Zum Inhalt springen
Lagefaktor
Kreis · Hessen

Darmstadt-Dieburg

23 Orte mit zusammen 301.827 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
4,53 %
Bestwert 5,68 %
Ø Kaufpreis je m²
3.166 €
Ø Bruttomietrendite
4,53 %
Bestwert 5,68 %
Ø Miete
11,83 €/m²
Ø Kaufpreis
3.166 €/m²
Ø Prognos-Rang
#179
Zukunftsatlas, von 400

Landkreis Darmstadt-Dieburg: Zwischen Rhein-Main-Agglomeration und Odenwald

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg liegt im Rhein-Main-Gebiet und umfasst 23 Gemeinden mit rund 301.800 Einwohnern. Der Kreis zeigt eine deutliche innere Spreizung: Die Kaufpreise reichen von 2.063 Euro/m² im Odenwald (Modautal) bis 3.815 Euro/m² an der Bergstraße (Seeheim-Jugenheim). Der Westen des Kreises ist durch die Nähe zu Darmstadt und gewerbliche Strukturen geprägt, während der Osten und Süden ländlich-ödenwaldorientiert sind. Die Grube Messel (UNESCO-Weltnaturerbe), die Hochschule Darmstadt (Campus Dieburg) und die Weinbaugebiete an der Bergstraße sind wichtige regionale Faktoren.

Marktüberblick und Einordnung

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg liegt im Süden Hessens im Regierungsbezirk Darmstadt und umfasst 23 Gemeinden auf 658,6 Quadratkilometern. Mit rund 301.800 Einwohnern (2023) und einer Dichte von 458 Einwohnern je Quadratkilometer ist er einer der dicht besiedelten Kreise Hessens. Der Kreismittelwert für den Kaufpreis liegt bei 3.166 Euro pro Quadratmeter, die durchschnittliche Mietpreis liegt bei 11,83 Euro pro Quadratmeter. Mit einem Kaufpreis von 3.166 Euro/m² rangiert der Kreis an neunter Stelle von 26 Kreisen in Hessen und deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 2.409 Euro/m². Die durchschnittliche Bruttorendite beträgt 4,53 Prozent, der Kaufpreisfaktor liegt bei 22,3.

Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Anstieg der Mietpreise von 9,42 Euro/m² (2018) auf 12,12 Euro/m² (2024), gefolgt von einem leichten Rückgang auf 11,93 Euro/m² (2025). Die Kaufpreise stiegen von 2.814 Euro/m² (2018) auf einen Höhepunkt von 3.518 Euro/m² (2021) und korrigierten seither auf 3.129 Euro/m² (2024) und 3.155 Euro/m² (2025). Die Bevölkerung wuchs von 292.773 (2015) auf 301.827 (2023).

Innere Struktur und Preisgefälle

Der Immobilienmarkt des Landkreises weist eine erhebliche innere Spreizung auf, die sich aus der geografischen und wirtschaftlichen Struktur des Kreises ergibt. Die Kaufpreise reichen von 2.063 Euro/m² in Modautal bis 3.815 Euro/m² in Seeheim-Jugenheim – ein Unterschied um den Faktor 1,85. Die Mietpreise variieren zwischen 9,77 Euro/m² in Modautal und 13,71 Euro/m² in Dieburg und Griesheim. Die Bruttorenditen spannen sich von 3,81 Prozent in Fischbachtal bis 5,68 Prozent in Modautal.

Die teuersten Gemeinden liegen in drei Clustern. Seeheim-Jugenheim (3.815 Euro/m²) und Fischbachtal (3.661 Euro/m²) bilden das Premiumsegment an der Bergstraße und im vorderen Odenwald. Seeheim-Jugenheim profitiert von der exponierten Lage an der Bergstraße mit Weinbaugebiet und Hanglagen. Fischbachtal ist mit nur 2.785 Einwohnern eine kleine Gemeinde mit sehr hohen Preisen, was auf die begrenzte Angebotsmenge und die attraktive Lagen im Odenwald hindeutet. Bickenbach (3.543 Euro/m²) schließt sich südlich an.

Ein zweites Preispodium bilden die Gemeinden im unmittelbaren Umland von Darmstadt: Griesheim (3.577 Euro/m²), Weiterstadt (3.378 Euro/m²) und Pfungstadt (3.443 Euro/m²). Diese drei Gemeinden profitieren von der direkten Nachbarschaft zur Wissenschaftsstadt Darmstadt und der guten Verkehrsanbindung. Griesheim und Weiterstadt grenzen direkt an Darmstadt und sind de facto Vororte der Großstadt.

Im östlichen Teil des Kreises liegt Dieburg (3.621 Euro/m²) überraschend hoch – der historische Mittelzentrum-Charakter und die Anbindung an die Rhein-Main-Bahn sowie der Campus der Hochschule Darmstadt stützen die Preise.

Das günstigste Segment konzentriert sich im südlichen und südöstlichen Odenwald. Modautal (2.063 Euro/m²) und Groß-Bieberau (2.364 Euro/m²) liegen tief im vorderen Odenwald mit ländlicher Struktur und geringerer Bevölkerungsdichte. Die höchsten Renditen finden sich hier mit 5,68 Prozent in Modautal und 5,26 Prozent in Groß-Bieberau – ein klassisches Muster: je günstiger der Kaufpreis, desto höher die angebotene Rendite.

Die drei größten Gemeinden nach Einwohnern – Griesheim (28.210), Weiterstadt (26.291) und Pfungstadt (25.299) – liegen allesamt im westlichen, darmstadt-nahen Teil des Kreises und bilden den wirtschaftlichen und bevölkerungsstärksten Kern.

Wirtschaft, Struktur und regionale Faktoren

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg ist geprägt von einem deutlichen West-Ost-Gefälle. Der westliche Teil des Kreises gehört landschaftlich zur Hessischen Rheinebene und ist stark vom Rhein-Main-Gebiet geprägt. Hier liegen die größten Gemeinden und die industrialisierten Standorte. Der südwestliche Teil um Seeheim-Jugenheim und Alsbach-Hähnlein gehört zur Bergstraße, dem Übergang zwischen Oberrheinischer Tiefebene und Odenwald. Das südliche Kreisgebiet und der Osten sind vom Odenwald geprägt.

Im westlichen Teil des Kreises haben sich seit den 1960er Jahren gewerbliche und industrielle Strukturen entwickelt. In Weiterstadt entstand im Stadtteil Riedbahn ein bedeutendes Gewerbe- und Industriegebiet. Pfungstadt ging aus einer Handwerker- und Arbeiterstadt hervor, die ab 1845 durch die Ultramarinfabrik von Wilhelm Büchner industrialisiert wurde. Weiterstadt entwickelte sich in den 1960er Jahren unter Bürgermeister Adam Danz gezielt um Industrieansiedlungen zu erweitern. Das Gewerbegebiet Rotböll im Stadtteil Gräfenhausen von Weiterstadt ist ein bedeutender Standort.

Seeheim-Jugenheim ist nicht nur durch die Bergstraße und den Weinbau geprägt – die Gemeinde ist auch der Gründungsort des Seeheimer Kreises der SPD, einer der bedeutendsten Diskussionskreise der deutschen Sozialdemokratie.

Im östlichen Teil des Kreises bildet Dieburg das historische und wirtschaftliche Zentrum. Die Stadt war bis 1977 Kreisstadt des Landkreises Dieburg und ist heute einer der Standorte der Hochschule Darmstadt. Dieburg war im Mittelalter ein wichtiger Etappenort zwischen den kurfürstlichen Residenzen Mainz und Aschaffenburg und entwickelte sich zu einem Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum.

Groß-Umstadt ist ein Mittelzentrum im östlichen Kreisgebiet und wird als Odenwälder Weininsel bezeichnet. Die Stadt hat eine lange Geschichte als Handels- und Verwaltungsort, die bis in römische Zeit zurückreicht.

Die Grube Messel, ein stillgelegter Ölschiefer-Tagebau, ist international bedeutende Fossilfundstätte und seit 1995 UNESCO-Weltnaturerbe. Das Besucherzentrum wurde 2010 eröffnet. Die Grube ist ein bedeutender Anziehungspunkt für den Tourismus und die wissenschaftliche Forschung. 2022 wurde die Grube Messel in die Liste der 100 geologisch bedeutendsten Orte der Welt der International Union of Geological Sciences aufgenommen.

Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald erstreckt sich über den Landkreis und prägt das Image des südlichen und östlichen Kreisgebiets.

Verkehr und Erreichbarkeit

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg ist durch eine vielfältige Verkehrsanbindung charakterisiert. Die Rhein-Main-Bahn (RB 75) verläuft von Mainz über Darmstadt nach Aschaffenburg und durchquert den östlichen Teil des Kreises. Sie bedient die Bahnhöfe Weiterstadt und Messel sowie Dieburg mit einem 25- bis 35-minütigen Takt an Wochentagen. Der Bahnhof Dieburg ist ein wichtiger Knotenpunkt mit fünf Bahnsteiggleisen und wird zusätzlich von der RB 61 (Dreieichbahn) bedient, die stündlich von Frankfurt (Main) Hbf über Dreieich nach Dieburg verkehrt.

Die Rodgaubahn aus Offenbach mündet in Dieburg ein und ist seit 2003 Teil des S-Bahn-Netzes Rhein-Main, allerdings nur bis Offenbach-Ober-Roden. Der Abschnitt nach Dieburg wird weiterhin von der RB 61 bedient. Die zahlreichen Güterzüge fahren ohne Halt durch.

Im Straßenverkehr durchqueren mehrere Bundesstraßen den Kreis. Die B 426 verbindet Darmstadt mit Ober-Ramstadt und Groß-Umstadt und ist die Hauptachse in den Odenwald. Die B 3 verläuft durch den nördlichen Teil des Kreises. Die A 5 (Frankfurt–Basel) und die A 67 (Rhein-Main-Gebiet–Heppenheim) bilden die überregionalen Autobahnverbindungen in der Nähe des Kreises.

Die Lage im Rhein-Main-Gebiet mit der direkten Anbindung an Darmstadt als Wissenschaftsstadt und Oberzentrum prägt die Erreichbarkeitsfaktoren maßgeblich. Darmstadt ist eine der zehn Oberzentren Hessens und ein wichtiger Wirtschafts- und Forschungsstandort. Die kreisfreien Stadt Darmstadt ragt von Norden in das westliche Kreisgebiet, was die Symbiose zwischen Kreis und Stadt erklärt.

Die Hochschule Darmstadt unterhält mit dem Campus Dieburg einen Standort im Kreisgebiet, der zur Bildung und zum Fachkräftenachwuchs beiträgt. Zwei Krankenhäuser sind im Landkreis vorhanden.

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg gehört zum Einzugsgebiet der IHK Darmstadt Rhein-Main-Neckar, die sich aus der kreisfreien Stadt Darmstadt und den Kreisen Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Bergstraße und Odenwaldkreis zusammensetzt.

Entwicklung und Ausblick

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg profitiert von seiner Lage im Rhein-Main-Gebiet, einem der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands. Die enge Verflechtung mit der kreisfreien Stadt Darmstadt als Wissenschaftsstadt und Oberzentrum prägt die Struktur des Kreises maßgeblich. Die Gemeinden im Westen des Kreises – Griesheim, Weiterstadt und Pfungstadt – sind de facto Vororte von Darmstadt und profitieren von der Agglomeration.

Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 179 von rund 400 deutschen Kreisen zu. Der Wert im Bereich Wettbewerb und Innovation liegt mit Rang 130 über dem Durchschnitt, während die Dynamik mit Rang 293 unter dem Median liegt. Der Wohlstand und die soziale Lage werden mit Rang 98 positiv bewertet. Der Arbeitsmarkt rangiert auf Platz 270, die Demografie auf Platz 265.

Die Bevölkerung des Kreises wuchs von 292.773 (2015) auf 301.827 (2023), was einem Zuwachs von rund 9.000 Einwohnern in acht Jahren entspricht. Dieser Trend spiegelt die Attraktivität des Rhein-Main-Gebiets wider.

Die Spreizung der Immobilienpreise innerhalb des Kreises – von 2.063 Euro/m² im Odenwald bis 3.815 Euro/m² an der Bergstraße – zeigt, dass der Kreis keine homogene Einheit bildet, sondern ein Gefälle von der darmstadt-nahen Rheinebene in den Odenwald aufweist. Die teuersten Gemeinden liegen im Westen und Süden des Kreises, die günstigsten im südlichen Odenwald. Die Renditen sind im Odenwald mit bis zu 5,68 Prozent deutlich höher als im darmstadt-nahen Westen mit teilweise unter 4 Prozent.

Die Grube Messel als UNESCO-Weltnaturerbe und das Besucherzentrum von 2010 sind ein bedeutender Standortfaktor für den Tourismus und die internationale Sichtbarkeit des Kreises. Die Weinbaugeiete an der Bergstraße (Seeheim-Jugenheim) und die Odenwälder Weininsel Groß-Umstadt tragen zur regionalen Identität bei.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20189,42 €/m²
20199,71 €/m²
202010,36 €/m²
202110,60 €/m²
202211,09 €/m²
202311,15 €/m²
202412,12 €/m²
202511,93 €/m²
202611,83 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20182.814 €/m²
20193.129 €/m²
20203.164 €/m²
20213.518 €/m²
20223.445 €/m²
20233.244 €/m²
20243.129 €/m²
20253.155 €/m²
20263.313 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20184,02 %
20193,72 %
20203,93 %
20213,62 %
20223,86 %
20234,12 %
20244,65 %
20254,54 %
20264,28 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2015292.773 Einwohner
2016294.744 Einwohner
2017296.048 Einwohner
2018297.399 Einwohner
2019297.844 Einwohner
2020297.701 Einwohner
2021296.900 Einwohner
2022300.658 Einwohner
2023301.827 Einwohner
2024301.827 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
3–42,00 Orte
4–519,00 Orte
5–62,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Darmstadt-Dieburg, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Modautal5,68 %
Groß-Bieberau, Stadt5,26 %
Roßdorf4,84 %
Reinheim, Stadt4,81 %
Messel4,79 %
Münster (Hessen)4,74 %
Groß-Zimmern4,69 %
Weiterstadt, Stadt4,68 %
Griesheim, Stadt4,60 %
Erzhausen4,56 %

Alle Orte im Kreis

23 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Darmstadt-Dieburg
Modautal643975.1149,77 €2.063 €5,68 %17,6
Groß-Bieberau, Stadt644014.76210,37 €2.364 €5,26 %19,0
Roßdorf6438013.02512,94 €3.210 €4,84 %20,7
Reinheim, Stadt6435416.72911,08 €2.763 €4,81 %20,8
Messel644094.26311,48 €2.877 €4,79 %20,9
Münster (Hessen)6483914.51812,45 €3.149 €4,74 %21,1
Groß-Zimmern6484614.85911,74 €3.005 €4,69 %21,3
Weiterstadt, Stadt6433126.29113,16 €3.378 €4,68 %21,4
Griesheim, Stadt6434728.21013,71 €3.577 €4,60 %21,8
Erzhausen643908.14712,14 €3.195 €4,56 %21,9
Dieburg, Stadt6480715.72313,71 €3.621 €4,54 %22,0
Babenhausen, Stadt6483217.57910,60 €2.810 €4,53 %22,1
Mühltal6436713.86612,07 €3.301 €4,39 %22,8
Ober-Ramstadt, Stadt6437215.31311,42 €3.133 €4,38 %22,9
Bickenbach644046.22012,79 €3.543 €4,33 %23,1
Schaafheim648509.3069,99 €2.766 €4,33 %23,1
Eppertshausen648596.40512,10 €3.382 €4,30 %23,3
Alsbach-Hähnlein646659.20812,39 €3.470 €4,28 %23,3
Groß-Umstadt, Stadt6482321.01811,62 €3.294 €4,23 %23,6
Otzberg648536.50210,56 €3.006 €4,22 %23,7
Pfungstadt, Stadt6431925.29912,05 €3.443 €4,20 %23,8
Seeheim-Jugenheim6434216.68512,42 €3.815 €3,91 %25,6
Fischbachtal644052.78511,63 €3.661 €3,81 %26,2