Marktüberblick und Einordnung
Der Landkreis Hof liegt im Nordosten Oberfrankens und umschliesst die kreisfreie Stadt Hof, die selbst nicht zum Kreisgebiet gehört. Mit 28 Gemeinden auf 913 km² und rund 141.000 Einwohnern (155 je km²) ist er ein eher ländlich geprägter Kreis im Übergangsbereich zwischen Frankenwald, Fichtelgebirge und Bayerischem Vogtland. Die kreisfreie Stadt Hof mit knapp 47.000 Einwohnern ist Oberzentrum und zugleich Sitz der Kreisverwaltung.
Auf der Skala der bayerischen Immobilienmärkte rangiert der Landkreis Hof mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 1.386 EUR/m² auf Platz 80 von 82 Kreisen – er gehört damit zu den drei günstigsten Kreisen Bayerns, gemeinsam mit Wunsiedel i.Fichtelgebirge (1.314 EUR/m²) und Kronach (1.367 EUR/m²). Der durchschnittliche Mietpreis liegt bei 6,96 EUR/m², die durchschnittliche Bruttomietrendite bei 6,48 Prozent. Im bundesweiten Vergleich liegt der Kreis mit 1.386 EUR/m² unter dem deutschen Durchschnitt von 2.409 EUR/m², die Miete von 6,96 EUR/m² liegt deutlich unter dem deutschen Durchschnitt von 8,92 EUR/m².
Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Anstieg der Kaufpreise von 1.152 EUR/m² (2018) auf 1.854 EUR/m² (2023), gefolgt von einer Korrektur auf 1.560 EUR/m² (2025). Die Mieten stiegen kontinuierlich von 5,49 EUR/m² (2018) auf 7,66 EUR/m² (2025). Die Bevölkerung des Kreises ist mit 141.296 (2023) weitgehend stabil, nach einem leichten Rückgang auf 139.032 (2021).
Innere Struktur und Preisgefälle
Die Spreizung innerhalb des Kreises ist erheblich. Die teuerste Gemeinde ist die kreisfreie Stadt Hof mit 1.992 EUR/m² Kaufpreis und 8,10 EUR/m² Miete, gefolgt von Döhlau (1.852 EUR/m²), Feilitzsch (1.846 EUR/m²), Köditz (1.797 EUR/m²) und Münchberg (1.781 EUR/m²). Die günstigsten Gemeinden liegen im Norden und Nordwesten des Kreises: Stammbach (740 EUR/m²), Regnitzlosau (763 EUR/m²), Lichtenberg (806 EUR/m²), Töpen (847 EUR/m²) und Geroldsgrün (859 EUR/m²). Die Kaufpreisspanne reicht von 740 EUR/m² bis 1.992 EUR/m² – ein Faktor von fast 2,7.
Die teuersten Gemeinden liegen allesamt im Süden und Südwesten des Kreises, im unmittelbaren Umland der Stadt Hof. Döhlau, Feilitzsch, Köditz und Oberkotzau grenzen direkt an die kreisfreie Stadt Hof und profitieren von ihrer Lage im Siedlungsverbund. Münchberg als zweitgrößte Kreisstadt (10.200 Einwohner) bildet ein eigenes Preiszentrum. Die günstigsten Gemeinden liegen im Norden und Nordwesten – im Frankenwald und an der tschechischen Grenze. Lichtenberg, Töpen und Regnitzlosau liegen an der A 72, sind aber strukturschwächer.
Die Bruttomietrendite zeigt das umgekehrte Bild: Sie reicht von 4,09 Prozent in Feilitzsch bis 11,72 Prozent in Lichtenberg. Die Renditespanne von über 7,6 Prozentpunkten unterstreicht die innere Zerrissenheit des Marktes. Die Gemeinden mit niedrigen Kaufpreisen im Norden bieten hohe Renditen, die teuren Gemeinden im Süden um Hof niedrige Renditen.
Der Median des Kaufpreises liegt bei 1.451 EUR/m² und damit leicht über dem Mittelwert von 1.386 EUR/m², was auf eine rechtsschiefe Verteilung mit einigen sehr teuren Gemeinden hindeutet.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Hochfranken – die Region, zu der der Landkreis Hof gehört – weist eine relativ hohe Industriedichte auf, mit traditionellen Schwerpunkten in Keramik, Kunststoff, Textil und Maschinenbau, die auf mittelalterlichen Bergbau zurückgehen. In den letzten 20 Jahren vollzog sich ein starker Strukturwandel: Neben dem Verlust der traditionell dominierenden Porzellan- und Textilindustrie bilden heute Logistik, Dienstleistungs- und innovativere verarbeitende Unternehmen das Rückgrat der hochfränkischen Wirtschaft.
Der Gewerbepark Hochfranken, der sich auf dem Gebiet der kreisfreien Stadt Hof und der Gemeinde Gattendorf erstreckt, ist das zentrale Gewerbegebiet der Region. Er umfasst 156 ha, davon 114 ha freie Fläche, und ist vor allem für Automobilzulieferer und Logistikunternehmen konzipiert. Im Park sind unter anderem Amazon (seit 2021 ein Logistikzentrum), die Automobiltechnikum Bayern GmbH, BWF Offermann, BWF Tec, die DEG Deutsche Elektro-Gruppe, die Doll KG, Druckguss Hof GmbH und Nexans Power Accessories ansässig. Die Nähe zu den nord- und osteuropäischen Märkten macht den Standort für die Logistikbranche besonders attraktiv.
Die Stadt Hof selbst ist heute eine Medienstadt mit einem Radiosender, dem Lokalsender TVO, einem BR-Studio und der Frankenpost-Verlagsgruppe. Die wichtigsten Branchen in Hof sind die Textilindustrie, die Logistikbranche und der Finanzsektor. Saertex, ein Hersteller von Gelegen aus Kohlenstofffasern (Teil der TK Industries GmbH), hat seinen Sitz in Selbitz im Landkreis Hof.
Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Landkreis Hof auf Rang 323 von rund 400 deutschen Kreisen im Gesamtindex ein. Besonders schwach ist die Position bei der Stärke (Rang 361), Wettbewerb und Innovation (Rang 357) sowie beim Arbeitsmarkt (Rang 347). Positiv fällt die Dynamik mit Rang 43 aus – der Kreis zeigt also Wachstumsimpulse, die aber noch nicht in einer breiten wirtschaftlichen Stärke ankomen.
Verkehr und Erreichbarkeit
Der Landkreis Hof verfügt über eine herausragende Verkehrsanbindung, die ihn zum Verkehrsknotenpunkt im Nordosten Bayerns macht. Die A 72 (Vogtlandautobahn) verbindet Hof mit Chemnitz und Dresden und ist auf ihrer gesamten Länge vierstreifig ausgebaut. Die A 93 beginnt am Dreieck Hochfranken nordöstlich von Hof und führt über Rehau, Selb und Weiden nach Regensburg. Sie ist durchgängig zweistreifig ausgebaut. Am Dreieck Hochfranken (Gemeinde Trogen) kreuzen sich beide Autobahnen.
Das Autobahndreieck Bayerisches Vogtland liegt an der Grenze zwischen Hof und Töpen und bildet den südlichen Startpunkt der A 72. Die A 72 bindet die Gemeinden Töpen, Leupoldsgrün und Berg im Norden des Kreises direkt an das Autobahnnetz an. Die A 93 erschliesst Rehau im Süden des Kreises.
Vom Hauptbahnhof Hof verkehren regelmäßig ICE-Züge nach Dresden, Leipzig, Nürnberg, München und Bamberg. Damit ist der Landkreis Hof an das deutsche Fernverkehrsnetz angebunden und bietet Pendlerinnen und Pendlern Verbindungen in die großen Wirtschaftszentren Süddeutschlands und Ostdeutschlands. Die Stadt Hof ist Mitglied im Sächsisch-Bayerischen Städtenetz, das Bayreuth, Chemnitz, Hof, Marktredwitz, Plauen und Zwickau umfasst.
Als Bildungsstandort verfügt Hof über zwei Hochschulen: die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hof und die Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern. Die kreisfreie Stadt Hof ist Hochschulstadt und Mittelpunkt des Hofer Landes und des Bayerischen Vogtlandes.
Entwicklung und Ausblick
Der Landkreis Hof befindet sich in einem strukturellen Wandel. Die traditionell dominierende Porzellan- und Textilindustrie hat an Bedeutung verloren, während Logistik und verarbeitende Industrie als neue Säulen der Wirtschaft entstehen. Der Gewerbepark Hochfranken mit dem Amazon-Logistikzentrum ist ein sichtbares Zeichen dieser Entwicklung. Mit Rang 43 im Prognos-Index für Dynamik zeigt der Kreis positive Impulse, die aber noch nicht in einer breiten wirtschaftlichen Stärke (Rang 361) oder einem starken Arbeitsmarkt (Rang 347) ankomen.
Die innere Struktur des Immobilienmarktes spiegelt diesen Wandel wider: Die Gemeinden im Süden und Südwesten des Kreises, die vom Umlandeffekt der Stadt Hof profitieren, verzeichnen die höchsten Kaufpreise und niedrigsten Renditen. Die Gemeinden im Norden und Nordwesten, die strukturell schwächer aufgestellt sind, bieten niedrige Kaufpreise und hohe Renditen. Bad Steben als Heilklimatischer Kurort im Fichtelgebirge bildet eine eigene Nische im Süden des Kreises.
Die Bevölkerungsentwicklung des Kreises ist mit rund 141.000 Einwohnern weitgehend stabil, nach einem leichten Rückgang auf 139.032 (2021). Die Kaufpreise haben sich nach dem Anstieg auf 1.854 EUR/m² (2023) auf 1.560 EUR/m² (2025) korrigiert, die Mieten sind weiter gestiegen und liegen bei 7,66 EUR/m² (2025).