Marktüberblick und Einordnung
Der Landkreis Rottweil liegt im südlichen Baden-Württemberg zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb und umfasst 21 Gemeinden mit insgesamt rund 143.000 Einwohnern auf 769 Quadratkilometern. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 2.648 Euro pro Quadratmeter, damit rangiert der Kreis auf Platz 36 von 44 im Landesvergleich – er gehört zu den günstigeren Kreisen in Baden-Württemberg. Die durchschnittliche Miet liegt bei 9,36 Euro pro Quadratmeter, die Bruttomietrendite bei 4,4 Prozent. Im Prognos-Zukunftsatlas 2025 belegt der Kreis Platz 67 von rund 400 Kreisen in der Gesamtwertung, was ihn in die obere Hälfte einordnet. Die Bevölkerung wuchs von 137.500 im Jahr 2015 auf 142.963 im Jahr 2023. Die Kaufpreise stiegen von 2.033 Euro pro Quadratmeter (2018) auf 2.614 Euro (2024), die Mieten von 7,39 Euro (2018) auf 9,12 Euro (2024). Die Zeitreihen für 2025 und 2026 enthalten geschätzte Werte.
Innere Struktur und Preisgefälle
Die Kaufpreise im Landkreis reichen von 1.762 Euro pro Quadratmeter in Lauterbach bis 3.555 Euro pro Quadratmeter in Deißlingen – die Spreizung beträgt damit mehr als das Doppelte. Der Median liegt bei 2.669 Euro pro Quadratmeter, knapp über dem Mittelwert von 2.648 Euro. Die Bruttomietrenditen variieren zwischen 3,02 Prozent in Schenkenzell und 5,66 Prozent in Schiltach.
Die teuersten Gemeinden liegen im Süden und Südosten des Kreises, im Bereich der Oberen Neckargäue: Deißlingen (3.555 Euro/m²), Dunningen (3.419 Euro/m²), Dietingen (3.287 Euro/m²) und Villingendorf (3.283 Euro/m²). Diese Gemeinden liegen in unmittelbarer Nähe zur Kreisstadt Rottweil und profitieren von der guten Erreichbarkeit. Zimmern ob Rottweil (3.151 Euro/m²) und Vöhringen (3.158 Euro/m²) schließen sich an.
Die günstigsten Gemeinden befinden sich im Norden und Westen des Kreises, im Mittleren Schwarzwald: Lauterbach (1.762 Euro/m²), Aichhalden (1.874 Euro/m²), Schiltach (1.979 Euro/m²) und Eschbronn (2.004 Euro/m²). Schramberg, die zweitgrößte Stadt des Kreises, liegt mit 2.061 Euro pro Quadratmeter ebenfalls im unteren Preissegment, obwohl sie Große Kreisstadt ist. Die hohen Renditen in diesen Gemeinden (bis zu 5,66 Prozent) spiegeln die niedrigeren Kaufpreise wider.
Ein klares Preisgefälle ist von Südosten nach Nordwesten zu erkennen: Entlang der A81 und der Bahnstrecke Plochingen–Immendingen hin zum Schwarzwald fallen die Preise deutlich ab. Rottweil selbst liegt mit 3.191 Euro pro Quadratmitter im oberen Mittelfeld, deutlich über dem Kreisdurchschnitt, aber unter den südlichen Nachbargemeinden wie Deißlingen und Dunningen.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Der Landkreis Rottweil ist geprägt von einem doppelten Wirtschaftszentrum: Rottweil als Kreisstadt und Oberndorf am Neckar im Norden sowie Schramberg im Schwarzwald im Nordwesten. Rottweil bildet ein Mittelzentrum für zwölf umliegende Gemeinden, Schramberg für sieben weitere.
Ein bedeutender Arbeitgeber im Kreis ist die Schweizer Electronic AG mit Sitz in Schramberg-Sulgen. Das 1849 gegründete Familienunternehmen stellt Leiterplatten her und ist der drittgrößte Produzent in Europa. Es beschäftigte 2023 rund 583 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 139,4 Millionen Euro. Die Kunden stammen vor allem aus der Automobilindustrie. In Dunningen unterhält das Unternehmen ein Zweigwerk.
In Schramberg war der Uhrenhersteller Junghans, 1861 gegründet, lange Zeit der bedeutendste Arbeitgeber der Stadt. Schramberg war eines der Weltzentren der Schwarzwälder Uhrenindustrie. Die traditionelle Uhrenproduktion hat an Bedeutung verloren, doch die Elektronikbranche hat Lücken gefüllt – Schweizer Electronic ist ein Beispiel dafür.
In Rottweil steht der 246 Meter hohe TK Elevator Testturm, den Thyssenkrupp Elevator von 2014 bis 2017 mit einem Investitionsvolumen von 40 Millionen Euro errichtete. Er ist der weltweit zweithöchste Testturm für Aufzugsanlagen und ein markantes Zeichen für den Standort Rottweil in der Hochtechnologie.
Das Vinzenz-von-Paul-Hospital in Rottweil versorgt die Landkreise Rottweil, Schwarzwald-Baar-Kreis, Zollernalbkreis und Teile des Landkreises Tuttlingen in der psychisch-neurologischen Versorgung und ist ein wichtiger regionaler Arbeitgeber im Gesundheitssektor.
Verkehr und Erreichbarkeit
Der Landkreis Rottweil ist durch die Bundesautobahn 81 gut an das überregionale Straßennetz angebunden. Sie durchquert den Kreis in Nord-Süd-Richtung mit den Anschlussstellen Empfingen, Sulz am Neckar, Oberndorf am Neckar und Rottweil. Die A81 verbindet Rottweil mit Stuttgart im Norden (etwa 80 Kilometer) und mit dem Bodensee im Süden.
Im Schienenpersonenverkehr ist der Bahnhof Rottweil an die Bahnstrecke Plochingen–Immendingen (Gäubahn) angebunden, die Tübingen, Horb und Immendingen mit Plochingen und damit der S-Bahn-Stuttgart-Region verbindet. Der Ringzug, ein vertaktetes Schienenpersonennahverkehrssystem der Hohenzollerischen Landesbahn (SWEG), vernetzt die drei Landkreise Tuttlingen, Rottweil und Schwarzwald-Baar-Kreis. Er wurde 2003 eingeführt und erhielt 2006 den Fahrgastpreis des Verbands Pro Bahn. Der Ringzug bedient zahlreiche Haltepunkte im Kreisgebiet und verbindet kleinere Gemeinden mit den Zentren Rottweil, Schramberg und Villingen-Schwenningen.
Die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg hat Rottweil als Mittelzentrum zwischen dem Oberzentrum Villingen-Schwenningen und den weiter entfernten Großstädten Stuttgart und Freiburg. Diese Lage bietet einerseits gute Erreichbarkeit, bindet den Kreis aber auch an die Wirtschaftsräume dieser Städte.
Entwicklung und Ausblick
Der Landkreis Rottweil verzeichnete zwischen 2015 und 2023 ein Bevölkerungswachstum von rund 5.500 Einwohnern. Die Kaufpreise lagen 2024 mit 2.614 Euro pro Quadratmeter auf einem Niveau, das deutlich über dem Wert von 2018 (2.033 Euro) lag. Die Mieten stiegen im gleichen Zeitraum von 7,39 auf 9,12 Euro pro Quadratmeter.
Die Struktur des Kreises als Doppelzentrum mit Rottweil und Schramberg prägt auch den Immobilienmarkt: Während die Gemeinden im Süden um Rottweil herum die höchsten Preise aufweisen, bleiben die Gemeinden im Schwarzwald-Norden deutlich günstiger. Die hohen Renditen in Schramberg (5,19 Prozent), Schiltach (5,66 Prozent) und Lauterbach (5,6 Prozent) machen diese Gemeinden für renditeorientierte Anleger interessant, während die Gemeinden um Rottweil herum eher auf Kapitalwert und Lage setzen.
Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Platz 67 von rund 400 Kreisen ein. Besonders gut schneidet der Kreis im Index Wettbewerb und Innovation (Rang 70) und in der Stärke (Rang 34) ab. Der Dynamik-Index liegt mit Rang 365 deutlich niedriger, was auf eine geringere dynamische Entwicklung in diesem Bereich hindeutet. Die demografische Entwicklung (Rang 99) und der Arbeitsmarkt (Rang 118) liegen im mittleren Feld.