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Lagefaktor
Kreis · Sachsen-Anhalt

Salzlandkreis

21 Orte mit zusammen 184.943 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
8,41 %
Bestwert 13,75 %
Ø Kaufpreis je m²
964 €
Ø Bruttomietrendite
8,41 %
Bestwert 13,75 %
Ø Miete
6,39 €/m²
Ø Kaufpreis
964 €/m²
Ø Prognos-Rang
#375
Zukunftsatlas, von 400

Standortbericht Salzlandkreis

Der Salzlandkreis ist der günstigste Landkreis Sachsen-Anhalts nach Kaufpreis und weist eine starke innere Spreizung auf: Schönebeck nahe Magdeburg erreicht mit 1.332 EUR/m² die höchsten Preise, während Plötzkau mit 534 EUR/m² und Staßfurt mit 801 EUR/m² die niedrigsten aufweisen. Der Kreis ist geprägt vom Salz- und Kalibergbau (K+S Steinsalzbergwerk Bernburg), der A36 als Nord-Süd-Achse und einem deutlichen Bevölkerungsrückgang.

Marktüberblick und Einordnung

Der Salzlandkreis liegt im Zentrum Sachsen-Anhalts und ist mit 1.434 km² Fläche und rund 185.000 Einwohnern der zweitkleinste Landkreis des Landes. Er grenzt nicht an ein anderes Bundesland und wurde 2007 aus den ehemaligen Landkreisen Aschersleben-Staßfurt, Bernburg und Schönebeck gebildet. Der Kreis ist der günstigste in Sachsen-Anhalt nach mittlerem Kaufpreis (964 EUR/m²) und liegt damit auf dem letzten Platz von 14 Kreisen im Landesvergleich. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 2.409 EUR/m². Die Mietwerte liegen mit 6,39 EUR/m² knapp unter dem Landesmittel von 6,40 EUR/m². Die Bruttomietrendite beträgt durchschnittlich 8,41 Prozent und übertrifft damit den deutschen Durchschnitt von 5,1 Prozent deutlich.

Die Kaufpreise stiegen von 652 EUR/m² (2018) auf 1.051 EUR/m² (2024) an, bevor sie 2025 leicht auf 1.020 EUR/m² zurückgingen. Die Mieten entwickelten sich kontinuierlich steigend von 5,46 EUR/m² (2018) auf 6,74 EUR/m² (2025). Die Bevölkerung des Kreises ist hingegen rückläufig: Von 196.695 Einwohnern (2015) auf 184.943 (2023), ein Verlust von über 11.000 Menschen in acht Jahren. Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Platz 375 von rund 400 deutschen Kreisen ein (Gesamtrang), mit besonders schwachen Werten in der Demografie (Platz 388) und der wirtschaftlichen Stärke (Platz 373).

Innere Struktur und Preisgefälle

Die Spreizung innerhalb des Kreises ist beträchtlich. Die Kaufpreise reichen von 534 EUR/m² in Plötzkau bis 1.332 EUR/m² in Schönebeck (Elbe) – ein Faktor von 2,5. Die Mieten variieren zwischen 5,76 EUR/m² in Giersleben und 6,95 EUR/m² in Schönebeck. Die Rendite-Spanne ist mit 5,48 Prozent in Bördeland bis 13,75 Prozent in Plötzkau besonders groß.

Die teuerste Gemeinde ist Schönebeck mit 1.332 EUR/m² Kaufpreis und 6,95 EUR/m² Miete. Schönebeck liegt im Norden des Kreises, nur 15 Kilometer südlich von Magdeburg, und profitiert direkt von der Nähe zur Landeshauptstadt. Die nächstgünstigste Großgemeinde ist Staßfurt mit 23.963 Einwohnern und nur 801 EUR/m² – ein deutliches Preisgefälle zwischen den beiden großen Städten im Norden des Kreises.

Im Westen des Kreises, rund um Aschersleben, liegen weitere relativ teure Gemeinden: Bördeland (1.299 EUR/m²), Ilberstedt (1.261 EUR/m²), Borne (1.250 EUR/m²) und Hecklingen (1.190 EUR/m²). Diese Gemeinden liegen entlang der A36 und profitieren von der Anbindung an die Nord-Süd-Achse. Bernburg als Kreisstadt liegt mit 1.108 EUR/m² im oberen Mittelfeld.

Die günstigsten Gemeinden konzentrieren sich im Süden und Südwesten des Kreises: Plötzkau (534 EUR/m²), Börde-Hakel (617 EUR/m²), Nienburg (659 EUR/m²), Giersleben (770 EUR/m²) und Staßfurt (801 EUR/m²). Staßfurt ist dabei ein besonderer Fall: Als drittgrößte Stadt des Kreises mit fast 24.000 Einwohnern hat sie die niedrigsten Preise unter den größeren Gemeinden. Dies korrespondiert mit der historischen Last des Kalibergbaus, der zu massiven Bergsenkungen und zum Abriss von etwa 800 Gebäuden der Innenstadt führte. Die Bausubstanz ist geprägt von Plattenbausiedlungen der DDR-Zeit und einem strukturell schwachen Immobilienmarkt.

Der Median-Kaufpreis liegt bei 902 EUR/m², deutlich unter dem arithmetischen Mittel von 964 EUR/m², was auf eine rechtsschiefe Verteilung mit einigen teuren Ausreißern (Schönebeck, Bördeland) hinweist.

Wirtschaft und Struktur

Der Salzlandkreis ist historisch und gegenwärtig geprägt vom Bergbau auf Salz und Kalisalze. Das Steinsalzbergwerk Bernburg der K+S Minerals & Agriculture GmbH ist einer der leistungsfähigsten Salzproduzenten Europas: Es fördert jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen Steinsalz bei 425 Beschäftigten. Das Werk wurde 1913 in Betrieb genommen und baut Steinsalz in hoher Qualität (98,5 Prozent Reinheit) aus bis zu 550 Metern Teufe ab. Ein Drittel der Produktion wird als Auftausalz vermarktet.

Staßfurt ist die Wiege des weltweiten Kalibergbaus: Am 31. Januar 1852 wurde dort das erste Kalibergwerk der Erde in Betrieb genommen. Die Blütezeit war jedoch kurz: Das Absaufen der Kalischächte durch Grubenwasser führte zur Stilllegung, und die daraus resultierenden Bergsenkungen waren so massiv, dass ab 1905 etwa 800 Gebäude der Innenstadt abgerissen werden mussten, darunter Rathaus, Schule und die St.-Johannis-Kirche. Der 60 Meter hohe Schiefe Turm von Staßfurt wurde 1964 abgerissen. Die Folgen der Bergsenkungen prägen das Stadtbild bis heute und erklären die niedrigen Immobilienpreise in der Stadt.

Die Landwirtschaft ist ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor. Im Bördedorf Eickendorf liegt mit einer Bodenwertzahl von 100 der ertragreichste landwirtschaftliche Boden Deutschlands. Die Magdeburger Börde bietet insgesamt fruchtbare Böden, die den ländlichen Raum prägen.

Der Salzlandkreis hat Anteil am UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe, darunter der Lödderitzer Forst als mehrerer Quadratkilometer großer Auenwald. Aschersleben wird als Tor zum Harz bezeichnet und war 2010 Gastgeber der Landesgartenschau sowie Teil der Internationalen Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010.

Verkehr und Erreichbarkeit

Der Salzlandkreis ist verkehrsgünstig angebunden. Die A36 (Nordharzautobahn) führt von Braunschweig nach Bernburg und durchquert den Kreis mit sechs Anschlussstellen: Aschersleben-West, Aschersleben-Mitte, Aschersleben-Ost, Güsten, Ilberstedt und dem Autobahnkreuz Bernburg, wo die A36 auf die A14 (Magdeburg–Leipzig) trifft. Die A14 verbindet den Kreis mit den beiden großen Wirtschaftszentren Magdeburg und Halle.

Im Schienenverkehr ist die zweigleisige Bahnstrecke Köthen–Aschersleben von Bedeutung, die über Bernburg und Güsten nach Aschersleben führt und dort in die Bahnstrecke Halle–Vienenburg einmündet. Auf der Strecke verkehrt stündlich die Regionalbahn Elbe-Saale-Bahn. Bernburg verfügt über einen Hauptbahnhof, Aschersleben ist ein bedeutender Bahnknoten im Kreis.

Schönebeck liegt 15 Kilometer südlich von Magdeburg und profitiert von der engen Verflechtung mit der Landeshauptstadt. Die Stadt liegt an der Elbe und war historisch Standort des Junkers-Werks (Rüstungsproduktion) und der NARAG (Radiatoren und Heizkessel).

Als einzige Hochschule im Kreisgebiet befindet sich die Fachhochschule Polizei Sachsen-Anhalt in Aschersleben.

Entwicklung und Ausblick

Der Salzlandkreis steht vor strukturellen Herausforderungen, die sich in der Bevölkerungsentwicklung und den Prognos-Rängen widerspiegeln. Der Bevölkerungsrückgang von über 11.000 Einwohnern in acht Jahren ist signifikant und wird sich langfristig auf die Nachfrage nach Wohnraum auswirken. Die Demografie-Rangliste des Zukunftsatlas (Platz 388 von 400) unterstreicht die demografische Schwäche des Kreises.

Gleichzeitig bietet der Kreis Chancen: Die Nähe zu Magdeburg (Schönebeck) und die Anbindung an die A14 (Bernburg) schaffen Erreichbarkeitsvorteile. Das Steinsalzbergwerk Bernburg sichert Arbeitsplätze und ist mit 40 Jahren Restförderdauer der Vorkommen bis etwa 2059 gesichert. Die A36 bindet den westlichen Teil des Kreises (Aschersleben, Güsten) an das überregionale Autobahnnetz an.

Die großen Preisunterschiede innerhalb des Kreises zeigen, dass der Markt nicht homogen ist. Schönebeck profitiert von der Magdeburger Nähe, die Gemeinden rund um Aschersleben von der A36-Anbindung. Im Süden des Kreises (Plötzkau, Börde-Hakel, Nienburg) liegen die Preise deutlich niedriger, was sowohl strukturelle Schwächen als auch Investitionspotenzial bedeuten kann. Staßfurt bleibt eine besondere Herausforderung: Die Stadt hat mit den Folgen des Bergbaus und dem demografischen Wandel zu kämpfen, bietet aber auch niedrigere Einstiegspreise.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20185,46 €/m²
20195,51 €/m²
20205,52 €/m²
20215,60 €/m²
20225,94 €/m²
20235,84 €/m²
20246,25 €/m²
20256,74 €/m²
20266,72 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
2018652 €/m²
2019961 €/m²
2020765 €/m²
2021933 €/m²
2022989 €/m²
20231.008 €/m²
20241.051 €/m²
20251.020 €/m²
20261.011 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
201810,04 %
20196,88 %
20208,66 %
20217,21 %
20227,21 %
20236,95 %
20247,14 %
20257,93 %
20267,98 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2015196.695 Einwohner
2016194.575 Einwohner
2017192.739 Einwohner
2018190.560 Einwohner
2019189.125 Einwohner
2020187.457 Einwohner
2021185.495 Einwohner
2022186.420 Einwohner
2023184.943 Einwohner
2024184.943 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
5–62,00 Orte
6–75,00 Orte
7–82,00 Orte
8–94,00 Orte
9–105,00 Orte
10–111,00 Orte
12+2,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Salzlandkreis, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Plötzkau13,75 %
Börde-Hakel12,03 %
Nienburg (Saale), Stadt10,97 %
Barby, Stadt9,30 %
Staßfurt, Stadt9,22 %
Alsleben (Saale), Stadt9,19 %
Wolmirsleben9,10 %
Bördeaue9,06 %
Giersleben8,98 %
Egeln, Stadt8,83 %

Alle Orte im Kreis

21 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Salzlandkreis
Plötzkau064251.2076,12 €534 €13,75 %7,3
Börde-Hakel394483.0166,18 €617 €12,03 %8,3
Nienburg (Saale), Stadt064295.8926,02 €659 €10,97 %9,1
Barby, Stadt392498.0236,52 €841 €9,30 %10,8
Staßfurt, Stadt3941823.9636,15 €801 €9,22 %10,9
Alsleben (Saale), Stadt064252.4946,86 €895 €9,19 %10,9
Wolmirsleben394351.3576,69 €883 €9,10 %11,0
Bördeaue394351.7656,81 €902 €9,06 %11,0
Giersleben064499395,76 €770 €8,98 %11,1
Egeln, Stadt394353.1956,64 €902 €8,83 %11,3
Seeland, Stadt064697.6516,42 €889 €8,66 %11,6
Calbe (Saale), Stadt392408.0786,54 €945 €8,31 %12,0
Güsten, Stadt394393.9626,09 €930 €7,86 %12,7
Bernburg (Saale), Stadt0640632.1066,94 €1.108 €7,52 %13,3
Aschersleben, Stadt0644926.4166,36 €1.105 €6,91 %14,5
Könnern, Stadt064208.1156,38 €1.138 €6,73 %14,9
Schönebeck (Elbe), Stadt3921830.4026,95 €1.332 €6,26 %16,0
Hecklingen, Stadt394446.7356,16 €1.190 €6,22 %16,1
Ilberstedt064089976,47 €1.261 €6,16 %16,3
Borne394351.1366,24 €1.250 €5,99 %16,7
Bördeland392217.4945,93 €1.299 €5,48 %18,3