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Lagefaktor
Kreis · Nordrhein-Westfalen

Viersen

9 Orte mit zusammen 302.885 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
4,39 %
Bestwert 4,66 %
Ø Kaufpreis je m²
2.721 €
Ø Bruttomietrendite
4,39 %
Bestwert 4,66 %
Ø Miete
9,91 €/m²
Ø Kaufpreis
2.721 €/m²
Ø Prognos-Rang
#206
Zukunftsatlas, von 400

Standortbericht Kreis Viersen

Der Kreis Viersen am Niederrhein ist ein dicht besiedelter Kreis mit 302.885 Einwohnern und neun Gemeinden. Der Immobilienmarkt zeigt eine deutliche innere Spreizung: Willich im Südosten ist mit 3.320 Euro pro Quadratmeter die teuerste Gemeinde, während die Kreisstadt Viersen mit 2.419 Euro am günstigsten ist. Der Kreis profitiert von der Anbindung an die A52, A61 und die S-Bahn nach Düsseldorf, steht aber vor demografischen und strukturellen Herausforderungen.

Marktüberblick und Einordnung

Der Kreis Viersen liegt am Niederrhein im Westen Nordrhein-Westfalens und gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf. Mit 302.885 Einwohnern auf 563,3 Quadratkilometern ist er mit 538 Einwohnern je Quadratkilometer dicht besiedelt. Der Kreis umfasst neun Gemeinden und ist Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr.

Der durchschnittliche Kaufpreis im Kreis beträgt 2.721 Euro pro Quadratmeter und liegt damit über dem nordrhein-westfälischen Durchschnitt von 2.530 Euro sowie dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro. Mit einem Mittelwert von 2.721 Euro pro Quadratmeter rangiert der Kreis Viersen auf Platz 17 von 53 Kreisen in Nordrhein-Westfalen – im oberen Drittel der Landeswerte. Die durchschnittliche Miet liegt bei 9,91 Euro pro Quadratmeter, die durchschnittliche Bruttomietrendite bei 4,39 Prozent.

Die Bevölkerung hat in den letzten Jahren leicht zugenommen: Von 297.661 Einwohnern im Jahr 2015 auf 302.885 im Jahr 2023. Die Mietpreise sind seit 2018 von 7,38 Euro pro Quadratmeter auf 9,60 Euro im Jahr 2024 gestiegen. Die Kaufpreise stiegen von 1.767 Euro im Jahr 2018 auf einen Höchststand von 2.740 Euro im Jahr 2022, korrigierten 2023 leicht auf 2.505 Euro und erholten sich 2024 auf 2.708 Euro. Die Zeitreihen für 2025 und 2026 enthalten geschätzte Werte.

Im Prognos-Zukunftsatlas 2025 belegt der Kreis Viersen den Gesamtrang 206 von rund 400 deutschen Kreisen. Besonders gut positioniert ist er im Arbeitsmarkt auf Rang 160, während die Demografie mit Rang 292 und die Dynamik mit Rang 234 Schwächen aufweisen. Die wirtschaftliche Stärke liegt mit Rang 196 im mittleren Bereich.

Innere Struktur und Preisgefälle

Der Kreis Viersen zeigt eine deutliche innere Spreizung, die sich an der geografischen Lage und der Anbindung an die Ballungszentren abliest. Die Kaufpreise reichen von 2.419 Euro pro Quadratmeter in der Kreisstadt Viersen bis 3.320 Euro in Willich – eine Differenz von fast 40 Prozent.

Die teuerste Gemeinde ist Willich mit 3.320 Euro pro Quadratmeter Kaufpreis und einer Miet von 10,42 Euro. Willich liegt am südöstlichen Rand des Kreises, nur 17 Kilometer westlich von Düsseldorf und 8 Kilometer südlich von Krefeld. Mit rund 50.200 Einwohnern ist Willich die zweitgrößte Gemeinde des Kreises. Die niedrigste Rendite im Kreis liegt hier bei 3,77 Prozent.

An zweiter Stelle folgt Kempen mit 3.039 Euro pro Quadratmeter und der höchsten Miet im Kreis von 11,05 Euro. Kempen ist eine mittlere kreisangehörige Stadt mit rund 34.900 Einwohnern und im Landesentwicklungsplan als Mittelzentrum ausgewiesen. Tönisvorst schließt sich mit 2.938 Euro pro Quadratmeter an.

Die günstigsten Gemeinden liegen im Norden und Westen des Kreises. Die Kreisstadt Viersen mit rund 79.200 Einwohnern weist mit 2.419 Euro den niedrigsten Kaufpreis und mit 4,66 Prozent die höchste Rendite aus. Grefrath (2.469 Euro) und Schwalmtal (2.520 Euro) folgen in ähnlicher Preislage. Diese Gemeinden sind weiter von den großen Ballungszentren entfernt und weisen eine stärker ländliche Struktur auf.

Ein klares Preisgefälle ist von Südosten nach Nordwesten zu erkennen: Die Gemeinden im Süden und Südosten des Kreises, die der A52 und der Nähe zu Düsseldorf und Krefeld folgen, sind deutlich teurer als die Gemeinden im Norden und Westen. Nettetal und Niederkrüchten liegen in der unteren bis mittleren Preisklasse, wobei Niederkrüchten mit 2.670 Euro überraschend über dem Kreisdurchschnitt liegt.

Die Renditespanne reicht von 3,77 Prozent in Willich bis 4,66 Prozent in Viersen. Die Kaufpreiskomponente dominiert die Renditeunterschiede – die Mieten unterscheiden sich mit 9,31 Euro in Grefrath bis 11,05 Euro in Kempen weniger stark als die Kaufpreise.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Kreis Viersen gehört zum Kammerbezirk der IHK Mittlerer Niederrhein, die insgesamt rund 78.000 Unternehmen mit etwa 400.000 Beschäftigten in Krefeld, Mönchengladbach, dem Rhein-Kreis Neuss und dem Kreis Viersen vertritt. Die Region hat eine traditionelle industrielle Prägung, die sich im Wandel befindet.

Die Textil- und Seidenindustrie war historisch ein prägender Wirtschaftsfaktor am Niederrhein. Viersen entwickelte sich im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung, wobei die Textilindustrie die stärkste treibende Kraft war. Bedeutende Unternehmen entstanden, die in zahlreiche Länder exportierten. Nach dem Zweiten Weltkrieg brach die Textilentwicklung ab, und es entstand eine stärker diversifizierte Gewerbestruktur mit Eisen- und Metallverarbeitung sowie der Lebensmittelbranche.

Der Kreis Viersen ist im Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalens als Mittelregion mit mehreren Mittelzentren ausgewiesen: Viersen, Willich, Nettetal, Kempen und Tönisvorst sowie Schwalmtal und Brüggen. Diese Struktur verteilt wirtschaftliche Funktionen auf mehrere Standorte im Kreisgebiet.

NEW Viersen GmbH, eine Tochtergesellschaft der NEW AG, ist ein regionaler Energieversorger mit Sitz im Kreis Viersen. Die NEW Niederrhein Energie und Wasser versorgt bundesweit rund 445.000 Stromkunden und 167.000 Gaskunden.

Im Prognos-Zukunftsatlas 2025 belegt der Kreis Viersen im Arbeitsmarkt den Rang 160 von rund 400 Kreisen – ein vergleichsweise guter Wert. Die Demografie liegt mit Rang 292 jedoch im unteren Drittel, was auf die alternde Bevölkerung und den Strukturwandel hinweist. Die Dynamik liegt mit Rang 234 leicht unter dem Median, was die Transformationsherausforderungen der Region widerspiegelt.

Verkehr und Erreichbarkeit

Der Kreis Viersen ist durch ein dichtes Autobahnnetz an das überregionale Straßennetz angebunden. Die A52 durchquert den Süden des Kreises von der niederländischen Grenze bei Niederkrüchten-Elmpt über Niederkrüchten, Schwalmtal und Willich (Kreuz Neersen) bis zum Kreuz Kaarst, wo sie auf die A57 trifft. Die A52 verbindet die Region direkt mit Düsseldorf und Essen.

Die A61 bindet den Kreis im Westen an: Sie beginnt in Kaldenkirchen, führt über Nettetal und Süchteln nach Viersen und weiter zum Kreuz Mönchengladbach, wo sie auf die A61 trifft. Die A61 verbindet die Region mit Venlo in den Niederlanden und Hockenheim am Rhein.

Die A57 verläuft nördlich des Kreisgebiets und ist Teil der Europastraße 31 von Rotterdam nach Hockenheim. Der sechsstreifige Ausbau des Abschnitts Krefeld-Oppum bis Kreuz Kaarst ist bis Mitte 2027 geplant. Dieser Ausbau verbessert die Anbindung der südlichen Kreisgemeinden an den Rhein-Raum.

Im Schienenverkehr ist Viersen ein wichtiger Bahnknoten. Die Bahnstrecke Viersen–Venlo ist eine elektrifizierte Hauptbahn, die Viersen über Kaldenkirchen mit Venlo in den Niederlanden verbindet. Der Abschnitt zwischen Dülken und Kaldenkirchen ist eingleisig und seit Dezember 2018 als überlastet erklärt. Ein zweigleisiger Ausbau ist diskutiert, eine Studie des RoCK-Projekts kam 2013 zu dem Schluss, dass der Ausbau rund 42 Millionen Euro kosten und einen Nutzen-Kosten-Faktor von 17,7 aufweisen würde.

Die S28 der S-Bahn Rhein-Ruhr verkehrt auf der Strecke Neuss–Kaarst und bedingt den Kreis Viersen über den Haltepunkt Schiefbahn in der Stadt Willich. Die Elektrifizierung der Strecke bis Neuss Hauptbahnhof ist bis Ende 2026 geplant.

Die grenzüberschreitende Anbindung an die Niederlande ist ein besonderes Merkmal des Kreises Viersen. Mit 37 Kilometern grenzt er an die niederländische Provinz Limburg. Die Bahnstrecke Viersen–Venlo und die Autobahn A61 verbinden die Region direkt mit Venlo und dem niederländischen Netz.

Entwicklung und Ausblick

Der Kreis Viersen steht vor mehreren Entwicklungsimpulsen. Der sechsstreifige Ausbau der A57 bis Mitte 2027 wird die Anbindung der südlichen Kreisgemeinden an den Rhein-Raum verbessern. Die Elektrifizierung der S-Bahn-Strecke Neuss–Kaarst bis Ende 2026 erhöht die Attraktivität des Haltepunkts Schiefbahn in Willich.

Die Diskussion um den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Dülken und Kaldenkirchen bleibt ein wichtiges Infrastrukturthema. Eine Studie aus dem Jahr 2013 bezifferte die Kosten auf rund 42 Millionen Euro bei einem Nutzen-Kosten-Faktor von 17,7. Der Abschnitt ist seit 2018 als überlastet eingestuft, was die Dringlichkeit unterstreicht.

Die innerkreisllichen Preisunterschiede von fast 40 Prozent zwischen Willich und Viersen zeigen, dass der Immobilienmarkt stark von der Lage und der Anbindung an die Ballungszentren Düsseldorf und Krefeld abhängt. Die Gemeinden im Südosten des Kreises profitieren von der Nähe zu diesen Zentren und der guten Autobahnanbindung, während die nördlichen und westlichen Gemeinden stärker ländlich geprägt sind und niedrigere Preise aufweisen.

Die demografische Entwicklung mit einem Prognos-Rang von 292 von rund 400 Kreisen stellt eine Herausforderung dar. Die alternde Bevölkerung und der Strukturwandel erfordern Anpassungen in der Infrastruktur und der Wirtschaftsförderung. Gleichzeitig zeigt der Arbeitsmarkt mit Rang 160 eine vergleichsweise gute Positionierung.

Die natürliche Ausstattung des Kreises mit den Krickenbecker Seen in Nettetal und dem Naturpark Schwalm-Nette im Norden bietet Potenziale für den Tourismus und die Lebensqualität, die in der Standortbewertung des Kreises jedoch noch nicht vollständig berücksichtigt werden.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20187,38 €/m²
20197,56 €/m²
20207,99 €/m²
20218,41 €/m²
20228,86 €/m²
20239,17 €/m²
20249,60 €/m²
20259,67 €/m²
202610,16 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20181.767 €/m²
20192.149 €/m²
20202.407 €/m²
20212.539 €/m²
20222.740 €/m²
20232.505 €/m²
20242.708 €/m²
20252.678 €/m²
20262.805 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20185,01 %
20194,22 %
20203,98 %
20213,97 %
20223,88 %
20234,39 %
20244,25 %
20254,33 %
20264,35 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2015297.661 Einwohner
2016298.422 Einwohner
2017298.733 Einwohner
2018298.935 Einwohner
2019298.863 Einwohner
2020298.536 Einwohner
2021298.761 Einwohner
2022300.882 Einwohner
2023302.885 Einwohner
2024302.885 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
3–41,00 Orte
4–58,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Viersen, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Viersen, Stadt4,66 %
Niederkrüchten4,57 %
Nettetal, Stadt4,56 %
Grefrath, Sport- und Freizeitgemeinde4,53 %
Brüggen, Burggemeinde4,44 %
Schwalmtal4,44 %
Kempen, Stadt4,36 %
Tönisvorst, Stadt4,22 %
Willich, Stadt3,77 %

Alle Orte im Kreis

9 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Viersen
Viersen, Stadt4174779.2509,39 €2.419 €4,66 %21,5
Niederkrüchten4137215.28410,17 €2.670 €4,57 %21,9
Nettetal, Stadt4133443.4259,76 €2.566 €4,56 %21,9
Grefrath, Sport- und Freizeitgemeinde4792915.0699,31 €2.469 €4,53 %22,1
Brüggen, Burggemeinde4137916.1789,44 €2.550 €4,44 %22,5
Schwalmtal4136619.2489,33 €2.520 €4,44 %22,5
Kempen, Stadt4790634.88811,05 €3.039 €4,36 %22,9
Tönisvorst, Stadt4791829.33110,33 €2.938 €4,22 %23,7
Willich, Stadt4787750.21210,42 €3.320 €3,77 %26,6