Marktüberblick und Einordnung
Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen liegt im Nordwesten des Regierungsbezirks Oberbayern und gehört zur Planungsregion Ingolstadt. Auf 739,7 Quadratkilometern leben rund 101.100 Menschen in 18 Gemeinden. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 3.223 Euro pro Quadratmeter, damit rangiert der Kreis auf Platz 41 von 82 im bayerischen Vergleich und deutlich über dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro. Die Mietwerte liegen bei durchschnittlich 10,47 Euro pro Quadratmeter, die Bruttomietrendite bei 4,27 Prozent. Die Kaufpreise sind seit 2018 von 2.887 auf 3.745 Euro pro Quadratmeter gestiegen, die Mieten von 8,66 auf 10,48 Euro. Die Bevölkerung wuchs von 94.654 im Jahr 2015 auf 101.109 im Jahr 2023 – ein deutliches Wachstum in einer Zeit, in der viele ländliche Kreise schrumpfen.
Innere Struktur und Preisgefälle
Der Immobilienmarkt des Landkreises weist eine ausgeprägte innere Struktur auf, die sich an zwei Achsen orientiert: der Paartalbahn im Süden und der Donau im Norden. Die teuersten Gemeinden liegen im Süden des Kreises entlang der Bahnstrecke Ingolstadt–Augsburg. Schrobenhausen führt mit 4.254 Euro pro Quadratmeter Kaufpreis an, gefolgt von Karlshuld (4.028 Euro), Bergheim (3.927 Euro), Karlskron (3.767 Euro) und Königsmoos (3.709 Euro). Diese fünf Gemeinden bilden eine klare Preisspitze.
Im Norden des Kreises, entlang der Donau und im Donaumoos, liegen die günstigsten Gemeinden. Brunnen fällt mit 895 Euro pro Quadratmeter extrem aus dem Rahmen – der niedrigste Wert im gesamten Kreis. Rennertshofen (2.432 Euro), Burgheim (2.706 Euro), Weichering (2.748 Euro) und Langenmosen (2.763 Euro) bilden die untere Preisklasse. Die Kaufpreis-Spreizung von 895 auf 4.254 Euro pro Quadratmeter ist beträchtlich und zeigt, dass der Kreis keine homogene Struktur aufweist.
Die Rendite-Spanne reicht von 3,03 Prozent in Bergheim bis 11,91 Prozent in Brunnen. Die hohen Renditen in den nordöstlichen Gemeinden sind primär auf die extrem niedrigen Kaufpreise zurückzuführen, nicht auf überdurchschnittliche Mieten. Die Mieten selbst liegen in Brunnen bei 8,88 Euro pro Quadratmeter, was unter dem Kreisdurchschnitt liegt.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ist geprägt von zwei Mittelzentren: der Großen Kreisstadt Neuburg an der Donau im Norden und der Stadt Schrobenhausen im Süden. Neuburg an der Donau ist mit rund 30.881 Einwohnern die größte Gemeinde des Kreises und Sitz der Kreisverwaltung. Schrobenhausen hat rund 18.200 Einwohner und ist ein Mittelzentrum in der Planungsregion Augsburg.
Ein wichtiger Arbeitgeber im Kreis ist das AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg, ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit 312 Betten und knapp 850 Mitarbeitern. Es wurde im April 2022 von der Schweizer AMEOS-Gruppe übernommen und sichert die medizinische Grundversorgung im ländlichen Raum. Historisch war Schrobenhausen Standort der Paraxol GmbH, die während des Zweiten Weltkriegs Pentaerythrit herstellte.
Die Landwirtschaft spielt im ländlich geprägten Kreis eine Rolle, insbesondere in den Donauniederungen und im Donaumoos. Die Region ist Teil der Planungsregion Ingolstadt, was die wirtschaftliche Ausrichtung auf die Metropolregion München und die Industriestädte Ingolstadt und Augsburg widerspiegelt.
Verkehr und Erreichbarkeit
Die Verkehrsanbindung des Landkreises ist durch zwei unterschiedliche Strukturen geprägt. Im Süden verläuft die Paartalbahn, eine 62,96 Kilometer lange, überwiegend eingleisige und nicht-elektrifizierte Hauptbahn zwischen Ingolstadt und Augsburg-Hochzoll. Sie führt im Tal der Paar über Schrobenhausen, Aichach und Friedberg nach Augsburg. Auf der Strecke gelten ein 15-Minuten-Takt zwischen Augsburg und Friedberg sowie ein 30-Minuten-Takt weiter nach Aichach. Der Betrieb wird durch die Bayerische Regiobahn (BRB) durchgeführt. An der Strecke liegen die Haltepunkte Schrobenhausen, Hörzhausen, Brunnen (seit 2020) und Edelshausen. Die tägliche Fahrgastzahl stieg von 4.950 im Jahr 2008 auf 8.500 im Jahr 2012.
Schrobenhausen liegt 39 Kilometer von Augsburg, 40 Kilometer von Ingolstadt und 50 Kilometer von München entfernt. Diese Entfernungen machen Schrobenhausen zu einer attraktiven Wohngemeinde für Pendler in diese Ballungsräume. Neuburg an der Donau liegt nordöstlich von Augsburg und westlich von Ingolstadt an der Donau.
Die Autobahnanbindung erfolgt über die A93 (Ingolstadt–Neuburg an der Donau) und die A9 (München–Nürnberg), die im weiteren Umland des Kreises verlaufen. Die direkte Anbindung an das Autobahnnetz ist damit weniger ausgeprägt als die Schienenanbindung im Süden.
Entwicklung und Ausblick
Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ist eine Wachstumsregion. Die Bevölkerung wuchs von 73.000 Einwohnern bei der Gründung 1972 auf 99.429 im Jahr 2025, ein Zuwachs von 36 Prozent. Bis 2031 wird mit weiteren 1,5 Prozent Zuwachs gerechnet. Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 121 von rund 400 deutschen Kreisen ein (Gesamtrang), mit Rang 109 in der Stärke und Rang 244 in der Dynamik. Der Rang 244 in der Dynamik ist ein Hinweis darauf, dass der Kreis in puncto Zukunftschancen im unteren Drittel liegt.
Die innere Struktur des Marktes wird sich wahrscheinlich weiter verfestigen: Die Gemeinden im Süden entlang der Paartalbahn profitieren von der guten Anbindung an Augsburg und Ingolstadt und werden weiterhin die teuersten des Kreises bleiben. Die Gemeinden im Norden entlang der Donau bleiben preislich unter dem Kreisdurchschnitt, was sich aus der geringeren Erreichbarkeit der großen Ballungsräume erklärt. Die Kaufpreise sind seit 2018 deutlich gestiegen, von 2.887 auf 3.745 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2025, was einem Anstieg von rund 30 Prozent entspricht.