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Lagefaktor
Kreis · Bayern

Erlangen-Höchstadt

25 Orte mit zusammen 141.517 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
3,65 %
Bestwert 5,77 %
Ø Kaufpreis je m²
3.758 €
Ø Bruttomietrendite
3,65 %
Bestwert 5,77 %
Ø Miete
11,10 €/m²
Ø Kaufpreis
3.758 €/m²
Ø Prognos-Rang
#46
Zukunftsatlas, von 400

Standortbericht Landkreis Erlangen-Höchstadt

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt ist ein mittelfränkischer Umlandkreis mit 141.517 Einwohnern und 25 Gemeinden, der sich durch eine außergewöhnlich starke industrielle Struktur auszeichnet. Herzogenaurach beheimatet die DAX-Unternehmen adidas, Puma und Schaeffler, die Universität Erlangen-Nürnberg ist einer der größten Arbeitgeber der Region. Der Immobilienmarkt liegt deutlich über dem bayerischen Durchschnitt mit einer erheblichen inneren Preisspreizung: Die teuersten Gemeinden im Süden erreichen über 5.000 Euro pro Quadratmeter, während der Westen des Kreises mit unter 3.300 Euro deutlich günstiger ist.

Marktüberblick und Einordnung

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt liegt im mittelfränkischen Teil Bayerns und umfasst 25 Gemeinden auf 462 Quadratkilometern. Mit 141.517 Einwohnern (2023) entspricht die Bevölkerungsdichte von 306 Einwohnern je Quadratkilometer dem Niveau eines dicht besiedelten Umlandkreises. Die Einwohnerzahl ist von 134.136 im Jahr 2015 auf 141.517 im Jahr 2023 um 5,5 Prozent gestiegen — ein deutlicher Zuwachs, der auf die Lage im Ballungsraum Nürnberg-Fürth-Erlangen zurückzuführen ist.

Der Immobilienmarkt liegt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Der mittlere Kaufpreis beträgt 3.758 Euro pro Quadratmeter, die mittlere Miete 11,10 Euro pro Quadratmeter. Im bundesweiten Vergleich mit 386 Kreisen liegt der Kreis nach Kaufpreis auf Rang 26 von 82 bayerischen Kreisen — er gehört damit zu den teuersten Landkreisen Bayerns, wenn auch weit hinter den Spitzenreitern München (7.173 Euro) und Miesbach (7.167 Euro). Die Bruttorendite liegt bei 3,65 Prozent, der Kaufpreisfaktor bei 28,3.

In der Zeitreihe zeigt sich ein kontinuierlicher Anstieg: Der Kaufpreis stieg von 3.040 Euro pro Quadratmeter (2018) auf 3.673 Euro (2025), die Miete von 8,50 Euro (2018) auf 11,28 Euro (2025). Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 46 von rund 400 deutschen Kreisen (Gesamt), mit Rang 4 im Wohlstand und Rang 29 in Wettbewerb und Innovation — ein Befund, der die wirtschaftliche Stärke des Kreises unterstreicht.

Innere Struktur und Preisgefälle

Die 25 Gemeinden des Kreises weisen eine erhebliche Preisspreizung auf. Der Kaufpreis reicht von 1.729 Euro pro Quadratmeter in Vestenbergsgreuth bis 5.174 Euro in Uttenreuth — ein Faktor von fast 3. Die Mietpreise variieren zwischen 8,18 Euro in Vestenbergsgreuth und 13,65 Euro in Buckenhof. Die Bruttorenditen reichen von 2,85 Prozent in Großenseebach bis 5,77 Prozent in Oberreichenbach.

Die teuersten Gemeinden konzentrieren sich im südlichen und südöstlichen Teil des Kreises, in unmittelbarer Nähe zu Erlangen und Herzogenaurach. Uttenreuth (5.174 Euro), Marloffstein (4.773 Euro), Bubenreuth (4.732 Euro) und Buckenhof (4.640 Euro) bilden eine geschlossene Teuerungsgurte entlang der südlichen Kreisgrenze. Diese Gemeinden sind vor allem als Wohnstandorte für Pendler in die Nachbarstädte Erlangen und Nürnberg attraktiv. Herzogenaurach selbst liegt mit 4.330 Euro ebenfalls im oberen Preissegment.

Im Westen und Nordwesten des Kreises, Richtung Steigerwald und Aischtal, fallen die Preise deutlich ab. Vestenbergsgreuth (1.729 Euro) und Oberreichenbach (2.507 Euro) bilden das Preisunterfeld. Höchstadt an der Aisch als größte Stadt des westlichen Kreisbereichs liegt mit 3.295 Euro im mittleren Segment. Lonnerstadt (3.009 Euro), Kalchreuth (3.179 Euro) und Mühlhausen (3.451 Euro) liegen ebenfalls im unteren bis mittleren Bereich.

Die größten Gemeinden nach Einwohnerzahl sind Herzogenaurach (24.674), Eckental (14.770) und Höchstadt an der Aisch (14.063). Die kleinsten Gemeinden wie Marloffstein (1.555) und Oberreichenbach (1.364) zeigen dabei extreme Preisspannen — was auf die geringe Anzahl von Transaktionen in kleinen Gemeinden zurückzuführen ist und die Kreiswerte verzerrt.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Landkreis ist geprägt von einer außergewöhnlich starken industriellen Struktur, die ihn von typischen Wohnumlandkreisen unterscheidet. Herzogenaurach ist Sitz von drei international operierenden DAX-Unternehmen: adidas, Puma und Schaeffler. Schaeffler ist dabei der größte der drei Konzerne mit 110.753 Mitarbeitern weltweit (2025) und einem Umsatz von 23,5 Milliarden Euro (2025). Das Unternehmen ist als Automobil- und Maschinenbauzulieferer tätig und vertreibt seine Produkte unter den Marken INA, FAG und LuK. Ein Zweigwerk der Schaeffler Technologies befindet sich zudem in Höchstadt an der Aisch.

Die Nähe zu Erlangen bringt weitere wirtschaftliche Impulse: Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) mit rund 41.000 Studierenden, 6.723 Mitarbeitern und einem Jahresetat von 721,6 Millionen Euro ist einer der größten Arbeitgeber der Region. Die Universität ist nach München und Würzburg die drittgrößte Bayerns und zählt zu den 15 größten Universitäten Deutschlands. Der überwiegende Teil der FAU ist in Erlangen angesiedelt, was den Kreis direkt in den Wissenschafts- und Technologiestandort einbindet.

Baiersdorf, an der A73 gelegen, ist bekannt für seinen Anteil am europäischen Meerrettich-Anbau und dessen Verarbeitung — das Unternehmen Schamel wurde 1846 gegründet und ist der älteste Meerrettichbetrieb der Welt. Insgesamt sind in Baiersdorf rund 600 Unternehmen und Gewerbetreibende ansässig.

Die wirtschaftliche Struktur erklärt auch die hohen Kaufpreise im südlichen Kreisbereich: Dort, wo die DAX-Unternehmen und die Universität wirken, ist die Kaufkraft hoch und die Nachfrage nach Wohnraum entsprechend stark.

Verkehr und Erreichbarkeit

Die Verkehrsanbindung des Kreises ist durch zwei überregionale Autobahnen geprägt. Die Bundesautobahn 73 durchquert den Kreis in Nord-Süd-Richtung mit den Anschlüssen Baiersdorf-Nord, Möhrendorf, Erlangen-Nord, Erlangen-Zentrum, Erlangen-Bruck und dem Autobahnkreuz Fürth/Erlangen, wo die Verbindung zur A3 besteht. Die A73 verbindet den Kreis mit Nürnberg im Süden und mit Coburg, Schweinfurt und weiter nach Thüringen im Norden.

Im Westen des Kreises erschließt die A3 mit den Anschlussstellen Höchstadt-Ost und Höchstadt-Nord den Raum um Höchstadt an der Aisch. Höchstadt ist zudem über die B 470 und B 505 an das überregionale Straßennetz angebunden. Die B 505 stellt eine wichtige Umleitungsstrecke zwischen A73 und A3 dar.

Im Schienenverkehr ist Erlangen Fernverkehrshalt. Der Bahnhof Erlangen wird von der ICE-Linie 28 (Hamburg–Berlin–Leipzig–Erfurt–Nürnberg–München, 2-Stunden-Takt), der ICE-Linie 18 (Berlin–Halle–Erfurt–Bamberg–Erlangen–Nürnberg–München) und dem IC 61 (Karlsruhe–Leipzig) bedient. Im Regionalverkehr ist Erlangen Knotenpunkt der S-Bahn Nürnberg (Linie S1: Nürnberg–Erlangen–Forchheim–Bamberg) sowie des Franken-Thüringen-Express.

Ein zukünftiges Großprojekt ist die Stadt-Umland-Bahn (StUB) Nürnberg–Erlangen–Herzogenaurach, die die drei Städte mit einer neu zu bauenden Straßenbahnstrecke verbinden soll. Die abschnittsweise Betriebsaufnahme wird für 2031 angestrebt. Der Landkreis Erlangen-Höchstadt trat dem Zweckverband nicht bei, da er sich die Kreisumlage nicht zumuten wollte. Die Stadt Herzogenaurach verfolgt den Ast nach Herzogenaurach jedoch mit eigener Kostenbeteiligung weiter.

Bildung, Forschung und Infrastruktur

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ist der zentrale Bildungs- und Forschungsstandort des Kreises. Mit rund 41.000 Studierenden, 6.723 Mitarbeitern und einem Jahresetat von 721,6 Millionen Euro (Grundfinanzierung 2021) sowie 294,39 Millionen Euro Drittmitteln (2025) ist sie ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Die FAU ist Mitglied im Reuters Top 100 der innovativsten Universitäten weltweit und belegt Platz 14 (2019), europaweit Platz 2. In den Nachhaltigkeitszielen des Times Higher Education Sustainability Impact Ratings 2026 belegt die FAU den ersten Platz in Deutschland.

Die medizinische Fakultät der FAU kooperiert eng mit dem Universitätsklinikum Erlangen, das als eigenständige Körperschaft des Freistaats Bayern existiert. Das Klinikum ist ein bedeutender Arbeitgeber im Gesundheitswesen.

Im westlichen Kreisbereich bietet Höchstadt an der Aisch ein breites Bildungsangebot mit Gymnasium, Realschule, Mittelschule und einer Volkshochschule. Die Fachoberschule im Aischgrund bestand von 2012 bis 2015.

Die Kombination aus Universität, Klinik, DAX-Unternehmen und guter Verkehrsanbindung macht den Landkreis zu einem der attraktivsten Standorte im mittelfränkischen Raum — und erklärt die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum, insbesondere in den Gemeinden im Süden des Kreises.

Entwicklung und Ausblick

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt hat in den vergangenen Jahren ein deutliches Bevölkerungswachstum von 5,5 Prozent verzeichnet (2015 bis 2023). Die Immobilienpreise sind ebenfalls kontinuierlich gestiegen — der Kaufpreis lag 2025 mit 3.673 Euro pro Quadratmeter deutlich über dem Wert von 2018 (3.040 Euro). Die Mieten entwickelten sich ähnlich dynamisch, von 8,50 auf 11,28 Euro pro Quadratmeter.

Die wirtschaftliche Struktur mit DAX-Unternehmen, Universität und Klinik sichert dem Kreis eine stabile Nachfragebasis. Die Lage im Ballungsraum Nürnberg-Fürth-Erlangen bietet zusätzliche Dynamik, da die Kernstädte selbst unter einem extremen Wohnraummangel leiden und die Nachfrage in das Umland abstrahlt.

Die Preisspreizung im Kreis wird sich voraussichtlich fortsetzen: Die Gemeinden im Süden, die von der Nähe zu Erlangen und Herzogenaurach profitieren, werden weiter zu den teuersten zählen. Im Westen des Kreises, Richtung Steigerwald, bleiben die Preise moderat — was den Raum für Investoren mit höherer Renditeerwartung öffnet. Vestenbergsgreuth (1.729 Euro) und Oberreichenbach (2.507 Euro) weisen mit 5,68 bzw. 5,77 Prozent die höchsten Bruttorenditen auf.

Die Stadt-Umland-Bahn, deren Bau für 2031 angestrebt wird, könnte die Erreichbarkeit zwischen Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach deutlich verbessern und damit die Wohnnachfrage in den betroffenen Gemeinden weiter ankurbeln. Der Ausstieg des Landkreises aus dem Projekt bedeutet jedoch, dass die westlichen Teile des Kreises nicht unmittelbar von dieser Verbesserung profitieren werden.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20188,50 €/m²
20198,95 €/m²
20209,54 €/m²
20219,98 €/m²
202210,34 €/m²
20239,81 €/m²
202410,81 €/m²
202511,28 €/m²
202611,60 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20183.040 €/m²
20193.395 €/m²
20203.850 €/m²
20213.750 €/m²
20223.799 €/m²
20233.671 €/m²
20243.828 €/m²
20253.673 €/m²
20263.854 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20183,35 %
20193,16 %
20202,98 %
20213,19 %
20223,27 %
20233,21 %
20243,39 %
20253,69 %
20263,61 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2015134.136 Einwohner
2016134.640 Einwohner
2017135.334 Einwohner
2018136.271 Einwohner
2019137.262 Einwohner
2020138.105 Einwohner
2021139.323 Einwohner
2022140.994 Einwohner
2023141.517 Einwohner
2024141.517 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
2–33,00 Orte
3–417,00 Orte
4–53,00 Orte
5–62,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Erlangen-Höchstadt, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Oberreichenbach5,77 %
Vestenbergsgreuth, M5,68 %
Spardorf4,34 %
Lonnerstadt, M4,00 %
Kalchreuth4,00 %
Baiersdorf, St3,78 %
Höchstadt a.d.Aisch, St3,75 %
Adelsdorf3,74 %
Möhrendorf3,72 %
Weisendorf, M3,67 %

Alle Orte im Kreis

25 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Erlangen-Höchstadt
Oberreichenbach910971.36412,05 €2.507 €5,77 %17,3
Vestenbergsgreuth, M914871.6228,18 €1.729 €5,68 %17,6
Spardorf910802.23213,17 €3.640 €4,34 %23,0
Kalchreuth905623.03310,59 €3.179 €4,00 %25,0
Lonnerstadt, M914752.08710,02 €3.009 €4,00 %25,0
Baiersdorf, St910838.07413,08 €4.149 €3,78 %26,4
Höchstadt a.d.Aisch, St9131514.06310,30 €3.295 €3,75 %26,7
Adelsdorf913259.38210,30 €3.306 €3,74 %26,8
Möhrendorf910964.95511,99 €3.873 €3,72 %26,9
Weisendorf, M910856.87710,42 €3.408 €3,67 %27,3
Hemhofen913345.34011,13 €3.693 €3,62 %27,7
Heßdorf910933.81311,00 €3.706 €3,56 %28,1
Buckenhof910543.25113,65 €4.640 €3,53 %28,3
Eckental, M9054214.77011,40 €3.907 €3,50 %28,6
Röttenbach913414.74910,27 €3.569 €3,45 %29,0
Bubenreuth910884.63713,40 €4.732 €3,40 %29,4
Herzogenaurach, St9107424.67411,97 €4.330 €3,32 %30,2
Aurachtal910863.13210,35 €3.791 €3,28 %30,5
Heroldsberg, M905628.48811,42 €4.278 €3,20 %31,2
Uttenreuth910805.00713,30 €5.174 €3,09 %32,4
Mühlhausen, M961721.8588,82 €3.451 €3,07 %32,6
Marloffstein910801.55512,19 €4.773 €3,06 %32,6
Wachenroth, M961932.4218,71 €3.547 €2,95 %33,9
Gremsdorf913501.6779,39 €3.919 €2,88 %34,8
Großenseebach910912.45610,35 €4.357 €2,85 %35,1