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Lagefaktor
Kreis · Nordrhein-Westfalen

Recklinghausen

10 Orte mit zusammen 620.646 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
4,13 %
Bestwert 4,49 %
Ø Kaufpreis je m²
2.386 €
Ø Bruttomietrendite
4,13 %
Bestwert 4,49 %
Ø Miete
8,18 €/m²
Ø Kaufpreis
2.386 €/m²
Ø Prognos-Rang
#220
Zukunftsatlas, von 400

Kreis Recklinghausen – Standort- und Immobilienmarktbericht

Der Kreis Recklinghausen ist mit rund 620.646 Einwohnern der bevölkerungsreichste Landkreis Deutschlands und befindet sich im Strukturwandel vom Bergbau zur Dienstleistungs- und Chemieindustrie. Der Immobilienmarkt zeigt ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Haltern am See liegt mit 3.045 €/m² als Erholungsort an der Spitze, während Gladbeck (2.156 €/m²) und Castrop-Rauxel (2.181 €/m²) im Süden die günstigsten Gemeinden sind. Der Chemiepark Marl und die A 43 prägen die wirtschaftliche und verkehrliche Zukunft.

Marktüberblick und Einordnung

Der Kreis Recklinghausen ist mit rund 620.646 Einwohnern auf 761,3 Quadratkilometern nach der Region Hannover der bevölkerungsreichste Landkreis Deutschlands. Mit 815 Einwohnern je Quadratkilometer ist er dicht besiedelt, jedoch weniger dicht als das Kernruhrgebiet. Der Kreis umfasst zehn kreisangehörige Gemeinden – der einzige Landkreis in Deutschland, in dem alle Gemeinden über 25.000 Einwohner haben.

Der mittlere Kaufpreis liegt bei 2.386 Euro pro Quadratmeter, der mittlere Mietpreis bei 8,18 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt der Kreis im bundeslandweiten Vergleich auf Rang 34 von 53 Kreisen in Nordrhein-Westfalen – deutlich unter den Spitzenreitern wie Düsseldorf (5.234 €/m²), Köln (5.106 €/m²) oder Münster (4.855 €/m²), aber über den günstigsten Kreisen wie Höxter (1.691 €/m²) oder dem Märkischen Kreis (1.740 €/m²). Im bundesweiten Vergleich von rund 386 Kreisen liegt der Kreis bei 2.386 €/m² knapp unter dem deutschen Durchschnitt von 2.409 €/m².

Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Anstieg: Der Kaufpreis stieg von 1.511 €/m² im Jahr 2018 auf 2.480 €/m² im Jahr 2025, die Miete von 6,61 €/m² auf 8,09 €/m². Die Bevölkerung ist mit 620.646 Einwohnern (2023) stabil bei rund 617.000 bis 620.000 Einwohnern in den letzten Jahren.

Im Prognos-Zukunftsatlas 2025 belegt der Kreis Rang 220 von rund 400 Kreisen (Gesamt), Rang 61 in der Dynamik und Rang 261 in der Stärke. Der Wohlstand und die soziale Lage liegen mit Rang 353 deutlich unter dem Durchschnitt.

Innere Struktur und Preisgefälle

Der Immobilienmarkt des Kreises Recklinghausen ist durch eine deutliche innere Spreizung geprägt, die ein klares Nord-Süd-Gefälle erkennen lässt.

Die teuerste Gemeinde ist Haltern am See mit einem Kaufpreis von 3.045 €/m² und einer Miete von 10,03 €/m². Mit einem Preisfaktor von 25,3 und einer Rendite von 3,95 % liegt Haltern deutlich über dem Kreisdurchschnitt. Die günstigsten Gemeinden liegen im Süden des Kreises: Gladbeck (2.156 €/m², 4,49 % Rendite), Castrop-Rauxel (2.181 €/m², 4,46 % Rendite) und Marl (2.214 €/m², 4,35 % Rendite). Die Kaufpreis-Spreizung zwischen günstigster und teuerster Gemeinde beträgt rund 900 €/m², die Renditespanne reicht von 3,82 % in Herten bis 4,49 % in Gladbeck.

Das Preisgefälle folgt einer klaren räumlichen Logik: Im Norden des Kreises, jenseits der Lippe, liegt Haltern am See als Erholungs- und Tourismusgemeinde eingebettet in den Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland. Der Halterner Stausee, die Wälder der Haard und die Borkenberge machen die Gemeinde zum Naherholungsziel – und spiegeln sich in den höchsten Preisen des Kreises wider. Haltern ist die einzige Gemeinde im Kreis, die an keine Großstadt grenzt.

Im Süden des Kreises, entlang der Emscher, liegen Gladbeck, Castrop-Rauxel und Herten als typische Ruhrgebietsstädte mit hoher Bebauungsdichte und niedrigeren Preisen. Gladbeck und Castrop-Rauxel weisen die höchsten Renditen des Kreises auf (4,49 % bzw. 4,46 %), was auf die vergleichsweise niedrigen Kaufpreise bei moderaten Mietniveaus zurückzuführen ist.

Marl bildet eine eigene Kategorie: Als zweitgrößte Gemeinde des Kreises (85.000 Einwohner) ist sie wirtschaftlich stark durch den Chemiepark geprägt, liegt preislich aber im unteren Mittelfeld. Waltrop (2.656 €/m²) und Recklinghausen (2.398 €/m²) liegen im oberen Mittelfeld.

Die Gemeindestruktur ist polyzentrisch: Recklinghausen als Kreisstadt und Mittelzentrum, Marl als industrielles Zentrum, Haltern als Erholungsort, Dorsten als flächenmäßig größte Gemeinde im Übergang zum Münsterland – jede Gemeinde hat ihre eigene Prägung.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Kreis Recklinghausen ist historisch und gegenwärtig vom Strukturwandel des Ruhrgebiets geprägt. Der Steinkohlenbergbau, der die Region über ein Jahrhundert lang dominierte, endete mit der Schließung der Zeche Auguste Victoria am 18. Dezember 2015. Das Bergwerk, das sich auf die Stadtgebiete von Marl und Haltern am See erstreckte, war das drittletzte aktive Steinkohlebergwerk Deutschlands und beschäftigte bis zu seiner Schließung durchschnittlich 3.712 Mitarbeiter (2010). Mit der Schließung endete eine Ära, die die gesamte Bevölkerungs- und Siedlungsstruktur des Kreises geprägt hatte.

Die wirtschaftliche Säule, die den Bergbau teilweise ersetzt hat, ist der Chemiepark Marl. Er ist einer der größten Chemie-Verbundstandorte in Europa und prägt die Stadt Marl maßgeblich. Die Stadt Marl, mit 85.000 Einwohnern die zweitgrößte Gemeinde des Kreises, ist laut Landesentwicklungsplan als Mittelzentrum ausgewiesen. Rund 60 % der Marler Stadtfläche sind Felder, Forstflächen, Gewässer und Grünanlagen – ein Zeichen für die Umwandlung von Industrie- zu Freiflächen nach dem Bergbau.

Recklinghausen selbst hat sich zur Dienstleistungs-, Einkaufs- und Verwaltungsstadt entwickelt und verfügt über ein Einzugsgebiet von rund 600.000 Menschen. Seit 1947 finden hier alljährlich die Ruhrfestspiele statt, was der Stadt überregionale kulturelle Bedeutung verleiht.

Dorsten, mit 171,2 km² die flächenmäßig größte Gemeinde des Kreises, liegt im Übergang zwischen Ruhrgebiet und Münsterland an der Lippe. Die Stadt ist Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr und profitiert von der Lage am Schnittpunkt beider Regionen.

Im Prognos-Zukunftsatlas 2025 liegt der Kreis bei der Dynamik mit Rang 61 relativ gut, während die Stärke mit Rang 261 und Wohlstand mit Rang 353 unter dem Durchschnitt liegen. Dies spiegelt den anhaltenden Strukturwandel wider: Die wirtschaftliche Dynamik ist vorhanden, die strukturelle Stärke und der Wohlstand hinken jedoch hinterher.

Verkehr und Erreichbarkeit

Der Kreis Recklinghausen ist durch zwei wichtige Autobahnen erschlossen. Die A 43 verbindet Münster mit dem Ruhrgebiet und führt durch den gesamten Kreis – von Haltern am See über Marl und Recklinghausen bis nach Bochum und Wuppertal. Sie dient als Entlastungsautobahn für die A 1 und spielt eine wichtige Rolle im Fernverkehr zwischen Hamburg/Bremen und den Niederlanden/Belgien. Der Abschnitt zwischen Kreuz Recklinghausen und Kreuz Herne wird sechsspurig ausgebaut (Fertigstellung bis Ende 2025), der Abschnitt zwischen Kreuz Recklinghausen und Kreuz Marl-Nord bis Ende 2028. Seit April 2021 ist die Emschertalbrücke bei Herne beschädigt, was zu Gewichtsbeschränkungen führt.

Die A 31 (Emslandautobahn) bindet Dorsten und Gladbeck an das Autobahnnetz an. Sie endet am Autobahndreieck Bottrop an der A 2 und ist durchgehend vierstreifig ausgeführt. Sie verbindet die Nordseeküste mit dem Ruhrgebiet und ist eine wichtige Verbindung für den Güterverkehr.

Die Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg verläuft durch den Kreis und bindet Recklinghausen, Marl und Haltern am See an das Regionalbahnnetz an. Der Hauptbahnhof Recklinghausen ist ein wichtiger Umsteigeknoten im nördlichen Ruhrgebiet.

Die Lippe, der größte Fluss des Kreises, und der Wesel-Datteln-Kanal bilden weitere Verkehrsachsen. Der Halterner Stausee und die Stever dienen zudem der Trinkwasserversorgung des nördlichen Ruhrgebiets.

Die Verkehrsanbindung ist insgesamt gut, wobei der Norden des Kreises (Haltern, Dorsten) stärker vom Münsterland und der A 31 geprägt ist, während der Süden (Gladbeck, Castrop-Rauxel, Herten) enger mit dem Kernruhrgebiet verbunden ist.

Entwicklung und Ausblick

Der Kreis Recklinghausen befindet sich in einem anhaltenden Strukturwandel. Der Ende 2015 abgeschlossene Ausstieg aus dem Steinkohlenbergbau hat die wirtschaftliche Landschaft nachhaltig verändert. Die Zeche Auguste Victoria, das drittletzte aktive Bergwerk Deutschlands, hinterlässt nicht nur wirtschaftliche Lücken, sondern auch die sogenannten Ewigkeitslasten – Pumpwerke und Entwässerung, die auch nach dem Bergbau weiterbetrieben werden müssen.

Die Immobilienpreise haben sich zwischen 2018 und 2025 deutlich entwickelt: Der Kaufpreis ist von 1.511 €/m² auf 2.480 €/m² gestiegen, die Miete von 6,61 €/m² auf 8,09 €/m². Die Spreizung innerhalb des Kreises bleibt jedoch groß: Haltern am See liegt mit 3.045 €/m² deutlich über dem Durchschnitt, während Gladbeck mit 2.156 €/m² und Castrop-Rauxel mit 2.181 €/m² günstig bleiben.

Die A 43, die sechsspurig ausgebaut wird, und die A 31, die den Norden des Kreises erschließt, bilden die verkehrliche Infrastruktur für die Zukunft. Der Chemiepark Marl bleibt als industrieller Standort von Bedeutung, während Recklinghausen als Dienstleistungs- und Verwaltungsstadt mit kultureller Strahlkraft (Ruhrfestspiele) weiter an Bedeutung gewinnt.

Haltern am See profitiert als einzige Gemeinde ohne direkte Nachbarschaft zu einer Großstadt von seiner Lage im Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland und dem Stausee als Erholungsgebiet – ein Trend, der in Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet an Bedeutung gewinnt.

Die Bevölkerungszahl ist mit rund 620.000 Einwohnern stabil, was auf die polyzentrische Struktur und die Vielfalt der Gemeinden als Wohn-, Arbeits- und Erholungsstandorte zurückzuführen ist.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20186,61 €/m²
20196,75 €/m²
20206,81 €/m²
20216,93 €/m²
20227,34 €/m²
20237,53 €/m²
20247,84 €/m²
20258,09 €/m²
20268,11 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20181.511 €/m²
20191.681 €/m²
20201.816 €/m²
20212.142 €/m²
20222.087 €/m²
20232.087 €/m²
20242.240 €/m²
20252.480 €/m²
20262.586 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20185,25 %
20194,82 %
20204,50 %
20213,88 %
20224,22 %
20234,33 %
20244,20 %
20253,92 %
20263,76 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2015617.807 Einwohner
2016617.195 Einwohner
2017616.824 Einwohner
2018615.261 Einwohner
2019614.137 Einwohner
2020613.599 Einwohner
2021612.801 Einwohner
2022619.732 Einwohner
2023620.646 Einwohner
2024620.646 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
3–44,00 Orte
4–56,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Recklinghausen, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Gladbeck, Stadt4,49 %
Castrop-Rauxel, Stadt4,46 %
Marl, Stadt4,35 %
Datteln, Stadt4,26 %
Dorsten, Stadt4,14 %
Oer-Erkenschwick, Stadt4,03 %
Haltern am See, Stadt3,95 %
Recklinghausen, Stadt3,91 %
Waltrop, Stadt3,88 %
Herten, Stadt3,82 %

Alle Orte im Kreis

10 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Recklinghausen
Gladbeck, Stadt4596475.7998,06 €2.156 €4,49 %22,3
Castrop-Rauxel, Stadt4457574.3708,11 €2.181 €4,46 %22,4
Marl, Stadt4577285.0018,03 €2.214 €4,35 %23,0
Datteln, Stadt4571135.2007,88 €2.219 €4,26 %23,5
Dorsten, Stadt4628476.8428,06 €2.338 €4,14 %24,2
Oer-Erkenschwick, Stadt4573931.9187,71 €2.296 €4,03 %24,8
Haltern am See, Stadt4572138.03310,03 €3.045 €3,95 %25,3
Recklinghausen, Stadt45657111.6937,80 €2.398 €3,91 %25,6
Waltrop, Stadt4573129.5868,59 €2.656 €3,88 %25,8
Herten, Stadt4569962.2047,50 €2.354 €3,82 %26,2