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Lagefaktor
Kreis · Hessen

Main-Kinzig-Kreis

29 Orte mit zusammen 434.002 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
4,70 %
Bestwert 5,88 %
Ø Kaufpreis je m²
2.720 €
Ø Bruttomietrendite
4,70 %
Bestwert 5,88 %
Ø Miete
10,40 €/m²
Ø Kaufpreis
2.720 €/m²
Ø Prognos-Rang
#146
Zukunftsatlas, von 400

Main-Kinzig-Kreis: Zwischen Rhein-Main-Vorort und Spessart-Land

Der Main-Kinzig-Kreis ist ein strukturierter Landkreis im Osten Hessens mit einer deutlichen inneren Spreizung: Der südwestliche Teil entlang der A3 und der S-Bahn nach Frankfurt ist ein teures Rhein-Main-Vorortgebiet, während der östliche Teil im Spessart und am Vogelsberg ländlich und günstig geprägt ist. Die Auskreisung der Stadt Hanau zum 1. Januar 2026 verändert die wirtschaftliche Struktur des Kreises grundlegend.

Marktüberblick und Einordnung

Der Main-Kinzig-Kreis im Osten Hessens ist ein Strukturwandler zwischen zwei Welten: dem dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet im Südwesten und dem ländlich geprägten Spessart und Vogelsberg im Osten. Mit 29 Gemeinden auf 1.308 Quadratkilometern und rund 434.000 Einwohnern (vor der Auskreisung Hanau) ist er einer der größten und bevölkerungsreichsten Kreise Hessens. Die Kreisstadt Gelnhausen hat rund 24.000 Einwohner, während Maintal mit fast 40.000 Einwohnern die größte Gemeinde des Kreises ist.

Der Immobilienmarkt spiegelt diese Dualität wider: Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei 2.720 Euro pro Quadratmeter, der Mietpreis bei 10,40 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt der Kreis im oberen Mittelfeld von Hessen (Rang 15 von 26 Kreisen nach Kaufpreis) und deutlich über dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro. Die Rendite liegt bei durchschnittlich 4,7 Prozent.

Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Aufwärtstrend: Der Kaufpreis stieg von 2.356 Euro pro Quadratmeter (2018) auf 2.944 Euro (2024), die Miete von 8,19 auf 10,85 Euro. Die Bevölkerung wuchs von 411.956 (2015) auf 434.002 (2023), was auf anhaltende Zuwanderung in die Region hindeutet.

Im Prognos-Zukunftsatlas 2025 belegt der Main-Kinzig-Kreis Rang 146 von rund 400 deutschen Kreisen (Gesamtrang). Besonders gut schnitt er im Index Wirtschaftliche Stärke mit Rang 133 ab, während der Dynamik-Index mit Rang 217 schwächer ausfällt.

Innere Struktur und Preisgefälle

Die Spreizung innerhalb des Kreises ist erheblich und folgt einem klaren geografischen Muster. Der Kaufpreis reicht von 1.477 Euro pro Quadratmeter in Sinntal im östlichen Spessart bis 4.689 Euro pro Quadratmeter in Niederdorfelden im äußersten Südwesten – ein Faktor von mehr als drei.

Die teuersten Gemeinden liegen im südwestlichen Teil des Kreises, der zum Rhein-Main-Gebiet gehört: Niederdorfelden (4.689 Euro/m², 4.289 Einwohner), Schöneck (3.402 Euro/m², 12.095 Einwohner), Langenselbold (3.395 Euro/m², 14.630 Einwohner), Hanau (3.295 Euro/m², 103.184 Einwohner) und Maintal (3.276 Euro/m², 39.698 Einwohner). Diese Gemeinden profitieren von der Nähe zu Frankfurt am Main und der exzellenten Verkehrsanbindung.

Niederdorfelden ist ein besonderer Fall: Die kleine Gemeinde mit rund 4.300 Einwohnern ist die teuerste des gesamten Kreises und liegt mit 4.689 Euro pro Quadratmeter auf dem Niveau mancher Frankfurter Vororte. Die Gemeinde grenzt direkt an Frankfurt und liegt in dessen Pendlerzone.

Im Gegensatz dazu liegen die günstigsten Gemeinden im östlichen und nördlichen Teil des Kreises, wo Spessart und Vogelsberg aufeinandertreffen: Sinntal (1.477 Euro/m², 8.931 Einwohner), Flörsbachtal (1.714 Euro/m², 2.369 Einwohner), Jossgrund (1.832 Euro/m², 3.429 Einwohner), Birstein (1.850 Euro/m², 6.307 Einwohner) und Brachttal (1.983 Euro/m², 5.117 Einwohner). Diese Gemeinden sind ländlich geprägt, haben geringere Einwohnerzahlen und liegen abseiter der großen Verkehrsachsen.

Auch die Mietpreise zeigen das gleiche Gefälle: Von 7,00 Euro pro Quadratmeter in Sinntal bis 12,84 Euro in Neuberg. Die Rendite-Spanne reicht von 3,19 Prozent in Niederdorfelden bis 5,88 Prozent in Hammersbach. Das Muster ist klar: Je näher an Frankfurt, desto höher die Preise und desto niedriger die Rendite. Je ländlicher und abgelegener, desto günstiger der Kaufpreis und desto höher die Rendite.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Main-Kinzig-Kreis ist ein bedeutender Industriestandort, dessen Wirtschaft von mehreren großen Arbeitgebern geprägt wird. Der wichtigste Wirtschaftsfaktor war die Stadt Hanau, die zum 1. Januar 2026 als kreisfreie Stadt ausgegliedert wurde und seither nicht mehr zum Kreis gehört. Dennoch prägt ihre industrielle Substanz den verbleibenden Kreis.

Heraeus ist das bedeutendste Unternehmen der Region: Der Technologiekonzern mit Sitz in Hanau beschäftigt 15.257 Mitarbeiter und erzielte 2024 einen Umsatz von 29,4 Milliarden Euro. Das Familienunternehmen ist in der Verarbeitung von Edelmetallen, Quarzglas sowie der Entwicklung von Sensoren und elektronischen Komponenten tätig und zählt nach Umsatz zu den größten Familienunternehmen Deutschlands.

Der Industriepark Wolfgang in Hanau-Wolfgang ist mit 82 Hektar Fläche ein bedeutendes Industriegebiet. Evonik Industries ist dort mit Forschung und Produktion angesiedelt und beschäftigt im Park insgesamt 5.300 Mitarbeiter von zwölf Unternehmen. Umicore AG & Co. KG ist mit einer Edelmetallscheidung im Park vertreten. Das Fraunhofer-Institut IWKS ist ebenfalls ansässig und forscht an seltenerdarmen Magnetwerkstoffen.

Die Vacuumschmelze (VAC) hat ihren Hauptsitz in Hanau und beschäftigt 4.500 Mitarbeiter. Das Unternehmen entwickelt und produziert magnetische Werkstoffe für die Automobil-, Luftfahrt- und Energieindustrie. ALD Vacuum Technologies ist ein weiteres Technologieunternehmen mit Standort in Hanau.

Der Goodyear-Dunlop-Reifenwerk in Hanau beschäftigte 2018 rund 2.200 Angestellte. 2018 wurde das Europäische Entwicklungscenter Dunlop Tech in Hanau eröffnet.

Im verbleibenden Kreisgebiet sind die Kreiswerke Main-Kinzig GmbH mit Sitz in Gelnhausen ein wichtiger regionaler Arbeitgeber. Das Versorgungsunternehmen beschäftigt über 200 Mitarbeiter und versorgt rund 50 Prozent der Bevölkerung des Kreises mit Strom und Wasser.

Die Wirtschaftsstruktur ist also von der Schwerindustrie und Technologie in Hanau geprägt, während der östliche Teil des Kreises (Altkreise Gelnhausen und Schlüchtern) eher ländlich strukturiert ist. Bad Orb und Bad Soden-Salmünster sind als Kurstädte im Spessart und im Kinzigtal bedeutend für den Tourismus.

Verkehr und Erreichbarkeit

Die Verkehrsanbindung des Main-Kinzig-Kreises ist durch den Hanauer Hauptbahnhof geprägt, der ein zentraler Knotenpunkt im deutschen Schienennetz ist. Der Bahnhof mit 11 Bahnsteiggleisen gehört zu den 86 Bahnhöfen der Preisklasse 2 der DB InfraGO und wird von mehreren ICE-Linien bedient: ICE 12 (Berlin–Braunschweig–Kassel–Hanau–Frankfurt–Mannheim–Karlsruhe–Basel), ICE 13 (Berlin–Kassel–Fulda–Hanau–Frankfurt Flughafen), ICE 20 (Hamburg–Hannover–Kassel–Hanau–Frankfurt), ICE 31 (Hamburg–Köln–Frankfurt–Hanau–München) und ICE 91 (Hamburg–Köln–Frankfurt–Hanau–Wien).

Im Schienenpersonennahverkehr wird Hanau durch die S-Bahn Rhein-Main mit den Linien S8 und S9 nach Frankfurt angebunden. Mehrere Regional-Express- und Regionalbahn-Linien verbinden Hanau mit dem Umland, darunter die Kinzigtalbahn nach Frankfurt und die Odenwaldbahn nach Eberbach.

Die Autobahnanbindung erfolgt über die A3 (Frankfurt–Aschaffenburg–Nürnberg), die an der südwestlichen Kreisgrenze verläuft und über die Anschlüsse Maintal-Dörnigheim und Hanau erreicht werden kann. Die A45 (Sauerlandlinie) berührt den nördlichen Teil des Kreises.

Die gute Verkehrsanbindung ist ein wesentlicher Faktor für die hohen Immobilienpreise im südwestlichen Teil des Kreises. Viele Bewohner pendeln nach Frankfurt am Main, das in weniger als 30 Minuten mit der S-Bahn oder dem ICE erreichbar ist. Im östlichen Teil des Kreises, insbesondere in den Gemeinden Sinntal, Flörsbachtal und Jossgrund, ist die Erreichbarkeit von Frankfurt deutlich schlechter, was sich in den niedrigeren Immobilienpreisen widerspiegelt.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) umfasst den gesamten Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Hanau im Tarifgebiet.

Entwicklung und Ausblick

Der Main-Kinzig-Kreis befindet sich in einem strukturellen Wandel. Die Auskreisung der Stadt Hanau zum 1. Januar 2026 verändert die Zusammensetzung des Kreises grundlegend: Der bevölkerungsreichste Landkreis Hessens verliert mit Hanau seine wirtschaftliche und demografische Spitze. Die verbleibenden 29 Gemeinden haben rund 323.000 Einwohner.

Die Prognos-Daten zeigen, dass der Kreis in der wirtschaftlichen Stärke (Rang 133) gut aufgestellt ist, während der Dynamik-Index (Rang 217) auf weniger dynamische Entwicklungen hindeutet. Die demografische Entwicklung (Rang 101) liegt im Mittelfeld.

Die Immobilienmarktentwicklung zeigt einen klaren Trend: Die Kaufpreise stiegen von 2018 bis 2024 um rund 25 Prozent, die Mieten um über 30 Prozent. Die Zeitreihen deuten auf eine weitere leichte Steigerung bis 2026 hin. Die hohe Spreizung innerhalb des Kreises – von 1.477 bis 4.689 Euro pro Quadratmeter – zeigt, dass der Markt nicht homogen ist und die Lage innerhalb des Kreises entscheidend ist.

Für Investoren bietet der Main-Kinzig-Kreis ein breites Spektrum: Im südwestlichen Teil entlang der A3 und der S-Bahn-Trasse nach Frankfurt sind die Preise hoch, die Renditen niedrig (3 bis 4 Prozent). Im östlichen Teil, insbesondere in den Gemeinden Sinntal, Flörsbachtal, Jossgrund und Birstein, sind die Kaufpreise deutlich niedriger und die Renditen höher (5 bis 6 Prozent). Die ländlichen Gemeinden im Spessart und am Vogelsberg bieten die höchsten Renditen, aber auch das höchste Risiko bei der Vermietung.

Die wirtschaftliche Struktur des Kreises – geprägt von der Technologie- und Industriestandort Hanau sowie den ländlichen Gemeinden im Osten – wird sich nach der Auskreisung Hanaus verändern. Die verbleibenden Gemeinden müssen ihre eigene wirtschaftliche Identität entwickeln und die Abhängigkeit vom Frankfurter Umland neu justieren.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20188,19 €/m²
20198,72 €/m²
20209,04 €/m²
20219,59 €/m²
20229,91 €/m²
202310,20 €/m²
202410,85 €/m²
202511,04 €/m²
202611,78 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20182.356 €/m²
20192.580 €/m²
20203.042 €/m²
20213.004 €/m²
20223.037 €/m²
20232.893 €/m²
20242.944 €/m²
20252.979 €/m²
20263.004 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20184,17 %
20194,06 %
20203,57 %
20213,83 %
20223,92 %
20234,23 %
20244,42 %
20254,45 %
20264,71 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2015411.956 Einwohner
2016416.715 Einwohner
2017418.208 Einwohner
2018418.950 Einwohner
2019420.552 Einwohner
2020421.689 Einwohner
2021423.465 Einwohner
2022430.838 Einwohner
2023434.002 Einwohner
2024434.002 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
3–43,00 Orte
4–517,00 Orte
5–69,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Main-Kinzig-Kreis, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Hammersbach5,88 %
Sinntal5,69 %
Jossgrund5,39 %
Ronneburg5,31 %
Flörsbachtal5,19 %
Neuberg5,14 %
Brachttal5,11 %
Biebergemünd5,10 %
Birstein5,06 %
Bad Soden-Salmünster, Stadt4,96 %

Alle Orte im Kreis

29 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Main-Kinzig-Kreis
Hammersbach635464.88010,37 €2.116 €5,88 %17,0
Sinntal363918.9317,00 €1.477 €5,69 %17,6
Jossgrund636373.4298,22 €1.832 €5,39 %18,6
Ronneburg635493.52510,41 €2.353 €5,31 %18,8
Flörsbachtal636392.3697,41 €1.714 €5,19 %19,3
Neuberg635435.53212,84 €3.000 €5,14 %19,5
Brachttal636365.1178,44 €1.983 €5,11 %19,6
Biebergemünd635998.3479,36 €2.204 €5,10 %19,6
Birstein636336.3077,80 €1.850 €5,06 %19,8
Bad Soden-Salmünster, Stadt6362813.9609,42 €2.280 €4,96 %20,2
Hasselroth635947.42510,68 €2.617 €4,90 %20,4
Freigericht6357914.78210,52 €2.679 €4,71 %21,2
Gründau6358414.83810,80 €2.751 €4,71 %21,2
Linsengericht635899.97611,27 €2.893 €4,68 %21,4
Maintal, Stadt6347739.69812,66 €3.276 €4,64 %21,6
Nidderau, Stadt6113020.65211,20 €2.899 €4,64 %21,6
Erlensee, Stadt6352616.16212,11 €3.192 €4,55 %22,0
Hanau, Brüder-Grimm-Stadt63450103.18412,46 €3.295 €4,54 %22,0
Großkrotzenburg635387.48111,61 €3.085 €4,52 %22,1
Bruchköbel, Stadt6348620.89411,50 €3.069 €4,50 %22,2
Steinau an der Straße, Brüder-Grimm-Stadt3639610.3818,56 €2.300 €4,47 %22,4
Wächtersbach, Stadt6360713.06110,12 €2.721 €4,46 %22,4
Rodenbach6351711.33111,43 €3.132 €4,38 %22,8
Gelnhausen, Barbarossastadt, Kreisstadt6357123.84111,71 €3.214 €4,37 %22,9
Bad Orb, Stadt6361910.7599,81 €2.797 €4,21 %23,8
Langenselbold, Stadt6350514.63011,43 €3.395 €4,04 %24,8
Schöneck6113712.09511,26 €3.402 €3,97 %25,2
Schlüchtern, Stadt3638116.1268,61 €2.672 €3,87 %25,9
Niederdorfelden611384.28912,46 €4.689 €3,19 %31,4