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Lagefaktor
Kreis · Bayern

Aschaffenburg

33 Orte mit zusammen 249.974 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
4,27 %
Bestwert 6,28 %
Ø Kaufpreis je m²
2.814 €
Ø Bruttomietrendite
4,27 %
Bestwert 6,28 %
Ø Miete
9,71 €/m²
Ø Kaufpreis
2.814 €/m²
Ø Prognos-Rang
#56
Zukunftsatlas, von 400

Landkreis Aschaffenburg: Rhein-Main-Nähe trifft Spessart

Der Landkreis Aschaffenburg im äußersten Nordwesten Bayerns vereint eine starke wirtschaftliche Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet mit einer deutlichen inneren Spreizung der Immobilienmärkte. Während die Gemeinden im Norden entlang der A3 und der Bahnstrecke nach Frankfurt mit Kaufpreisen bis 4.291 EUR/m² und niedrigen Renditen von rund 3,5 Prozent aufwarten, liegen die Spessartgemeinden im Süden bei 1.640 bis 1.900 EUR/m² und Renditen von über 5 Prozent. Der bayernhafen Aschaffenburg, das nahegelegene Industrie Center Obernburg und die Technische Hochschule Aschaffenburg prägen die Wirtschaftsstruktur.

Marktüberblick

Der Landkreis Aschaffenburg liegt im äußersten Nordwesten Bayerns und bildet zusammen mit der kreisfreien Stadt Aschaffenburg und dem Landkreis Miltenberg die Region Bayerischer Untermain. Mit 249.974 Einwohnern auf 569,5 km² ist er der bevölkerungsreichste Landkreis Unterfrankens und weist mit 439 Einwohnern je km² eine überdurchschnittliche Dichte auf. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 2.814 EUR/m², die mittlere Miete bei 9,71 EUR/m². Damit liegt der Kreis im bayerischen Vergleich auf Rang 52 von 82 Kreisen – deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 3.246 EUR/m², aber über dem deutschen Durchschnitt von 2.409 EUR/m². Die Bruttorendite beträgt durchschnittlich 4,27 Prozent und liegt damit über dem deutschen Durchschnitt von 5,1 Prozent nicht, aber im bayerischen Kontext solidär. Die Bevölkerung wuchs von 242.681 (2015) auf 249.974 (2023) – ein Plus von rund 7.300 Einwohnern in acht Jahren.

Innere Struktur und Preisgefälle

Die Spreizung innerhalb des Kreises ist erheblich. Die Kaufpreise reichen von 1.641 EUR/m² in Heinrichsthal bis 4.291 EUR/m² in der Stadt Aschaffenburg – ein Faktor von 2,6. Der Median von 2.940 EUR/m² liegt über dem Mittelwert von 2.814 EUR/m², was auf eine rechtsschiefe Verteilung mit einigen sehr teuren Gemeinden hindeutet.

Die teuersten Gemeinden liegen im Norden und Nordwesten des Kreises, direkt an der A3 und in unmittelbarer Nähe zur kreisfreien Stadt Aschaffenburg. Aschaffenburg selbst führt mit 4.291 EUR/m² und einer Miete von 12,74 EUR/m² deutlich vor Alzenau (4.018 EUR/m²), Karlstein am Main (3.817 EUR/m²), Haibach (3.631 EUR/m²) und Schöllkrippen (3.600 EUR/m²). Diese Gemeinden profitieren von der Lage im Rhein-Main-Einzugsgebiet und der guten Verkehrsanbindung.

Im Süden und Osten des Kreises, im Spessart, liegen die günstigsten Gemeinden: Heinrichsthal (1.641 EUR/m²), Dammbach (1.642 EUR/m²), Heimbuchenthal (1.737 EUR/m²), Mespelbrunn (1.857 EUR/m²) und Weibersbrunn (1.860 EUR/m²). Diese Gemeinden haben zwischen 824 und 2.283 Einwohner und sind ländlich geprägt. Die Renditen sind hier deutlich höher – Dammbach erreicht 6,28 Prozent, Heinrichsthal 4,63 Prozent – während die teuren Gemeinden am Nordrand des Kreises Renditen zwischen 3,13 und 3,62 Prozent aufweisen.

Ein deutliches Preisgefälle ist entlang der Nord-Süd-Achse erkennbar: Die Gemeinden im Norden des Kreises, entlang der A3 und der Bahnstrecke nach Frankfurt, sind durchweg teurer als die Gemeinden im Spessart im Süden und Osten. Die Main-Gemeinden wie Großostheim (2.977 EUR/m²), Hösbach (3.270 EUR/m²), Mainaschaff (3.090 EUR/m²), Kleinostheim (3.222 EUR/m²) und Stockstadt (3.426 EUR/m²) bilden eine mittlere Zone zwischen dem Zentrum Aschaffenburg und dem Spessart.

Die Rendite-Spanne von 3,13 Prozent in Schöllkrippen bis 6,28 Prozent in Dammbach unterstreicht den Zielkonflikt zwischen Wertstabilität und Ertrag: Wer im Norden des Kreises investiert, zahlt mehr, hat aber niedrigere Renditen. Wer im Spessart kauft, erhält höhere Renditen, muss aber mit geringerer Wertsteigerung und einer kleineren Nachfragerbasis rechnen.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Die Wirtschaft des Landkreises ist stark von der Nähe zum Rhein-Main-Gebiet geprägt. Frankfurt am Main und der Frankfurter Flughafen sind rund 50 Kilometer entfernt und über die A3 erreichbar. Viele Arbeitnehmer des Landkreises pendeln in die Städte des hessischen Rhein-Main-Gebiets. Branchen mit herausragender Bedeutung für die Region sind nach Angaben der IHK Aschaffenburg Automation und Mechatronik, Logistik, Automotive und IT.

Ein wichtiger lokaler Wirtschaftsfaktor ist der bayernhafen Aschaffenburg, einer der bedeutendsten Häfen Bayerns. Auf dem Gelände des Hafens haben sich mehr als 60 Unternehmen aus den Branchen Logistik, Versorgung, Recycling und Produktion angesiedelt. Rund 2.000 Menschen sind direkt am Hafen beschäftigt, indirekt hängen rund 6.000 Arbeitsplätze in der Region von diesem Logistikzentrum ab. Der Hafen verfügt über eine trimodale Anbindung an Straße, Schiene und Wasserweg und liegt an der europäischen Wasserstraße von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer.

In der Nähe liegt das Industrie Center Obernburg (ICO) am östlichen Mainufer – zwar im Landkreis Miltenberg gelegen, aber für die gesamte Region Bayerischer Untermain von zentraler Bedeutung. Der Industriepark umfasst 175 Hektar mit 35 Unternehmen und etwa 3.000 Beschäftigten. Zu den ansässigen Unternehmen gehören Indorama Ventures, Enka, Cordenka, Evonik, Freudenberg Performance Materials und B.Braun Avitum Saxonia. Das ICO war über viele Jahrzehnte der größte Arbeitgeber der Region und ist bis heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Die Technische Hochschule Aschaffenburg ist die einzige Hochschule im Kreisgebiet. Am ICO besteht das ZeWiS (Zentrum für wissenschaftliche Services und Transfer) der TH Aschaffenburg, das anwendungsorientierte Forschung in den Bereichen Material, Automotive, Intelligente Systeme und Automatisierung betreibt.

Im Spessart im Süden und Osten des Kreises dominiert die Land- und Forstwirtschaft. Einige Gemeinden wie Karlstein am Main und Alzenau haben sich zu Wohncommuten für Pendler entwickelt, während Orte wie Heinrichsthal und Weibersbrunn eher ländlich strukturiert sind.

Verkehr und Erreichbarkeit

Der Landkreis Aschaffenburg ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Die A3 durchquert den Kreis in West-Ost-Richtung auf dem Weg von Frankfurt nach Würzburg. Die A45 endet in Aschaffenburg und verbindet die Region mit Dortmund und dem Ruhrgebiet. An der A3 bestehen mehrere Anschlussstellen im Kreisgebiet, darunter Aschaffenburg-Ost, Aschaffenburg-West und Anbindung an die Gemeinden Goldbach und Hösbach.

Der Hauptbahnhof Aschaffenburg liegt an der Strecke Frankfurt–Aschaffenburg und ist ICE-Halt. Die Main-Spessart-Bahn verbindet Aschaffenburg mit Würzburg. Die Strecke Kahl–Schöllkrippen erschließt den nördlichen Teil des Kreises (Kahlgrund) und bindet an das Rhein-Main-Netz an. Gemeinden wie Kleinostheim und Kahl am Main profitieren von dieser Bahninfrastruktur.

Die Nähe zum Frankfurter Flughafen (rund 50 Kilometer) und der internationale Flughafen Frankfurt Main als wichtiger Wirtschaftsstandort sind für die Region von großer Bedeutung. Der Flugplatz Aschaffenburg bei Großostheim dient hauptsächlich dem Geschäftsreiseverkehr.

Die Verkehrsanbindung ist ein wesentlicher Faktor für die unterschiedlichen Immobilienpreise im Kreis. Gemeinden entlang der A3 und der Bahnstrecken nach Frankfurt wie Kleinostheim, Stockstadt, Mainaschaff und Hösbach sind begehrte Wohnorte für Pendler. Kleinostheim hat sich seit den 1960er Jahren von 4.000 auf über 8.000 Einwohner verdoppelt, was die Nachfrage nach Wohnraum in diesen Gemeinden erklärt.

Im Spessart ist die Verkehrsanbindung deutlich schlechter. Hier gibt es keine Autobahnanschlussstellen und nur eingeschränkten ÖPNV. Dies erklärt die niedrigeren Preise und höheren Renditen in Gemeinden wie Heinrichsthal, Dammbach und Heimbuchenthal.

Entwicklung und Ausblick

Der Landkreis Aschaffenburg hat seit 2015 rund 7.300 Einwohner hinzugewonnen und liegt damit im positiven Trend. Die Kaufpreise stiegen von 2.698 EUR/m² (2018) auf einen Höchststand von 3.546 EUR/m² (2023), korrigierten 2024 auf 3.321 EUR/m² leicht nach und liegen 2025 wieder bei 3.456 EUR/m². Die Mieten entwickelten sich kontinuierlich steigend von 8,67 EUR/m² (2018) auf 10,95 EUR/m² (2025). Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 44 von rund 400 deutschen Kreisen zu – ein sehr gutes Ergebnis. Besonders stark ist der Rang im Bereich Wettbewerb und Innovation (Rang 63) und im Bereich Arbeitsmarkt (Rang 37). Schwächer ist der Rang bei Wohlstand und sozialer Lage (Rang 218), was auf die strukturellen Unterschiede zwischen dem wohlhabenden Norden und dem ländlichen Spessart hindeuten könnte.

Die Kombination aus guter Verkehrsanbindung an das Rhein-Main-Gebiet, dem bayernhafen Aschaffenburg als Logistikstandort und dem Industrie Center Obernburg als Wirtschaftsstandort macht den Landkreis zu einem attraktiven Wohn- und Wirtschaftsraum. Die Spreizung der Immobilienpreise innerhalb des Kreises bietet sowohl für Eigennutzer (teure Gemeinden im Norden) als auch für Investoren (höhere Renditen im Spessart) unterschiedliche Optionen. Die Bevölkerungsentwicklung ist positiv, was die Nachfrage nach Wohnraum stützt.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20188,67 €/m²
20198,79 €/m²
20209,22 €/m²
20219,81 €/m²
202210,12 €/m²
202310,42 €/m²
202410,80 €/m²
202510,95 €/m²
202611,48 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20182.698 €/m²
20193.174 €/m²
20203.211 €/m²
20213.512 €/m²
20223.491 €/m²
20233.546 €/m²
20243.321 €/m²
20253.456 €/m²
20263.670 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20183,86 %
20193,32 %
20203,45 %
20213,35 %
20223,48 %
20233,53 %
20243,90 %
20253,80 %
20263,75 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2015242.681 Einwohner
2016242.691 Einwohner
2017243.897 Einwohner
2018244.735 Einwohner
2019245.202 Einwohner
2020245.516 Einwohner
2021246.346 Einwohner
2022249.402 Einwohner
2023249.974 Einwohner
2024249.974 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
3–412,00 Orte
4–516,00 Orte
5–64,00 Orte
6–71,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Aschaffenburg, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Dammbach6,28 %
Heimbuchenthal5,55 %
Heigenbrücken5,23 %
Mespelbrunn5,22 %
Weibersbrunn5,12 %
Mömbris, M4,98 %
Glattbach4,80 %
Heinrichsthal4,63 %
Bessenbach4,59 %
Mainaschaff4,51 %

Alle Orte im Kreis

33 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Aschaffenburg
Dammbach638741.9428,59 €1.642 €6,28 %15,9
Heimbuchenthal638722.2188,04 €1.737 €5,55 %18,0
Heigenbrücken638692.2888,99 €2.062 €5,23 %19,1
Mespelbrunn638752.2838,08 €1.857 €5,22 %19,2
Weibersbrunn638791.9427,93 €1.860 €5,12 %19,6
Mömbris, M6377611.56410,04 €2.421 €4,98 %20,1
Glattbach638643.42011,89 €2.972 €4,80 %20,8
Heinrichsthal638718246,33 €1.641 €4,63 %21,6
Bessenbach638565.6099,23 €2.414 €4,59 %21,8
Mainaschaff638149.11211,62 €3.090 €4,51 %22,2
Blankenbach638251.5288,75 €2.401 €4,37 %22,9
Kahl a.Main637968.40312,30 €3.376 €4,37 %22,9
Kleinkahl638281.8839,14 €2.509 €4,37 %22,9
Großostheim, M6376216.38810,77 €2.977 €4,34 %23,0
Kleinostheim638018.43111,41 €3.222 €4,25 %23,5
Laufach638465.3089,88 €2.791 €4,25 %23,6
Johannesberg638673.99410,35 €2.994 €4,15 %24,1
Wiesen638311.0427,53 €2.213 €4,09 %24,5
Rothenbuch638601.7447,19 €2.147 €4,02 %24,9
Sommerkahl638251.3078,53 €2.543 €4,02 %24,9
Stockstadt a.Main, M638118.20311,46 €3.426 €4,02 %24,9
Hösbach, M6376813.32310,83 €3.270 €3,97 %25,2
Waldaschaff638574.3089,66 €2.940 €3,95 %25,4
Krombach638292.1218,71 €2.699 €3,87 %25,8
Sailauf638773.5659,75 €3.170 €3,69 %27,1
Westerngrund638251.9907,99 €2.602 €3,69 %27,1
Goldbach, M6377310.30010,79 €3.563 €3,63 %27,5
Karlstein a.Main637918.12511,51 €3.817 €3,62 %27,6
Geiselbach638262.1388,87 €2.965 €3,59 %27,9
Aschaffenburg6370172.91812,74 €4.291 €3,56 %28,1
Haibach638088.62810,76 €3.631 €3,56 %28,1
Alzenau, St6375518.78711,26 €4.018 €3,36 %29,8
Schöllkrippen, M638254.3389,39 €3.600 €3,13 %31,9