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Lagefaktor
Kreis · Bayern

Kitzingen

31 Orte mit zusammen 93.818 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
4,94 %
Bestwert 8,63 %
Ø Kaufpreis je m²
2.333 €
Ø Bruttomietrendite
4,94 %
Bestwert 8,63 %
Ø Miete
9,23 €/m²
Ø Kaufpreis
2.333 €/m²
Ø Prognos-Rang
#98
Zukunftsatlas, von 400

Landkreis Kitzingen: Wein, Industrie und Verkehr an der A 3

Der Landkreis Kitzingen ist ein ländlicher Kreis im südöstlichen Unterfranken mit 93.818 Einwohnern und 31 Gemeinden. Der Immobilienmarkt weist eine erhebliche innere Spreizung auf: Kaufpreise reichen von 1.189 Euro/m² in Willanzheim bis 3.395 Euro/m² in Volkach. Der Kreis profitiert von der Lage an der ICE-Strecke Nürnberg–Würzburg und dem Autobahnkreuz Biebelried (A 3/A 7). Wirtschaftlich geprägt ist der Kreis von der Knauf Gruppe in Iphofen, dem Weinbau (größte Rebfläche Frankens) und der Anbindung an die Metropolregion Nürnberg.

Marktüberblick und Einordnung

Der Landkreis Kitzingen liegt im südöstlichen Unterfranken am Maindreieck und umfasst 31 Gemeinden auf 684 Quadratkilometern. Mit 93.818 Einwohnern (2023) und 137 Einwohnern je Quadratkilometer ist er ein dünn besiedelter ländlicher Raum, der jedoch durch seine Lage zwischen den Oberzentren Würzburg (17 km) und Schweinfurt (35 km) sowie seinen Anschluss an die Metropolregion Nürnberg geprägt ist.

Der durchschnittliche Kaufpreis im Kreis beträgt 2.333 Euro je Quadratmeter, was ihn auf Rang 65 von 82 bayerischen Kreisen platziert – deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 3.246 Euro, aber knapp über dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro. Die durchschnittliche Mietpreis liegt bei 9,23 Euro je Quadratmeter (Deutschland: 8,92 Euro). Die Bruttomietrendite beträgt durchschnittlich 4,94 Prozent und liegt damit über dem bayerischen Durchschnitt von 4,13 Prozent, was auf die vergleichsweise niedrigen Kaufpreise im Verhältnis zu den Mietniveaus zurückzuführen ist.

Die Bevölkerung des Kreises wuchs von 89.306 Einwohnern (2015) auf 93.818 (2023), ein Plus von rund 5 Prozent. Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Gesamtrang 98 von rund 400 deutschen Kreisen ein – ein solides Mittelfeld. Im Dynamik-Index liegt er auf Rang 136, im Stärke-Index auf Rang 100.

Innere Struktur und Preisgefälle

Der Immobilienmarkt im Kreis Kitzingen weist eine erhebliche innere Spreizung auf. Die Kaufpreise reichen von 1.189 Euro je Quadratmeter im Markt Willanzheim bis 3.395 Euro je Quadratmeter in der Stadt Volkach – ein Faktor von fast 2,9. Die Mietpreise variieren zwischen 6,76 Euro je Quadratmeter in Seinsheim und 10,74 Euro je Quadratmeter in Wiesentheid.

Die teuersten Gemeinden liegen entlang des Mains im Westen und Norden des Kreises. Volkach (3.395 Euro/m²) führt die Liste an, gefolgt von der Kreisstadt Kitzingen (3.166 Euro/m²), Sommerach (2.975 Euro/m²), Geiselwind (2.946 Euro/m²) und Segnitz (2.909 Euro/m²). Diese Gemeinden profitieren von ihrer Mainlage, der Nähe zu Würzburg und dem Tourismus, insbesondere in der Volkacher Mainschleife.

Im Osten und Süden des Kreises, jenseits des Mains und Richtung Steigerwald, sind die Preise deutlich niedriger. Willanzheim (1.189 Euro/m²), Großlangheim (1.522 Euro/m²), Castell (1.637 Euro/m²) und Kleinlangheim (1.828 Euro/m²) bilden das preisschwächste Segment. Hier liegen die Renditen mit bis zu 8,63 Prozent in Willanzheim deutlich über dem Kreisdurchschnitt von 4,94 Prozent.

Der Kaufpreis-Median liegt bei 2.245 Euro je Quadratmeter, der Kreis-Mittelwert bei 2.333 Euro. Die Differenz zeigt, dass einige wenige teure Gemeinden den Durchschnitt nach oben ziehen. Die Rendite-Spanne reicht von 3,62 Prozent in Volkach bis 8,63 Prozent in Willanzheim.

Ein klares Preisgefälle ist entlang der Mainachse von Nord nach Süd erkennbar: Die nördlichen Gemeinden an der Volkacher Mainschleife (Volkach, Sommerach, Nordheim a.Main) gehören zu den teuersten, während die südlichen Gemeinden Richtung Marktbreit und Willanzheim günstiger sind. Die Gemeinden im Osten des Kreises (Castell, Kleinlangheim, Großlangheim) liegen ebenfalls im unteren Preissegment.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Der Landkreis Kitzingen ist Teil der Hightech-Region Mainfranken, die regelmäßig unter den Top 10 der führenden Hightech-Regionen Europas gelistet wird. Die Wirtschaft des Kreises ist durch eine Mischung aus traditionellem Weinbau, mittelständischer Industrie und Logistik geprägt.

Größter Einzelstandort ist die Knauf Gruppe mit Hauptsitz in Iphofen. Das Familienunternehmen der Baustoffindustrie beschäftigt weltweit 43.500 Mitarbeiter und erzielte 2024 einen Umsatz von 15,6 Milliarden Euro. Das Werk in Iphofen profitiert von den geologischen Bedingungen der Region und ist ein zentraler Arbeitgeber im östlichen Landkreis.

Ein weiterer bedeutender Industrie-Standort ist Franken Guss (JORA Holding) in Kitzingen, ein Hersteller von Eisen- und Aluminiumguss mit 1.403 Mitarbeitern und 272,3 Millionen Euro Umsatz (2022). Das Unternehmen trat im April 2024 in ein Schutzschirmverfahren ein, was die wirtschaftliche Verwundbarkeit eines einzelnen Großarbeiters verdeutlicht.

Der Weinbau spielt eine zentrale Rolle für die Region. Der Landkreis Kitzingen hat die größte Rebfläche im gesamten Weinbaugebiet Franken; allein um die Volkacher Mainschleife sind über 1.100 Hektar mit Weinreben bestockt. Die Maingauklimazone, die trockenste und wärmste Klimazone Bayerns (jährlich rund 592 mm Niederschlag), begünstigt den Weinbau auf den Muschelkalkböden. Der Weinbau prägt nicht nur die Landschaft, sondern auch das Image und Selbstverständnis der Region.

Zwei Krankenhäuser versorgen den Kreis: In Kitzingen befindet sich das städtische Krankenhaus der Großen Kreisstadt, und in Volkach das Fachklinikum Mainschleife mit 40 Betten und 10 Fachgebieten (Grundversorgung, vor allem Chirurgie). Das Fachklinikum wurde 2022 vom Träger Remedium Healthcare übernommen.

Kitzingen und Volkach sind als Mittelzentren dem Regionalzentrum Würzburg zugeordnet. Die Stadt Kitzingen hat etwa 23.400 Einwohner, Volkach etwa 8.800 Einwohner. Weitere Kleinzentren sind Dettelbach (7.200), Wiesentheid (4.800), Iphofen (4.600) und Marktbreit (3.900).

Verkehr und Erreichbarkeit

Der Landkreis Kitzingen verfügt über eine herausragende verkehrliche Anbindung. Das Autobahnkreuz Biebelried liegt auf dem Gemeindegebiet Biebelried im Landkreis und verbindet die Bundesautobahn 3 (Oberhausen–Passau) mit der Bundesautobahn 7 (Flensburg–Füssen). 2015 wurde das Kreuz täglich von etwa 104.000 Kraftfahrzeugen befahren. Die A 3 ist in diesem Abschnitt sechsspurig ausgebaut, die A 7 vierstreifig.

An die A 3 ist der Kreis über die Anschlussstellen Kitzingen/Schwarzach und Dettelbach angebunden. Die B 8 verläuft parallel zur A 3 und verbindet Kitzingen mit Würzburg und Schweinfurt.

Im Schienenverkehr liegt Kitzingen an der zweigleisigen, elektrifizierten ICE-Hauptbahn Fürth–Würzburg (KBS 416) mit 200 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der Bahnhof Kitzingen ist ein wichtiger Haltepunkt für den Fern- und Regionalverkehr. Auch Iphofen verfügt über einen Haltepunkt an dieser Strecke. Die Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt (Steigerwaldbahn) wird heute nur noch im Güterverkehr genutzt.

Der Main bietet mit dem Hafen Kitzingen eine Anbindung an die Binnenschifffahrt. Die Region Mainfranken verfügt insgesamt über Häfen in Aschaffenburg, Würzburg, Schweinfurt, Haßfurt, Kitzingen, Marktbreit, Ochsenfurt und Zeil am Main.

Die Lage an der ICE-Strecke Nürnberg–Würzburg und am Autobahnkreuz Biebelried macht Kitzingen zu einem verkehrsgünstig gelegenen Standort innerhalb der Metropolregion Nürnberg und der Regiopolregion Mainfranken.

Entwicklung und Ausblick

Der Landkreis Kitzingen hat in den vergangenen Jahren ein deutliches Bevölkerungswachstum verzeichnet: Von 89.306 Einwohnern (2015) auf 93.818 (2023), ein Plus von rund 5 Prozent. Dieser Trend entspricht dem Muster von ländlichen Kreisen in der Peripherie größerer Metropolregionen, die von Zuzug aus den Oberzentren profitieren.

Die Immobilienmarktentwicklung zeigt eine volatile Entwicklung: Die Kaufpreise lagen 2018 bei 2.777 Euro/m², sanken 2021 auf 2.199 Euro/m², stiegen 2023 auf 3.079 Euro/m² und lagen 2024 bei 2.676 Euro/m². Die Mietpreise entwickelten sich von 7,53 Euro/m² (2018) auf 9,90 Euro/m² (2025) und 10,43 Euro/m² (2026, geschätzt). Die Zeitreihen enthalten für die Jahre 2025 und 2026 geschätzte Werte.

Die innere Struktur des Marktes bleibt durch die Mainlage und die Nähe zu Würzburg geprägt. Die Gemeinden an der Volkacher Mainschleife und entlang der ICE-Strecke gehören zu den teuersten des Kreises, während die Gemeinden im Osten Richtung Steigerwald und im Süden Richtung Willanzheim deutlich günstigere Preise aufweisen. Die hohe Rendite in den günstigeren Gemeinden (bis zu 8,63 Prozent in Willanzheim) spiegelt das klassische Muster von ländlichen Räumen wider: niedrige Kaufpreise bei moderaten Mieten.

Der Strukturwandel in der Industrie – verdeutlicht durch das Schutzschirmverfahren von Franken Guss – stellt den Landkreis vor die Herausforderung, neue Wirtschaftsstandorte zu entwickeln. Die Knauf Gruppe als weltweit agierendes Unternehmen in Iphofen bleibt ein stabiler Wirtschaftsfaktor. Der Tourismus, insbesondere an der Volkacher Mainschleife, gewinnt weiter an Bedeutung.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20187,53 €/m²
20197,47 €/m²
20208,01 €/m²
20218,08 €/m²
20228,88 €/m²
20238,68 €/m²
20249,24 €/m²
20259,90 €/m²
202610,43 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20182.777 €/m²
20192.684 €/m²
20202.714 €/m²
20212.199 €/m²
20222.541 €/m²
20233.079 €/m²
20242.676 €/m²
20252.733 €/m²
20263.330 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20183,25 %
20193,34 %
20203,54 %
20214,41 %
20224,19 %
20233,38 %
20244,14 %
20254,35 %
20263,76 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
201589.306 Einwohner
201689.748 Einwohner
201790.429 Einwohner
201890.909 Einwohner
201991.155 Einwohner
202091.696 Einwohner
202191.980 Einwohner
202293.247 Einwohner
202393.818 Einwohner
202493.818 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
3–45,00 Orte
4–512,00 Orte
5–69,00 Orte
6–74,00 Orte
8–91,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Kitzingen, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Willanzheim, M8,63 %
Castell6,80 %
Buchbrunn6,37 %
Großlangheim, M6,30 %
Kleinlangheim, M6,11 %
Nordheim a.Main5,80 %
Mainbernheim, St5,74 %
Mainstockheim5,69 %
Biebelried5,31 %
Abtswind, M5,31 %

Alle Orte im Kreis

31 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Kitzingen
Willanzheim, M973481.5948,55 €1.189 €8,63 %11,6
Castell973558629,27 €1.637 €6,80 %14,7
Buchbrunn973201.14310,17 €1.917 €6,37 %15,7
Großlangheim, M973201.5997,99 €1.522 €6,30 %15,9
Kleinlangheim, M973551.6649,30 €1.828 €6,11 %16,4
Nordheim a.Main973341.0269,66 €2.000 €5,80 %17,3
Mainbernheim, St973502.33410,70 €2.238 €5,74 %17,4
Mainstockheim973202.0108,77 €1.850 €5,69 %17,6
Abtswind, M973558338,89 €2.008 €5,31 %18,8
Biebelried973181.2168,47 €1.915 €5,31 %18,8
Rödelsee973481.91210,65 €2.412 €5,30 %18,9
Wiesentheid, M973534.99210,74 €2.446 €5,27 %19,0
Obernbreit, M973421.6859,45 €2.230 €5,08 %19,7
Martinsheim973409988,87 €2.124 €5,01 %20,0
Prichsenstadt, St973573.2297,71 €1.998 €4,63 %21,6
Sulzfeld a.Main973201.2429,32 €2.450 €4,56 %21,9
Iphofen, St973464.84310,48 €2.852 €4,41 %22,7
Marktbreit, St973403.9619,77 €2.698 €4,34 %23,0
Schwarzach a.Main, M973593.6839,96 €2.776 €4,31 %23,2
Wiesenbronn973551.1287,72 €2.157 €4,29 %23,3
Markt Einersheim, M973481.2458,21 €2.328 €4,23 %23,6
Marktsteft, St973421.9209,07 €2.583 €4,21 %23,7
Albertshofen973202.2939,01 €2.597 €4,17 %24,0
Sommerach973341.47310,30 €2.975 €4,15 %24,1
Rüdenhausen, M973559097,67 €2.245 €4,10 %24,4
Kitzingen, GKSt9731823.37710,61 €3.166 €4,02 %24,9
Dettelbach, St973377.2289,24 €2.788 €3,98 %25,2
Geiselwind, M961602.7369,34 €2.946 €3,81 %26,3
Segnitz973408199,24 €2.909 €3,81 %26,2
Seinsheim, M973421.0756,76 €2.155 €3,77 %26,6
Volkach, St973328.78910,24 €3.395 €3,62 %27,6