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Lagefaktor
Kreis · Baden-Württemberg

Sigmaringen

25 Orte mit zusammen 134.259 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
4,77 %
Bestwert 5,87 %
Ø Kaufpreis je m²
2.424 €
Ø Bruttomietrendite
4,77 %
Bestwert 5,87 %
Ø Miete
9,44 €/m²
Ø Kaufpreis
2.424 €/m²
Ø Prognos-Rang
#185
Zukunftsatlas, von 400

Landkreis Sigmaringen: Zwischen Schwäbischer Alb und Bodensee

Der Landkreis Sigmaringen ist mit einem mittleren Kaufpreis von 2.424 Euro pro Quadratmeter der zweitgünstigste Kreis in Baden-Württemberg. Innerhalb des Kreises reicht die Spanne von 1.820 Euro in Beuron bis 3.358 Euro in Sauldorf. Der Kreis ist geprägt von Landwirtschaft, Wald und dem Naturpark Obere Donau, hat aber begrenzte wirtschaftliche Dynamik und einen Mangel an Arbeitsplätzen für Hochschulabsolventen.

Marktüberblick und Einordnung

Der Landkreis Sigmaringen liegt im Süden Baden-Württembergs im Regierungsbezirk Tübingen und bildet zusammen mit dem Bodenseekreis und dem Landkreis Ravensburg den Regionalverband Bodensee-Oberschwaben. Mit 134.259 Einwohnern auf 1.204 Quadratkilometern ist er mit 111 Einwohnern je Quadratkilometer eher dünn besiedelt. Der Kreis hat 25 Gemeinden und umfasst Anteile an der Schwäbischen Alb, Oberschwaben, dem Linzgau, dem Oberen Donautal und am Alpenvorland. Die Donau durchfließt den Landkreis über 60 Kilometer.

Der Immobilienmarkt spiegelt die periphere Lage wider: Der mittlere Kaufpreis liegt bei 2.424 Euro pro Quadratmeter und damit unter dem Landesdurchschnitt Baden-Württembergs von 3.140 Euro. Sigmaringen ist mit diesem Wert der zweitgünstigste Kreis in Baden-Württemberg – nur der Neckar-Odenwald-Kreis liegt noch darunter. Im bundesweiten Vergleich von rund 386 Kreisen liegt der Kreis knapp über dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro. Die durchschnittliche Miet liegt bei 9,44 Euro pro Quadratmeter (Landesdurchschnitt: 11,08 Euro). Die Bruttomietrendite liegt bei 4,77 Prozent und damit über dem Landesdurchschnitt von 4,36 Prozent.

Die Zeitreihe zeigt einen deutlichen Anstieg der Mietpreise von 6,93 Euro im Jahr 2018 auf 10,26 Euro im Jahr 2025 (geschätzt). Der Kaufpreis stieg von 1.956 Euro im Jahr 2018 auf 2.691 Euro im Jahr 2025 (geschätzt), mit einem leichten Rückgang in den Jahren 2022 bis 2024. Die Bevölkerung wuchs von 130.772 im Jahr 2015 auf 134.259 im Jahr 2023.

Innere Struktur und Preisgefälle

Die Spreizung innerhalb des Kreises ist beträchtlich. Die teuerste Gemeinde ist Sauldorf mit 3.358 Euro pro Quadratmeter Kaufpreis und 10,18 Euro Mietpreis, gefolgt von Bad Saulgau mit 3.229 Euro und 10,79 Euro. Die günstigsten Gemeinden liegen im Norden und Westen des Kreises: Beuron mit 1.820 Euro, Bingen mit 1.846 Euro und Stetten am kalten Markt mit 1.906 Euro. Die Kaufpreis-Spanne beträgt damit 1.538 Euro pro Quadratmeter – ein Faktor von 1,85 zwischen teuerster und günstigster Gemeinde.

Die Rendite-Spanne reicht von 3,56 Prozent in Inzigkofen bis 5,87 Prozent in Bingen. Inzigkofen weist zudem den höchsten Kaufpreisfaktor von 28,1 auf, während Bingen mit 17,0 der niedrigste Faktor im Kreis ist.

Die teuersten Gemeinden liegen im Süden und Südwesten des Kreises: Sauldorf und Bad Saulgau im äußersten Südwesten, Illmensee, Pfullendorf und Herdwangen-Schönach im Süden. Diese Gemeinden liegen in der Nähe des Bodensees und der Oberschwäbischen Hochfläche. Die günstigsten Gemeinden konzentrieren sich im Norden und Nordwesten: Beuron, Bingen, Stetten am kalten Markt, Neufra und Leibertingen liegen im Bereich der Schwäbischen Alb und des Oberen Donautaals.

Die Kreisstadt Sigmaringen selbst liegt mit 2.739 Euro pro Quadratmeter im oberen Mittelfeld und über dem Kreisdurchschnitt. Die Stadt bildet ein Mittelzentrum mit Teilfunktion eines Oberzentrums des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben. Der Mittelbereich umfasst 15 Gemeinden im nördlichen und zentralen Teil des Kreises.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Landkreis Sigmaringen wird auch als Dreiländerkreis bezeichnet, weil sein Territorium zu ähnlichen Anteilen zu den historischen Ländern Baden, Württemberg und Hohenzollern gehörte. Die Wirtschaftsstruktur ist geprägt von Landwirtschaft, die 49,5 Prozent der Fläche einnimmt, sowie von Wald, der 39 Prozent der Fläche bedeckt. Der Holzvorrat liegt bei 15,5 Millionen Kubikmetern.

Sigmaringen bildet das wirtschaftliche und administrative Zentrum des Kreises. Die Stadt ist Einkaufs- und Schulstadt für die umliegenden Gemeinden und als Kreisstadt zudem Verwaltungszentrum. Der Hochschulstandort Hochschule Albstadt-Sigmaringen zieht junge Menschen aus der ganzen Region und dem Land an, für die es vor Ort an ausreichenden Arbeitsplätzen mangelt.

Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 185 von rund 400 deutschen Kreisen ein. Besonders gut abschneidet der Kreis im Bereich Wohlstand und soziale Lage mit Rang 96, während die Dynamik mit Rang 265 und der Wettbewerb und Innovation mit Rang 256 schwächer dastehen. Der Arbeitsmarkt liegt auf Rang 207.

Der Landkreis grenzt an sieben Nachbarkreise: Reutlingen, Biberach, Ravensburg, Bodenseekreis, Konstanz, Tuttlingen und Zollernalbkreis. Die Lage im ländlichen Raum ohne direkte Anbindung an ein großes Oberzentrum prägt die wirtschaftliche Struktur.

Verkehr und Erreichbarkeit

Die Verkehrsanbindung des Landkreises wird durch die Bahnstrecke Ulm–Sigmaringen geprägt, die Sigmaringen mit Ulm verbindet. Von Ulm aus bestehen ICE-Verbindungen nach Stuttgart, München und weiter. Der RegioBus verbindet Sigmaringen einmal pro Stunde mit Überlingen am Bodensee.

Der Landkreis hat keine direkte Autobahnanbindung. Die nächsten Autobahnanschlüsse befinden sich in den Nachbarkreisen. Die Bundesstraßen B27, B31 und B466 durchqueren den Landkreis und verbinden die einzelnen Gemeinden untereinander sowie mit den Nachbarkreisen.

Die Lage rund 40 Kilometer nördlich des Bodensees und die Abgrenzung zur Schwäbischen Alb prägen die Erreichbarkeit. Für Pendler bedeutet dies, dass Arbeitsplätze in den größeren Zentren Friedrichshafen-Ravensburg-Weingarten (Oberzentrum des Regionalverbands), Ulm und Stuttgart gesucht werden müssen.

Entwicklung und Ausblick

Der Landkreis Sigmaringen ist Teil des Naturparks Obere Donau und verfügt über 23 Naturschutzgebiete mit insgesamt über 2.200 Hektar Schutzfläche. Das Pfrunger-Burgweiler Ried ist mit 1.508 Hektar (davon 865 Hektar im Landkreis Sigmaringen) eines der bedeutendsten Schutzgebiete. Das Obere Donautal ist ein weiteres Schutzgebiet von überregionaler Bedeutung.

Die Bevölkerungsentwicklung war von 2015 bis 2023 leicht positiv: von 130.772 auf 134.259 Einwohner. Die Immobilienpreise zeigen einen deutlichen Aufwärtstrend, insbesondere bei den Mietpreisen, die von 2018 bis 2025 um rund 48 Prozent stiegen. Der Kaufpreis stieg im gleichen Zeitraum um rund 41 Prozent.

Die Kombination aus günstigen Immobilienpreisen im bundesweiten Vergleich, der Nähe zum Bodensee und der natürlichen Attraktivität des Oberen Donautaals könnte den Landkreis für Pendler und Zuwanderer interessant machen. Die begrenzte wirtschaftliche Dynamik und der Mangel an Arbeitsplätzen für Hochschulabsolventen bleiben jedoch strukturelle Herausforderungen.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20186,93 €/m²
20197,16 €/m²
20207,44 €/m²
20218,53 €/m²
20228,51 €/m²
20238,93 €/m²
20249,61 €/m²
202510,26 €/m²
202610,18 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20181.956 €/m²
20191.936 €/m²
20202.382 €/m²
20212.629 €/m²
20222.591 €/m²
20232.480 €/m²
20242.458 €/m²
20252.691 €/m²
20262.759 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20184,25 %
20194,44 %
20203,75 %
20213,90 %
20223,94 %
20234,32 %
20244,69 %
20254,58 %
20264,43 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2015130.772 Einwohner
2016130.275 Einwohner
2017130.192 Einwohner
2018130.873 Einwohner
2019130.849 Einwohner
2020130.946 Einwohner
2021131.725 Einwohner
2022134.045 Einwohner
2023134.259 Einwohner
2024134.259 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
3–43,00 Orte
4–512,00 Orte
5–610,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Sigmaringen, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Bingen5,87 %
Stetten am kalten Markt5,73 %
Scheer, Stadt5,70 %
Meßkirch, Stadt5,61 %
Neufra5,58 %
Beuron5,55 %
Wald5,43 %
Mengen, Stadt5,20 %
Veringenstadt, Stadt5,09 %
Hohentengen5,05 %

Alle Orte im Kreis

25 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Sigmaringen
Bingen725112.7509,03 €1.846 €5,87 %17,0
Stetten am kalten Markt725104.8849,10 €1.906 €5,73 %17,5
Scheer, Stadt725162.5359,95 €2.094 €5,70 %17,5
Meßkirch, Stadt886058.72510,02 €2.144 €5,61 %17,8
Neufra724191.8749,38 €2.016 €5,58 %17,9
Beuron886316708,42 €1.820 €5,55 %18,0
Wald886392.83710,73 €2.371 €5,43 %18,4
Mengen, Stadt8851210.07710,10 €2.330 €5,20 %19,2
Veringenstadt, Stadt725192.1348,65 €2.039 €5,09 %19,7
Hohentengen883674.3439,71 €2.309 €5,05 %19,8
Gammertingen, Stadt725016.2988,65 €2.104 €4,93 %20,3
Krauchenwies725055.1459,55 €2.328 €4,92 %20,3
Leibertingen886372.1438,06 €2.038 €4,75 %21,1
Pfullendorf, Stadt8863013.65410,99 €2.901 €4,55 %22,0
Hettingen, Stadt725131.8598,01 €2.126 €4,52 %22,1
Illmensee886362.09110,74 €2.926 €4,41 %22,7
Schwenningen724771.6818,99 €2.446 €4,41 %22,7
Ostrach883567.1049,31 €2.558 €4,37 %22,9
Sigmaringendorf725173.7489,07 €2.569 €4,24 %23,6
Sigmaringen, Stadt7248818.1279,66 €2.739 €4,23 %23,6
Herdwangen-Schönach886343.5029,71 €2.826 €4,13 %24,2
Bad Saulgau, Stadt8834817.72410,79 €3.229 €4,01 %24,9
Herbertingen885184.7668,94 €2.779 €3,86 %25,9
Sauldorf886052.59110,18 €3.358 €3,64 %27,5
Inzigkofen725142.9978,33 €2.806 €3,56 %28,1