Marktüberblick und Einordnung
Der Märkische Kreis liegt im Nordwesten des Sauerlands im Regierungsbezirk Arnsberg und umfasst 15 Gemeinden auf 1.061 Quadratkilometern. Mit 405.164 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) ist er einer der bevölkerungsreicheren Kreise Nordrhein-Westfalens, hat aber seit 1995 rund 53.000 Einwohner verloren – ein Rückgang von knapp zwölf Prozent. Die Bevölkerungsdichte beträgt 382 Einwohner je Quadratkilometer.
Auf dem Immobilienmarkt rangiert der Kreis am unteren Ende der Skala: Mit einem mittleren Kaufpreis von 1.740 Euro pro Quadratmeter liegt er auf Rang 52 von 53 Kreisen in Nordrhein-Westfalen – nur der Kreis Höxter ist noch günstiger. Der deutsche Durchschnitt liegt bei 2.409 Euro pro Quadratmeter. Die durchschnittliche Miet liegt bei 7,41 Euro pro Quadratmeter, die Bruttomietrendite bei 5,21 Prozent. Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 268 von rund 400 Kreisen ein, mit einem besonders schwachen Dynamik-Rang von 387.
Innere Struktur und Preisgefälle
Die 15 Gemeinden des Märkischen Kreises zeigen eine deutliche innere Spreizung, die den Durchschnittswert überdeckt. Die teuerste Gemeinde ist Balve mit 2.179 Euro pro Quadratmeter Kaufpreis und einer Rendite von nur 4,25 Prozent. dicht gefolgt von Meinerzhagen (2.121 Euro/m², 4,78 Prozent Rendite), Menden (1.969 Euro/m²), Kierspe (1.955 Euro/m²) und Lüdenscheid (1.940 Euro/m²).
Auf der anderen Seite liegen die günstigsten Gemeinden deutlich darunter: Altena mit 1.213 Euro/m² und einer Rendite von 6,24 Prozent, Nachrodt-Wiblingwerde mit 1.316 Euro/m² (5,91 Prozent Rendite), Neuenrade mit 1.425 Euro/m² (6,5 Prozent Rendite), Werdohl mit 1.469 Euro/m² (5,3 Prozent Rendite) und Plettenberg mit 1.475 Euro/m² (6,02 Prozent Rendite).
Die Kaufpreisspreizung beträgt damit den Faktor 1,8 zwischen der teuersten und der günstigsten Gemeinde. Die Mietpreise reichen von 6,31 Euro/m² in Altena bis 8,45 Euro/m² in Meinerzhagen. Die Renditespanne liegt bei 4,25 bis 6,5 Prozent.
Die beiden größten Städte Iserlohn (93.326 Einwohner) und Lüdenscheid (70.810 Einwohner) bilden das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Kreises. Hemer (34.722 Einwohner) und Menden (52.121 Einwohner) sind mittlere kreisangehörige Städte. Die restlichen Gemeinden sind kleiner und teilweise ländlich geprägt.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Die Wirtschaft des Märkischen Kreises ist historisch von der Metallverarbeitung geprägt. Iserlohn erlebte im 18. und 19. Jahrhundert dank der Metallindustrie einen wirtschaftlichen Aufschwung und war jahrzehntelang die zweitgrößte Stadt Westfalens. Heute ist die Wirtschaft neben der Metallweiterverarbeitung vor allem durch chemische und medizinische Produktion sowie Dienstleistungen geprägt.
In Hemer ist die Wirtschaft überwiegend industriell geprägt. Der Weltmarktführer Grohe hat sein Stammwerk in Hemer und beschäftigt dort rund 1.500 Mitarbeiter. Weitere große Arbeitgeber in Hemer sind Keuco (Badzubehör, ca. 400 Mitarbeiter), die Andritz Sundwig GmbH (Maschinenbau, ca. 400 Beschäftigte), MWV Calmar (Kunststoffverarbeitung, 400 Mitarbeiter) und Schulte & Co. GmbH (Autozubehör, 435 Mitarbeiter). Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an den Beschäftigten in Hemer beträgt 54,1 Prozent.
Lüdenscheid ist als Kreisstadt das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des südlichen Märkischen Kreises und bekannt als "Bergstadt" und "Stadt des Lichts" aufgrund der historischen Lampen- und Leuchtenindustrie.
Die Arbeitslosenquote lag im Mai 2024 bei 7,4 Prozent im Kreisdurchschnitt. In Hemer betrug sie 7,1 Prozent, leicht unter dem Kreisdurchschnitt. Das Pendlersaldo Hemers betrug -862, was bedeutet, dass mehr Menschen aus Hemer auspendeln als einpendeln (8.252 Einpendler stehen 9.114 Auspendlern gegenüber). 4.752 Personen pendeln innerhalb Hemers zu ihrem Arbeitsplatz.
Verkehr, Bildung und Bevölkerungsentwicklung
Der Märkische Kreis gehört zur europäischen Metropolregion Rhein-Ruhr. Iserlohn grenzt unmittelbar an das Ruhrgebiet und ist Teil des Sauerlands.
Die Fachhochschule Südwestfalen mit Hauptsitz in Iserlohn (bis 2001: Märkische Fachhochschule) ist die einzige Hochschule im Kreisgebiet und bietet einen wichtigen Bildungsstandort für die Region. Die Hochschule hat zusätzliche Standorte in Hagen, Meschede und Soest.
Die Bevölkerungsentwicklung ist durch einen deutlichen Rückgang gekennzeichnet: Von 458.221 Einwohnern im Jahr 1995 auf 405.164 im Jahr 2025. Prognosen des IT.NRW sehen einen weiteren Rückgang der Erwerbspersonen um 28,6 Prozent von 200.500 auf 143.100 bis zum Jahr 2040 voraus.
Entwicklung und Ausblick
Der Märkische Kreis steht vor demografischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 268 von rund 400 deutschen Kreisen ein, mit einem besonders schwachen Dynamik-Rang von 387. Der Rang im Bereich Wettbewerb und Innovation liegt bei 198, der im Bereich Wohlstand und soziale Lage bei 300.
Die Immobilienmärkte der einzelnen Gemeinden entwickeln sich unterschiedlich. Die Zeitreihen zeigen für den Kreis einen Anstieg der Mietpreise von 6,12 Euro/m² (2018) auf 7,41 Euro/m² (2024), was einem Anstieg von rund 21 Prozent entspricht. Die Kaufpreise stiegen von 1.422 Euro/m² (2018) auf 1.727 Euro/m² (2024), was einem Anstieg von rund 21,5 Prozent entspricht. Für 2025 und 2026 sind weitere Anstiege prognostiziert.
Die starke innere Spreizung der Immobilienpreise – von 1.213 Euro/m² in Altena bis 2.179 Euro/m² in Balve – spiegelt die unterschiedliche wirtschaftliche und geografische Lage der Gemeinden wider. Die Renditen reichen von 4,25 Prozent in Balve bis 6,5 Prozent in Neuenrade, was auf unterschiedliche Nachfrage und Angebotsverhältnisse in den einzelnen Gemeinden hindeutet.