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Lagefaktor
Kreis · Baden-Württemberg

Hohenlohekreis

16 Orte mit zusammen 115.796 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
4,22 %
Bestwert 5,18 %
Ø Kaufpreis je m²
2.988 €
Ø Bruttomietrendite
4,22 %
Bestwert 5,18 %
Ø Miete
10,43 €/m²
Ø Kaufpreis
2.988 €/m²
Ø Prognos-Rang
#58
Zukunftsatlas, von 400

Standortbericht Hohenlohekreis

Der Hohenlohekreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs ist der kleinste Landkreis des Landes und vereint eine starke industrielle Basis mit erheblichen inneren Preisunterschieden. Die Würth-Gruppe in Künzelsau und der Gewerbepark Hohenlohe an der A6 prägen den Süden des Kreises, während das Jagsttal im Norden deutlich günstigere Immobilienpreise aufweist.

Marktüberblick und Einordnung

Der Hohenlohekreis liegt im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs im Regionalverband Heilbronn-Franken. Mit 115.796 Einwohnern auf 776,8 km² ist er der kleinste Landkreis des Landes. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 2.988 EUR/m², die mittlere Angebotsmiete bei 10,43 EUR/m². Damit rangiert der Kreis auf Platz 28 von 44 Kreisen in Baden-Württemberg – deutlich über dem deutschen Durchschnitt (2.409 EUR/m²), aber unter dem baden-württembergischen Mittel (3.140 EUR/m²). Die Bevölkerung wuchs von 110.181 im Jahr 2015 auf 115.796 im Jahr 2023. Der Prognos-Zukunftsatlas ordnet den Kreis mit dem Gesamtrang 58 von rund 400 deutschen Kreisen in die Spitzengruppe ein.

Innere Struktur und Preisgefälle

Der Hohenlohekreis weist eine erhebliche innere Spreizung auf. Die Kaufpreise reichen von 2.155 EUR/m² in Krautheim bis 3.604 EUR/m² in Zweiflingen – eine Differenz von über 67 Prozent. Auch bei der Miete liegt die Spanne bei 8,31 EUR/m² (Mulfingen) bis 12,69 EUR/m² (Zweiflingen). Die Rendite reicht von 3,79 Prozent in Forchtenberg und Waldenburg bis 5,18 Prozent in Krautheim.

Die teuersten Gemeinden liegen im Süden und Südosten des Kreises: Zweiflingen, Forchtenberg, Öhringen und Bretzfeld. Diese Gemeinden liegen entlang der Hohenlohebahn und in der Nähe der A6. Öhringen als Große Kreisstadt mit 25.591 Einwohnern bildet das wirtschaftliche und administrative Zentrum. Künzelsau, die Kreisstadt mit 16.436 Einwohnern, liegt mit 3.164 EUR/m² im oberen Mittelfeld.

Im Norden und Nordwesten des Kreises liegen die günstigsten Gemeinden: Krautheim am Jagsttal (2.155 EUR/m²), Mulfingen (2.239 EUR/m²) und Schöntal (2.437 EUR/m²). Diese Gemeinden sind weiter von den Hauptverkehrsachsen entfernt und haben geringere Einwohnerzahlen. Die Miete liegt hier bei 8,31 bis 9,30 EUR/m².

Ein klares Preisgefälle ist entlang der Achse Waldenburg–Künzelsau–Öhringen erkennbar, die der Hohenlohebahn und der A6 folgt. Im Süden des Kreises, direkt an der A6, liegen die Gemeinden mit den höchsten Preisen und dem Gewerbezentrum. Im Norden und Nordwesten, insbesondere im Jagsttal um Krautheim, sind die Werte deutlich niedriger.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Hohenlohekreis ist geprägt von einer starken industriellen Basis mit mehreren international tätigen Unternehmen. Der mit Abstand größte Arbeitgeber ist die Würth-Gruppe mit Hauptsitz in Künzelsau. Das von Adolf Würth 1954 gegründete Unternehmen ist weltweit Marktführer in der Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt rund 86.000 Mitarbeiter. Die Würth-Gruppe prägt die Kreisstadt Künzelsau als Wirtschaftsstandort maßgeblich.

Ein weiterer bedeutender Arbeitgeber ist die Scheuerle Fahrzeugfabrik GmbH in Pfedelbach. Das 1869 gegründete Unternehmen ist internationaler Hersteller von Schwerlast- und Spezialtransportfahrzeugen und gehört zur TII-Gruppe von Otto Rettenmaier. Pfedelbach liegt mit 9.397 Einwohnern und einem Kaufpreis von 3.060 EUR/m² im oberen Mittelfeld des Kreises.

In Weißbach hat die Konrad Hornschuch AG ihren Sitz, ein Hersteller von Klebstoff- und Kunstlederprodukten (d-c-fix, skai), der zum Continental-Konzern gehört. Das Unternehmen war zeitweise der größte Arbeitgeber im Hohenlohekreis.

Der Gewerbepark Hohenlohe, ein gemeinsames Projekt der Gemeinden Kupferzell, Waldenburg und Künzelsau, bietet auf 135 Hektar erschlossener Fläche direkt an der A6 Platz für mehr als zehn Unternehmen mit rund 6.800 Beschäftigten. Die vertretenen Branchen umfassen Außenhandel, Befestigungstechnik, Elektromechanik, Logistik, Hoch- und Industriebau sowie Tief- und Straßenbau. Der Gewerbepark ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor für den südlichen Teil des Kreises.

Die Wirtschaftsstruktur ist also von mittelständischer Industrie und international tätigen Hidden Champions geprägt, mit einem deutlichen Schwerpunkt im südlichen Teil des Kreises entlang der A6.

Verkehr und Erreichbarkeit

Die Verkehrsanbindung des Hohenlohekreises wird maßgeblich durch die A6 bestimmt, die im Süden des Kreises verläuft und den Gewerbepark Hohenlohe direkt erschließt. Die Bundesstraße B19 verläuft parallel zur Autobahn.

Im Schienenverkehr durchquert die Hohenlohebahn (Bahnstrecke Crailsheim–Heilbronn) den südlichen Teil des Kreises. Sie ist elektrifiziert und Teil der Stadtbahn Heilbronn. An den Bahnhöfen Waldenburg, Neuenstein und Öhringen Hbf bestehen Anschlüsse nach Heilbronn im Westen und Crailsheim im Osten. Die Strecke ist zweigleisig und ermöglicht eine schnelle Anbindung an das Regionalzentrum Heilbronn.

Die ehemalige Kochertalbahn (Waldenburg–Forchtenberg) wurde 1991 stillgelegt und ihre Trasse wird heute teilweise als Kocher-Jagst-Radweg genutzt. Die Gemeinden im Kochertal wie Künzelsau, Ingelfingen, Niedernhall und Forchtenberg sind damit nicht mehr direkt an das Schienennetz angebunden.

Im Norden des Kreises, insbesondere um Krautheim, sind die nächsten Bahnhöfe in Osterburken (22 km) und Bad Mergentheim (19 km) entfernt. Die Autobahn A81 ist in diesem Bereich die nächstgelegene Fernverkehrsverbindung.

Die Pendlerstruktur zeigt eine starke Ausrichtung nach Heilbronn im Westen und nach Schwäbisch Hall im Süden. Die Gemeinden im südlichen Teil des Kreises profitieren von der guten Anbindung an beide Zentren.

Entwicklung und Ausblick

Der Hohenlohekreis hat in den vergangenen Jahren ein deutliches Bevölkerungswachstum verzeichnet – von 110.181 Einwohnern (2015) auf 115.796 (2023), was einem Anstieg von rund 5.000 Menschen entspricht. Parallel dazu stiegen die Kaufpreise von 2.262 EUR/m² (2018) auf 3.089 EUR/m² (2024), ein Zuwachs von über 36 Prozent. Die Mieten entwickelten sich ähnlich dynamisch, von 8,47 EUR/m² (2018) auf 10,47 EUR/m² (2024).

Die starke wirtschaftliche Basis mit international tätigen Unternehmen wie Würth und Scheuerle sowie der Gewerbepark Hohenlohe als wichtiger Industriestandort bilden das Fundament für die anhaltende Nachfrage nach Wohnraum. Die gute Prognos-Bewertung (Rang 58 von 400) unterstreicht die strukturelle Stärke des Kreises.

Die innere Spreizung des Marktes bleibt ein bestimmendes Merkmal: Während die Gemeinden im Süden entlang der A6 und der Hohenlohebahn von der wirtschaftlichen Dynamik profitieren und hohe Preise erzielen, bleiben die Gemeinden im Norden und Nordwesten des Kreises preislich deutlich zurück. Diese Differenzierung wird sich voraussichtlich fortsetzen, solange die wirtschaftlichen Aktivitäten und die Verkehrsanbindung ungleich verteilt bleiben.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20188,47 €/m²
20198,62 €/m²
20208,70 €/m²
20219,12 €/m²
20229,84 €/m²
202310,46 €/m²
202410,47 €/m²
202510,99 €/m²
202610,30 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20182.262 €/m²
20192.583 €/m²
20202.720 €/m²
20212.971 €/m²
20223.185 €/m²
20232.915 €/m²
20243.089 €/m²
20252.978 €/m²
20263.178 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20184,49 %
20194,01 %
20203,84 %
20213,68 %
20223,71 %
20234,31 %
20244,07 %
20254,43 %
20263,89 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2015110.181 Einwohner
2016110.689 Einwohner
2017111.392 Einwohner
2018112.010 Einwohner
2019112.655 Einwohner
2020112.765 Einwohner
2021113.318 Einwohner
2022115.063 Einwohner
2023115.796 Einwohner
2024115.796 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
3–45,00 Orte
4–510,00 Orte
5–61,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Hohenlohekreis, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Krautheim, Stadt5,18 %
Ingelfingen, Stadt4,67 %
Neuenstein, Stadt4,53 %
Mulfingen4,46 %
Schöntal4,39 %
Künzelsau, Stadt4,27 %
Zweiflingen4,23 %
Öhringen, Stadt4,19 %
Pfedelbach4,14 %
Dörzbach4,13 %

Alle Orte im Kreis

16 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Hohenlohekreis
Krautheim, Stadt742384.6439,30 €2.155 €5,18 %19,3
Ingelfingen, Stadt746535.48910,74 €2.762 €4,67 %21,4
Neuenstein, Stadt746326.72211,17 €2.959 €4,53 %22,1
Mulfingen746733.6518,31 €2.239 €4,46 %22,4
Schöntal742145.6348,91 €2.437 €4,39 %22,8
Künzelsau, Stadt7465316.43611,25 €3.164 €4,27 %23,4
Zweiflingen746391.79112,69 €3.604 €4,23 %23,7
Öhringen, Stadt7461325.59111,67 €3.340 €4,19 %23,8
Pfedelbach746299.39710,55 €3.060 €4,14 %24,2
Dörzbach746772.5979,71 €2.825 €4,13 %24,2
Bretzfeld7462612.64511,12 €3.285 €4,06 %24,6
Kupferzell746356.57010,66 €3.206 €3,99 %25,1
Weißbach746792.0759,90 €3.042 €3,91 %25,6
Niedernhall, Stadt746764.21310,22 €3.202 €3,83 %26,1
Forchtenberg, Stadt746705.30210,67 €3.375 €3,79 %26,4
Waldenburg, Stadt746383.0409,96 €3.153 €3,79 %26,4