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Lagefaktor
Kreis · Bayern

Dillingen a.d.Donau

27 Orte mit zusammen 100.141 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
4,18 %
Bestwert 6,20 %
Ø Kaufpreis je m²
2.908 €
Ø Bruttomietrendite
4,18 %
Bestwert 6,20 %
Ø Miete
9,86 €/m²
Ø Kaufpreis
2.908 €/m²
Ø Prognos-Rang
#190
Zukunftsatlas, von 400

Immobilienmarktbericht Landkreis Dillingen a.d.Donau

Der Landkreis Dillingen a.d.Donau ist ein ländlich geprägter Kreis in Nordschwaben mit rund 100.000 Einwohnern und 27 Gemeinden. Der Immobilienmarkt zeigt eine deutliche innere Spreizung: Kaufpreise reichen von unter 2.000 Euro pro Quadratmeter in den ländlichen Gemeinden bis über 4.000 Euro in den südwärtigen Gemeinden. Wirtschaftlicher Anker ist das BSH-Werk mit 2.400 Beschäftigten in der Kreisstadt. Die Donautalbahn verbindet den Kreis mit Augsburg und Ulm.

Marktüberblick und Einordnung

Der Landkreis Dillingen a.d.Donau liegt im Norden des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben und umfasst 27 Gemeinden auf einer Fläche von 792,2 Quadratkilometern. Mit rund 100.141 Einwohnern (2023) ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 126 Einwohnern je Quadratkilometer. Der Kreis verzeichnete zwischen 2015 und 2023 ein Bevölkerungswachstum von etwa 5.600 Personen, was auf eine positive Entwicklung hindeutet.

Auf dem Immobilienmarkt liegt der Kreis mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 2.908 Euro je Quadratmeter über dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro, aber unter dem bayerischen Landesdurchschnitt von 3.246 Euro. Die durchschnittliche Angebotsmiete beträgt 9,86 Euro je Quadratmeter, ebenfalls deutlich über dem Bundeswert von 8,92 Euro, aber leicht unter dem bayerischen Wert von 10,11 Euro. Die durchschnittliche Bruttorendite liegt bei 4,18 Prozent.

Im bayerischen Vergleich der 82 Kreise belegt Dillingen a.d.Donau nach Kaufpreis den Rang 49 von 82 – damit liegt der Kreis im unteren Mittelfeld der bayerischen Immobilienpreise. Der deutsche Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Gesamtrang 190 von rund 400 deutschen Kreisen ein, wobei der Stärkerang mit 160 besser ist als der Dynamikrang mit 305.

Innere Struktur und Preisgefälle

Die Spreizung innerhalb des Kreises ist beträchtlich. Die Kaufpreise reichen von 1.917 Euro je Quadratmeter in Aislingen bis 4.150 Euro je Quadratmeter in Lauca – ein Faktor von mehr als 2,2. Die Rendite-Spanne verläuft in die entgegengesetzte Richtung: von 2,8 Prozent in Lutzingen bis 6,2 Prozent in Schwenningen.

Die teuersten Gemeinden liegen im Süden und Südwesten des Kreises. Lauca führt mit 4.150 Euro je Quadratmeter und einem Kaufpreisfaktor von 30,3 an, gefolgt von Wertingen (3.570 Euro/m², 26,7), Lutzingen (3.536 Euro/m², 35,7), Syrgenstein (3.452 Euro/m², 29,1) und der Kreisstadt Dillingen (3.332 Euro/m², 25,0). Diese Gemeinden liegen alle im Bereich des Donaurieds und seiner südlichen Ausläufer.

Die günstigsten Gemeinden finden sich im nördlichen und westlichen Teil des Kreises. Aislingen (1.917 Euro/m², Faktor 16,4), Medlingen (2.162 Euro/m², Faktor 17,2), Bachhagel (2.165 Euro/m², Faktor 20,0) und Ziertheim (2.289 Euro/m², Faktor 21,2) weisen die niedrigsten Kaufpreise auf. Diese Gemeinden liegen weiter von den Oberzentren entfernt und sind stärker landwirtschaftlich geprägt.

Die beiden größten Städte, Dillingen mit rund 20.070 Einwohnern und Lauingen mit rund 11.445 Einwohnern, bilden ein Doppel-Oberzentrum. Beide liegen direkt an der Donau und weisen mit 3.332 bzw. 3.177 Euro je Quadratmeter überdurchschnittliche Preise auf. Wertingen (9.625 Einwohner) als Mittelzentrum liegt mit 3.570 Euro/m² sogar über dem Kreisdurchschnitt, was auf die Nähe zu Augsburg (28 Kilometer) hindeutet. Gundelfingen a.d.Donau (8.026 Einwohner) und Höchstädt a.d.Donau (7.073 Einwohner) liegen ebenfalls im oberen Preissegment.

Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Anstieg: Die Miete stieg von 7,60 Euro/m² (2018) auf 10,27 Euro/m² (2025), ein Zuwachs von rund 35 Prozent. Der Kaufpreis kletterte von 2.220 Euro/m² (2018) auf 3.200 Euro/m² (2025), was einem Anstieg von etwa 44 Prozent entspricht. Der Höhepunkt lag 2022 bei 3.250 Euro/m², gefolgt von einer leichten Korrektur 2023 auf 3.076 Euro/m², bevor die Werte wieder stiegen.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Landkreis ist strukturell geprägt durch das Donauried, ein fruchtbares Ackerland, und die südlich angrenzenden Hügelländer des Zusamtales. Die Donau durchfließt den Kreis auf 27 Kilometern von Südwesten nach Nordosten und schuf eine unter Naturschutz stehende Auenlandschaft.

Der mit Abstand wichtigste industrielle Arbeitgeber ist die BSH Hausgeräte GmbH, die in Dillingen an der Donau ein Werk zur Produktion von Geschirrspülern betreibt. Das Werk beschäftigt rund 2.400 Mitarbeiter und ist damit einer der größten Einzelarbeitgeber im gesamten Landkreis. Die BSH, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Bosch-Gruppe, erzielte 2025 einen Umsatz von rund 15 Milliarden Euro und ist Marktführer in Westeuropa. Das Werk in Dillingen ist einer von mehreren deutschen Produktionsstandorten der BSH.

Ein weiterer historisch bedeutsamer Arbeitgeber war der Automobilzulieferer AKsys, der in Dillingen einen Logistikstandort mit rund 50 Mitarbeitern unterhielt, der Dämpfungsfolien an das BSH-Werk belieferte. Das Unternehmen ging 2009 in Insolvenz und wurde zerschlagen. Die ehemalige AKsys-Struktur zeigt die Verflechtung des Landkreises mit der Automobil- und Zulieferindustrie.

Die Landwirtschaft spielt weiterhin eine wichtige Rolle, insbesondere im fruchtbaren Donauried. Der Landkreis weist eine traditionell starke landwirtschaftliche Struktur auf, was sich in den niedrigeren Immobilienpreisen der ländlichen Gemeinden im Norden und Westen widerspiegelt.

Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Gesamtrang 190 von rund 400 deutschen Kreisen ein. Der Stärkerang liegt mit 160 im oberen Mittelfeld, während der Dynamikrang mit 305 auf strukturelle Schwächen bei Wachstum und Innovation hindeutet. Der Arbeitsmarktrang mit 139 ist vergleichsweise gut, der Wohlstandsrang mit 106 gehört zu den besseren Kennzahlen des Kreises.

Verkehr, Bildung und Erreichbarkeit

Der Landkreis ist durch die Donautalbahn (Bahnstrecke Ingolstadt–Neuoffingen) an das Schienennetz angebunden. Die Strecke verläuft von Nordosten nach Südwesten durch den Kreis und bedient die Bahnhöfe Dillingen an der Donau, Lauingen, Gundelfingen an der Donau sowie die Haltepunkte Steinheim, Höchstädt, Blindheim und Schwenningen. Die Strecke verbindet den Kreis mit Ingolstadt im Nordosten und Neuoffingen (Anschluss an die Strecke Augsburg–Ulm) im Südwesten.

Die Kreisstadt Dillingen und die Stadt Lauingen bilden ein Doppel-Oberzentrum. Dillingen liegt rund 50 Kilometer von Augsburg entfernt, der nächsten Großstadt. Wertingen, im Norden des Kreises gelegen, ist nur 28 Kilometer von Augsburg entfernt und profitiert von dieser relativen Nähe.

Die BSH-Fabrik in Dillingen bindet den Landkreis in überregionale Wertschöpfungsketten ein. Die Donautalbahn ermöglicht Pendlerverkehr in beide Richtungen – nach Augsburg im Westen und nach Ulm im Süden (über Neuoffingen).

Im Bildungsbereich ist die Philosophisch-Theologische Hochschule Dillingen von historischer Bedeutung. Sie wurde 1549 als Universität gegründet und ist damit eine der ältesten Hochschuleinrichtungen Schwabens. 1971 wurde sie als Katholisch-Theologische Fakultät in die Universität Augsburg integriert. In den Gebäuden der ehemaligen Hochschule befindet sich heute die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung, die direkt dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus untersteht.

Der Landkreis grenzt an die Landkreise Donau-Ries, Augsburg und Günzburg (alle Bayern) sowie an den Landkreis Heidenheim in Baden-Württemberg.

Entwicklung und Ausblick

Der Landkreis Dillingen a.d.Donau zeigt ein differenziertes Bild: Während die Kreisstadt Dillingen und die Nachbargemeinde Lauingen ein funktionierendes Doppel-Oberzentrum mit dem wichtigen BSH-Arbeitsplatz bilden, weist der Norden und Westen des Kreises mit Gemeinden wie Aislingen, Medlingen und Bachhagel deutlich niedrigere Immobilienpreise auf. Die Spreizung von mehr als dem Faktor zwei bei den Kaufpreisen innerhalb des Kreises unterstreicht die strukturelle Heterogenität.

Die BSH-Fabrik mit 2.400 Beschäftigten ist der wirtschaftliche Anker des Kreises und verleiht Dillingen eine überregionale Bedeutung als Produktionsstandort. Die Donautalbahn bietet eine grundlegende Anbindung, die Pendlerverkehr nach Augsburg und Ulm ermöglicht. Wertingen profitiert als Mittelzentrum von der Nähe zu Augsburg und weist entsprechend höhere Preise auf.

Der Prognos-Dynamikrang von 305 deutet darauf hin, dass der Kreis bei Wachstumsindikatoren hinter vielen anderen Kreisen zurückliegt. Das Bevölkerungswachstum von über 5.500 Einwohnern zwischen 2015 und 2023 zeigt jedoch, dass der Kreis insgesamt attraktiv bleibt. Die Immobilienpreise haben sich zwischen 2018 und 2025 um rund 44 Prozent erhöht, was einem starken Aufwertungsprozess entspricht.

Die Kombination aus bezahlbaren Preisen in den ländlichen Gemeinden, einem stabilen Arbeitsmarkt durch die BSH und der Anbindung an die Donautalbahn macht den Landkreis zu einem differenzierten Standort mit unterschiedlichen Potenzialen je nach Lage.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20187,60 €/m²
20197,88 €/m²
20208,27 €/m²
20218,86 €/m²
20229,16 €/m²
20239,43 €/m²
202410,08 €/m²
202510,27 €/m²
202610,45 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20182.220 €/m²
20192.580 €/m²
20202.847 €/m²
20213.024 €/m²
20223.250 €/m²
20233.076 €/m²
20243.105 €/m²
20253.199 €/m²
20263.186 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20184,11 %
20193,67 %
20203,48 %
20213,51 %
20223,38 %
20233,68 %
20243,89 %
20253,85 %
20263,94 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
201594.575 Einwohner
201694.556 Einwohner
201795.159 Einwohner
201896.021 Einwohner
201996.562 Einwohner
202097.172 Einwohner
202197.985 Einwohner
202299.109 Einwohner
2023100.141 Einwohner
2024100.141 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
2–31,00 Orte
3–411,00 Orte
4–511,00 Orte
5–62,00 Orte
6–72,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Dillingen a.d.Donau, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Schwenningen6,20 %
Aislingen, M6,10 %
Medlingen5,80 %
Binswangen5,13 %
Bachhagel4,99 %
Ziertheim4,72 %
Mödingen4,33 %
Bächingen a.d.Brenz4,32 %
Villenbach4,21 %
Buttenwiesen4,18 %

Alle Orte im Kreis

27 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Dillingen a.d.Donau
Schwenningen894431.42813,08 €2.533 €6,20 %16,1
Aislingen, M893441.3019,75 €1.917 €6,10 %16,4
Medlingen894411.01310,45 €2.162 €5,80 %17,2
Binswangen866371.41310,65 €2.492 €5,13 %19,5
Bachhagel894292.2969,01 €2.165 €4,99 %20,0
Ziertheim894461.0689,01 €2.289 €4,72 %21,2
Mödingen894261.4249,80 €2.715 €4,33 %23,1
Bächingen a.d.Brenz894311.3889,68 €2.692 €4,32 %23,2
Villenbach866371.32610,09 €2.877 €4,21 %23,8
Buttenwiesen866476.1649,87 €2.834 €4,18 %23,9
Blindheim894341.8639,90 €2.860 €4,15 %24,1
Holzheim894383.7658,85 €2.559 €4,15 %24,1
Gundelfingen a.d.Donau, St894238.02610,54 €3.127 €4,05 %24,7
Dillingen a.d.Donau, GKSt8940720.07011,11 €3.332 €4,00 %25,0
Wittislingen, M894262.55110,53 €3.156 €4,00 %25,0
Lauingen (Donau), St8941511.44510,56 €3.177 €3,99 %25,1
Höchstädt a.d.Donau, St894207.0739,58 €2.901 €3,96 %25,2
Zusamaltheim866371.2889,43 €2.898 €3,90 %25,6
Wertingen, St866379.62511,15 €3.570 €3,75 %26,7
Finningen894351.8497,98 €2.621 €3,65 %27,4
Glött893531.1339,45 €3.158 €3,59 %27,9
Bissingen, M866573.7249,55 €3.231 €3,55 %28,2
Syrgenstein894283.9319,87 €3.452 €3,43 %29,1
Laugna865021.58811,43 €4.150 €3,31 %30,3
Zöschingen894477728,08 €2.953 €3,28 %30,5
Haunsheim894371.6428,61 €3.171 €3,26 %30,7
Lutzingen894409758,25 €3.536 €2,80 %35,7