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Lagefaktor
Kreis · Thüringen

Altenburger Land

30 Orte mit zusammen 88.692 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
6,64 %
Bestwert 12,25 %
Ø Kaufpreis je m²
1.124 €
Ø Bruttomietrendite
6,64 %
Bestwert 12,25 %
Ø Miete
5,67 €/m²
Ø Kaufpreis
1.124 €/m²
Ø Prognos-Rang
#399
Zukunftsatlas, von 400

Standortbericht Landkreis Altenburger Land

Der Landkreis Altenburger Land ist einer der wirtschaftlich schwächsten und günstigsten Kreise in Deutschland. Mit einem mittleren Kaufpreis von 1.123,80 EUR/m² liegt er auf Platz 21 von 22 thüringischen Kreisen. Der Kreis ist landwirtschaftlich geprägt, hatte aber eine bedeutende Braunkohlerevier- und Knopfindustrie. Die innere Struktur zeigt eine extreme Spreizung: Kaufpreise reichen von 564 EUR/m² in Ponitz bis 1.925 EUR/m² in Langenleuba-Niederhain. Die S-Bahn-Anbindung nach Leipzig und die Lage im Städtedreieck Leipzig-Chemnitz-Gera sind die wichtigsten Standortfaktoren.

Marktüberblick und Einordnung

Der Landkreis Altenburger Land liegt im äußersten Osten Thüringens und ist mit 88.692 Einwohnern auf 569,4 km² ein ländlich geprägter Kreis mit 30 Gemeinden. Er grenzt im Norden und Nordwesten an Sachsen-Anhalt (Burgenlandkreis), im Osten und Süden an die sächsischen Landkreise Leipzig, Mittelsachsen und Zwickau, und im Westen an den thüringischen Landkreis Greiz. Raumordnerisch gehört der Kreis zur Planungsregion Ostthüringen und ist Mitglied der Metropolregion Mitteldeutschland.

Der Immobilienmarkt des Altenburger Landes gehört zu den günstigsten in Deutschland. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 1.123,80 EUR/m² und rangiert damit auf Platz 21 von 22 Kreisen in Thüringen – nur Saalfeld-Rudolstadt ist noch günstiger. Im bundesweiten Vergleich von 386 Kreisen liegt das Altenburger Land im unteren Drittel. Die durchschnittliche Mietpreis liegt bei 5,67 EUR/m², die Bruttomietrendite bei 6,64 %. Unter allen Landkreisen und kreisfreien Städten hatte das Altenburger Land 2019 mit 2.420 Euro die drittniedrigsten mittleren Bruttolöhne in Deutschland (bundesweit: 3.401 Euro).

Die Zeitreihe zeigt einen deutlichen Kaufpreisanstieg von 702 EUR/m² (2018) auf 1.164 EUR/m² (2023), gefolgt von einem Rückgang auf 947 EUR/m² (2024) und einem leichten Anstieg auf 1.011 EUR/m² (2025). Die Mietpreise stiegen kontinuierlich von 5,18 EUR/m² (2018) auf 6,19 EUR/m² (2025). Die Bevölkerung ist von 121.559 (1994) auf 87.508 (2024) gesunken, stabilisiert sich aber seit 2019 bei rund 88.000.

Innere Struktur und Preisgefälle

Der Immobilienmarkt des Altenburger Landes weist eine bemerkenswerte innere Spreizung auf, die weit über das hinausgeht, was ein Kreis-Mittelwert von 1.123,80 EUR/m² vermitteln kann.

Die teuerste Gemeinde ist Langenleuba-Niederhain mit 1.925 EUR/m² bei nur 1.717 Einwohnern, gefolgt von Jonaswalde (1.903 EUR/m², 320 Einwohner) und Mehna (1.721 EUR/m², 252 Einwohner). Diese drei Gemeinden liegen im südwestlichen Teil des Kreises im Ronneburger Acker- und Bergbaugebiet, dem Mittelgebirgsvorland des Erzgebirges. Die günstigste Gemeinde ist Ponitz mit 564 EUR/m² bei 1.479 Einwohnern, gefolgt von Dobitschen (606 EUR/m²) und Starkenberg (664 EUR/m²). Ponitz und Dobitschen liegen im Süden des Kreises, Starkenberg im Südwesten.

Die Mietpreise reichen von 3,63 EUR/m² in Göhren bis 6,64 EUR/m² in der Kreisstadt Altenburg. Die Rendite-Spanne ist extrem: von 2,98 % in Langenleuba-Niederhain bis 12,25 % in Ponitz. Der Median-Kaufpreis liegt bei 1.102,50 EUR/m², der Median bei 6,63 % Rendite.

Ein klares Muster zeigt sich: Die drei größten Gemeinden – Altenburg (31.580 Einwohner), Schmölln (13.607) und Meuselwitz (10.079) – liegen mit 968, 950 und 1.091 EUR/m² im unteren bis mittleren Preisbereich. Im Norden des Kreises, im Bereich der ehemaligen Braunkohlereviere um Meuselwitz und Lucka, liegen die Kaufpreise durchweg niedrig: Ponitz (564 EUR/m²), Dobitschen (606 EUR/m²), Starkenberg (664 EUR/m²), Kriebitzsch (691 EUR/m²), Rositz (815 EUR/m²). Im Gegensatz dazu erreichen die südwestlichen Dörfer wie Langenleuba-Niederhain, Jonaswalde und Mehna Preise von über 1.700 EUR/m² – obwohl sie teilweise unter 350 Einwohner haben.

Die Kreisstadt Altenburg weist mit 968 EUR/m² einen unterdurchschnittlichen Kaufpreis auf, bietet aber mit 8,23 % Rendite und einer Miete von 6,64 EUR/m² die höchsten Mietwerte im Kreis. Schmölln liegt mit 950 EUR/m² und 7,78 % Rendite in einer ähnlichen Lage.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Die Wirtschaft des Altenburger Landes ist von zwei historischen Säulen geprägt: der intensiven Landwirtschaft und dem Bergbau. Die landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt fast drei Viertel der Gesamtfläche, während die Waldfläche nur etwa 10 % ausmacht. Fruchtbare Lössböden mit einer Mächtigkeit von bis zu 3,5 Metern begünstigen den Ackerbau. Die Nichtteilung von Grundbesitz im Herzogtum Sachsen-Altenburg führte zu großen Flurgrößen über 20 Hektar und Besitzflächen bis 70 Hektar, was die Region bis heute prägt.

Im Norden des Kreises dominierte das Meuselwitz-Altenburger Braunkohlerevier, das zum Mitteldeutschen Braunkohlerevier gehörte. Die Braunkohleförderung begann 1867. Der Tagebau Phönix bestand aus sechs Teilgruben und war von 1905 bis 1968 in Betrieb. Die Brikettfabrik Mumsdorf der Phönix AG hatte zwischen 1919 und 1923 eine Belegschaft von 2.200 Mann und produzierte täglich 2.200 Tonnen Brikett. Dabei wurden die Orte Rusendorf (1927–1933, 150 Einwohner) und Teile von Schnauderhainichen (1959–1960, 110 Einwohner) devastiert. Nach der Stilllegung des letzten Tagebaus Phönix-Nord 1968 entstanden als Bergbaufolgelandschaften der Rusendorfer See und der Prößdorfer See.

Schmölln entwickelte sich zur Knopfstadt: Ab 1867 wurden Steinnussknöpfe produziert, um 1900 entstanden 29 Knopffabriken. 1.500 Menschen waren in Knopffabriken tätig, etwa ein Drittel der Stadtbevölkerung war in der Knopfindustrie beschäftigt. Zudem war Schmölln bekannt für die Zahnbürstenindustrie.

Heute ist das Altenburger Land wirtschaftlich schwach aufgestellt. Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 rangiert den Kreis auf Platz 399 von rund 400 deutschen Kreisen (Gesamtrang), mit Platz 398 im Arbeitsmarkt und Platz 330 im Wohlstand. Die niedrigen Bruttolöhne von 2.420 Euro (2019) spiegeln diese Strukturwide.

Altenburg ist als Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums in der Landesplanung ausgewiesen und bietet als Kreisstadt die wichtigsten Versorgungs- und Dienstleistungsfunktionen des Kreises. Die Stadt ist durch das nach 1810 hier erfundene Kartenspiel Skat bekannt, eine Ausstellung befindet sich im Schloss- und Spielkartenmuseum.

Verkehr und Erreichbarkeit

Die Verkehrsanbindung des Altenburger Landes ist durch seine Lage im Städtedreieck Leipzig–Chemnitz–Gera geprägt. Altenburg liegt 39 km südlich von Leipzig, 38 km nordwestlich von Chemnitz, 28 km nordöstlich von Gera und 31 km nördlich von Zwickau.

Der Bahnhof Altenburg ist an das S-Bahn-Netz der S-Bahn Mitteldeutschland angebunden. Die Linien S5 und S5X verbinden Altenburg mit Leipzig Hbf und Zwickau Hbf. Die Express-S-Bahn S5X bietet eine beschleunigte Verbindung zwischen Zwickau und Leipzig über Altenburg. Die S-Bahn-Anbindung nach Leipzig ist ein wichtiger Faktor für die Erreichbarkeit der größten Metropole der Region.

Schmölln erhielt 1865 eine Bahnanbindung nach Gera im Westen und nach Gößnitz im Osten, was damals den Transport von Rohmaterial und Knöpfen ermöglichte. Meuselwitz war über die Kohlefernbahn an das Bergbaugebiet angebunden; die Strecke Meuselwitz–Regis-Breitingen wird heute als Museumsbahn betrieben.

Der Landkreis gehört zur Metropolregion Mitteldeutschland, der einzigen Metropolregion in Ostdeutschland. Der Flughafen Leipzig/Halle ist der einzige Verkehrsflughafen der Region und bietet internationale Verbindungen. Die Autobahnanbindung erfolgt über die A 9 (Berlin–München) im Norden und die A 4 (Görlitz–Köln) im Süden. Die A 72 zwischen Chemnitz und Leipzig ist ein laufender Lückenschluss.

Die Entfernung zur thüringischen Landeshauptstadt Erfurt (ca. 80 km) ist ein struktureller Nachteil. In Altenburg ist ein Gefühl der Vernachlässigung durch die Landespolitik verbreitet, während Schmölln als thüringenfreundlicher gilt.

Entwicklung und Ausblick

Der Landkreis Altenburger Land steht vor strukturellen Herausforderungen, die sich aus der Kombination von Bevölkerungsrückgang, wirtschaftlicher Schwäche und der Abhängigkeit von wenigen Branchen ergeben. Der Prognos-Rang auf Platz 399 von 400 Kreisen unterstreicht diese Lage.

Die Bergbaufolgelandschaften im Norden des Kreises bieten Potenzial für die Naherholung: Der Rusendorfer See und der Prößdorfer See sind als Erholungsgebiete nutzbar. Die Rekultivierung der Tagebaugebiete ist ein laufender Prozess, der die Lebensqualität in den betroffenen Gemeinden verbessern kann.

Die S-Bahn-Anbindung nach Leipzig (S5/S5X) ist ein wichtiger Standortfaktor. Sie ermöglicht Pendlerverkehr in die Metropolregion und könnte die Attraktivität für Pendler erhöhen. Die Lage im Städtedreieck Leipzig–Chemnitz–Gera bietet theoretisch gute Erreichbarkeiten zu drei größeren Wirtschaftszentren.

Die extrem hohe Spreizung der Immobilienpreise innerhalb des Kreises – von 564 EUR/m² in Ponitz bis 1.925 EUR/m² in Langenleuba-Niederhain – zeigt, dass der Markt nicht homogen ist. Die teuersten Gemeinden liegen im südwestlichen Mittelgebirgsvorland, die günstigsten im Norden und Süden. Diese Unterschiede lassen sich nur teilweise durch die Entfernung zu den Zentren erklären; sie korrespondieren vielmehr mit der unterschiedlichen historischen Prägung (Bergbauregion vs. ländlicher Raum) und der unterschiedlichen Infrastruktur.

Die Bevölkerungszahl stabilisiert sich seit 2019 bei rund 88.000 Einwohnern nach einem Rückgang von über 34.000 Einwohnern seit 1994. Ob diese Stabilisierung anhält, hängt von der wirtschaftlichen Entwicklung und der Attraktivität des Kreises als Wohnstandort ab.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20185,18 €/m²
20195,14 €/m²
20205,32 €/m²
20215,50 €/m²
20225,73 €/m²
20235,41 €/m²
20246,08 €/m²
20256,19 €/m²
20266,58 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
2018702 €/m²
2019718 €/m²
2020775 €/m²
20211.032 €/m²
20221.070 €/m²
20231.164 €/m²
2024947 €/m²
20251.011 €/m²
2026993 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20188,85 %
20198,59 %
20208,23 %
20216,40 %
20226,43 %
20235,58 %
20247,71 %
20257,34 %
20267,96 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
201565.235 Einwohner
201664.840 Einwohner
201764.193 Einwohner
201873.044 Einwohner
201989.393 Einwohner
202088.356 Einwohner
202187.807 Einwohner
202288.787 Einwohner
202388.692 Einwohner
202488.692 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
2–31,00 Orte
3–43,00 Orte
4–53,00 Orte
5–66,00 Orte
6–74,00 Orte
7–86,00 Orte
8–93,00 Orte
9–102,00 Orte
10–111,00 Orte
12+1,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Altenburger Land, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Ponitz12,25 %
Dobitschen10,32 %
Kriebitzsch9,78 %
Starkenberg9,68 %
Haselbach8,38 %
Altenburg, Stadt8,23 %
Rositz8,04 %
Schmölln, Stadt7,78 %
Gößnitz, Stadt7,69 %
Monstab7,52 %

Alle Orte im Kreis

30 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Altenburger Land
Ponitz046391.4795,76 €564 €12,25 %8,2
Dobitschen046264155,21 €606 €10,32 %9,7
Kriebitzsch046171.0015,63 €691 €9,78 %10,2
Starkenberg046171.8025,36 €664 €9,68 %10,3
Haselbach046178095,83 €835 €8,38 %11,9
Altenburg, Stadt0460031.5806,64 €968 €8,23 %12,2
Rositz046172.7085,46 €815 €8,04 %12,5
Schmölln, Stadt0462613.6076,16 €950 €7,78 %12,9
Gößnitz, Stadt046393.4595,85 €913 €7,69 %13,0
Monstab046173835,28 €843 €7,52 %13,3
Heyersdorf046261085,80 €950 €7,33 %13,7
Lödla046177226,05 €1.010 €7,19 %13,9
Meuselwitz, Stadt0461010.0796,36 €1.091 €7,00 %14,3
Lucka, Stadt046133.5006,11 €1.055 €6,95 %14,4
Göllnitz046263106,43 €1.150 €6,71 %14,9
Löbichau046269575,70 €1.044 €6,55 %15,3
Nobitz046037.1325,99 €1.114 €6,45 %15,5
Windischleuba046031.8615,93 €1.190 €5,98 %16,7
Posterstein046264585,87 €1.250 €5,64 %17,8
Fockendorf046177715,24 €1.130 €5,57 %18,0
Heukewalde046261845,76 €1.250 €5,53 %18,1
Thonhausen046265015,15 €1.130 €5,47 %18,3
Göpfersdorf046182205,58 €1.263 €5,30 %18,9
Vollmershain046263045,88 €1.455 €4,85 %20,6
Gerstenberg046174755,23 €1.412 €4,45 %22,5
Treben046171.1746,07 €1.667 €4,37 %22,9
Jonaswalde046263206,20 €1.903 €3,91 %25,6
Göhren046034043,63 €1.155 €3,77 %26,5
Mehna046262525,18 €1.721 €3,61 %27,7
Langenleuba-Niederhain046181.7174,78 €1.925 €2,98 %33,6