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Lagefaktor
Kreis · Baden-Württemberg

Main-Tauber-Kreis

18 Orte mit zusammen 135.371 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
4,31 %
Bestwert 5,92 %
Ø Kaufpreis je m²
2.485 €
Ø Bruttomietrendite
4,31 %
Bestwert 5,92 %
Ø Miete
8,75 €/m²
Ø Kaufpreis
2.485 €/m²
Ø Prognos-Rang
#157
Zukunftsatlas, von 400

Standortbericht Main-Tauber-Kreis

Der Main-Tauber-Kreis ist der flächengrößte und einwohnerschwächste Landkreis Baden-Württembergs mit 135.371 Einwohnern auf 1.304 km². Der Immobilienmarkt liegt knapp über dem deutschen Durchschnitt (2.485 EUR/m² Kaufpreis), weist aber innerhalb des Kreises eine erhebliche Spreizung von 1.892 bis 3.228 EUR/m² auf. Die Wirtschaft wird vom mittelständischen Unternehmen Wirthwein (Creglingen) und dem Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim als größte Arbeitgeber geprägt. Die Verkehrsanbindung erfolgt über die Frankenbahn und die B 27, die Lage an vier Metropolregionen bietet Chancen und Herausforderungen.

Marktüberblick und Einordnung

Der Main-Tauber-Kreis liegt im nördlichsten Teil Baden-Württembergs und ist der flächengrößte und einwohnerschwächste Landkreis des Landes. Mit 135.371 Einwohnern auf 1.304 km² weist er die geringste Bevölkerungsdichte aller 35 baden-württembergischen Landkreise auf (104 Einwohner je km²). Der Kreis gehört zum Regionalverband Heilbronn-Franken und ist praktisch deckungsgleich mit der Region Tauberfranken.

Auf dem Immobilienmarkt liegt der Kreis mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 2.485 EUR/m² knapp über dem deutschen Durchschnitt (2.409 EUR/m²), deutlich unter dem baden-württembergischen Niveau (3.140 EUR/m²). In Baden-Württemberg rangiert er mit einem Kaufpreis-Rang von 40 von 44 Kreisen auf einem der unteren Plätze. Die durchschnittliche Mietpreis liegt bei 8,75 EUR/m² und damit knapp unter dem Bundesdurchschnitt von 8,92 EUR/m². Die durchschnittliche Bruttomietrendite beträgt 4,31 Prozent und liegt nahe am Landesdurchschnitt (4,36 %).

Die Zeitreihe zeigt einen deutlichen Anstieg der Kaufpreise von 1.960 EUR/m² (2018) auf 2.672 EUR/m² (2024), gefolgt von einem Rückgang auf 2.500 EUR/m² (2025). Die Mietpreise stiegen von 6,47 EUR/m² (2018) auf 9,14 EUR/m² (2024) und stabilisieren sich seither auf diesem Niveau. Die Bevölkerung wuchs von 132.181 (2015) auf 135.371 (2023), was einem Zuwachs von über 3.000 Einwohnern in neun Jahren entspricht.

Innere Struktur und Preisgefälle

Der Main-Tauber-Kreis weist eine erhebliche innere Spreizung auf, die sich in den Kaufpreisen, Mieten und Renditen widerspiegelt. Die Kaufpreise reichen von 1.892 EUR/m² in Niederstetten bis 3.228 EUR/m² in Weikersheim – eine Spanne von 71 %. Die Mietpreise variieren zwischen 7,09 EUR/m² in Wittighausen und 10,40 EUR/m² in Bad Mergentheim. Die Rendite-Spanne reicht von 3,08 % in Werbach bis 5,92 % in Assamstadt.

Die teuerste Gemeinde ist Weikersheim mit 3.228 EUR/m² Kaufpreis und einem Kaufpreisfaktor von 30, gefolgt von Igersheim (2.860 EUR/m²), Werbach (2.851 EUR/m²), Bad Mergentheim (2.793 EUR/m²) und Wertheim (2.755 EUR/m²). Die günstigsten Gemeinden liegen im Norden und Osten des Kreises: Niederstetten (1.892 EUR/m²), Külsheim (1.933 EUR/m²), Großrinderfeld (1.942 EUR/m²), Assamstadt (2.048 EUR/m²) und Creglingen (2.141 EUR/m²).

Ein deutliches Muster zeigt sich entlang der Frankenbahn: Die Gemeinden Bad Mergentheim, Wertheim, Tauberbischofsheim, Lauda-Königshofen und Boxberg liegen im mittleren bis oberen Preissegment. Die nördlichen Gemeinden im Raum Niederstetten, Külsheim und Großrinderfeld bilden das Preisgefälle nach Norden. Weikersheim als südliche Gemeinde entlang der Tauber bildet eine Ausnahme und liegt mit 3.228 EUR/m² an der Spitze – möglicherweise begünstigt durch die Lage im Lieblichen Taubertal und die Nähe zum Tourismus.

Die fünf größten Gemeinden (Bad Mergentheim, Wertheim, Tauberbischofsheim, Lauda-Königshofen, Boxberg) konzentrieren sich auf 72.007 Einwohner, was rund 53 % der Kreisbevölkerung entspricht. Die kleinsten Gemeinden (Ahorn, Assamstadt, Wittighausen) haben jeweils unter 2.300 Einwohner und liegen preislich sehr unterschiedlich.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Die Wirtschaft des Main-Tauber-Kreises ist von mittelständischer Struktur geprägt. Größter bekannter Arbeitgeber im Kreis ist die Wirthwein SE mit Sitz in Creglingen. Das Familienunternehmen beschäftigt weltweit rund 2.700 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 457 Millionen Euro. Wirthwein ist in den Geschäftsfeldern Kunststoffverarbeitung, Innenausbau und Schieneninfrastruktur tätig und gilt als Weltmarktführer für Schwellendübel im Eisenbahnoberbau mit Produkten für über 30.000 Streckenkilometer weltweit. Das Unternehmen beliefert unter anderem die BSH Hausgeräte, BMW und die Deutsche Bahn.

Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Main-Tauber-Kreis auf Rang 157 von rund 400 deutschen Kreisen ein. Besonders gut positioniert ist er im Bereich Arbeitsmarkt (Rang 93) und Wettbewerb/Innovation (Rang 248). Schwächer ausgeprägt sind Demografie (Rang 198) und Wohlstand (Rang 121).

Der Kreis gehört zur Metropolregion Stuttgart und grenzt an drei weitere Metropolregionen (Nürnberg, Rhein-Main, Rhein-Neckar), was die wirtschaftliche Ausrichtung auf mehrere Ballungsräume widerspiegelt. Die Lage im Regenschatten von Odenwald und Spessart begünstigt ein trockenes, warmes Klima, das den Wein- und Obstbau entlang der Tauber begünstigt. Der Kreis ist Teil der Ferienlandschaft Liebliches Taubertal, was dem Tourismus eine Bedeutung einräumt.

Gesundheitsversorgung als Wirtschaftsfaktor

Das Gesundheitswesen ist im Main-Tauber-Kreis ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber. Das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim (CKBM) ist das größte Krankenhaus des Kreises: Es verfügt über 434 Betten, beschäftigt rund 1.300 Mitarbeiter und weist einen Jahresetat von 90 Millionen Euro auf. Als Krankenhaus der Schwerpunktversorgung (Versorgungsstufe II) und Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Würzburg bietet es 13 Fachkliniken und 12 Kompetenzzentren, darunter ein Regionales Centrum für Tumorerkrankungen und ein Regionales Traumazentrum.

Das Krankenhaus Tauberbischofsheim (KHMT) versorgt mit 241 Betten und rund 300 Mitarbeitern die Grund- und Regelversorgung. Es erbringt jährlich etwa 5.000 bis 6.000 stationäre und 12.000 bis 13.000 ambulante Behandlungen. Beide Krankenhäuser sind über die Gesundheitsholding Tauberfranken gGmbH verbunden, an der der Main-Tauber-Kreis mit 20 Prozent beteiligt ist.

Im Norden des Kreises befindet sich das Bürgerspital Wertheim, das im Januar 2025 nach der Schließung der Rotkreuzklinik im Juni 2024 neu eröffnet wurde. Das Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung verfügt über 95 Betten plus 88 Reha-Betten (neurologische Reha der Mediclin AG). Die Wiedereröffnung erfolgte unter neuer Trägerschaft durch die Stadt Wertheim in Kooperation mit der Westfalenklinik-Gruppe. Das Modell wird als zukunftsweisender Ansatz für die ländliche Gesundheitsversorgung diskutiert. Die Stadt Wertheim sichert das Krankenhaus mit einem Defizitausgleich von bis zu 2,75 Millionen Euro jährlich, der Main-Tauber-Kreis beteiligt sich mit bis zu 625.000 Euro pro Jahr.

Verkehr und Erreichbarkeit

Die Verkehrsanbindung des Main-Tauber-Kreises wird maßgeblich durch die Frankenbahn (Stuttgart–Würzburg) bestimmt, die den Kreis in Nord-Süd-Richtung durchzieht. Entlang der Tauber liegen die Bahnhöfe Lauda, Tauberbischofsheim, Bad Mergentheim, Boxberg, Werbach und Wertheim. Die Frankenbahn bietet Anschluss an die beiden großen Regionalzentren Stuttgart und Würzburg.

Im Norden des Kreises liegt Wertheim an der Mündung der Tauber in den Main und ist über die Bahnstrecke Neckarelz–Osterburken mit dem S-Bahn-RheinNeckar-Netz verbunden (Anschluss in Mosbach-Neckarelz an die S-Bahn nach Heidelberg und Heilbronn). Diese Verbindung ist durchgehend zweigleisig und elektrifiziert.

Die Autobahnanbindung erfolgt über die B 27 und B 19, die den Kreis durchqueren. Direkte Autobahnanschlüsse an die A 81 (Stuttgart–Würzburg) oder A 3 bestehen nicht. Die nächsten Autobahnanschlüsse befinden sich in Würzburg (A 3/A 7) und Heilbronn (A 6/A 81). Die Entfernung zu den nächsten ICE-Bahnhöfen beträgt rund 30 Kilometer nach Würzburg Hbf und rund 50 Kilometer nach Heilbronn Hbf.

Die Lage an der Schnittstelle von vier Metropolregionen (Stuttgart, Nürnberg, Rhein-Main, Rhein-Neckar) bietet sowohl Chancen als auch Herausforderungen: Einerseits ergibt sich ein breiter Arbeitsmarkt, andererseits besteht die Gefahr der Abwanderung in die Ballungsräume.

Entwicklung und Ausblick

Die Bevölkerung des Main-Tauber-Kreises wuchs von 2015 bis 2023 um über 3.000 Einwohner (von 132.181 auf 135.371), was für einen ländlichen Kreis bemerkenswert ist. Die Kaufpreise stiegen von 2018 bis 2024 um rund 36 %, bevor sie 2025 leicht auf 2.500 EUR/m² zurückgingen. Die Mietpreise verdreiflichten sich von 2018 bis 2024 von 6,47 auf 9,14 EUR/m².

Das Bürgerspital Wertheim stellt ein regionales Beispiel für den Strukturwandel im ländlichen Raum dar: Nach der Insolvenz der Rotkreuzklinik wurde ein neues Versorgungsmodell entwickelt, das kommunale Trägerschaft mit privatem Betrieb kombiniert. Ob sich dieses Modell als tragfähiger Prototyp für die ländliche Gesundheitsversorgung erweist, bleibt abzuwarten.

Die wirtschaftliche Struktur des Kreises bleibt von mittelständischen Unternehmen geprägt. Wirthwein als größter bekannter Arbeitgeber im Kreis zeigt die internationale Vernetzung der regionalen Wirtschaft. Die Lage im Lieblichen Taubertal und die Kurstadt Bad Mergentheim bieten Potenziale für den Tourismus, der jedoch schwer quantifizierbar ist.

Die innere Spreizung der Immobilienpreise – von unter 1.900 EUR/m² in den nördlichen Gemeinden bis über 3.200 EUR/m² in Weikersheim – spiegelt die unterschiedliche Attraktivität der Teilräume wider. Die Gemeinden entlang der Frankenbahn und im Taubertal profitieren von der besseren Infrastruktur und der landschaftlichen Lage, während die nördlichen Gemeinden im Raum Niederstetten und Külsheim preislich deutlich zurückliegen.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20186,47 €/m²
20197,13 €/m²
20207,60 €/m²
20218,20 €/m²
20228,49 €/m²
20238,53 €/m²
20249,14 €/m²
20259,16 €/m²
20268,90 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20181.960 €/m²
20192.054 €/m²
20202.117 €/m²
20212.018 €/m²
20222.388 €/m²
20232.489 €/m²
20242.672 €/m²
20252.500 €/m²
20262.790 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20183,96 %
20194,17 %
20204,31 %
20214,88 %
20224,27 %
20234,11 %
20244,10 %
20254,40 %
20263,83 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2015132.181 Einwohner
2016132.274 Einwohner
2017132.189 Einwohner
2018132.321 Einwohner
2019132.399 Einwohner
2020132.684 Einwohner
2021132.956 Einwohner
2022134.745 Einwohner
2023135.371 Einwohner
2024135.371 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
3–45,00 Orte
4–510,00 Orte
5–63,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Main-Tauber-Kreis, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Assamstadt5,92 %
Niederstetten, Stadt5,34 %
Külsheim, Stadt5,25 %
Grünsfeld, Stadt4,91 %
Großrinderfeld4,83 %
Creglingen, Stadt4,63 %
Tauberbischofsheim, Stadt4,50 %
Bad Mergentheim, Stadt4,47 %
Igersheim4,32 %
Königheim4,22 %

Alle Orte im Kreis

18 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Main-Tauber-Kreis
Assamstadt979592.24210,10 €2.048 €5,92 %16,9
Niederstetten, Stadt979964.9228,42 €1.892 €5,34 %18,7
Külsheim, Stadt979005.4148,45 €1.933 €5,25 %19,1
Grünsfeld, Stadt979473.6969,16 €2.241 €4,91 %20,4
Großrinderfeld979504.1097,81 €1.942 €4,83 %20,7
Creglingen, Stadt979934.5658,25 €2.141 €4,63 %21,6
Tauberbischofsheim, Stadt9794113.6219,24 €2.464 €4,50 %22,2
Bad Mergentheim, Stadt9798024.75210,40 €2.793 €4,47 %22,4
Igersheim979995.60710,30 €2.860 €4,32 %23,1
Königheim979533.0078,95 €2.547 €4,22 %23,7
Wertheim, Stadt9787723.3199,46 €2.755 €4,12 %24,3
Boxberg, Stadt979446.7108,82 €2.629 €4,02 %24,9
Lauda-Königshofen, Stadt9792214.5968,96 €2.675 €4,02 %24,9
Freudenberg, Stadt978963.7018,27 €2.517 €3,94 %25,4
Ahorn747442.2397,55 €2.632 €3,44 %29,1
Weikersheim, Stadt979907.8818,98 €3.228 €3,34 %30,0
Wittighausen979571.7357,09 €2.590 €3,29 %30,4
Werbach979563.2557,33 €2.851 €3,08 %32,4