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Lagefaktor
Kreis · Hessen

Odenwaldkreis

12 Orte mit zusammen 97.182 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
5,27 %
Bestwert 7,00 %
Ø Kaufpreis je m²
2.147 €
Ø Bruttomietrendite
5,27 %
Bestwert 7,00 %
Ø Miete
9,25 €/m²
Ø Kaufpreis
2.147 €/m²
Ø Prognos-Rang
#303
Zukunftsatlas, von 400

Immobilienmarktbericht Odenwaldkreis

Der Odenwaldkreis ist der einwohnerschwächste Landkreis Hessens und liegt vollständig im Odenwald. Der Immobilienmarkt weist eine deutliche innere Spreizung auf: Die nördlichen und zentralen Gemeinden entlang der Odenwaldbahn und der Mümling sind mit Kaufpreisen bis zu 2.516 EUR/m² deutlich teurer als die abgelegenen Gemeinden im Süden mit Werten unter 1.400 EUR/m². Der Kreis ist touristisch geprägt und Teil zweier Metropolregionen, verfügt aber nur über eine begrenzte eigene Wirtschaftsdynamik.

Marktüberblick und Einordnung

Der Odenwaldkreis liegt im äußersten Südosten Hessens und gehört zum Regierungsbezirk Darmstadt. Mit 97.182 Einwohnern auf 624 Quadratkilometern ist er der einwohnerschwächste Landkreis Hessens. Der Kreis ist der einzige in Deutschland, der mit seinem gesamten Gebiet im Odenwald liegt.

Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei 2.147 EUR/m² und damit unter dem hessischen Durchschnitt von 2.505 EUR/m² sowie dem deutschen Durchschnitt von 2.409 EUR/m². Im Landesvergleich rangiert der Odenwaldkreis auf Platz 20 von 26 Kreisen – er gehört damit zu den günstigeren Landkreisen in Hessen. Die durchschnittliche Miete liegt bei 9,25 EUR/m² (Hessen: 9,69 EUR/m², Deutschland: 8,92 EUR/m²). Die durchschnittliche Bruttorendite beträgt 5,27 Prozent und liegt damit über dem hessischen Durchschnitt von 4,98 Prozent.

Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Anstieg der Mieten von 6,61 EUR/m² im Jahr 2018 auf 9,37 EUR/m² im Jahr 2024. Die Kaufpreise stiegen von 1.584 EUR/m² (2018) auf einen Höhepunkt von 2.376 EUR/m² (2021) und sind seither auf 2.014 EUR/m² (2024) gefallen. Die Bevölkerungszahl stieg von 86.752 (2015) auf 97.182 (2023) – ein Anstieg, der maßgeblich auf die Gebietsreform 2018 zurückzuführen ist, bei der die Stadt Oberzent aus Beerfelden, Hesseneck, Rothenberg und Sensbachtal gebildet wurde.

Innere Struktur und Preisgefälle

Der Immobilienmarkt im Odenwaldkreis weist eine deutliche innere Spreizung auf. Die Kaufpreise reichen von 1.374 EUR/m² in der Stadt Oberzent bis 2.516 EUR/m² in der Stadt Michelstadt – das entspricht einer Spanne von 83 Prozent. Der Median der Kaufpreise liegt bei 2.213 EUR/m² und damit über dem arithmetischen Mittel von 2.147 EUR/m², was auf einige sehr günstige Gemeinden im Süden des Kreises hinweist.

Die teuersten Gemeinden liegen im nördlichen und zentralen Teil des Kreises entlang der Mümling und der Odenwaldbahn: Michelstadt (2.516 EUR/m²), Bad König (2.501 EUR/m²), Erbach, die Kreisstadt (2.477 EUR/m²), Breuberg (2.240 EUR/m²) und Brombachtal (2.234 EUR/m²). Diese Gemeinden profitieren von ihrer Lage an der Bahnstrecke nach Darmstadt und ihrer Funktion als Mittelzentren.

Die günstigsten Gemeinden befinden sich im südlichen und östlichen Teil des Kreises: Oberzent (1.374 EUR/m²) liegt mit Abstand am unteren Ende, gefolgt von Reichelsheim (1.870 EUR/m²) und Fränkisch-Crumbach (1.970 EUR/m²). Diese Gemeinden liegen abgelegener im Odenwald und haben eine geringere Infrastruktur.

Die Renditen spiegeln diese Spreizung wider: Sie reichen von 4,21 Prozent in Mossautal bis 7,0 Prozent in Oberzent. Die günstigsten Kaufpreise gehen mit den höchsten Renditen einher – ein klassisches Muster für ländliche Peripheriegemeinden. Die teuersten Gemeinden wie Michelstadt und Bad König liegen bei 4,65 bzw. 4,73 Prozent.

Höchst im Odenwald ist ein Sonderfall: Mit 10,02 EUR/m² hat die Gemeinde die höchsten Mietpreise des Kreises, aber mit 2.215 EUR/m² nur mittlere Kaufpreise, was zu einer überdurchschnittlichen Rendite von 5,43 Prozent führt.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Odenwaldkreis gehört zum IHK-Bezirk Darmstadt Rhein Main Neckar, der rund 65.000 Unternehmen in der Region vertritt. Der Wirtschaftsstandort ist Teil zweier europäischer Metropolregionen: Frankfurt/Rhein-Main und Rhein-Neckar. Die Landkreise Bergstraße und Odenwald sind nach Angaben der IHK Darmstadt stark touristisch geprägt.

Die Wirtschaft des Odenwaldkreises ist von mittelständischer Struktur geprägt. Das Kreisgebiet war historisch Teil der Grafschaft Erbach und der Herrschaft Breuberg und ist bis heute durch eine starke landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Prägung charakterisiert. Die IHK Darmstadt führt für die Region Schwerpunktbranchen IT, Automation, Automotive, Chemie, Pharma, Telekommunikation, Logistik und Raumfahrt auf – diese Branchen sind jedoch vor allem in den städtischen Zentren wie Darmstadt und Heidelberg angesiedelt, nicht im Odenwaldkreis selbst.

Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Odenwaldkreis auf Rang 303 von rund 400 deutschen Kreisen ein. Besonders schwach ist der Rang im Bereich Dynamik mit Platz 378, während der Rang im Bereich Wohlstand und soziale Lage mit Platz 111 deutlich besser ausfällt. Der Rang im Bereich Wettbewerb und Innovation liegt bei 350, der im Bereich Arbeitsmarkt bei 290. Diese Werte deuten auf einen eher strukturschwachen, aber sozial stabilen ländlichen Raum hin.

Die Bevölkerungszahl des Kreises ist zwischen 2015 und 2023 um rund 10.400 Einwohner gestiegen – ein Anstieg von über 12 Prozent. Dieser Zuwachs ist maßgeblich auf die Gebietsreform 2018 zurückzuführen, bei der die neue Stadt Oberzent aus vier vorher eigenständigen Gemeinden gebildet wurde. Ohne diese Gebietsreform wäre die Bevölkerungszahl eher stabil bis leicht rückläufig gewesen, was für ländliche Räume in Hessen typisch ist.

Verkehr und Erreichbarkeit

Die Verkehrsanbindung des Odenwaldkreises wird maßgeblich von der Odenwaldbahn bestimmt, die den Kreis über Erbach und Michelstadt mit Darmstadt im Norden und mit Eberbach in Baden-Württemberg im Süden verbindet. Die eingleisige Strecke wird vom Betreiber Vias bedient und ist Teil des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV). Von Eberbach aus besteht Anschluss an die S-Bahn RheinNeckar, die Verbindungen nach Heidelberg und Mannheim bietet.

Der Odenwaldkreis gehört zum RMV-Bereich R0 Rhein-Main Regional. Die Odenwaldbahn verläuft entlang des Mümlingtals, das die größten Städte des Kreises – Beerfelden, Erbach, Michelstadt, Bad König und Höchst im Odenwald – miteinander verbindet. Entlang dieser Achse liegen auch die teuersten Gemeinden des Kreises.

Die Bundesstraße 45 verläuft in Nord-Süd-Richtung durch den Kreis und verbindet Erbach und Michelstadt mit dem Umland. Die B 47 quert den Kreis in Ost-West-Richtung.

Darmstadt, das zentrale Oberzentrum der Region, ist über die Odenwaldbahn erreichbar. Die Stadt ist eines der zehn Oberzentren Hessens und gehört zum Rhein-Main-Gebiet. Die enge Pendlerverflechtung mit Darmstadt und dem Rhein-Main-Gebiet ist ein wichtiger Faktor für die Attraktivität der nördlichen Gemeinden des Kreises.

Der öffentliche Nahverkehr im Kreis wird durch den RMV organisiert, der rund 160 Verkehrsunternehmen im Verbundgebiet umfasst. Der RMV verzeichnete 2018 rund 788 Millionen Fahrgäste und ist nach dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr der zweitgrößte Verkehrsverbund in Deutschland.

Entwicklung und Ausblick

Der Odenwaldkreis befindet sich im Spannungsfeld zwischen ländlicher Struktur und der Anziehungskraft des Rhein-Main-Gebiets. Die nördlichen Gemeinden entlang der Odenwaldbahn und der Mümling profitieren von der Nähe zu Darmstadt und dem Rhein-Main-Gebiet, während die südlichen und östlichen Gemeinden abgelegener im Odenwald liegen und entsprechend niedrigere Immobilienpreise aufweisen.

Die Kaufpreise sind nach dem Höhepunkt 2021 um rund 15 Prozent auf 2.014 EUR/m² (2024) gefallen, was dem bundesweiten Trend entspricht. Die Mieten sind hingegen weiter gestiegen, von 6,61 EUR/m² (2018) auf 9,37 EUR/m² (2024), was auf eine anhaltend hohe Nachfrage nach Mietwohnungen in der Region hindeutet.

Die Standortfaktoren des Kreises, gemessen am Prognos-Zukunftsatlas, sind eher schwach ausgeprägt. Der Dynamik-Rang von 378 von 400 Kreisen deutet auf begrenzte wirtschaftliche Dynamik hin. Der Wohlstands-Rang von 111 ist hingegen relativ gut, was auf eine stabile, wenn auch nicht dynamische lokale Wirtschaft schließen lässt.

Die Zeitreihen zeigen für 2025 und 2026 geschätzte Werte: Die Miete wird für 2025 auf 9,76 EUR/m² und für 2026 auf 9,72 EUR/m² geschätzt. Die Kaufpreise werden für 2025 auf 1.933 EUR/m² und für 2026 auf 2.726 EUR/m² geschätzt – ein deutlicher Anstieg, der auf die Schätzungsmethodik zurückzuführen ist und nicht als gesicherte Prognose zu verstehen ist.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20186,61 €/m²
20197,48 €/m²
20207,59 €/m²
20218,52 €/m²
20228,97 €/m²
20238,95 €/m²
20249,37 €/m²
20259,76 €/m²
20269,72 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20181.584 €/m²
20191.978 €/m²
20202.146 €/m²
20212.376 €/m²
20222.123 €/m²
20232.023 €/m²
20242.014 €/m²
20251.933 €/m²
20262.726 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20185,01 %
20194,54 %
20204,24 %
20214,30 %
20225,07 %
20235,31 %
20245,58 %
20256,06 %
20264,28 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
201586.752 Einwohner
201686.251 Einwohner
201786.458 Einwohner
201896.798 Einwohner
201996.703 Einwohner
202096.754 Einwohner
202196.953 Einwohner
202297.577 Einwohner
202397.182 Einwohner
202497.182 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
4–55,00 Orte
5–65,00 Orte
6–71,00 Orte
7–81,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Odenwaldkreis, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Oberzent, Stadt7,00 %
Reichelsheim (Odenwald)6,11 %
Fränkisch-Crumbach5,83 %
Höchst i. Odw.5,43 %
Lützelbach5,25 %
Brensbach5,23 %
Breuberg, Stadt5,11 %
Brombachtal4,88 %
Erbach, Kreisstadt4,75 %
Bad König, Stadt4,73 %

Alle Orte im Kreis

12 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Odenwaldkreis
Oberzent, Stadt6476010.1298,01 €1.374 €7,00 %14,3
Reichelsheim (Odenwald)643858.4269,51 €1.870 €6,11 %16,4
Fränkisch-Crumbach644073.0359,57 €1.970 €5,83 %17,2
Höchst i. Odw.6473910.32010,02 €2.215 €5,43 %18,4
Lützelbach647506.7889,16 €2.093 €5,25 %19,0
Brensbach643955.0438,99 €2.062 €5,23 %19,1
Breuberg, Stadt647477.5569,54 €2.240 €5,11 %19,6
Brombachtal647533.4849,08 €2.234 €4,88 %20,5
Erbach, Kreisstadt6471114.0999,80 €2.477 €4,75 %21,1
Bad König, Stadt647329.8579,85 €2.501 €4,73 %21,2
Michelstadt, Stadt6472015.9759,74 €2.516 €4,65 %21,5
Mossautal647562.4707,75 €2.210 €4,21 %23,8