Marktüberblick und Einordnung
Der Landkreis Fürth ist mit 307 km² der flächenmäßig kleinste Landkreis Bayerns und liegt westlich der Städte Nürnberg und Fürth im Regierungsbezirk Mittelfranken. Mit rund 252.000 Einwohnern auf engem Raum gehört er zur Planungsregion Nürnberg und zur Metropolregion Nürnberg. Die 15 Gemeinden des Kreises weisen eine deutliche Preisspanne auf: Die durchschnittlichen Kaufpreise liegen bei 3.440 Euro pro Quadratmeter und damit deutlich über dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro. Im bayerischen Vergleich belegt der Kreis Rang 36 von 82 Landkreisen. Die durchschnittliche Bruttomietrendite beträgt 3,89 Prozent. Die Zeitreihen zeigen ein deutliches Wachstum der Mieten von 9,40 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2018 auf 11,79 Euro im Jahr 2025. Die Kaufpreise stiegen von 3.223 Euro im Jahr 2018 auf einen Höhepunkt von 4.018 Euro im Jahr 2021 und liegen 2025 bei 3.703 Euro.
Innere Struktur und Preisgefälle
Die inneren Strukturen des Marktes sind ausgeprägt. Die teuerste Gemeinde ist Puschendorf mit 4.479 Euro pro Quadratmeter Kaufpreis, gefolgt von Zirndorf mit 4.124 Euro. Die günstigsten Gemeinden liegen im Westen des Kreises: Wilhermsdorf mit 2.671 Euro, Tuchenbach mit 2.706 Euro und Seukendorf mit 3.003 Euro. Die Spreizung beträgt rund 1.800 Euro pro Quadratmeter zwischen teuerster und günstigster Gemeinde.
Die Mieten zeigen ein ähnliches Bild: Die höchsten Mietpreise finden sich in Fürth mit 13,17 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Oberasbach (12,55 Euro) und Stein (12,49 Euro). Die niedrigsten Mieten liegen in Puschendorf (9,19 Euro) und Wilhermsdorf (9,69 Euro).
Die Renditen sind in den teureren Gemeinden niedriger: Puschendorf weist mit 2,46 Prozent die niedrigste Rendite auf, während Tuchenbach mit 4,63 Prozent die höchste Rendite bietet. Die günstigsten Gemeinden im Westen des Kreises bieten damit die besseren Renditen, während die Gemeinden im Süden und Osten, näher an Nürnberg und Fürth gelegen, höhere Kaufpreise und niedrigere Renditen aufweisen.
Ein deutliches Preisgefälle ist entlang der S-Bahn-Achse nach Nürnberg erkennbar. Die Gemeinden Stein, Oberasbach und Roßtal an der S3 sind gut an den Nürnberger Hauptbahnhof angebunden und weisen entsprechend höhere Preise auf. Die westlichen Gemeinden Wilhermsdorf, Tuchenbach und Seukendorf liegen abseits der Hauptverkehrsachsen und sind entsprechend günstiger.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Der Landkreis Fürth ist geprägt von einer Mischung aus traditioneller Industrie und mittelständischen Unternehmen. Bekannte Unternehmen mit Sitz im Landkreis sind der Playmobil-Hersteller geobra Brandstätter und die Metz-Werke in Zirndorf, Faber-Castell in Stein sowie die Firma Cadolto aus Cadolzburg. In Langenzenn finden sich noch heute Ziegeleien, was auf die reichlich anstehenden Lehrbergschichten (Tone) zurückzuführen ist.
Die SRH Wilhelm Löhe Hochschule mit Schwerpunkten in Gesundheits- und Pflegeversorgung befindet sich in Fürth und trägt zur Bildungsinfrastruktur bei. Der Landkreis ist Mitglied der Planungsregion Nürnberg und der Metropolregion Nürnberg, was die starke Verflechtung mit den Nachbarstädten unterstreicht.
Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Landkreis auf Rang 83 von rund 400 deutschen Kreisen ein. Der Rang im Bereich Wettbewerb und Innovation liegt bei 80, im Bereich Stärke bei 74. Der Rang im Bereich Demografie liegt bei 86, im Bereich Arbeitsmarkt bei 119 und im Bereich Wohlstand und soziale Lage bei 142.
Verkehr und Erreichbarkeit
Die Verkehrsanbindung des Landkreises ist durch die Nähe zu Nürnberg und Fürth geprägt. Die S-Bahn Nürnberg bedient im Landkreis die Stationen Stein, Unterasbach (Oberasbach), Oberasbach und Roßtal auf der S3, sowie Fürth Klinikum und Fürth Hauptbahnhof auf den Linien S1 und S4. Die S3 verbindet den Landkreis direkt mit dem Nürnberger Hauptbahnhof und bietet im 20-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit Verbindungen.
Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Landkreis Erlangen-Höchstadt, an die kreisfreien Städte Erlangen, Fürth und Nürnberg sowie an die Landkreise Roth, Ansbach und Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim. Diese zentrale Lage im Nürnberger Umland begünstigt die Pendlerströme in die beiden Großstädte.
Entwicklung und Ausblick
Die Bevölkerungsentwicklung des Landkreises zeigt ein Wachstum von 238.462 Einwohnern im Jahr 2015 auf 251.858 im Jahr 2023. Das entspricht einem Anstieg von rund 13.400 Einwohnern in acht Jahren. Die Kaufpreise erreichten 2021 mit 4.018 Euro pro Quadratmeter einen Höhepunkt und korrigierten sich seicht auf 3.703 Euro im Jahr 2025. Die Mieten stiegen kontinuierlich von 9,40 Euro im Jahr 2018 auf 11,79 Euro im Jahr 2025.
Die starke Verflechtung mit den Nachbarstädten Nürnberg und Fürth sowie die Präsenz bekannter Unternehmen wie Playmobil, Metz und Faber-Castell bilden die Grundlage für die wirtschaftliche Stabilität des Landkreises. Die gute S-Bahn-Anbindung nach Nürnberg macht den Landkreis insbesondere für Pendler attraktiv. Die westlichen Gemeinden bieten dabei günstigere Preise und höhere Renditen, während die östlichen Gemeinden näher an den Großstädten höhere Kaufpreise aufweisen.