Zum Inhalt springen
Lagefaktor
Kreis · Hessen

Hersfeld-Rotenburg

20 Orte mit zusammen 121.348 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
5,99 %
Bestwert 9,44 %
Ø Kaufpreis je m²
1.672 €
Ø Bruttomietrendite
5,99 %
Bestwert 9,44 %
Ø Miete
7,87 €/m²
Ø Kaufpreis
1.672 €/m²
Ø Prognos-Rang
#248
Zukunftsatlas, von 400

Standortbericht Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg gehört zu den günstigsten Kreisen Hessens mit Kaufpreisen um 1.672 EUR/m² und einer durchschnittlichen Bruttorendite von 5,99 %. Der Markt weist eine erhebliche innere Spreizung auf: Die Kaufpreise reichen von 1.072 EUR/m² in Ludwigsau bis 2.583 EUR/m² in Neuenstein. Bad Hersfeld und Bebra bilden die preislichen Zentren. Der Kreis profitiert von einer herausragenden verkehrlichen Lage an der A7, A4 und A5 sowie dem Fernbahnhof Bebra. Der Kalibergbau (K+S) und das Klinikum Bad Hersfeld sind wichtige Wirtschaftsfaktoren.

Marktüberblick

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg liegt im Nordosten Hessens im Regierungsbezirk Kassel und umfasst 20 Gemeinden auf 1.098 km² mit rund 121.300 Einwohnern. Der Kreis gehört zu den günstigsten Regionen in Hessen: Der mittlere Kaufpreis liegt bei 1.672 EUR/m² und damit deutlich unter dem hessischen Durchschnitt von 2.505 EUR/m² sowie dem deutschen Durchschnitt von 2.409 EUR/m². In der Rangliste der 26 hessischen Kreise belegt Hersfeld-Rotenburg Platz 23 von 26 — er gehört damit zu den drei günstigsten Kreisen des Landes, nach dem Werra-Meißner-Kreis (1.452 EUR/m²) und dem Vogelsbergkreis (1.649 EUR/m²).

Die durchschnittliche Mietpreis liegt bei 7,87 EUR/m² (Hessen: 9,69 EUR/m², Deutschland: 8,92 EUR/m²). Die durchschnittliche Bruttorendite von 5,99 % liegt über dem hessischen Durchschnitt von 4,98 % und dem deutschen von 5,1 %, was die günstigen Kaufpreise widerspiegelt.

Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Anstieg der Mietpreise von 5,73 EUR/m² (2018) auf 8,06 EUR/m² (2025), ein Plus von rund 41 %. Die Kaufpreise entwickelten sich volatil: Sie stiegen von 1.655 EUR/m² (2018) auf 1.895 EUR/m² (2021), fielen dann auf 1.524 EUR/m² (2023) und erholten sich bis 2025 wieder auf 1.842 EUR/m². Die Bevölkerungszahl ist seit 2015 nahezu stabil bei rund 121.000 Einwohnern.

Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 248 von rund 400 Kreisen ein (Gesamtrang). Besonders schwach ist die Dimension Wohlstand und soziale Lage (Rang 294), während der Arbeitsmarkt mit Rang 203 und die Wettbewerbsfähigkeit mit Rang 251 im unteren Mittelfeld liegen.

Innere Struktur und Preisgefälle

Der Immobilienmarkt im Kreis weist eine erhebliche innere Spreizung auf. Die Kaufpreise reichen von 1.072 EUR/m² in Ludwigsau bis 2.583 EUR/m² in Neuenstein — das Fünffache. Die Mietpreise variieren zwischen 6,00 EUR/m² in Cornberg und 11,09 EUR/m² in Haunetal. Die Rendite-Spanne liegt zwischen 3,44 % in Neuenstein und 9,44 % in Ludwigsau.

Die teuersten Gemeinden sind Bad Hersfeld (2.533 EUR/m², 30.770 Einwohner), Neuenstein (2.583 EUR/m², 3.159 Einwohner), Kirchheim (2.156 EUR/m², 3.637 Einwohner), Bebra (2.139 EUR/m², 13.908 Einwohner) und Haunetal (1.997 EUR/m², 2.974 Einwohner). Die günstigsten sind Ludwigsau (1.072 EUR/m², 5.526 Einwohner), Nentershausen (1.096 EUR/m², 2.462 Einwohner), Schenklengsfeld (1.108 EUR/m², 4.278 Einwohner), Hohenroda (1.254 EUR/m², 3.113 Einwohner) und Breitenbach a. Herzberg (1.291 EUR/m², 1.667 Einwohner).

Ein klares Muster ist erkennbar: Die beiden größten Städte, Bad Hersfeld und Bebra, bilden die preislichen Zentren des Kreises. Kirchheim, die drittteuerste Gemeinde, liegt strategisch an der A4 zwischen Kassel und Erfurt. Die günstigsten Gemeinden liegen überwiegend im ländlichen Raum, insbesondere im Westen und Norden des Kreises — im Knüllgebirge und im Fuldatal nördlich von Rotenburg.

Die drei teuersten Gemeinden (Bad Hersfeld, Neuenstein, Kirchheim) liegen alle im Süden oder Südosten des Kreises, entlang der Verkehrsachsen A7 und A4. Die günstigsten Gemeinden konzentrieren sich im Nordwesten (Ludwigsau, Nentershausen, Schenklengsfeld) und im Knüllgebiet.

Die Gemeinde Haunetal zeigt ein besonderes Muster: Mit 11,09 EUR/m² Mietpreis den höchsten Mietwert des gesamten Kreises, aber nur 1.997 EUR/m² Kaufpreis und damit eine der höchsten Renditen (6,66 %). Dies entspricht einem Muster, das in touristisch attraktiven Gemeinden mit saisonaler Nachfrage beobachtet werden kann.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist durch eine gemischte Wirtschaftsstruktur geprägt. Im Osten des Kreises, im Raum Heringen (Werra) und Philippsthal, ist das Werra-Fulda-Kalirevier von überregionaler Bedeutung. Die K+S AG betreibt hier das Verbundbergwerk Werra und das Kaliwerk Neuhof-Ellers. Das Kaliwerk Wintershall in Heringen und das Kaliwerk in Philippsthal liegen im Kreisgebiet. Der Kalibergbau prägt die Region seit dem späten 19. Jahrhundert und ist nach wie vor ein wichtiger Arbeitgeber.

Bebra ist als klassische Eisenbahnerstadt geprägt. Der Bahnhof Bebra ist ein Knotenbahnhof im deutschen Personen- und Güterverkehrsnetz mit 5 Bahnsteiggleisen und Preisklasse 3. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024 halten wieder Fernzüge (ICE/IC) in Bebra. Der Rangierbahnhof Bebra ist eines von 13 Frachtzentren der Deutschen Bahn AG. Über Bebra wird der Ganzzugverkehr zu den Häfen für das Werra-Fulda-Kalirevier abgewickelt. Die Stadt hat rund 13.900 Einwohner und ist damit die zweitgrößte des Kreises.

Bad Hersfeld, die Kreisstadt mit rund 30.800 Einwohnern, ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Kreises. Das Klinikum Bad Hersfeld ist Teil des Klinikverbunds Hessen und ein Krankenhaus der Versorgenden Ebene mit überregionaler Bedeutung. Die Stadt ist zudem überregional bekannt für ihre Barockarchitektur und das Festival Barock im Schlosspark.

Rotenburg an der Fulda (rund 14.000 Einwohner) beherbergt die Hessische Hochschule für Finanzen und Rechtspflege (bis 2010 Verwaltungsfachhochschule), die einzige Hochschule im Kreisgebiet. Sie ist Ausbildungsstätte für die hessische Finanzverwaltung und die Rechtspflege (Ausbildung für Hessen und Thüringen). Mit rund 2.000 Studierenden und einem Jahresetat von 35 Mio. EUR (2021) ist sie ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Stadt.

Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 248 von rund 400 Kreisen ein. Besonders schwach ist die Dimension Wohlstand und soziale Lage (Rang 294), während der Arbeitsmarkt mit Rang 203 im unteren Mittelfeld liegt. Der Kreis gehört touristisch zur Marke Waldhessen und liegt an der Nordroute der Deutschen Fachwerkstraße.

Verkehr und Erreichbarkeit

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg verfügt über eine herausragende verkehrliche Lage. Drei Bundesautobahnen durchqueren das Kreisgebiet: Die A7 (Würzburg–Kassel) verläuft in Nord-Süd-Richtung durch das Fuldatal und verbindet den Kreis mit dem Rhein-Main-Gebiet und Süddeutschland. Die A5 (Frankfurt–Hattenbacher Dreieck) mündet im Norden des Kreises in die A7. Die A4 (Kirchheimer Dreieck–Erfurt) verbindet den Süden des Kreises mit Thüringen und Ostdeutschland.

Im Schienenverkehr ist der Bahnhof Bebra ein wichtiger Knotenpunkt. Er liegt an der zweigleisigen, elektrifizierten Bahnstrecke Frankfurt–Göttingen (Nord-Süd-Achse) und der Halle–Bebra-Strecke (Ost-West-Achse). Seit dem Fahrplanwechsel Dezember 2024 halten wieder Fernzüge in Bebra. Bad Hersfeld ist ebenfalls Fernbahnhof und wird von Intercity-Zügen bedient. Die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg führt ohne Halt durch das Kreisgebiet; Anschlusskurven nach Bebra oder Bad Hersfeld als Verbindung Richtung Erfurt sind langfristig geplant.

Im Regionalverkehr verbindet die RE5-Linie (cantus) Kassel über Melsungen, Rotenburg an der Fulda, Bebra und Bad Hersfeld. Die RB5 bedient die Strecke Kassel–Bebra–Bad Hersfeld. Im NVV (Nordhessischer Verkehrsverbund) sind alle Gemeinden des Kreises eingebunden.

Diese verkehrliche Exzellenz erklärt auch die Preisgefälle im Kreis: Kirchheim, die drittteuerste Gemeinde, liegt direkt an der A4 und profitiert von der Lage zwischen Kassel und Erfurt. Bad Hersfeld und Bebra als Fernbahnhöfe und Verkehrsknotenpunkte weisen die höchsten Kaufpreise auf.

Bevölkerung und Entwicklung

Die Bevölkerungszahl des Kreises ist seit 2015 nahezu stabil: 121.166 Einwohner (2015), 120.304 (2020), 121.566 (2022), 121.348 (2023). Der Kreis verliert also weder deutlich Bevölkerung noch weist er nennenswert Zuzug auf. Dies entspricht dem Muster vieler ländlicher Kreise in Nordhessen.

Die 20 Gemeinden des Kreises sind sehr unterschiedlich groß: Bad Hersfeld mit rund 30.800 Einwohnern ist mit Abstand die größte Gemeinde, gefolgt von Rotenburg an der Fulda (14.020) und Bebra (13.908). Auf der anderen Seite gibt es sechs Gemeinden mit weniger als 2.500 Einwohnern (Ronshausen, Nentershausen, Breitenbach a. Herzberg, Cornberg, Haunetal, Neuenstein). Diese Streuung spiegelt sich auch in den Immobilienpreisen wider.

Die Immobilienentwicklung zeigt eine deutliche Erholung nach dem Einbruch 2022/2023: Die Kaufpreise lagen 2023 mit 1.524 EUR/m² auf dem Tiefststand der Reihe und erholten sich bis 2025 auf 1.842 EUR/m². Die Mietpreise stiegen kontinuierlich von 5,73 EUR/m² (2018) auf 8,06 EUR/m² (2025). Die Prognosewerte für 2026 zeigen weitere Anstiege (Miete: 8,63 EUR/m², Kaufpreis: 2.250 EUR/m²), wobei diese Werte geschätzt sind.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20185,73 €/m²
20196,34 €/m²
20206,72 €/m²
20216,98 €/m²
20227,65 €/m²
20237,63 €/m²
20248,06 €/m²
20258,06 €/m²
20268,63 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20181.655 €/m²
20191.629 €/m²
20201.830 €/m²
20211.895 €/m²
20221.765 €/m²
20231.524 €/m²
20241.713 €/m²
20251.842 €/m²
20262.250 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20184,15 %
20194,67 %
20204,41 %
20214,42 %
20225,20 %
20236,01 %
20245,64 %
20255,25 %
20264,60 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2015121.166 Einwohner
2016121.037 Einwohner
2017121.101 Einwohner
2018120.829 Einwohner
2019120.719 Einwohner
2020120.304 Einwohner
2021120.163 Einwohner
2022121.566 Einwohner
2023121.348 Einwohner
2024121.348 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
3–41,00 Orte
4–55,00 Orte
5–65,00 Orte
6–74,00 Orte
7–83,00 Orte
8–91,00 Orte
9–101,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Hersfeld-Rotenburg, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Ludwigsau9,44 %
Schenklengsfeld8,67 %
Hohenroda7,56 %
Ronshausen7,36 %
Philippsthal (Werra), Marktgemeinde7,10 %
Breitenbach a. Herzberg6,89 %
Haunetal6,66 %
Nentershausen6,58 %
Wildeck6,43 %
Heringen (Werra), Stadt5,99 %

Alle Orte im Kreis

20 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Hersfeld-Rotenburg
Ludwigsau362515.5268,44 €1.072 €9,44 %10,6
Schenklengsfeld362774.2788,00 €1.108 €8,67 %11,5
Hohenroda362843.1137,90 €1.254 €7,56 %13,2
Ronshausen362172.4038,09 €1.318 €7,36 %13,6
Philippsthal (Werra), Marktgemeinde362694.1178,08 €1.366 €7,10 %14,1
Breitenbach a. Herzberg362871.6677,41 €1.291 €6,89 %14,5
Haunetal361662.97411,09 €1.997 €6,66 %15,0
Nentershausen362142.4626,01 €1.096 €6,58 %15,2
Wildeck362084.9787,75 €1.447 €6,43 %15,6
Heringen (Werra), Stadt362666.9967,46 €1.495 €5,99 %16,7
Friedewald362892.5608,66 €1.854 €5,61 %17,8
Alheim362114.9457,53 €1.665 €5,43 %18,4
Hauneck362823.2088,34 €1.937 €5,17 %19,4
Cornberg362191.3216,00 €1.429 €5,04 %19,9
Rotenburg a. d. Fulda, Stadt3619914.0207,64 €1.889 €4,85 %20,6
Niederaula, Marktgemeinde362725.3067,12 €1.814 €4,71 %21,2
Bebra, Stadt3617913.9088,04 €2.139 €4,51 %22,2
Bad Hersfeld, Kreisstadt3625130.7709,11 €2.533 €4,32 %23,2
Kirchheim362753.6377,30 €2.156 €4,07 %24,6
Neuenstein362863.1597,39 €2.583 €3,44 %29,1