Immobilie verkaufen: Der Ablauf von der Bewertung bis zum Notartermin
Ein Immobilienverkauf gliedert sich in klar abgrenzbare Phasen. Wer sie kennt, vermeidet die häufigsten Verzögerungen — allen voran fehlende Unterlagen und eine unrealistische Preisvorstellung zu Beginn.
Zuletzt aktualisiert am 27. August 2026 · 2 Min. Lesezeit
1. Wertermittlung
Am Anfang steht eine realistische Einschätzung des erzielbaren Preises. Vergleichswerte aus der Nachbarschaft, die Kaufpreis- und Renditedaten des Standorts sowie Zustand und Ausstattung des Objekts fließen ein.
Ein zu hoch angesetzter Angebotspreis führt meist dazu, dass die Immobilie lange am Markt bleibt und Interessenten misstrauisch werden — spätere Preissenkungen wirken dann wie ein Mangel-Signal, selbst wenn keiner vorliegt.
2. Unterlagen zusammenstellen
Energieausweis (Pflicht bei jeder Vermarktung), Grundbuchauszug, Baupläne, Wohnflächenberechnung, bei Eigentumswohnungen zusätzlich Teilungserklärung, Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen und der aktuelle Stand der Instandhaltungsrücklage.
Fehlende Unterlagen sind der häufigste Grund, warum sich ein bereits gefundener Käufer zurückzieht oder die Finanzierungszusage der Bank verzögert wird — sie sollten vor der ersten Besichtigung vollständig vorliegen.
3. Vermarktung und Besichtigung
Exposé mit aussagekräftigen Fotos, realistischer Beschreibung und den Eckdaten aus den Unterlagen. Bei mehreren Interessenten empfiehlt sich ein strukturierter Prozess mit Bonitätsnachweis vor der Zusage, um spätere Absagen wegen gescheiterter Finanzierung zu vermeiden.
4. Notartermin und Übergabe
Der Käufer wählt in der Regel den Notar. Zwischen Vertragsentwurf und Beurkundung liegen gesetzlich mindestens zwei Wochen, damit der Käufer den Entwurf prüfen kann. Nach der Beurkundung meldet der Notar die Auflassungsvormerkung zum Grundbuch an, die den Käufer bis zur endgültigen Eigentumsumschreibung absichert.
Der Kaufpreis wird üblicherweise erst fällig, nachdem alle im Vertrag genannten Bedingungen erfüllt sind — etwa eingetragene Auflassungsvormerkung und gegebenenfalls Löschung bestehender Grundschulden. Die physische Übergabe von Schlüsseln und Übergabeprotokoll erfolgt meist zeitnah nach Kaufpreiszahlung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Immobilienverkauf im Schnitt?
Von der ersten Vermarktung bis zum Notartermin vergehen typischerweise zwei bis sechs Monate, abhängig von Preisniveau, Nachfrage am Standort und Vollständigkeit der Unterlagen.
Wer trägt die Notarkosten beim Verkauf?
Üblicherweise der Käufer, da er auch den Notar beauftragt. Der Verkauf selbst verursacht für den Verkäufer meist nur Kosten für die Löschung eingetragener Grundschulden.
Ist ein Energieausweis beim Verkauf Pflicht?
Ja. Spätestens bei der Besichtigung muss der Energieausweis vorgelegt werden, in Immobilienanzeigen sind bestimmte Kennwerte bereits vorab anzugeben.