Marktüberblick und Einordnung
Die Region Hannover ist ein Kommunalverband besonderer Art mit 21 Gemeinden, 1,18 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 2.297 km². Sie wurde am 1. November 2001 aus dem Landkreis Hannover und der kreisfreien Stadt Hannover gebildet und ist Teil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 2.827 €/m², die mittlere Miete bei 10,28 €/m². Damit liegt die Region im niedersächsischen Vergleich auf Rang 9 von 45 Kreisen nach Kaufpreis und deutlich über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 127 von rund 400 Kreisen (Gesamt), mit Rang 38 in der Dynamik und Rang 173 in der Stärke.
Innere Struktur und Preisgefälle
Der Immobilienmarkt der Region Hannover ist keineswegs homogen. Die Spreizung innerhalb der 21 Gemeinden ist erheblich: Die Kaufpreise reichen von 2.257 €/m² in Springe im Südwesten bis 3.607 €/m² in Burgwedel im Norden, der Median liegt bei 2.898 €/m². Die Mietpreise spannen sich von 8,56 €/m² in Uetze bis 12,18 €/m² in Hannover. Die Bruttorenditen variieren von 3,51% in Burgwedel bis 5,1% in Laatzen.
Die teuerste Gemeinde ist Burgwedel mit 3.607 €/m² Kaufpreis und einem Kaufpreisfaktor von 28,5 – deutlich über dem Kreisdurchschnitt von 22,9. Burgwedel liegt nördlich von Hannover und profitiert von der Nähe zur Landeshauptstadt bei gleichzeitig ländlichem Charakter. Die Landeshauptstadt Hannover selbst liegt mit 3.555 €/m² auf Platz zwei, weist aber mit 12,18 €/m² die höchsten Mieten und eine Rendite von 4,11% auf. Der hohe Mietwert in Hannover treibt den Kreis-Mittelwert nach oben, während die Kaufpreise in der Stadt nur knapp unter Burgwedel liegen.
Im Norden des Kreises entlang der A7 und A276 bildet sich ein teurerer Gürtel: Gehrden (3.140 €/m²), Langenhagen (3.133 €/m²) und Wedemark (3.091 €/m²) liegen allesamt über 3.000 €/m². Langenhagen ist zudem Standort des Flughafens Hannover. Im Süden und Südwesten des Kreises liegen die günstigsten Gemeinden: Springe (2.257 €/m²), Barsinghausen (2.334 €/m²), Neustadt am Rübenberge (2.357 €/m²), Burgdorf (2.457 €/m²) und Pattensen (2.474 €/m²). Diese Gemeinden liegen weiter von Hannover entfernt, teils im Calenberger Land und vor dem Deister.
Ein deutliches Preisgefälle zeigt sich entlang der Nord-Süd-Achse: Der Norden des Kreises, insbesondere die Gemeinden entlang der Autobahnen A7 und A276 Richtung Flughafen und Langenhagen, ist deutlich teurer als der Süden und Südwesten. Die Gemeinden im Süden profitieren von der Nähe zu Hannover, liegen aber preislich auf einem moderaten Niveau. Laatzen (2.556 €/m²) und Seelze (2.633 €/m²) liegen beispielsweise im unteren bis mittleren Segment, obwohl sie direkt an Hannover angrenzen.
Die Bevölkerung der Region wuchs von 1,14 Millionen (2015) auf 1,18 Millionen (2023). Die Mietpreise stiegen von 8,74 €/m² (2018) auf 10,92 €/m² (2025). Die Kaufpreise stiegen von 2.478 €/m² (2018) auf 3.037 €/m² (2025).
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Die Region Hannover ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort mit einer breiten Branchenstruktur. Größter Einzelarbeitgeber im Kreisgebiet ist die Continental AG mit Sitz in Hannover, die weltweit 92.653 Mitarbeiter beschäftigt (Stand 2025). Das Unternehmen ist einer der führenden Automobilzulieferer und prägt den Standort durch Forschung und Entwicklung.
Weitere große Arbeitgeber sind der Flughafen Hannover-Langenhagen mit rund 10.000 Beschäftigten am Standort, VHV Versicherungen mit 2.700 Mitarbeitern und Talanx mit 2.500 Mitarbeitern.
Hannover verfügt über das zweitgrößte Messegelände der Welt. Die Hannover-Messe gehört zu den Weltleitmessen und macht die Stadt zu einer der führenden Messestädte Europas. Der Messestandort prägt nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien und Hotellerie in der Region.
Der Standort ist zudem ein bedeutender Forschungs- und Bildungsstandort. In der Region liegen acht Hochschulen, darunter die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Fachhochschule für die Wirtschaft Hannover und die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Hannover insgesamt verfügt über siebzehn Hochschulen. Die MHH ist eine der größten Universitätskliniken Europas und ein wichtiger Arbeitgeber im Gesundheitssektor.
Die Region ist Teil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg, was die wirtschaftliche Vernetzung mit den Nachbarregionen verstärkt. Die Wirtschaftsstruktur ist geprägt durch Dienstleistungen, Messe- und Messe logistics, Automobilzuliefer, Luftfahrt, Versicherung und den öffentlichen Sektor.
Verkehr und Erreichbarkeit
Die Region Hannover verfügt über eine herausragende verkehrliche Anbindung. In Hannover kreuzen sich die Bundesautobahnen A 2 (Ost-West-Richtung von Hamburg nach Berlin) und A 7 (Nord-Süd-Richtung von Flensburg nach Füssen). Der Flughafen Hannover-Langenhagen liegt auf dem Gebiet der Stadt Langenhagen und ist Norddeutschlands führender Flughafen im Tourismus-Luftverkehr sowie Heimatbasis von TUIfly. Er ist Prime-Air-Hub von Amazon und Drehkreuz von FedEx.
Der Hauptbahnhof Hannover, der ZOB Hannover und der Flughafen Hannover gehören jeweils zu den Top 10 in Deutschland. Hannover ist ein zentraler Knotenpunkt des deutschen Schienenfernverkehrs. Von Hannover aus verkehren RE- und ICE-Linien in alle Himmelsrichtungen: nach Hamburg, Bremen, Berlin, München, Frankfurt, Kassel und Göttingen.
Der öffentliche Nahverkehr wird durch die Region Hannover als Aufgabenträger koordiniert. Die S-Bahn Hannover wurde zur Expo 2000 eingeführt und besteht aus sieben Linien, die die Region Hannover und darüber hinaus bis Paderborn erschließen. Das Stadtbahnnetz der Üstra umfasst 13 Linien mit einer Streckenlänge von 122 km und 201 Haltestellen. Die Kombination aus S-Bahn und Stadtbahn ermöglicht eine gute Erreichbarkeit der Gemeinden im Umland von Hannover.
Über den Mittellandkanal ist die Stadt mit mehreren Häfen an das Binnenschifffahrtsnetz angebunden.
Entwicklung und Ausblick
Die Region Hannover profitiert von ihrer zentralen Lage in Norddeutschland und ihrer Funktion als Landeshauptstadt und Metropolregion. Die Kaufpreise sind seit 2018 um rund 22% gestiegen, die Mieten um rund 25%. Die Region liegt im niedersächsischen Vergleich auf Rang 9 von 45 Kreisen nach Kaufpreis und deutlich über dem Landes- und Bundesdurchschnitt.
Die innere Struktur des Marktes zeigt eine klare Nord-Süd-Differenzierung: Der Norden des Kreises, insbesondere die Gemeinden entlang der Autobahnen A7 und A276 Richtung Flughafen, ist deutlich teurer als der Süden und Südwesten. Die Gemeinden im Norden profitieren von der Nähe zur Landeshauptstadt bei gleichzeitig attraktivem Wohnumfeld. Im Süden liegen die günstigsten Gemeinden des Kreises, die von der Nähe zu Hannover profitieren, aber preislich deutlich darunter liegen.
Die wirtschaftliche Struktur mit Continental, Flughafen, Messe, Versicherungen und dem Bildungssektor bietet eine breite Grundlage für die regionale Nachfrage. Die hohe Verkehrsanbindung und die Funktion als Metropolregion stärken die Attraktivität des Standorts. Die Bevölkerungszahl ist von 2015 bis 2023 um über 30.000 gestiegen, was auf Zuwanderung in die Metropolregion hindeutet.
Die Renditen in der Region liegen zwischen 3,5% und 5,1% und entsprechen damit dem Muster anderer deutscher Metropolregionen: In den teureren Gemeinden im Norden sind die Renditen niedriger, in den günstigeren Gemeinden im Süden höher.