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Lagefaktor
Kreis · Baden-Württemberg

Schwäbisch Hall

30 Orte mit zusammen 204.721 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
4,44 %
Bestwert 6,07 %
Ø Kaufpreis je m²
2.711 €
Ø Bruttomietrendite
4,44 %
Bestwert 6,07 %
Ø Miete
9,87 €/m²
Ø Kaufpreis
2.711 €/m²
Ø Prognos-Rang
#102
Zukunftsatlas, von 400

Immobilienmarktbericht Landkreis Schwäbisch Hall

Der Landkreis Schwäbisch Hall ist ein ländlich geprägter Kreis im fränkischen Nordosten Baden-Württembergs mit 204.700 Einwohnern und 30 Gemeinden. Der Immobilienmarkt zeigt eine deutliche innere Spreizung: Kaufpreise reichen von 1.886 Euro/m² in Bühlerzell bis 3.514 Euro/m² in Satteldorf. Der Kreis wird maßgeblich durch die Würth-Gruppe (Hauptsitz Künzelsau, 86.415 Mitarbeiter) geprägt und profitiert von der Bahnanbindung nach Stuttgart (Murrbahn) und Nürnberg (Crailsheim).

Marktüberblick

Der Landkreis Schwäbisch Hall liegt im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs und umfasst 30 Gemeinden auf 1.484 Quadratkilometern bei insgesamt rund 204.700 Einwohnern. Mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 2.711 Euro pro Quadratmeter liegt der Kreis auf dem 35. Platz von 44 Kreisen in Baden-Württemberg – damit im unteren Drittel des Landes, aber deutlich über dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro pro Quadratmeter. Die durchschnittliche Miet liegt bei 9,88 Euro pro Quadratmeter, die Bruttomietrendite bei 4,44 Prozent.

Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Anstieg der Kaufpreise von 2.261 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2018 auf 3.070 Euro im Jahr 2021, einen Rückgang auf 2.787 Euro im Jahr 2024 und einen erneuten Anstieg auf 3.160 Euro im Jahr 2025. Die Mieten stiegen kontinuierlich von 8,09 Euro im Jahr 2018 auf 10,68 Euro im Jahr 2025. Die Bevölkerung wuchs von 191.614 im Jahr 2015 auf 204.721 im Jahr 2023, was auf eine positive Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Attraktivität des Landkreises hindeutet.

Innere Struktur und Preisgefälle

Der Immobilienmarkt des Landkreises ist keineswegs homogen. Die Kaufpreise reichen von 1.886 Euro pro Quadratmeter in Bühlerzell bis 3.514 Euro pro Quadratmeter in Satteldorf – eine Spreizung von fast 87 Prozent. Die teuersten Gemeinden liegen im südlichen und südwestlichen Teil des Kreises: Satteldorf (3.514 Euro/m²), Crailsheim (3.373 Euro/m²), Stimpfach (3.276 Euro/m²), Schwäbisch Hall (3.266 Euro/m²) und Untermünkheim (3.259 Euro/m²). Diese Gemeinden liegen alle im Bereich der Hohenloher und Haller Ebene, also in der flacheren, besser erschlossenen West- und Südwesthälfte des Kreises.

Im Norden und Osten, im Bereich des Schwäbisch-Fränkischen Walds, sind die Preise deutlich niedriger: Bühlerzell (1.886 Euro/m²), Fichtenau (2.033 Euro/m²), Braunsbach (2.150 Euro/m²) und Langenburg (2.188 Euro/m²) bilden das preisschwächste Segment. Die Rendite-Spanne reicht von 3,29 Prozent in Stimpfach bis 6,07 Prozent in Braunsbach – ein Muster, das sich in ländlichen Randgebieten typischerweise beobachten lässt: niedrige Preise bei gleichzeitig höheren Renditen.

Ein deutliches Preisgefälle ist entlang der Murrbahn-Achse erkennbar: Gemeinden wie Gaildorf (2.911 Euro/m²), Ilshofen (3.004 Euro/m²) und Vellberg (2.685 Euro/m²) liegen deutlich über dem Kreisdurchschnitt und profitieren von ihrer Lage an der Bahnverbindung nach Stuttgart. Im Gegensatz dazu liegen Gemeinden wie Kirchberg an der Jagst (2.276 Euro/m²) und Gerabronn (2.287 Euro/m²) im nordöstlichen Teil des Kreises unter dem Durchschnitt.

Die beiden Zentren des Kreises, Schwäbisch Hall (42.743 Einwohner) und Crailsheim (36.239 Einwohner), bilden die ökonomischen und infrastrukturellen Anker. Crailsheim hat mit 3.373 Euro/m² sogar den höchsten Kaufpreis beider Mittelzentren, während Schwäbisch Hall mit 3.266 Euro/m² knapp dahinter liegt. Beide Städte weisen eine gute Mietrendite von 4,35 bzw. 4,00 Prozent auf.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Landkreis Schwäbisch Hall ist maßgeblich geprägt durch die Würth-Gruppe, die ihren Hauptsitz in Künzelsau hat und mit 86.415 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 20,7 Milliarden Euro das größte Einzelunternehmen des Landkreises und eines der bedeutendsten nicht-börsennotierten Unternehmen Deutschlands ist. Die Präsenz dieses Weltmarktführers für Befestigungstechnik wirkt sich direkt auf den lokalen Arbeitsmarkt aus: Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 rangiert der Kreis im Bereich Wettbewerb und Innovation auf Platz 151 von rund 400 deutschen Kreisen – ein Wert, der deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegt und die Abhängigkeit von einem einzelnen Großunternehmen widerspiegelt.

Neben der Würth-Gruppe ist das Diak Klinikum Landkreis Schwäbisch Hall mit 526 Planbetten und rund 1.335 Mitarbeitern ein weiterer großer Arbeitgeber. Es ist als Schwerpunktversorger für die Landkreise Schwäbisch Hall, Hohenlohe und angrenzende Gebiete zuständig und versorgt jährlich über 22.000 Patienten stationär. Seit dem 1. Januar 2025 ist der Landkreis selbst Träger des Klinikums, nachdem Diakoneo sich von seinen Krankenhäusern getrennt hat. Der Kreistag verabschiedete im Sommer 2025 die Bauplanung für einen weiteren Bauabschnitt, der ca. 2035 bezogen werden soll.

Die Wirtschaft des Kreises ist insgesamt stark vom Mittelstand geprägt, mit einer breiten Streuung von Unternehmen in den Bereichen Metallverarbeitung, Maschinenbau und Handwerk. Die beiden Mittelzentren Schwäbisch Hall und Crailsheim bilden die wirtschaftlichen Knotenpunkte, während die ländlichen Gemeinden im Norden und Osten des Kreises eine eher landwirtschaftlich strukturierte Wirtschaft aufweisen.

Bildung und Forschung

Die Hochschule Heilbronn betreibt einen Campus in Schwäbisch Hall mit 839 Studierenden (Wintersemester 2022/23) und Studienschwerpunkt Management und Vertrieb. Der Campus wurde im Herbst 2009 eröffnet und ist Teil der größten staatlichen Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg mit insgesamt knapp 8.000 Studierenden. Der Studiengang Management und Vertrieb ist eng an die Bedürfnisse der lokalen Wirtschaft, insbesondere der Würth-Gruppe, angebunden.

Das Diak Klinikum ist zudem Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Heidelberg und bildet jährlich im klinischen, kaufmännischen und sozialpädagogischen Bereich aus. Seit 2024 werden zusätzlich Ausbildungen zum Anästhesietechnischen Assistenten angeboten, und es bestehen Kooperationsprogramme mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg für die Studiengänge Medizinische Informatik und BWL-Gesundheitsmanagement.

Verkehr und Erreichbarkeit

Der Landkreis Schwäbisch Hall ist durch zwei wichtige Bahnstrecken an das überregionale Netz angebunden. Die Murrbahn (Bahnstrecke Waiblingen–Schwäbisch Hall-Hessental) verbindet den Kreis mit Stuttgart über Backnang und Murrhardt. Sie ist Teil der kürzesten Verbindung zwischen Stuttgart und Nürnberg und im Raum Stuttgart in die S-Bahn Stuttgart integriert (Linie S3). Der Abschnitt bis Backnang ist zweigleisig ausgebaut, der Rest eingleisig, aber durchgehend elektrifiziert.

Crailsheim liegt an der zweigleisigen Hauptbahnstrecke Nürnberg–Crailsheim (160 km/h) und der Hohenlohebahn Heilbronn–Crailsheim. Diese Verbindung ist Teil der Kursbuchstrecke 785 und ermöglicht eine direkte Anbindung an die Metropolregion Nürnberg. Die Kombination aus Murrbahn im Westen und Hohenlohebahn im Norden macht Crailsheim zum wichtigsten Bahnknoten des Kreises.

Die Autobahnanbindung erfolgt über die A6 (Nürnberg–Stuttgart) im Norden des Kreises bei Crailsheim und die A81 im Süden. Die A73 (Nürnberg–Schweinfurt) berührt den nördlichen Rand des Kreises. Die Lage an diesen Hauptverkehrsachsen erklärt die überdurchschnittlichen Immobilienpreise in Crailsheim und entlang der Murrbahn-Achse.

Der Adolf-Würth-Airport in Schwäbisch Hall-Hessental bietet als Verkehrslandeplatz eine zusätzliche Anbindung für die Geschäftsreisenden der Würth-Gruppe.

Entwicklung und Ausblick

Der Landkreis Schwäbisch Hall verzeichnet seit Jahren ein Bevölkerungswachstum von rund 13.000 Einwohnern zwischen 2015 und 2023, was auf eine positive wirtschaftliche Entwicklung und eine steigende Attraktivität als Wohnstandort hindeutet. Die Kaufpreise zeigen nach dem Einbruch 2022/2023 wieder eine deutliche Erholung: Von 2.787 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2024 auf 3.160 Euro im Jahr 2025, was einem Anstieg von über 13 Prozent in einem Jahr entspricht.

Die Übernahme des Diak Klinikums durch den Landkreis im Jahr 2025 und die geplante Erweiterung des Klinikums bis 2035 signalisieren eine langfristige Investition in die medizinische Infrastruktur. Dies stärkt die Stellung des Kreises als Schwerpunktversorger und sichert Arbeitsplätze im Gesundheitssektor.

Die Abhängigkeit von der Würth-Gruppe bleibt ein strukturelles Thema: Der Rang 151 im Bereich Wettbewerb und Innovation des Prognos-Zukunftsatlas deutet darauf hin, dass eine Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur notwendig ist. Die Hochschule Heilbronn mit ihrem Campus in Schwäbisch Hall leistet hier einen Beitrag zur Wissensökonomie des Kreises.

Die innere Struktur des Kreises zeigt ein klares Muster: Die Gemeinden entlang der Bahn- und Autobahnachsen im Westen und Süden profitieren von der besseren Erreichbarkeit der Metropolen Stuttgart und Nürnberg und weisen die höchsten Preise auf. Die ländlichen Gemeinden im Norden und Osten des Kreises, insbesondere im Bereich des Schwäbisch-Fränkischen Walds, bleiben preislich deutlich zurück. Dieses Muster wird sich voraussichtlich auch in Zukunft fortsetzen.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20188,09 €/m²
20198,38 €/m²
20208,66 €/m²
20219,33 €/m²
20229,36 €/m²
20239,90 €/m²
202410,06 €/m²
202510,68 €/m²
202610,73 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20182.261 €/m²
20192.594 €/m²
20202.772 €/m²
20213.070 €/m²
20223.000 €/m²
20232.804 €/m²
20242.787 €/m²
20253.160 €/m²
20263.407 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20184,30 %
20193,88 %
20203,75 %
20213,65 %
20223,74 %
20234,24 %
20244,33 %
20254,05 %
20263,78 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2015191.614 Einwohner
2016192.958 Einwohner
2017194.203 Einwohner
2018195.861 Einwohner
2019196.761 Einwohner
2020197.860 Einwohner
2021199.398 Einwohner
2022202.834 Einwohner
2023204.721 Einwohner
2024204.721 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
3–46,00 Orte
4–519,00 Orte
5–64,00 Orte
6–71,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Schwäbisch Hall, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Braunsbach6,07 %
Fichtenau5,31 %
Kirchberg an der Jagst, Stadt5,31 %
Bühlerzell5,14 %
Gerabronn, Stadt5,09 %
Oberrot4,94 %
Wolpertshausen4,75 %
Fichtenberg4,69 %
Schrozberg, Stadt4,65 %
Sulzbach-Laufen4,63 %

Alle Orte im Kreis

30 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Schwäbisch Hall
Braunsbach745422.63110,88 €2.150 €6,07 %16,5
Fichtenau745794.5879,00 €2.033 €5,31 %18,8
Kirchberg an der Jagst, Stadt745924.56710,07 €2.276 €5,31 %18,8
Bühlerzell744262.1298,07 €1.886 €5,14 %19,5
Gerabronn, Stadt745824.5209,69 €2.287 €5,09 %19,7
Oberrot744203.57610,06 €2.443 €4,94 %20,2
Wolpertshausen745492.42510,19 €2.576 €4,75 %21,1
Fichtenberg744273.00810,03 €2.568 €4,69 %21,4
Schrozberg, Stadt745755.9479,38 €2.421 €4,65 %21,5
Sulzbach-Laufen744292.5409,23 €2.394 €4,63 %21,6
Obersontheim744235.53210,40 €2.711 €4,60 %21,7
Langenburg, Stadt745951.8868,28 €2.188 €4,54 %22,0
Michelfeld745453.90210,07 €2.676 €4,52 %22,2
Vellberg, Stadt745414.75210,02 €2.685 €4,48 %22,3
Rot am See745855.7429,35 €2.550 €4,40 %22,7
Rosengarten745385.28810,48 €2.893 €4,35 %23,0
Schwäbisch Hall, Stadt7452342.74311,84 €3.266 €4,35 %23,0
Blaufelden745725.4419,07 €2.506 €4,34 %23,0
Bühlertann744243.0849,66 €2.670 €4,34 %23,0
Wallhausen745993.8269,36 €2.618 €4,29 %23,3
Gaildorf, Stadt7440512.36110,34 €2.911 €4,26 %23,5
Ilshofen, Stadt745327.11510,37 €3.004 €4,14 %24,1
Michelbach an der Bilz745443.54210,27 €3.066 €4,02 %24,9
Crailsheim, Stadt7456436.23911,24 €3.373 €4,00 %25,0
Kreßberg745944.0659,34 €2.872 €3,90 %25,6
Mainhardt745356.1669,51 €3.036 €3,76 %26,6
Frankenhardt745865.06110,01 €3.221 €3,73 %26,8
Untermünkheim745473.11910,07 €3.259 €3,71 %27,0
Satteldorf745895.83510,71 €3.514 €3,66 %27,4
Stimpfach745973.0928,98 €3.276 €3,29 %30,4