Marktüberblick und Einordnung
Der Landkreis Kelheim liegt im westlichen Niederbayern und umfasst 24 Gemeinden mit insgesamt rund 126.500 Einwohnern auf einer Fläche von 1.000 Quadratkilometern. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 3.268 Euro pro Quadratmeter, die mittlere Angebotsmiete bei 9,67 Euro pro Quadratmeter. Damit rangiert der Kreis auf Platz 40 von 82 Kreisen in Bayern nach Kaufpreis – mittelfeld, aber deutlich über dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro. Die Bruttomietrendite beträgt durchschnittlich 3,64 Prozent.
Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Anstieg der Mieten von 8,59 Euro im Jahr 2018 auf 10,40 Euro im Jahr 2024. Die Kaufpreise bewegten sich zwischen 3.217 Euro (2019) und 3.516 Euro (2020) und lagen 2024 bei 3.413 Euro. Die Bevölkerung wuchs von 118.965 im Jahr 2015 auf 126.539 im Jahr 2023 – ein Plus von über 7.000 Einwohnern in acht Jahren. Der Kreis profitiert nachweislich von der Nähe zu den Wachstumsregionen Ingolstadt und Regensburg.
Im Prognos-Zukunftsatlas 2025 erreicht der Kreis Rang 81 von rund 400 deutschen Kreisen. Besonders stark ist die Position im Wohlstand (Rang 30) und im Bereich Wettbewerb und Innovation (Rang 64). Schwächer ist der Arbeitsmarkt (Rang 214) und die Dynamik (Rang 146).
Innere Struktur und Preisgefälle
Die Kaufpreise im Landkreis Kelheim reichen von 2.225 Euro pro Quadratmeter in Riedenburg bis 4.419 Euro pro Quadratmeter in Rohr in Niederbayern – eine Spreizung von fast dem Doppelten. Auch bei der Miete liegt die Spanne zwischen 7,22 Euro in Wildenberg und 11,46 Euro in Abensberg. Die Renditen variieren von 2,12 Prozent in Rohr bis 5,24 Prozent in Riedenburg.
Die teuersten Gemeinden liegen allesamt im Norden des Kreises, entlang der Donau und der A93. Rohr in Niederbayern (3.359 Einwohner) führt mit 4.419 Euro pro Quadratmeter die Liste an, gefolgt von Kirchdorf (4.060 Euro) und Wildenberg (3.774 Euro). Bad Abbach (3.767 Euro) und Abensberg (3.755 Euro) runden die Top 5. Diese Gemeinden profitieren von der Lage im Donautal und der direkten Anbindung an die A93, die den Kreis mit Regensburg und über das Autobahnkreuz Regensburg mit der A3 verbindet.
Die günstigsten Gemeinden konzentrieren sich im Süden und Westen des Kreises, im Bereich der Hallertau und der Altmühlalb. Riedenburg an der Altmühl (6.230 Einwohner) bietet mit 2.225 Euro den niedrigsten Preis im Kreis, gefolgt von Painten (2.286 Euro), Volkenschwand (2.522 Euro) und Teugn (2.632 Euro). Diese Gemeinden liegen abseits der Hauptverkehrsachsen und haben keine direkte Anbindung an die A93.
Ein klares Muster zeigt sich: Die Gemeinden im Norden des Kreises, insbesondere entlang der Donauachse und der A93, sind deutlich teurer als die ländlichen Gemeinden im Süden und Westen. Bad Abbach ist eine Ausnahme: Als Kurort mit 12.654 Einwohnern liegt es preislich auf dem Niveau der teuren Nordgemeinden, obwohl es eher im Westen liegt.
Die fünf größten Gemeinden des Kreises – Kelheim (17.094), Mainburg (15.517), Neustadt an der Donau (14.949), Abensberg (14.685) und Bad Abbach (12.654) – liegen allesamt im mittleren bis oberen Preissegment. Die kleinsten Gemeinden zeigen die größte Preisspanne: Von Kirchdorf mit 4.060 Euro bis Painten mit 2.286 Euro.
Wirtschaft und Struktur
Der Landkreis Kelheim wird von zwei unterschiedlichen Landschaften geprägt: der Altmühlalb im Norden links der Donau und der Hallertau im Süden rechts der Donau. Die Hallertau ist mit 2.400 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. 37 Prozent der Hopfenanbaufläche der Hallertau entfallen auf den Landkreis Kelheim. Die Siegelbezirke im Kreis sind Abensberg, Langquaid, Mainburg, Neustadt an der Donau und Siegenburg. Der Landkreis Kelheim ist zusammen mit den Landkreisen Pfaffenhofen, Freising und Landshut Teil der Arbeitsgemeinschaft "Hopfenland Hallertau".
Neben dem Hopfenanbau ist in einigen Regionen, insbesondere rund um Abensberg, auch der Spargelanbau von Bedeutung. Die Landwirtschaft prägt damit einen Großteil des südlichen Kreisgebiets.
Im Norden des Kreises, entlang der Donau, spielt der Tourismus eine Rolle. Das Kloster Weltenburg mit der Weltenburger Enge, einem etwa 5,5 Kilometer langen Donaudurchbruch, ist ein bedeutendes Touristenziel. Die Befreiungshalle auf dem Michelsberg oberhalb von Kelheim ist ein Wahrzeichen der Region. Bad Abbach ist ein anerkannter Kurort und zieht Besucher an.
Der Main-Donau-Kanal endet bei Kelheim und mündet in die Donau. Er verbindet den Main bei Bamberg mit der Donau und ist eine 171 Kilometer lange Bundeswasserstraße. Der Kanal durchquert das Kreisgebiet im Norden und trägt zur wirtschaftlichen Vernetzung bei.
Der Kreis erreicht im Prognos-Zukunftsatlas 2025 den Gesamt-Rang 81 von rund 400 deutschen Kreisen. Besonders gut positioniert ist er im Wohlstand (Rang 30) und im Bereich Wettbewerb und Innovation (Rang 64). Schwächer ist der Arbeitsmarkt (Rang 214) und die Dynamik (Rang 146).
Verkehr und Erreichbarkeit
Die A93 verläuft durch den nördlichen Teil des Kreises und bindet den Landkreis an Regensburg und über das Autobahnkreuz Regensburg an die A3 an. Im Kreisgebiet liegen die Anschlussstellen Bad Abbach, Dreieck Saalhaupt, Hausen, Abensberg, Siegenburg, Elsendorf, Aiglsbach und Mainburg. Die A93 ist die wichtigste Verkehrsachse des Kreises und erklärt maßgeblich die Preisunterschiede zwischen den Gemeinden entlang der Autobahn und den abgelegeneren Gemeinden im Süden.
Kelheim hat einen Bahnhof an der Donautalbahn, die Regensburg mit Ingolstadt verbindet. Die Lage zwischen zwei wachsenden Städten – Regensburg im Nordosten und Ingolstadt im Südwesten – ist ein wesentlicher Standortvorteil. Die Einwohnerzahl des Kreises wuchs von 1988 bis 2018 um 34 Prozent, was auf die Nähe zu diesen Wachstumsregionen zurückzuführen ist.
Der Main-Donau-Kanal endet bei Kelheim und bietet eine Verbindung zum Main und damit zum Rhein-Main-Gebiet. Der Kanal ist eine 171 Kilometer lange Bundeswasserstraße und wurde zwischen 1960 und 1992 erbaut.
Zusammenfassung
Der Landkreis Kelheim zeigt eine klare innere Struktur: Die Gemeinden im Norden entlang der Donau und der A93 sind deutlich teurer als die ländlichen Gemeinden im Süden und Westen. Diese Spreizung von 2.225 bis 4.419 Euro pro Quadratmeter Kaufpreis entspricht dem Muster einer Pendlerregion, die von den Wachstumszentren Regensburg und Ingolstadt profitiert.
Die Hallertau als größte zusammenhängende Hopfenanbauregion der Welt prägt den Süden des Kreises und verleiht ihm eine eigene wirtschaftliche Identität. Der Tourismus rund um das Kloster Weltenburg und die Befreiungshalle trägt zur wirtschaftlichen Vielfalt bei.
Die Lage zwischen zwei wachsenden Städten und die Anbindung an die A93 sind die wichtigsten Standortfaktoren. Die Gemeinden entlang der Autobahnachse profitieren von der besseren Erreichbarkeit, während die abgelegeneren Gemeinden im Altmühltal und in der Hallertau günstigere Preise bieten und höhere Renditen ermöglichen.