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Lagefaktor
Kreis · Nordrhein-Westfalen

Düren

15 Orte mit zusammen 272.666 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
4,65 %
Bestwert 6,16 %
Ø Kaufpreis je m²
2.489 €
Ø Bruttomietrendite
4,65 %
Bestwert 6,16 %
Ø Miete
9,48 €/m²
Ø Kaufpreis
2.489 €/m²
Ø Prognos-Rang
#233
Zukunftsatlas, von 400

Kreis Düren: Forschung, Strukturwandel und Preisgefälle zwischen Eifel und Börde

Der Kreis Düren liegt zwischen Aachen und Köln und vereint drei Welten: den Wissenschaftsstandort Jülich mit dem Forschungszentrum (7.250 Beschäftigte), die traditionelle Papier- und Metallindustrie in der Kreisstadt Düren und den Braunkohle-Strukturwandel im Norden. Die Kaufpreise reichen von 1.756 EUR/m² in Hürtgenwald bis 3.190 EUR/m² in Vettweiß. Die gute Anbindung an Aachen und Köln über ICE und S-Bahn macht den Kreis zum attraktiven Wohnumfeld für Pendler.

Marktüberblick

Der Kreis Düren liegt im westlichen Rheinland zwischen Aachen und Köln und umfasst 15 Gemeinden auf 941 km². Mit rund 273.000 Einwohnern ist er ein mittelgroßer Kreis im Regierungsbezirk Köln. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 2.489 EUR/m², die mittlere Mietpreis bei 9,48 EUR/m². Mit einem Kaufpreis von Rang 28 von 53 Kreisen in Nordrhein-Westfalen befindet sich der Kreis Düren im mittleren Drittel des Bundeslandes. Gegenüber dem deutschen Durchschnitt (2.409 EUR/m²) liegt er leicht darüber, die Bruttorendite von 4,65 % liegt unter dem deutschen Durchschnitt von 5,1 %. Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Anstieg der Mietpreise von 6,77 EUR/m² (2018) auf 9,51 EUR/m² (2024), während die Kaufpreise von 1.702 EUR/m² (2018) auf 2.494 EUR/m² (2024) stiegen, mit einer leichten Korrektur 2025 auf 2.388 EUR/m². Die Bevölkerung wuchs von 262.828 (2015) auf 272.666 (2023).

Innere Struktur und Preisgefälle

Die Kaufpreise im Kreis Düren reichen von 1.756 EUR/m² in Hürtgenwald bis 3.190 EUR/m² in Vettweiß – eine Spreizung von über 80 %. Die teuersten Gemeinden liegen im Norden und Nordosten des Kreises: Vettweiß (3.190 EUR/m²), Nörvenich (2.998 EUR/m²), Jülich (2.938 EUR/m²), Langerwehe (2.910 EUR/m²) und Kreuzau (2.706 EUR/m²). Diese Gemeinden liegen in der Jülich-Zülpicher Börde, der fruchtbaren Ebene im Norden des Kreises, und profitieren von der guten Erreichbarkeit von Aachen und Köln. Vettweiß weist mit 3.190 EUR/m² den höchsten Kaufpreis und den niedrigsten Preisfaktor von 28,4 auf – ein Muster, das auf eine nachgefragte Wohnlage mit vergleichsweise hohen Mieten (9,36 EUR/m²) bei moderater Rendite (3,52 %) hindeutet.

Die günstigsten Gemeinden liegen im Süden und Südwesten des Kreises: Hürtgenwald (1.756 EUR/m²), Heimbach (2.013 EUR/m²), Linnich (2.187 EUR/m²), Inden (2.206 EUR/m²) und die Kreisstadt Düren selbst (2.288 EUR/m²). Hürtgenwald und Heimbach liegen im Sauerland-Eifel-Gebiet, wo die niedrigeren Preise mit der ländlicheren Struktur und der Entfernung zu den Großstädten zusammenhängen. Heimbach weist mit 6,16 % die höchste Rendite aus, bei einem Kaufpreis von 2.013 EUR/m² und einer Miete von 10,33 EUR/m².

Die Kreisstadt Düren mit rund 93.000 Einwohnern liegt mit 2.288 EUR/m² unter dem Kreisdurchschnitt von 2.489 EUR/m² und weist mit 5,13 % Rendite eine der attraktivsten Kennzahlen im Kreis auf. Dies entspricht dem Muster, dass die größte Gemeinde eines Kreises oft unter dem Mittelwert liegt, da sie einen breiteren Wohnungsmarkt mit unterschiedlichen Lagen abdeckt.

Wirtschaft, Forschung und Strukturwandel

Der Kreis Düren ist wirtschaftlich von drei prägenden Säulen geprägt: der Forschung, der traditionellen Industrie und dem Strukturwandel durch die Braunkohle.

Das Forschungszentrum Jülich ist mit rund 7.250 Beschäftigten (2023) eine der größten Forschungseinrichtungen Deutschlands und gehört zur Helmholtz-Gemeinschaft. Mit einer Grundfinanzierung von 466 Mio. € (2021) und 395 Mio. € Drittmitteln generiert es einen erheblichen wirtschaftlichen Impuls für den gesamten Kreis. Die enge Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen in der Jülich-Aachen Research Alliance (JARA) und der Campus Jülich der FH Aachen (seit 1970) machen Jülich zu einem bedeutenden Wissenschaftsstandort. Dies erklärt auch die relativ hohen Kaufpreise in Jülich (2.938 EUR/m²) und den umliegenden Gemeinden.

Historisch war der Kreis Düren von der Papier- und Metallverarbeitung geprägt, insbesondere durch die Familien Schoeller und Hoesch in Düren. Diese Branchen prägen die Wirtschaft der Kreisstadt weiterhin, ergänzt durch moderne Entwicklungen wie Elektromobilität.

Der Tagebau Inden der RWE Power AG ist mit rund 580 Beschäftigten (2020) und einer Jahresförderung von 15 Millionen Tonnen Braunkohle ein bedeutender Arbeitgeber im nördlichen Kreisgebiet. Der Tagebau versorgt das Kraftwerk Weisweiler, das spätestens 2029 stillgelegt wird. Der Abbau ist bis 2030 gesichert. Im Zuge des Abbaus mussten mehrere Ortschaften umgesiedelt werden: Inden (1999), Altdorf (1999), Pier (2005–2013) und Lohn (1962–1980). Die Gemeinde Inden weist mit 2.206 EUR/m² einen unterdurchschnittlichen Kaufpreis auf, was mit der strukturellen Prägung durch den Braunkohleabbau zusammenhängen könnte.

Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis Düren auf Rang 233 von rund 400 Kreisen ein. Besonders schwach ist die soziale Lage (Rang 307), während der Arbeitsmarkt auf Rang 253 liegt. Die Stärke der Region liegt bei Rang 242, die Dynamik bei Rang 140.

Verkehr und Erreichbarkeit

Der Kreis Düren verfügt über eine herausragende Verkehrsanbindung. Der Bahnhof Düren liegt am Schnittpunkt der Schnellfahrstrecke Köln-Aachen mit den Strecken nach Jülich, Heimbach und Euskirchen. Im Fernverkehr wird Düren freitags und sonntags von einem ICE-Zugpaar bedient. Die S-Bahn-Linie S19 verbindet Düren mit Köln, die Euregiobahn verbindet ihn mit Aachen. Die Fahrtzeit nach Köln beträgt im Regionalverkehr etwa 30 Minuten, nach Aachen rund 25 Minuten. Diese Anbindung an zwei Großstädte ist ein wesentlicher Faktor für die Wohnnachfrage im Kreis.

Die Autobahn A4 durchquert den Norden des Kreises und verbindet Aachen mit Köln. Im Süden verläuft die B56 durch die Eifel. Das ÖPNV-Netz wird durch Rurtalbus und Rurtalbahn ergänzt, wobei die Rurtalbahn auf der Strecke Düren-Jülich-Linnich mindestens stündlich verkehrt.

Die Pendlerverflechtung zeigt, dass die meisten neuen Einwohner aus den benachbarten Großstädten Aachen und Köln nach Düren ziehen. Umgekehrt ziehen auch viele Menschen aus Düren in diese Nachbarstädte. Dies entspricht dem Muster eines Pendlerkreises, der als Wohnumfeld für Beschäftigte in Aachen und Köln dient.

Im Süden des Kreises bietet der Nationalpark Eifel mit der Rurtalsperre – Deutschlands zweitgrößter Talsperre – ein bedeutendes Naherholungsgebiet. Heimbach ist ein beliebtes Ausflugsziel im Nationalpark und profitiert vom Tourismus.

Entwicklung und Ausblick

Der Kreis Düren befindet sich im Übergang zwischen industriellem Strukturwandel und neuer Entwicklung. Der Tagebau Inden wird bis 2030 betrieben, danach entsteht der geplante Indesche See mit 1.160 Hektar Fläche und bis zu 180 Metern Tiefe – der größte See in Nordrhein-Westfalen. Der endgültige Pegel soll 2065 erreicht sein. Die Planung des Sees ist Teil des Projekts Indeland, das auf freizeitwirtschaftliche Nutzung und Arbeitsplatze Entstehung abzielt. Die Landesregierung NRW hat den Leitentscheid Braunkohle 2020/2021 getroffen, der die Wiedernutzbarmachung der Tagebaulöcher regelt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung startete 2021 die Bürgerbeteiligungsplattform BioökonomieREVIER zur Strukturentwicklung im Rheinischen Braunkohlerevier. Das Forschungszentrum Jülich forscht aktiv am Strukturwandel im rheinischen Kohlerevier, was den Kreis als Modellregion für den Wandel von der Braunkohle zu nachhaltigen Wirtschaftsformen positioniert.

Die Bevölkerungsentwicklung war von 2015 bis 2023 positiv: von 262.828 auf 272.666 Einwohner. Der Kreis verzeichnet damit ein Wachstum, das auf die attraktive Lage zwischen Aachen und Köln und die vorhandenen Arbeitsplätze in Forschung und Industrie zurückzuführen ist. Die Kaufpreiszeitreihe zeigt mit 2.766 EUR/m² (geschätzt 2026) eine weitere Steigerung, während die Mietpreise auf 10,26 EUR/m² (geschätzt 2026) ansteigen sollen.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20186,77 €/m²
20197,46 €/m²
20207,57 €/m²
20218,29 €/m²
20228,63 €/m²
20238,97 €/m²
20249,51 €/m²
20259,51 €/m²
202610,26 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20181.702 €/m²
20192.060 €/m²
20202.292 €/m²
20212.505 €/m²
20222.407 €/m²
20232.283 €/m²
20242.494 €/m²
20252.388 €/m²
20262.766 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20184,77 %
20194,35 %
20203,97 %
20213,97 %
20224,30 %
20234,71 %
20244,58 %
20254,78 %
20264,45 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2015262.828 Einwohner
2016262.072 Einwohner
2017262.889 Einwohner
2018263.722 Einwohner
2019264.638 Einwohner
2020265.140 Einwohner
2021266.771 Einwohner
2022270.833 Einwohner
2023272.666 Einwohner
2024272.666 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
3–41,00 Orte
4–511,00 Orte
5–62,00 Orte
6–71,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Düren, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Heimbach, Stadt6,16 %
Hürtgenwald5,63 %
Düren, Stadt5,13 %
Niederzier4,92 %
Titz4,84 %
Linnich, Stadt4,63 %
Nörvenich4,51 %
Nideggen, Stadt4,51 %
Aldenhoven4,51 %
Merzenich4,44 %

Alle Orte im Kreis

15 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Düren
Heimbach, Stadt523964.34910,33 €2.013 €6,16 %16,2
Hürtgenwald523938.9938,24 €1.756 €5,63 %17,8
Düren, Stadt5234993.3239,77 €2.288 €5,13 %19,5
Niederzier5238214.4939,78 €2.386 €4,92 %20,3
Titz524458.8869,38 €2.326 €4,84 %20,7
Linnich, Stadt5244113.0568,44 €2.187 €4,63 %21,6
Aldenhoven5245714.2319,12 €2.425 €4,51 %22,2
Nideggen, Stadt5238510.3979,17 €2.439 €4,51 %22,2
Nörvenich5238811.38711,27 €2.998 €4,51 %22,2
Merzenich5239910.4099,49 €2.569 €4,44 %22,6
Inden524597.6088,10 €2.206 €4,41 %22,7
Jülich, Stadt5242833.35910,36 €2.938 €4,23 %23,6
Langerwehe5237914.46710,07 €2.910 €4,15 %24,1
Kreuzau5237217.7569,30 €2.706 €4,13 %24,2
Vettweiß523919.9529,36 €3.190 €3,52 %28,4