Marktüberblick und Einordnung
Der Kreis Höxter ist mit 141.883 Einwohnern auf 1.201,4 km² der dünnstbesiedelte Kreis in Nordrhein-Westfalen. Mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 1.690,60 EUR/m² ist er der günstigste Kreis in NRW und rangiert auf Platz 53 von 53 Kreisen im Landesvergleich. Die Mietpreise liegen bei durchschnittlich 7,02 EUR/m², die Bruttomietrendite bei 5,05 %. Im Prognos-Zukunftsatlas 2025 belegt der Kreis Rang 223 von rund 400 deutschen Kreisen (Gesamt), mit einem schwächeren Wert von Rang 364 im Dynamikbereich. Die Bevölkerung ist von 144.010 Einwohnern (2015) auf 141.883 (2023) gesunken.
Innere Struktur und Preisgefälle
Der Kreis Höxter besteht aus zehn Gemeinden, deren Immobilienmärkte sich deutlich unterscheiden. Die Kaufpreise reichen von 1.259 EUR/m² in Beverungen bis 2.059 EUR/m² in Warburg, eine Spreizung von über 600 EUR/m². Die teuerste Gemeinde ist Warburg mit 23.336 Einwohnern, gefolgt von Bad Driburg (19.496 Einw.) mit 1.959 EUR/m². Marienmünster (4.913 Einw.) liegt mit 1.904 EUR/m² ebenfalls im oberen Segment, obwohl es die kleinste Gemeinde ist.
Im unteren Preissegment liegt Beverungen mit 1.259 EUR/m² und der höchsten Rendite von 6,44 %. Nieheim (6.189 Einw.) folgt mit 1.456 EUR/m² und 5,22 % Rendite. Willebadessen (8.297 Einw.) liegt mit 1.490 EUR/m² und 5,57 % Rendite ebenfalls im günstigeren Bereich.
Die teuersten Gemeinden liegen im Süden und Osten des Kreises: Warburg im äußersten Süden an der hessischen Grenze, Bad Driburg im Südwesten an der Egge, Marienmünster im Norden. Die günstigsten Gemeinden verteilen sich über den Kreis: Beverungen im Osten an der Weser, Nieheim im Nordwesten, Willebadessen im Süden.
Die Kreisstadt Höxter (28.749 Einw.) liegt mit 1.687 EUR/m² und 5,18 % Rendite im mittleren Segment. Brakel (16.310 Einw.) und Steinheim (12.643 Einw.) liegen mit 1.791 bzw. 1.684 EUR/m² ebenfalls im Mittelfeld.
Ein klares geografisches Gefälle entlang einer Achse ist nicht eindeutig erkennbar. Stattdessen bilden sich zwei Cluster: ein teureres im Süden und Osten (Warburg, Bad Driburg, Marienmünster) und ein günstigeres im Norden und Osten (Beverungen, Nieheim, Willebadessen). Die Kreisstadt Höxter als größtes Zentrum liegt dazwischen.
Wirtschaft, Tourismus und Kultur
Der Kreis Höxter ist landwirtschaftlich und kulturell geprägt. Die Warburger Börde im Süden ist eine fruchtbare Niederung mit Lössboden, die überwiegend landwirtschaftlich genutzt wird. In Warburg entfallen fast 60 % der Fläche auf Landwirtschaft.
Bad Driburg ist als Heilbad bekannt und hat eine traditionelle Kohlensäure- und Glasindustrie. Kohlensäurehaltiges Grundwasser tritt oberflächennah in Heilquellen zu Tage. Die Stadt liegt am östlichen Steilabfall des Eggegebirges im Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge.
Tourismus spielt eine bedeutende Rolle. Das Kloster Corvey in Höxter wurde im Juni 2014 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Die 822 gegründete Benediktinerabtei war im frühen Mittelalter eines der bedeutendsten Klöster Europas. Die Deutsche Märchenstraße, die seit 1975 über 600 Kilometer von Hanau bis Bremen führt, durchquert den Kreis mit Stationen in Höxter, Beverungen, Nieheim und Lügde.
In Brakel befindet sich die Freilichtbühne Bökendorf, die zu den besucherstärksten Bühnen Deutschlands gehört. Das Schloss Bökerhof war Mittelpunkt des Romantikerkreises mit Annette von Droste-Hülshoff, den Brüdern Grimm, Clemens Brentano und Joseph Görres und beherbergt heute ein Literaturmuseum. Die Schloßbrauerei Rheder besteht seit 1686.
Beverungen liegt am Dreiländereck Nordrhein-Westfalen/Niedersachsen/Hessen an der Weser und ist bekannt für seine Fachwerkarchitektur und die Burg Beverungen.
Verkehr und Erreichbarkeit
Der Kreis Höxter ist verkehrsmäßig nicht direkt an das Autobahnnetz angebunden. Die Autobahnen A 33 und A 44 werden rund 30 Kilometer entfernt bei Paderborn und Scherfede erreicht. Die A 44 ist als Strecke 77 (Hamm–Warburg) bzw. Strecke 75 (Warburg–Kassel) geplant und würde den Kreis östlich erschließen.
Der nächstgelegene ICE-Knotenpunkt ist Altenbeken, zehn Kilometer von Bad Driburg entfernt auf der Westseite des Eggegebirges. Der nächstgelegene Flughafen ist Paderborn/Lippstadt in 40 Kilometer Entfernung.
Die nächstgelegenen Oberzentren sind Paderborn (ca. 45 km westlich), Bielefeld (ca. 65 km nordwestlich), Hannover (ca. 70 km nördlich), Göttingen (ca. 45 km südöstlich) und Kassel (ca. 50 km südlich). Warburg liegt etwa 35 km südöstlich von Kassel und 41 km nordwestlich von Paderborn.
Höxter ist die östlichste Stadt Nordrhein-Westfalens; der östlichste Punkt des Landes liegt im Ortsteil Stahle.
Bildung, Infrastruktur und Entwicklung
Der Kreis Höxter verfügt über einen Campus der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) in Höxter. Der Standort bietet Studien- und Forschungsangebote in Umwelt, Landschaft, nachhaltiger Ressourcennutzung, Landschaftsarchitektur, Agrarsystemen, Umweltplanung und ökologischer Technik. Ende 2024 stellte die Hochschule ein Nutzungskonzept für den Standort unter der Bezeichnung 'Gemeinwohl-Campus' vor, das öffentlich diskutiert wurde.
Das ABC-Abwehrregiment 7 ist in Höxter stationiert.
Die A 44, die als Verbindung von Hamm über Warburg nach Kassel geplant ist, könnte die verkehrliche Anbindung des östlichen Kreisgebiets verbessern. Die Warburger Börde als fruchtbares Agrargebiet und die touristische Infrastruktur rund um das Welterbe Corvey, die Märchenstraße und die Freilichtbühne Bökendorf prägen die wirtschaftliche Struktur.
Die Bevölkerungsentwicklung ist rückläufig: von 144.010 Einwohnern (2015) auf 141.883 (2023). Der Kreis liegt im Prognos-Zukunftsatlas 2025 auf Rang 223 von rund 400 deutschen Kreisen im Gesamtindex, mit einem schwächeren Wert von Rang 364 im Dynamikbereich.