Marktüberblick und Einordnung
Der Rems-Murr-Kreis liegt im Nordosten der Region Stuttgart und umfasst 31 Gemeinden auf 858 km² mit rund 434.000 Einwohnern. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 3.484 Euro pro Quadratmeter, die mittlere Mietpreis liegt bei 12,39 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt der Kreis auf Rang 17 von 44 Kreisen in Baden-Württemberg und deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 2.409 Euro. Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 105 von rund 400 Kreisen zu, was ihn in die obere Hälfte der deutschen Kreise einordnet. Die Stärke des Kreises (Rang 82) übertrifft die Dynamik (Rang 242), was auf eine solide, aber nicht besonders wachstumsdynamische Struktur hindeutet.
Innere Struktur und Preisgefälle
Die Kaufpreise im Kreis reichen von 1.955 Euro pro Quadratmeter in Großerlach bis 4.160 Euro in Weinstadt – eine Spreizung von mehr als einem Faktor zwei. Die teuersten Gemeinden liegen alle im südwestlichen Teil des Kreises entlang der Rems und der Remsbahn-Achse Richtung Stuttgart: Weinstadt (4.160), Korb (4.150), Winnenden (4.077), Fellbach (4.068), Winterbach (4.031) und Waiblingen (4.004). Diese Gemeinden profitieren von der direkten S-Bahn-Anbindung an Stuttgart und der Nähe zur Landeshauptstadt.
Im Norden und Osten des Kreises, im Murrtal und im Welzheimer Wald, liegen die günstigsten Gemeinden: Großerlach (1.955), Spiegelberg (2.433), Oppenweiler (2.834), Althütte (2.870) und Murrhardt (2.929). Diese Gemeinden liegen außerhalb der S-Bahn-Anbindung und sind ländlich geprägt.
Die Rendite-Spanne reicht von 3,59 Prozent in Kaisersbach bis 6,19 Prozent in Großerlach. Die günstigsten Gemeinden bieten die höchsten Renditen, was dem klassischen Muster entspricht: Je niedriger der Kaufpreis, desto höher die angebotene Bruttorendite.
Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Anstieg der Mieten von 10,39 Euro (2018) auf 13,32 Euro (2025). Die Kaufpreise stiegen von 3.278 Euro (2018) auf einen Höhepunkt von 4.308 Euro (2021), fielen dann auf 3.614 Euro (2023) und erholten sich leicht auf 3.847 Euro (2025). Die Bevölkerung wuchs von 419.456 (2015) auf 434.369 (2023) – ein Zuwachs von rund 15.000 Einwohnern in acht Jahren.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Der Rems-Murr-Kreis ist geprägt von einer starken industriellen Basis und der Einbindung in die Region Stuttgart. Größter einzelner Arbeitgeber im Kreis ist Kärcher mit Hauptsitz in Winnenden. Das Unternehmen beschäftigt rund 17.000 Mitarbeiter und erzielte 2025 einen Umsatz von 3,483 Milliarden Euro. Kärcher ist Weltmarktführer im Bereich Reinigungsgeräte und hat seinen Standort seit 1939 in Winnenden. Ende 2011 wurde das Gelände der ehemaligen Ziegelei Pfleiderer erworben, auf dem ein neues Bürogebäude für 700 Mitarbeiter und ein Kundenzentrum entstanden.
Der Kreis ist Teil der europäischen Metropolregion Stuttgart und verfügt über drei übergeordnete Mittelzentren: Waiblingen/Fellbach im Südwesten, Schorndorf im Süden und Osten sowie Backnang im Norden. Diese Mittelzentren bilden die wirtschaftlichen und versorgerischen Ankerpunkte für die umliegenden Gemeinden.
Die Wirtschaftsstruktur ist vielfältig, mit einem starken Fokus auf produzierendes Gewerbe und Industrie. Die Nähe zu Stuttgart und die gute Verkehrsanbindung haben den Kreis zu einem attraktiven Standort für Unternehmen gemacht. Die Bevölkerungszunahme von rund 15.000 Einwohnern zwischen 2015 und 2023 spiegelt die Attraktivität des Kreises wider.
Verkehr und Erreichbarkeit
Die Verkehrsanbindung ist ein zentraler Faktor für die hohen Immobilienpreise im südwestlichen Teil des Kreises. Die S-Bahn Stuttgart bedient den Kreis mit zwei Linien: Die S2 verkehrt von Stuttgart über Fellbach, Waiblingen bis nach Schorndorf. Die S3 führt von Stuttgart über Fellbach, Waiblingen bis nach Backnang. Beide Linien verkehren im 15-Minuten-Takt. Der Bahnhof Fellbach liegt direkt an der nördlichen Stadtgrenze Stuttgarts und ist damit der am besten angebundene Ort im Kreis.
Die Remsbahn, die 1861 eröffnet wurde, bildet das Rückgrat der Schienenanbindung. Auf dem Abschnitt Waiblingen–Schorndorf verkehrt die S2, auf dem Abschnitt Waiblingen–Backnang die S3. Im Westen des Kreises reicht das Gebiet bis an den Neckar, wo die Rems in den Neckar mündet.
Die Gemeinden im Norden des Kreises – Murrhardt, Oppenweiler, Großerlach – liegen außerhalb der S-Bahn-Anbindung und sind über die B27 und B14 an das Straßennetz angebunden. Diese Gemeinden sind ländlicher geprägt und weisen die niedrigsten Immobilienpreise auf.
Der Kreis gehört zum Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS), was eine nahtlose Anbindung an die Region Stuttgart ermöglicht.
Entwicklung und Ausblick
Der Rems-Murr-Kreis hat sich in den letzten Jahren deutlich entwickelt. Die Bevölkerung wuchs von 419.456 (2015) auf 434.369 (2023), was auf die Attraktivität des Kreises als Wohnstandort in der Region Stuttgart hindeutet. Die Immobilienpreise reflektieren diese Entwicklung: Die Mieten stiegen von 10,39 Euro (2018) auf 13,32 Euro (2025), ein Anstieg von rund 28 Prozent in sieben Jahren.
Die Kaufpreise zeigten nach dem Höhepunkt von 4.308 Euro (2021) eine Korrektur auf 3.614 Euro (2023), erholten sich jedoch wieder auf 3.847 Euro (2025). Die Prognose für 2026 geht von einem leichten Rückgang auf 3.475 Euro aus.
Die innere Struktur des Kreises bleibt ausgeprägt: Das Preisgefälle zwischen dem Remstal im Südwesten und dem Murrtal im Norden ist deutlich sichtbar und korreliert mit der S-Bahn-Anbindung und der Entfernung zu Stuttgart. Die Gemeinden entlang der Remsbahn-Achse profitieren von der guten Erreichbarkeit der Landeshauptstadt und weisen die höchsten Preise auf. Die Gemeinden im Norden und Osten des Kreises, die außerhalb der S-Bahn-Anbindung liegen, bleiben preislich deutlich zurück.
Der Prognos-Rang des Kreises (105 von rund 400) bestätigt die solide Position des Kreises im bundesweiten Vergleich. Die Stärke des Kreises (Rang 82) übertrifft die Dynamik (Rang 242), was auf eine stabile, aber nicht übermäßig dynamische Entwicklung hindeutet.