Marktüberblick und Einordnung
Der Landkreis Oberallgäu ist der südlichste Landkreis Deutschlands und gehört zum bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Mit 159.576 Einwohnern auf 1.516 Quadratkilometern ist er mit 105 Einwohnern je km² eher dünn besiedelt. Der Durchschnittskaufpreis liegt bei 4.293 Euro pro Quadratmeter, was den Kreis auf Rang 20 von 82 bayerischen Kreisen platziert – deutlich über dem bayerischen Durchschnitt von 3.246 Euro und dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro. Die angebotenen Mietpreise liegen bei durchschnittlich 12,33 Euro pro Quadratmeter. Die Bruttorendite beträgt im Mittel 3,55 Prozent. Die Bevölkerung wuchs zwischen 2015 und 2023 von 152.672 auf 159.576, was einem Zuwachs von rund 7.000 Einwohnern entspricht. Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 129 von rund 400 deutschen Kreisen zu – ein gutes Ergebnis, wobei die Dynamik mit Rang 320 eher schwach ausfällt.
Innere Struktur und Preisgefälle
Der Immobilienmarkt im Oberallgäu ist durch eine ausgeprägte innere Struktur geprägt, die sich an der alpinen Geografie orientiert. Die Kaufpreise reichen von 2.884 Euro pro Quadratmeter in Wildpoldsried im Norden bis 6.816 Euro in Oberstdorf im Süden – eine Spreizung von mehr als dem Doppelten. Die teuersten Gemeinden liegen konzentriert im alpinen Süden des Kreises: Oberstdorf (6.816 Euro/m²), Obermaiselstein (6.010), Fischen i.Allgäu (5.569), Ofterschwang (5.320) und Bolsterlang (5.267). Diese Orte profitieren direkt von der Alpenlage und dem Tourismus. Im Gegensatz dazu liegen die günstigsten Gemeinden im voralpinen Norden und Westen: Wildpoldsried (2.884 Euro/m²), Weitnau (3.195), Missen-Wilhams (3.468), Sulzberg (3.511) und Waltenhofen (3.635). Die Rendite-Spanne verläuft umgekehrt: Von 2,43 Prozent in Balderschwang bis 4,62 Prozent in Missen-Wilhams. Die beiden größten Gemeinden, Sonthofen (22.035 Einwohner) und Immenstadt (14.622 Einwohner), liegen mit 4.701 bzw. 3.911 Euro/m² im mittleren bis oberen Segment und bilden die wirtschaftlichen Zentren des Kreises.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Die Wirtschaft des Landkreises wird von vier Säulen getragen: Tourismus, Milchwirtschaft, Maschinenbau und Verpackungsmittelindustrie. Der Landkreis Oberallgäu gehört neben Garmenz-Partenkirchen und Berchtesgadener Land zu den drei einzigen Landkreisen Deutschlands mit hochalpinen Regionen, was ihn zu einem bedeutenden Tourismusstandort macht. Das Allgäu insgesamt verzeichnet etwa 3,5 Millionen gewerbliche Übernachtungen, was rund 20 Prozent der Übernachtungen im Regierungsbezirk Schwaben entspricht. Die Milchwirtschaft und Käseproduktion sind traditionell identitätsstiftend für die Region. Der Maschinenbau und die Verpackungsmittelindustrie bilden das industrielle Fundament, insbesondere in den größeren Gemeinden wie Sonthofen und Immenstadt. Die Arbeitslosenquote lag im Oktober 2018 bei 1,9 Prozent – ein Wert, der unter dem bayerischen und deutschen Durchschnitt liegt und auf einen strafften Arbeitsmarkt hinweist.
Verkehr und Erreichbarkeit
Das Oberallgäu ist an die A 7 angebunden, die den Kreis in Nord-Süd-Rurch durchquert. Insgesamt gibt es sieben Abfahrten im Landkreis. Die Autobahn endete bis zum 1. September 2009 noch bei Nesselwang im Ostallgäu und wurde seither bis nach Sonthofen verlängert. Die Bahnstrecke Immenstadt–Oberstdorf verbindet die alpinen Kernorte mit dem überregionalen Schienennetz. Immenstadt und Sonthofen sind die wichtigsten Bahnknotenpunkte des Kreises. Die Kreisstadt Sonthofen liegt an der Bahnstrecke Immenstadt–Oberstdorf und verfügt über zwei Bahnhöfe. Die Anbindung an den Fernverkehr erfolgt über die Bahnhöfe in Immenstadt und Sonthofen. Die Entfernung zum Flughafen Memmingen beträgt rund 50 Kilometer.
Entwicklung und Ausblick
Die Kaufpreise im Oberallgäu haben sich zwischen 2018 und 2024 von durchschnittlich 3.246 auf 4.208 Euro pro Quadratmeter entwickelt, was einem Anstieg von rund 30 Prozent entspricht. Die Mietpreise stiegen im selben Zeitraum von 8,82 auf 12,39 Euro pro Quadratmeter, was einem Anstieg von etwa 40 Prozent entspricht. Die Bevölkerung wuchs kontinuierlich von 152.672 im Jahr 2015 auf 159.576 im Jahr 2023. Der Tourismus bleibt ein zentraler Wirtschaftsfaktor, wobei die alpine Lage des Kreises eine besondere Position im bayerischen und deutschen Tourismusmarkt sichert. Die Kombination aus Tourismus, landwirtschaftlicher Tradition und industriellem Fundament macht den Landkreis zu einem diversifizierten Wirtschaftsstandort. Die niedrige Arbeitslosenquote von 1,9 Prozent unterstreicht die wirtschaftliche Stabilität der Region.