Marktüberblick und Einordnung
Der Landkreis Cuxhaven ist mit 2.059 km² und rund 201.800 Einwohnern einer der flächengrößten Landkreise Niedersachsens. Mit etwa 98 Einwohnern je Quadratkilometer liegt er deutlich unter dem Bundesdurchschnitt und ist geprägt von einer weiten, dünn besiedelten Küsten- und Marschlandschaft. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei rund 2.000 Euro je Quadratmeter, die durchschnittliche Miete bei 8,52 Euro je Quadratmeter. Damit liegt der Kreis im unteren Drittel der niedersächsischen Kreise (Rang 31 von 45) und deutlich unter dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro je Quadratmeter. Die durchschnittliche Bruttorendite beträgt 5,41 Prozent und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt von 5,1 Prozent. Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Aufwärtstrend: Der Kaufpreis stieg von 2.125 Euro je Quadratmeter im Jahr 2018 auf 2.550 Euro im Jahr 2025, die Miete von 6,96 auf 9,16 Euro je Quadratmeter. Die Bevölkerung wuchs in diesem Zeitraum von 170.975 auf 201.838, was einem Anstieg von fast 18 Prozent entspricht.
Innere Struktur und Preisgefälle
Der Immobilienmarkt im Landkreis Cuxhaven ist von einer extremen Spreizung geprägt, die weitaus größer ist als in den meisten anderen niedersächsischen Kreisen. Die Kaufpreise reichen von 1.045 Euro je Quadratmeter in Ihlienworth bis 4.020 Euro je Quadratmeter in der Stadt Cuxhaven – das Fünffache. Auch bei den Mieten liegt die Spanne bei mehr als dem Doppelten: 6,46 Euro je Quadratmeter in Armstorf gegenüber 11,10 Euro in Otterndorf. Die Renditen variieren von 3,09 Prozent in Cuxhaven bis 8,67 Prozent in Oberndorf.
Die teuerste Gemeinde ist die Kreisstadt Cuxhaven mit 48.713 Einwohnern und einem mittleren Kaufpreis von 4.020 Euro je Quadratmeter. Sie ist mit Abstand der größte und teuerste Ort im Kreis. Dahinter folgen die Wurster Nordseeküste (3.156 Euro) und Otterndorf (2.706 Euro). Diese drei Gemeinden liegen alle im Küstenbereich und profitieren von der maritimen Lage.
Die günstigsten Gemeinden finden sich im Binnenland, vor allem in der Samtgemeinde Börde Lamstedt und in der Samtgemeinde Hemmoor. Ihlienworth (1.045 Euro), Oberndorf (1.281 Euro) und Osten (1.352 Euro) liegen hier weit unter dem Kreisdurchschnitt. Diese Gemeinden haben zwischen 1.000 und 1.700 Einwohner und sind ländlich strukturiert.
Ein deutliches Muster zeigt sich entlang der Küste: Die Gemeinden an der Nordseeküste und an der Elbmündung sind deutlich teurer als das Binnenland. Die Stadt Cuxhaven mit ihren Kurorten Döse, Duhnen und Sahlenburg bildet das teure Zentrum, während das Land Hadeln im Osten und die Sietländer im Süden deutlich günstigere Preise aufweisen.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Die Wirtschaft des Landkreises Cuxhaven ist maßgeblich von der Lage an der Nordsee und der Elbmündung geprägt. Der Fischereihafen Cuxhaven zählt zu den größten Fischereihäfen Deutschlands und ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt und das Umland. Daneben hat der Tourismus eine große Bedeutung: Cuxhaven ist das größte deutsche Seeheilbad. Die Kurorte Döse, Duhnen und Sahlenburg im Westen der Stadt ziehen jährlich zahlreiche Gäste an, was den lokalen Dienstleistungssektor stützt.
Die Windenergie spielt eine wachsende Rolle: Innerhalb der 12-Seemeilen-Zone in Niedersachsen besteht seit 2017 der Offshore-Windpark Nordergründe mit 110,7 Megawatt installierter Leistung. Die Nordseeküste des Landkreises bietet günstige Bedingungen für die Offshore-Windenergie, und Cuxhaven als Hafenstadt ist ein möglicher Basishafen für Wartung und Logistik.
Der Landkreis ist Teil zweier Metropolregionen: Der Altkreis Land Hadeln mit der Stadt Cuxhaven ist eher nach Hamburg orientiert, während der Altkreis Wesermünde nach Bremerhaven und Bremen tendiert. Diese doppelte Anbindung an zwei wirtschaftsstarke Zentren ist ein wichtiger Faktor für die Pendlerverflechtung und die wirtschaftliche Entwicklung.
Verkehr und Erreichbarkeit
Die wichtigste Verkehrsverbindung des Landkreises ist die Bundesautobahn 27, die über 162 Kilometer von Cuxhaven über Bremerhaven und Bremen zum Autobahndreieck Walsrode führt, wo sie in die A 7 übergeht. Sie wird wegen der Anbindung des Fischerei-Standorts Cuxhaven auch „Schellfischlinie“ genannt und ist eine wichtige Route für den Schwerlastverkehr zu den Häfen Cuxhavens und Bremerhavens. Die gesamte Strecke ist als Europastraße 234 (E 234) geführt.
Im Schienenverkehr ist Cuxhaven über die Niederelbebahn an Hamburg-Harburg angebunden. Die Strecke wird im Regionalverkehr bedient, eine ICE-Anbindung besteht nicht direkt. Über Bremen und Bremerhaven bestehen Verbindungen in das überregionale Fernverkehrsnetz. Die Anbindung an das ICE-Netz erfolgt indirekt über die Bahnhöfe in Bremen und Bremerhaven.
Die A 27 ist in Teilen marode: Zwischen den Abfahrten Hagen und Uthlede kam es im Februar 2024 zu einer Vollsperrung, da ein Wasserdurchlass unterspült war. Noch im Jahr 2024 wurde mit dem sukzessiven Ersatz alter Durchlässe begonnen, für die bis 2029 sind immer wieder Teil- und gelegentlich auch Vollsperrungen zu erwarten. Dies hat Auswirkungen auf den Schwerlastverkehr und die Pendlerströme.
Entwicklung und Ausblick
Der Landkreis Cuxhaven hat in den vergangenen Jahren ein deutliches Bevölkerungswachstum verzeichnet: Von 170.975 Einwohnern im Jahr 2015 auf 201.838 im Jahr 2023, ein Anstieg von fast 18 Prozent. Dieser Trend setzt sich fort und ist ungewöhnlich für einen ländlichen Küstenkreis. Die Immobilienpreise und Mieten sind in diesem Zeitraum ebenfalls deutlich gestiegen – der Kaufpreis von 2.125 auf 2.550 Euro je Quadratmeter, die Miete von 6,96 auf 9,16 Euro je Quadratmeter.
Die extreme Spreizung der Preise innerhalb des Kreises bleibt ein prägendes Merkmal: Während die Stadt Cuxhaven mit 4.020 Euro je Quadratmeter bereits auf dem Niveau mancher Mittelstädte in Niedersachsen liegt, finden sich im Binnenland noch Preise unter 1.100 Euro je Quadratmeter. Die Renditen spiegeln diese Differenz wider: In Cuxhaven liegen sie bei nur 3,09 Prozent, in den ländlichen Gemeinden des Binnenlandes bei über 8 Prozent.
Die wirtschaftliche Struktur des Kreises bleibt von der Küstenlage geprägt – Fischerei, Tourismus und Windenergie sind die bestimmenden Branchen. Die Anbindung an zwei Metropolregionen (Hamburg und Nordwest/Bremen) bietet Chancen für Pendler und Ansiedlungen, steht aber auch im Wettbewerb mit diesen Zentren.