stellt mit 23.435 Einwohnern knapp 42 % der Kreisbevölkerung, während Goldisthal mit nur 344 Einwohnern kaum ins Gewicht fällt.
Wirtschaft und Branchen
Die wirtschaftliche Identität des Kreises wird historisch von der Spielzeugindustrie geprägt. Sonneberg war als „Weltspielwarenstadt“ bekannt; vor dem Ersten Weltkrieg wurden im Raum Sonneberg rund 20 % der auf dem Weltmarkt gehandelten Spielwaren hergestellt. Die heute noch ansässige Spielzeugindustrie hat den Strukturwandel der letzten Jahrzehnte überstanden, ist jedoch deutlich kleiner geworden. Im Norden des Kreises prägt die Glaskunst die Region: Lauscha gilt als Mutterglashütte der Thüringer Glasindustrie, das Museum für Glaskunst befindet sich in der Stadt. Steinach ist ebenfalls eine bedeutende Gemeinde der Glasindustrie. Im Süden und Osten des Kreises, im Thüringer Schiefergebirge, spielt der Tourismus eine Rolle: Neuhaus am Rennweg liegt am Rennsteig und ist ein staatlich anerkannter Erholungsort. Der Kreis teilt sich in drei Landschaftsräume auf: das Oberland mit dem Thüringer Schiefergebirge im Norden, das Unterland mit dem Obermainischen Hügelland im Süden und das Hinterland mit dem Schalkauer Plateau im Westen.
Verkehr und Erreichbarkeit
Die wichtigste Verkehrsanbindung des Kreises ist die Bahnstrecke Coburg–Sonneberg, auf der seit 2013 der Franken-Thüringen-Express verkehrt. Er verbindet Sonneberg im Zweistundentakt mit Coburg und wird über die Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt bis nach Nürnberg durchgebunden. Die V-Max auf dem Abschnitt Coburg–Sonneberg beträgt 120 km/h. Ein ICE-Halt besteht in Sonneberg nicht; der nächstgelegene ICE-Bahnhof ist Coburg. Eine Autobahn A73 durchquert den Kreis nicht direkt; die Anbindung an das Autobahnnetz erfolgt über die B289 nach Coburg und die B281 nach Saalfeld. Die Zugehörigkeit zur Metropolregion Nürnberg schafft eine wirtschaftliche Anbindung an den süddeutschen Raum, die über die reine Pendlerfunktion hinausgeht.
Entwicklung und Ausblick
Die Bevölkerungsentwicklung des Kreises zeigt einen leichten Rückgang: Von 57.717 Einwohnern im Jahr 2019 auf 56.434 im Jahr 2023. Die Zeitreihen der Miet- und Kaufpreise sind teilweise als geschätzt gekennzeichnet. Die Mietpreise lagen 2018 bei 5,62 EUR/m² und stiegen bis 2025 auf 6,91 EUR/m² (geschätzt). Die Kaufpreise zeigten einen unregelmäßigen Verlauf: 798 EUR/m² im Jahr 2018, ein Peak von 1.319 EUR/m² im Jahr 2020, ein Tief von 997 EUR/m² im Jahr 2023 und 1.166 EUR/m² im Jahr 2024. Die Prognos-Ränge des Kreises in den Bereichen Innovation, Dynamik und Arbeitsmarkt liegen im unteren Drittel aller deutschen Kreise, was auf strukturelle Herausforderungen hinweist. Die Zugehörigkeit zur Metropolregion Nürnberg könnte langfristig positive Impulse für die Wirtschaftsentwicklung bringen, insbesondere für die Ansiedlung von Unternehmen, die von der besseren Erreichbarkeit Süddeutschlands profitieren.