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Lagefaktor
Kreis · Saarland

St. Wendel

8 Orte mit zusammen 86.988 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
5,54 %
Bestwert 6,69 %
Ø Kaufpreis je m²
1.798 €
Ø Bruttomietrendite
5,54 %
Bestwert 6,69 %
Ø Miete
8,05 €/m²
Ø Kaufpreis
1.798 €/m²
Ø Prognos-Rang
#258
Zukunftsatlas, von 400

Immobilienmarktbericht Landkreis St. Wendel

Der Landkreis St. Wendel im Nordosten des Saarlandes ist mit durchschnittlich 1.798 Euro/m² Kaufpreis der zweigünstigste Kreis im Bundesland und weist eine Bruttorendite von 5,54 Prozent auf. Der Markt zeigt eine deutliche innere Spreizung: Die Kreisstadt St. Wendel liegt bei 2.290 Euro/m², während Namborn mit 1.326 Euro/m² deutlich günstiger ist. Die Nestlé Wagner GmbH (ca. 1.800 Mitarbeiter) und Diehl Defence in Nonnweiler sind die größten Arbeitgeber. Der Kreis ist über die A1 und das AD Nonnweiler an das Autobahnnetz angebunden, weist aber eine schwache Innovationsdynamik und rückläufige Bevölkerung auf.

Marktüberblick und Einordnung

Der Landkreis St. Wendel liegt im Nordosten des Saarlandes und umfasst acht Gemeinden auf 476,5 km² mit insgesamt 86.988 Einwohnern. Mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 1.798 Euro pro Quadratmeter ist er nach Neunkirchen (1.482 Euro/m²) der zweigünstigste Kreis im Saarland und liegt damit auf Rang 5 von 6. Im bundesweiten Vergleich von 386 Kreisen liegt der Kreiswert von 1.798 Euro/m² deutlich unter dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro/m². Die durchschnittliche Bruttorendite beträgt 5,54 Prozent und liegt damit über dem deutschen Durchschnitt von 5,1 Prozent.

Die Mietpreise im Kreis liegen bei durchschnittlich 8,05 Euro/m² und sind damit unter dem Bundesdurchschnitt von 8,92 Euro/m². Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Anstieg der Mietpreise von 6,15 Euro/m² im Jahr 2018 auf 7,50 Euro/m² im Jahr 2024. Die Werte für 2025 (8,44 Euro/m²) und 2026 (9,12 Euro/m²) sind geschätzt. Die Kaufpreise stiegen von 1.451 Euro/m² (2018) auf 1.628 Euro/m² (2024); die Werte für 2025 und 2026 sind ebenfalls geschätzt.

Die Bevölkerung des Kreises ist stabil: 2015 lebten 88.892 Menschen im Kreis, 2023 waren es 86.988. Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 258 von rund 400 Kreisen ein. Besonders auffällig ist der Dynamik-Rang 374, der auf geringe Wachstumsdynamik hinweist, während der Stärke-Rang 211 eine mittlere Strukturstärke ausweist.

Innere Struktur und Preisgefälle

Der Immobilienmarkt des Landkreises St. Wendel weist eine deutliche innere Spreizung auf. Die Kaufpreise reichen von 1.326 Euro/m² in Namborn bis 2.290 Euro/m² in der Kreisstadt St. Wendel – das entspricht einer Spanne von über 70 Prozent.

Die teuerste Gemeinde ist die Kreisstadt St. Wendel mit 25.503 Einwohnern, gefolgt von Marpingen (2.147 Euro/m²) und Freisen (2.114 Euro/m²). Diese drei Gemeinden liegen deutlich über dem Kreisdurchschnitt. Tholey (1.915 Euro/m²) und Nohfelden (1.758 Euro/m²) liegen nahe am Durchschnitt.

Die günstigsten Gemeinden liegen im Norden des Kreises: Namborn (1.326 Euro/m²), Nonnweiler (1.373 Euro/m²) und Oberthal (1.463 Euro/m²). Diese drei Gemeinden liegen alle deutlich unter dem Kreisdurchschnitt.

Die Mietpreise zeigen ein ähnliches Bild: 7,39 Euro/m² in Namborn bis 8,94 Euro/m² in St. Wendel. Die Renditen reichen von 4,48 Prozent in Freisen bis 6,69 Prozent in Namborn. Die höchsten Renditen finden sich also in den günstigen Gemeinden im Norden.

Ein klares Muster zeigt sich: Die Kreisstadt und ihre nähere Umgebung bilden das Preiszentrum, während der Norden des Kreises – insbesondere die Gemeinden an der BAB 1 – deutlich günstigere Preise aufweist. Die Gemeinde Freisen weist mit 2.114 Euro/m² einen überraschend hohen Kaufpreis bei vergleichsweise niedriger Einwohnerzahl (7.867) auf, was auf eine lokale Besonderheit hindeutet.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Die Nestlé Wagner GmbH in Nonnweiler ist mit rund 1.800 Mitarbeitern (Stand 2018) einer der größten Arbeitgeber des Landkreises. Das Unternehmen ist einer der größten Hersteller für Tiefkühlpizzen in Europa. Der Rüstungshersteller Diehl Defence betreibt in Nonnweiler zwei Werke: die Werke Maasberg im Ortsteil Bierfeld und Mariahütte im Ortsteil Braunshausen. Beide Unternehmen prägen die Wirtschaftsstruktur im nördlichen Teil des Kreises.

Im Gesundheitswesen sind das Marienkrankenhaus St. Wendel (getragen von der Marienhaus-Gruppe) und die MediClin Bosenberg Kliniken in St. Wendel bedeutende Arbeitgeber. Das Krankenhaus ist ein zentraler Versorgungsbetrieb für den gesamten Landkreis.

Der Tourismus spielt eine Rolle: Nonnweiler ist Heilklimatischer Kurort und Nationalparkgemeinde im Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Tholey ist als Luftkurort anerkannt. Die Abtei Tholey, die als ältestes Kloster im deutschsprachigen Raum gilt, ist ein überregionaler Anziehungspunkt. Marpingen erlangte überregionale Bekanntheit durch Marienerscheinungen 1876/77 und ist bis heute Pilgerstätte.

Der Landkreis gehört zum Naturpark Saar-Hunsrück. Die wirtschaftliche Struktur ist geprägt von mittelständischen Unternehmen, dem Gesundheitswesen und dem Tourismus. Der Prognos-Rang im Bereich Wettbewerb und Innovation liegt bei 269 von 400, was auf eine eher schwache Innovationsdynamik hinweist.

Verkehr und Erreichbarkeit

Der Landkreis St. Wendel ist über die Bundesautobahn 1 (Heiligenhafen–Saarbrücken) an das überregionale Straßennetz angebunden. Die Gemeinde Nonnweiler ist dabei der wichtigste Verkehrsknoten: Sie verfügt über vier Anschlussstellen der A1 (Nonnweiler-Bierfeld, Nonnweiler-Otzenhausen, Nonnweiler-Braunshausen, Nonnweiler-Primstal) und beherbergt das Autobahndreieck Nonnweiler, das die A1 mit der A62 (Nonnweiler–Pirmasens) verbindet. Die Lösterbachtalbrücke der A1 bei Nonnweiler ist mit 100 Metern die höchste Brücke im Verlauf der A1.

Die Bundesstraße 41 verbindet Saarbrücken mit St. Wendel und führt weiter nach Nohfelden in Rheinland-Pfalz. Der autobahnähnliche Ausbau zwischen St. Wendel und der A62 steht im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Im Ortsteil Winterbach von St. Wendel liegt die Anschlussstelle St. Wendel-Winterbach der B41; Winterbach liegt zwischen der Kreisstadt und der A1 und ist ein beliebter Wohnort.

Im Schienenverkehr ist der Landkreis weniger gut angebunden. Die Bahnstrecke St. Wendel–Tholey wurde 1915 eröffnet, ist aber nicht mehr in Betrieb. Die Hochwaldbahn durch das Gemeindegebiet Nonnweiler wurde demontiert. Es ist geplant, einen Lückenschluss zwischen Hermeskeil und der Nahetalbahn (Türkismühle) zu etablieren. Eine Interessensgemeinschaft favorisiert eine Lösung mit Eisenbahn und Radweg.

Die Verkehrsanbindung nach Saarbrücken (rund 36 km) erfolgt über die B41 und die A1. Die Entfernung nach Trier beträgt rund 30 km.

Entwicklung und Ausblick

Der Landkreis St. Wendel steht vor strukturellen Herausforderungen: Der Prognos-Rang im Bereich Demografie liegt bei 374 von 400, der Dynamik-Rang bei 374. Die Bevölkerung ist leicht rückläufig (von 88.892 im Jahr 2015 auf 86.988 im Jahr 2023). Der Innovationsrang von 269 deutet auf eine eher schwache wirtschaftliche Dynamik hin.

Gleichzeitig bietet der Kreis Vorteile: Die niedrigen Immobilienpreise im bundesweiten Vergleich, die hohe Bruttorendite von 5,54 Prozent und die stabile Bevölkerungszahl sind attraktiv für Investoren. Die Anbindung an die A1 und das AD Nonnweiler mit Verbindung zur A62 schaffen eine gute verkehrliche Einbindung.

Die beiden großen Arbeitgeber Nestlé Wagner und Diehl Defence in Nonnweiler bilden das industrielle Rückgrat des Kreises. Das Marienkrankenhaus und die MediClin Bosenberg Kliniken in St. Wendel sind zentrale Versorgungsbetriebe und Arbeitgeber. Der Tourismus mit den Kurorten Nonnweiler und Tholey sowie der Abtei Tholey als überregionaler Anziehungspunkt trägt zur Wirtschaftsstruktur bei.

Der geplante Lückenschluss der Bahnstrecke zwischen Hermeskeil und Türkismühle könnte die Verkehrsanbindung verbessern. Der autobahnähnliche Ausbau der B41 zwischen St. Wendel und der A62 steht im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20186,15 €/m²
20196,47 €/m²
20207,40 €/m²
20216,90 €/m²
20227,20 €/m²
20237,75 €/m²
20247,50 €/m²
20258,44 €/m²
20269,12 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20181.451 €/m²
20191.581 €/m²
20201.810 €/m²
20211.737 €/m²
20221.799 €/m²
20231.792 €/m²
20241.628 €/m²
20251.628 €/m²
20262.166 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20185,09 %
20194,91 %
20204,90 %
20214,76 %
20224,80 %
20235,19 %
20245,53 %
20256,22 %
20265,05 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
201588.892 Einwohner
201688.457 Einwohner
201787.867 Einwohner
201887.397 Einwohner
201987.007 Einwohner
202086.458 Einwohner
202186.170 Einwohner
202286.942 Einwohner
202386.988 Einwohner
202486.988 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
4–53,00 Orte
5–62,00 Orte
6–73,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis St. Wendel, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Namborn6,69 %
Nonnweiler6,56 %
Oberthal6,43 %
Nohfelden5,68 %
Tholey5,08 %
St. Wendel, Kreisstadt4,69 %
Marpingen4,67 %
Freisen4,48 %

Alle Orte im Kreis

8 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis St. Wendel
Namborn666406.9517,39 €1.326 €6,69 %15,0
Nonnweiler666208.4897,50 €1.373 €6,56 %15,3
Oberthal666496.0087,84 €1.463 €6,43 %15,6
Nohfelden666259.9828,32 €1.758 €5,68 %17,6
Tholey6663612.1868,11 €1.915 €5,08 %19,7
St. Wendel, Kreisstadt6660625.5038,94 €2.290 €4,69 %21,3
Marpingen6664610.0028,36 €2.147 €4,67 %21,4
Freisen666297.8677,90 €2.114 €4,48 %22,3