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Lagefaktor
Kreis · Bayern

Rhön-Grabfeld

37 Orte mit zusammen 80.544 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
4,09 %
Bestwert 7,33 %
Ø Kaufpreis je m²
2.185 €
Ø Bruttomietrendite
4,09 %
Bestwert 7,33 %
Ø Miete
7,22 €/m²
Ø Kaufpreis
2.185 €/m²
Ø Prognos-Rang
#125
Zukunftsatlas, von 400

Standortbericht Landkreis Rhön-Grabfeld

Der Landkreis Rhön-Grabfeld ist der nördlichste Landkreis Bayerns mit 80.544 Einwohnern und 37 Gemeinden. Der Immobilienmarkt zeigt eine deutliche innere Spreizung: Kaufpreise reichen von 1.250 Euro/m² in ländlichen Gemeinden bis 2.915 Euro/m² in der Kreisstadt Bad Neustadt. Der Kreis gehört zu den günstigeren Regionen Bayerns, weist aber eine starke Mietpreisdynamik auf. Wirtschaftlich geprägt ist der Kreis durch die Rhön-Klinikum AG als größten Arbeitgeber, das produzierende Gewerbe im Rahmen der Regiopolregion Mainfranken und die Landwirtschaft im Grabfeld. Die verkehrliche Anbindung an die A71 und die Bahnstrecke nach Schweinfurt sind wichtige Standortfaktoren.

Marktüberblick und Einordnung

Der Landkreis Rhön-Grabfeld ist der nördlichste Landkreis Bayerns und liegt im Regierungsbezirk Unterfranken. Mit 80.544 Einwohnern auf 942,3 km² ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 85 Einwohnern je Quadratkilometer. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 2.185 Euro je Quadratmeter, die durchschnittliche Mietpreis-Obergrenze bei 7,22 Euro je Quadratmeter. Die Bruttorendite beträgt im Mittel 4,09 Prozent, der Kaufpreisfaktor liegt bei 25,6.

Im bundesweiten Vergleich von 386 Kreisen liegt der Landkreis mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 2.185 Euro unter dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro. Innerhalb Bayerns nimmt er mit Rang 72 von 82 Kreisen eine der unteren Positionen ein – die bayernweite Durchschnittsmiete liegt bei 10,11 Euro, der bayernweite Durchschnittskaufpreis bei 3.246 Euro. Der Kreis gehört damit zu den preisgünstigeren Regionen in Bayern.

Die Zeitreihen zeigen einen deutlichen Anstieg der Mietpreise von 5,92 Euro im Jahr 2018 auf 7,68 Euro im Jahr 2024, was einem Zuwachs von rund 30 Prozent entspricht. Die Kaufpreise bewegten sich zwischen 2.017 Euro (2018) und 2.491 Euro (2021), korrigierten 2022 auf 2.045 Euro zurück und lagen 2024 bei 2.326 Euro. Die Bevölkerungszahl stieg von 77.681 im Jahr 2015 auf 80.544 im Jahr 2023, was einem Wachstum von knapp 4 Prozent entspricht.

Innere Struktur und Preisgefälle

Der Immobilienmarkt im Kreis zeigt eine deutliche innere Spreizung. Die Kaufpreise reichen von 1.250 Euro je Quadratmeter in Großeibstadt bis 2.915 Euro in der Kreisstadt Bad Neustadt an der Saale – das entspricht einem Faktor von 2,3. Die Mietpreise variieren zwischen 4,93 Euro in Höchheim und 9,61 Euro in Hausen.

Die teuersten Gemeinden des Kreises sind Bad Neustadt (2.915 Euro/m²), Hollstadt (2.895), Sondheim v.d.Rhön (2.755), Großbardorf (2.709) und Ostheim v.d.Rhön (2.626). Diese fünf Gemeinden liegen allesamt im nördlichen und zentralen Teil des Kreises, entlang der Saale und der A71. Bad Neustadt als einziger Ort mit über 15.000 Einwohnern bildet das klare Zentrum. Die kleineren Gemeinden Hollstadt (1.431 Einwohner), Sondheim (920) und Großbardorf (947) liegen in unmittelbarer Nähe der Kreisstadt und profitieren von der Zentrumsnähe.

Im Süden und Osten des Kreises, im Grabfeld und in den Randgebieten der Rhön, liegen die günstigsten Gemeinden: Großeibstadt (1.250 Euro/m²), Nordheim v.d.Rhön (1.300), Sulzfeld (1.579), Bad Königshofen (1.787) und Sandberg (1.806). Diese Gemeinden liegen weiter vom Zentrum Bad Neustadt entfernt und sind ländlicher geprägt.

Die Rendite-Spanne reicht von 2,55 Prozent in Höchheim bis 7,33 Prozent in Großeibstadt. Die teuersten Gemeinden weisen die niedrigsten Renditen auf, während die günstigeren Gemeinden im Süden und Osten deutlich höhere Renditen bieten. Der Kaufpreisfaktor im Kreis liegt im Mittel bei 25,6, reicht aber von 13,6 in Großeibstadt bis 39,2 in Höchheim.

Die mittlere Kaufpreis-Median-Gemeinde liegt bei 2.244 Euro/m², was nahe am Kreis-Mittelwert von 2.185 Euro liegt. Die Verteilung ist also relativ symmetrisch, wobei die extreme Spreizung nach unten (Großeibstadt, Nordheim) den Mittelwert drückt.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Die Wirtschaft des Landkreises ist durch eine Mischung aus Gesundheitswesen, produzierendem Gewerbe und Landwirtschaft geprägt. Der Landkreis ist Mitglied der Regiopolregion Mainfranken und der Planungsregion Main-Rhön, deren Oberzentrum die Stadt Schweinfurt ist.

Größter einzelner Arbeitgeber im Kreis ist die Rhön-Klinikum AG mit Hauptsitz in Bad Neustadt. Das börsennotierte Klinikunternehmen betreibt Krankenhäuser, Kliniken und Medizinische Versorgungszentren bundesweit und beschäftigte 2025 rund 19.128 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 1,7 Milliarden Euro. Die Konzernzentrale in Bad Neustadt ist ein bedeutender Arbeitgeber für den Kreis.

Weitere namhafte Unternehmen im Kreis sind Siemens in Bad Neustadt und die Bionade GmbH in Ostheim vor der Rhön, die das bekannte alkoholfreie Erfrischungsgetränk herstellt. Die Bionade GmbH gehört zur Hassia Mineralquellen und ist ein wichtiger Arbeitgeber für die Region Ostheim.

Der Landkreis gehört zum Kompetenzfeld Fahrzeugbau und Maschinenbau der Region Mainfranken, das laut Prognos-Studie bundesweit Rang vier unter 97 Regionen belegt. Die Präzisions- und Wälzlagerindustrie, Bremsen- und Kupplungshersteller sowie Antriebs- und Steuerungstechnik sind in der Region verankert.

Im Zukunftsatlas 2025 der Prognos AG belegt der Landkreis Rhön-Grabfeld Rang 125 von rund 400 deutschen Kreisen im Gesamtindex. Besonders gut schnitt der Kreis mit Rang 69 im Arbeitsmarkt und Rang 56 im Wohlstand ab. Schwächer positioniert ist er mit Rang 269 in der Demografie und Rang 247 in der Dynamik. Die demografische Entwicklung stellt eine Herausforderung dar, während der Arbeitsmarkt als stabil einzustufen ist.

Die Landwirtschaft prägt insbesondere das Grabfeld, eine flachwellige Hügellandschaft östlich der Kreisstadt, die sich für den Ackerbau eignet. Im westlichen Teil des Kreises, in der Rhön, überwiegt die Grünlandwirtschaft. Die Fränkische Saale durchfließt das Kreisgebiet von Ost nach West und bildet ein wichtiges geografisches Strukturmerkmal.

Verkehr und Erreichbarkeit

Der Landkreis Rhön-Grabfeld ist verkehrstechnisch gut erschlossen. In Nord-Süd-Richtung verläuft die Bundesautobahn 71, die Abschnitt Suhl–Schweinfurt durch den Kreis führt. Sie bietet eine direkte Verbindung nach Schweinfurt im Süden (ca. 32 km) und nach Suhl in Thüringen im Norden.

Zusätzlich dienen die Bundesstraßen 278, 279 und 285 dem überörtlichen Verkehr. Die B 279 durchquert das Grabfeld in Ost-West-Richtung und verbindet Gemeinden wie Wülfershausen an der Saale mit dem überregionalen Netz.

Im Schienenverkehr wird der Kreis durch die Hauptbahnstrecke Schweinfurt–Bad Neustadt–Meiningen erschlossen, die von der Deutschen Bahn und dem UnterfrankenShuttle der Erfurter Bahn befahren wird. Drei Stationen liegen im Kreisgebiet: Bad Neustadt an der Saale, Burglauer und Mellrichstadt Bahnhof. Die Strecke ermöglicht Verbindungen nach Schweinfurt im Süden und nach Meiningen in Thüringen im Norden.

Weitere Bahnstrecken, wie die Lokalbahn nach Bischofsheim (1989 eingestellt) und die nach Bad Königshofen (1976 eingestellt), werden heute nur noch als Museumsbahn (Rhön-Zügle auf der Strecke Mellrichstadt–Fladungen) betrieben. Ostheim vor der Rhön ist über Buslinien mit dem Bahnhof Mellrichstadt verbunden, von wo aus Anschluss an den Zugverkehr besteht.

Die Lage an der A71 und die Bahnverbindung nach Schweinfurt sind wichtige Standortfaktoren. Schweinfurt als Oberzentrum der Planungsregion Main-Rhön bietet Arbeitsplätze in der Automobilzulieferindustrie (Schaeffler, SKF, ZF Friedrichshafen) und ist etwa 32 km von Bad Neustadt entfernt. Die Pendlerverflechtung mit dem Schweinfurter Umland ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Entwicklung und Ausblick

Der Landkreis Rhön-Grabfeld profitiert von seiner Lage im Schnittpunkt mehrerer regionaler Strukturen. Die Mitgliedschaft in der Regiopolregion Mainfranken bindet den Kreis an den wirtschaftsstarken Raum Würzburg-Schweinfurt. Die Planungsregion Main-Rhön mit den Oberzentren Würzburg und Schweinfurt bietet Anschluss an überregionale Wirtschaftskreisläufe.

Das Biosphärenreservat Rhön, das 1991 länderübergreifend von der UNESCO anerkannt wurde, und der Naturpark Bayerische Rhön sind wichtige Standortfaktoren für den Tourismus. Die Rhön mit dem Kreuzberg (928 m ü. NHN) als höchster Erhebung des Kreises bietet Erholungsmöglichkeiten und zieht Besucher an.

Die Bevölkerungsentwicklung des Kreises war von 2015 bis 2023 positiv: Von 77.681 auf 80.544 Einwohner entspricht dies einem Anstieg von knapp 4 Prozent. Dies steht im Gegensatz zum langfristigen Trend, der seit dem Höchststand von rund 87.000 Einwohnern um Jahr 2000 rückläufig war. Der jüngste Anstieg könnte auf Zuzug aus benachbarten Regionen oder auf statistische Effekte zurückzuführen sein.

Die Mietpreise stiegen von 2018 bis 2024 um rund 30 Prozent von 5,92 auf 7,68 Euro je Quadratmeter. Die Kaufpreise zeigten eine volatilere Entwicklung mit einem Höhepunkt 2021 bei 2.491 Euro, einer Korrektur 2022 auf 2.045 Euro und einem neuen Niveau von 2.326 Euro im Jahr 2024. Die Zeitreihen für 2025 und 2026 enthalten geschätzte Werte.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20185,92 €/m²
20195,95 €/m²
20206,35 €/m²
20216,21 €/m²
20227,23 €/m²
20237,50 €/m²
20247,68 €/m²
20257,76 €/m²
20268,47 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20182.017 €/m²
20192.226 €/m²
20202.107 €/m²
20212.491 €/m²
20222.045 €/m²
20232.174 €/m²
20242.326 €/m²
20252.174 €/m²
20262.326 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20183,52 %
20193,21 %
20203,62 %
20212,99 %
20224,24 %
20234,14 %
20243,97 %
20254,28 %
20264,37 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
201577.681 Einwohner
201677.805 Einwohner
201777.702 Einwohner
201877.605 Einwohner
201977.529 Einwohner
202077.404 Einwohner
202179.376 Einwohner
202280.341 Einwohner
202380.544 Einwohner
202480.544 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
2–33,00 Orte
3–418,00 Orte
4–511,00 Orte
5–64,00 Orte
7–81,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Rhön-Grabfeld, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Großeibstadt7,33 %
Sulzfeld5,94 %
Hausen5,54 %
Nordheim v.d.Rhön5,53 %
Saal a.d.Saale, M5,21 %
Bad Königshofen i.Grabfeld, St4,89 %
Sandberg4,73 %
Aubstadt4,67 %
Stockheim4,49 %
Hohenroth4,33 %

Alle Orte im Kreis

37 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Rhön-Grabfeld
Großeibstadt976331.0587,64 €1.250 €7,33 %13,6
Sulzfeld976331.7917,81 €1.579 €5,94 %16,8
Hausen976476719,61 €2.080 €5,54 %18,0
Nordheim v.d.Rhön976471.0625,99 €1.300 €5,53 %18,1
Saal a.d.Saale, M976331.5888,18 €1.885 €5,21 %19,2
Bad Königshofen i.Grabfeld, St976316.1767,28 €1.787 €4,89 %20,5
Sandberg976572.3817,11 €1.806 €4,73 %21,2
Aubstadt976337347,53 €1.936 €4,67 %21,4
Stockheim976401.0427,68 €2.053 €4,49 %22,3
Hohenroth976183.5918,20 €2.274 €4,33 %23,1
Oberelsbach, M976562.6616,64 €1.875 €4,25 %23,6
Bastheim976542.0397,41 €2.122 €4,19 %23,9
Mellrichstadt, St976385.5997,82 €2.254 €4,17 %24,0
Schönau a.d.Brend976591.1907,09 €2.041 €4,17 %24,0
Unsleben976189518,21 €2.383 €4,13 %24,2
Strahlungen976189766,69 €1.956 €4,10 %24,4
Herbstadt976336157,54 €2.300 €3,93 %25,4
Wollbach976181.4787,11 €2.168 €3,93 %25,4
Bad Neustadt a.d.Saale, St9761615.7209,53 €2.915 €3,92 %25,5
Oberstreu976401.5126,98 €2.140 €3,91 %25,6
Bischofsheim i.d.Rhön, St976534.7566,26 €1.933 €3,89 %25,7
Salz976162.3488,31 €2.589 €3,85 %26,0
Heustreu976181.3188,28 €2.616 €3,80 %26,3
Wülfershausen a.d.Saale976181.5556,82 €2.178 €3,76 %26,6
Burglauer977241.7587,41 €2.436 €3,65 %27,4
Niederlauer976181.7076,88 €2.281 €3,62 %27,7
Trappstadt, M976339146,73 €2.244 €3,60 %27,8
Fladungen, St976502.1905,37 €1.830 €3,52 %28,4
Hendungen976408516,86 €2.337 €3,52 %28,4
Rödelmaier976189646,92 €2.405 €3,46 %28,9
Hollstadt976181.4318,11 €2.895 €3,36 %29,7
Ostheim v.d.Rhön, St976453.3587,35 €2.626 €3,36 %29,8
Willmars976475576,18 €2.244 €3,31 %30,2
Sulzdorf a.d.Lederhecke975281.0956,43 €2.340 €3,30 %30,3
Sondheim v.d.Rhön976479206,45 €2.755 €2,81 %35,6
Großbardorf976339475,85 €2.709 €2,59 %38,6
Höchheim976331.0404,93 €2.320 €2,55 %39,2