Marktüberblick und Einordnung
Der Hochtaunuskreis liegt nördlich von Frankfurt am Main großteils im Taunus und umfasst 13 Gemeinden auf 481,8 km². Mit 241.449 Einwohnern (2023) ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 501 Einwohnern je km². Der Kreis gehört zur Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main und ist Teil der Stadtregion Frankfurt. Die Kreisstadt und bevölkerungsreichste Gemeinde ist Bad Homburg vor der Höhe mit 55.995 Einwohnern.
Der Immobilienmarkt des Hochtaunuskreises gehört zu den teuersten in Deutschland. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 3.881 EUR/m², die mittlere Angebotsmiete bei 12,59 EUR/m². Damit liegt der Kreis deutlich über dem Hessendurchschnitt (2.505 EUR/m² bzw. 9,69 EUR/m²) und dem Bundesdurchschnitt (2.409 EUR/m² bzw. 8,92 EUR/m²). Nach Kaufpreisen rangiert der Kreis mit Rang 6 von 26 kreisartigen Einheiten in Hessen hinter nur Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. Im Prognos-Zukunftsatlas 2025 belegt der Kreis Platz 14 von rund 400 deutschen Land- und Stadtkreisen im Gesamtindex, Platz 5 im Arbeitsmarkt und Platz 15 in Wettbewerb & Innovation. Der Kaufkraftindex betrug 2023 138,7 des Bundesdurchschnitts.
Die Bevölkerung wuchs von 233.427 (2015) auf 241.449 (2023), was einem Anstieg von rund 3,4 Prozent entspricht. Die Zeitreihen der Mieten zeigen einen Anstieg von 11,12 EUR/m² (2018) auf 13,71 EUR/m² (2024); die Werte für 2025 und 2026 sind geschätzt. Die Kaufpreise stiegen von 3.709 EUR/m² (2018) auf einen Höhepunkt von 4.639 EUR/m² (2021), korrigierten seither auf 4.250 EUR/m² (2024) und liegen 2025 geschätzt bei 4.073 EUR/m².
Innere Struktur und Preisgefälle
Die 13 Gemeinden des Kreises weisen eine erhebliche Preisspreizung auf. Die Kaufpreise reichen von 2.413 EUR/m² in Weilrod bis 5.499 EUR/m² in Kronberg im Taunus – ein Faktor von mehr als 2,3. Auch die Mieten streuen stark: von 9,23 EUR/m² in Grävenwiesbach bis 15,32 EUR/m² in Bad Homburg. Die Renditen liegen zwischen 3,13 Prozent in Kronberg und 5,06 Prozent in Schmitten.
Die teuersten Gemeinden liegen im Süden des Kreises, im Vordertaunus, der Frankfurt unmittelbar zugewandt ist. Kronberg (5.499 EUR/m², Kaufpreisfaktor 31,9) und Königstein (5.157 EUR/m², Faktor 28,9) bilden die Spitze. Beide Gemeinden sind für ihre exklusiven Villenlagen bekannt. Königstein wies 2023 mit 194,0 den höchsten Kaufkraftindex aller Gemeinden im Kreis und damit einen bundesweiten Spitzenwert auf; Kronberg liegt bei 172,8. Bad Homburg (4.696 EUR/m²) und Oberursel (4.695 EUR/m²) schließen sich mit ähnlichen Preisniveaus an. Diese vier Gemeinden zusammen fassen rund 196.000 Einwohner, also etwa 81 Prozent der Kreisbevölkerung.
Ein deutliches Preisgefälle zeigt sich in Richtung Norden und Osten. Usingen (3.335 EUR/m²) und Neu-Anspach (3.491 EUR/m²) liegen bereits deutlich unter dem Kreisdurchschnitt. Die günstigsten Gemeinden befinden sich im Hintertaunus: Weilrod (2.413 EUR/m²), Schmitten (2.596 EUR/m²) und Grävenwiesbach (2.740 EUR/m²). Diese Gemeinden sind ländlicher geprägt, weisen geringere Bevölkerungsdichten auf und liegen abseiter der Frankfurter Naherholungszone.
Eine besondere Stellung nimmt Glashütten ein: Mit 3.858 EUR/m² liegt die kleine Gemeinde (5.394 Einwohner) knapp über dem Kreisdurchschnitt, obwohl sie im Hintertaunus liegt. Der Grund liegt vermutlich in ihrer Funktion als Naherholungsgebiet Frankfurter Haushalte.
Die Rendite-Spreizung von 3,13 bis 5,06 Prozent spiegelt die Preisgefälle wider: In den teuren Südgemeinden drücken die hohen Kaufpreise die Rendite, während die günstigeren Gemeinden im Norden und Osten attraktivere Renditen bieten.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Der Hochtaunuskreis gehört zu den wohlhabendsten Landkreisen Deutschlands. Der Kaufkraftindex von 138,7 des Bundesdurchschnitts (2023) unterstreicht die starke kaufkräftige Bevölkerung. Königstein im Taunus wies 2023 einen Kaufkraftindex von 194,0 auf, Kronberg 172,8 – beide Werte liegen weit über dem Kreis- und Landesdurchschnitt. Im Jahr 2021 entfielen in Königstein 62 Einkommensmillionäre auf 10.000 Einwohner, die höchste Millionärsdichte aller hessischen Städte und Gemeinden.
Bad Homburg als Kreisstadt und eine von sieben Städten mit Sonderstatus in Hessen ist gemäß hessischem Landesentwicklungsplan als Mittelzentrum ausgewiesen. Die Stadt beherbergt die Deutsche Finanzagentur (ehemals Bundeswertpapierverwaltung), die 2006 aus der Bundeswertpapierverwaltung hervorging. Bad Homburg war zudem historisch Sitz der Bundesschuldenverwaltung und der Sonderstelle Geld und Kredit unter Ludwig Erhard. Diese Verwaltungstradition prägt bis heute die Wirtschaftsstruktur der Stadt.
Ein bedeutender lokaler Arbeitgeber sind die Hochtaunus-Kliniken gGmbH, eine Zweckgesellschaft des Kreises. Sie betreibt Kliniken in Bad Homburg, Usingen und Königstein, verfügt über 619 Betten, beschäftigt rund 1.300 Mitarbeiter und behandelt jährlich etwa 21.000 Patienten stationär sowie über 40.000 ambulant. Das Krankenhaus Bad Homburg ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Goethe-Universität Frankfurt.
Zwei Hochschulen sind im Kreis angesiedelt: die accadis Hochschule Bad Homburg und die Lutherische Theologische Hochschule Oberursel. Beide sind spezialisierte Privat- bzw. kirchliche Hochschulen mit überschaubarer Studierendenzahl.
Die Wirtschaft des Kreises ist durch die Nähe zu Frankfurt geprägt: Viele Beschäftigte pendeln in die Metropole, während im Kreis selbst vor allem Dienstleistungen, Verwaltung und der Gesundheitssektor dominieren. Der Vordertaunus mit Bad Homburg, Oberursel, Friedrichsdorf, Kronberg und Königstein bildet das wirtschaftlich starke, frankfurtnahe Band. Der Hintertaunus mit Usingen, Neu-Anspach, Weilrod, Grävenwiesbach, Schmitten und Wehrheim ist ländlicher strukturiert.
Verkehr und Erreichbarkeit
Die Verkehrsanbindung des Hochtaunuskreises ist durch die S-Bahn Rhein-Main geprägt. Die S5 verbindet Friedrichsdorf über Bad Homburg und Oberursel mit dem Frankfurter Hauptbahnhof und der Hauptwache. Die Linien S2, S3 und S4 erschließen weitere Teile des Südkreises und verbinden Gemeinden mit dem Frankfurter Innenstadtnetz. Alle Linien verkehren im 15-Minuten-Takt auf der Stammstrecke und sind in den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) integriert.
Die Autobahn A5 verläuft entlang der Westseite des Kreises und bietet Anschlüsse an Bad Homburg, Oberursel und Kronberg. Sie verbindet den Kreis direkt mit Frankfurt im Süden und Wiesbaden im Norden.
Ein bedeutendes Infrastrukturprojekt ist die Regionaltangente West (RTW), ein in Bau befindliches Schienenverkehrsprojekt im Rhein-Main-Gebiet. Die RTW wird als Querverbindung den Hochtaunuskreis entlasten und Bad Homburg direkt an das Netz anbinden. Die Eröffnung ist für Ende 2030 geplant. Die RTW wird auf einem Abschnitt die bestehende Homburger Bahn nutzen und in Bad Homburg beginnen bzw. enden.
Die Kombination aus S-Bahn-Anbindung, Autobahnnähe und dem geplanten RTW-Projekt macht den Vordertaunus besonders attraktiv für Pendler nach Frankfurt. Im Hintertaunus ist die Anbindung weniger dicht; Usingen und Neu-Anspach sind über die B275 und Regionalbusse erschlossen.
Entwicklung und Ausblick
Der Hochtaunuskreis hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Bevölkerung zugenommen (von 233.427 im Jahr 2015 auf 241.449 im Jahr 2023). Die Kaufpreise erreichten 2021 mit 4.639 EUR/m² einen Höhepunkt und korrigierten seither auf rund 4.073 EUR/m² (2025, geschätzt). Die Mieten stiegen weiter an und liegen 2024 bei 13,71 EUR/m².
Die Regionaltangente West (Eröffnung Ende 2030) wird die Verkehrsanbindung des Kreises deutlich verbessern und Bad Homburg direkt an das Querverbindungsnetz anbinden. Dies könnte die Attraktivität der südlichen Gemeinden weiter erhöhen.
Die Hochtaunus-Kliniken haben in den Jahren 2011 bis 2014 Neubauanlagen in Bad Homburg und Usingen errichtet (insgesamt rund 196 Millionen Euro Investitionsvolumen im PPP-Modell). Diese Investitionen stärken die medizinische Infrastruktur des Kreises und sichern Arbeitsplätze.
Die enorme Kaufkraft der Bevölkerung – insbesondere in Königstein und Kronberg – bildet eine stabile Grundlage für den lokalen Immobilienmarkt. Die Preisspreizung von Faktor 2,3 zwischen teuerster und günstigster Gemeinde bietet sowohl für wohlhabende Käufer als auch für preisbewusste Investoren unterschiedliche Optionen innerhalb desselben Kreises.