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Lagefaktor
Kreis · Niedersachsen

Göttingen

39 Orte mit zusammen 328.952 Einwohnern. Alle Kennzahlen als gewichteter Durchschnitt über die Gemeinden des Kreises.

Ø Bruttomietrendite
5,98 %
Bestwert 9,98 %
Ø Kaufpreis je m²
1.703 €
Ø Bruttomietrendite
5,98 %
Bestwert 9,98 %
Ø Miete
7,45 €/m²
Ø Kaufpreis
1.703 €/m²
Ø Prognos-Rang
#282
Zukunftsatlas, von 400

Landkreis Göttingen: Wissenschaftsstandort mit extremer Marktspreizung

Der Landkreis Göttingen ist ein wissenschaftlich geprägter Kreis mit extremer innerer Marktspreizung: Das teure Umland der Universitätsstadt Göttingen (Rosdorf, Bovenden) steht den günstigen Harzgemeinden (Osterode, Bad Sachsa, Elbingerode) gegenüber. Die Georg-August-Universität, vier Max-Planck-Institute und der Weltmarktführer Ottobock in Duderstadt prägen die Wirtschaft. Göttingen ist über die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg und die A 7 gut angebunden.

Marktüberblick und Einordnung

Der Landkreis Göttingen in Südniedersachsen umfasst 39 Gemeinden auf 1.487,5 Quadratkilometern und hat 328.952 Einwohner. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 1.703 Euro pro Quadratmeter, die mittlere Mietanzeige bei 7,45 Euro pro Quadratmeter. Die durchschnittliche Bruttomietrendite beträgt 5,98 Prozent. Damit liegt der Kreis nach Kaufpreis auf Rang 36 von 45 im Landesvergleich Niedersachsen – also im unteren Drittel. Im deutschlandweiten Vergleich von rund 386 Kreisen liegt er ebenfalls unter dem Bundesdurchschnitt von 2.409 Euro pro Quadratmeter. Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 282 von rund 400 Kreisen ein, mit den besten Teilindizes in der Demografie (Rang 214) und dem Arbeitsmarkt (Rang 190), während Wettbewerb und Innovation (Rang 321) und Wohlstand (Rang 316) schwächer abschneiden.

Innere Struktur und Preisgefälle

Der Immobilienmarkt des Landkreises Göttingen ist durch eine extreme innere Spreizung geprägt, die weitaus größer ist als in den meisten anderen niedersächsischen Kreisen. Die Kaufpreise reichen von 647 Euro pro Quadratmeter in Hörden am Harz bis 3.449 Euro pro Quadratmeter in Obernfeld – ein Faktor von mehr als fünf. Die Mietpreise variieren zwischen 5,32 Euro pro Quadratmeter in Hörden am Harz und 12,67 Euro in der Stadt Göttingen. Die Rendite-Spanne reicht von 2,12 Prozent in Obernfeld bis 9,98 Prozent in Elbingerode.

Die teuersten Gemeinden liegen im Süden und Südwesten des Kreises: Rosdorf (3.161 Euro/m², 12.310 Einwohner) und Bovenden (2.993 Euro/m², 14.095 Einwohner) sind die direkten Nachbargemeinden der Kreisstadt Göttingen und profitieren als Umlandgemeinden vom Zuzug von Familien und Berufstätigen, die die Stadt meiden, aber die Infrastruktur der Großstadt nutzen wollen. Die Stadt Göttingen selbst liegt mit 3.156 Euro/m² auf Platz drei der teuersten Gemeinden, weist aber mit einem Kaufpreisfaktor von 20,8 und einer Rendite von 4,82 Prozent ein deutlich anderes Profil auf als die benachbarten Gemeinden.

Im Norden und Osten des Kreises, insbesondere im Harzvorland und im Eichsfeld, liegen die günstigsten Gemeinden: Hörden am Harz (647 Euro/m²), Elbingerode (811 Euro/m²), Hattorf am Harz (844 Euro/m²) und Rhumspringe (888 Euro/m²). Diese Gemeinden haben zwischen 430 und 3.968 Einwohner und liegen in dünn besiedelten, ländlichen Räumen mit hoher Mietrendite, aber geringen Kaufpreisen. Die beiden Harzgemeinde Bad Grund (933 Euro/m²) und Bad Sachsa (1.077 Euro/m²) liegen ebenfalls im unteren Preissegment.

Die Mittelstadt Osterode am Harz (21.382 Einwohner) liegt mit 1.060 Euro/m² im unteren Mittelfeld, während Duderstadt (20.320 Einwohner) mit 2.164 Euro/m² deutlich über dem Kreisdurchschnitt liegt. Diese Diskrepanz zwischen Osterode und Duderstadt – beide sind Mittelstädte mit vergleichbarer Größe – wird durch die unterschiedliche wirtschaftliche Struktur und die Nähe zu Ottobock in Duderstadt erklärt.

Die Bevölkerung konzentriert sich stark auf die Stadt Göttingen mit 120.261 Einwohnern, die rund 37 Prozent der Kreisbevölkerung auf sich vereint. Die beiden weiteren Mittelstädte Hann. Münden (23.418 Einwohner) und Osterode am Harz (21.382 Einwohner) sowie Duderstadt (20.320 Einwohner) bilden die nächsten Zentren. Der Rest des Kreises besteht aus zahlreichen kleinen Gemeinden, von denen viele unter 1.500 Einwohner haben.

Wirtschaft, Bildung und Forschung

Der Landkreis Göttingen ist eine Wissenschafts- und Forschungsregion von überregionaler Bedeutung. Die Georg-August-Universität Göttingen ist die älteste und größte Universität Niedersachsens mit 27.958 Studierenden (WS 2024/25) und 13.058 Mitarbeitern (mit Universitätsmedizin, ohne Hilfskräfte). Ihr Jahresetat beträgt 1.470,4 Millionen Euro. Die Universität ist Mitglied der U15-Gruppe der forstarken deutschen Universitäten. Die PFH Private Hochschule Göttingen ergänzt das Hochschulangebot.

In Göttingen sind vier Max-Planck-Institute angesiedelt: das MPI für Dynamik und Selbstorganisation (vormals MPI für Strömungsforschung), das MPI für Politik- und Sozialwissenschaft, das MPI für Multidisziplinäre Naturwissenschaften (entstanden 2022 aus der Zusammenlegung des MPI für biophysikalische Chemie und des MPI für experimentelle Medizin) sowie das MPI für Sonnensystemforschung (vormals MPI für Aeronomie). Die GWDG – Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen – betreibt als gemeinsame Einrichtung der Universität und der Max-Planck-Gesellschaft Hochleistungsrechnen und ist mit 244 Mitarbeitern (Stand 31.12.2023) ein bedeutender Arbeitgeber im Forschungssektor.

Als größter industrieller Arbeitgeber des Kreises gilt Ottobock mit Sitz in Duderstadt. Das 1919 gegründete Unternehmen ist Weltmarktführer im Bereich Prothetik und beschäftigt weltweit 9.100 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 1,6 Milliarden Euro. Die Universitätsmedizin Göttingen ist ebenfalls einer der größten Arbeitgeber der Region. Der Dienstleistungssektor wird maßgeblich durch den Bildungs- und Forschungsstandort Göttingen geprägt.

Der Landkreis gehört zur Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg, die rund 3,8 Millionen Einwohner umfasst. Diese Einbindung bietet Zugang zu überregionalen Wirtschaftsnetzwerken und fördert den Austausch in Bereichen wie Mobilität, Energie, Gesundheitswirtschaft und Wissensvernetzung.

Verkehr und Erreichbarkeit

Göttingen verfügt über eine herausragende verkehrliche Anbindung. Der Bahnhof Göttingen ist ein wichtiger ICE-Halt an der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg und verzeichnet täglich 230 Zughalte sowie 51.000 Reisende und Besucher. Er wurde 2013 von der Allianz pro Schiene als Großstadtbahnhof des Jahres ausgezeichnet. ICE-Linien verbinden Göttingen mit Hamburg, Berlin, Frankfurt, München, Stuttgart, Basel und Freiburg. Die Stadt liegt zudem an der Strecke Frankfurt–Göttingen und an der Hannöverschen Südbahn nach Kassel.

Die A 7 durchquert den Landkreis in Nord-Süd-Richtung und verläuft durch den Naturpark Münden. Sie stellt die wichtigste Straßenverbindung dar und verbindet den Kreis mit Hannover im Norden und Kassel im Süden. Die A 7 ist die wichtigste Nord-Süd-Autobahn Deutschlands und verbindet Skandinavien mit der Schweiz.

Die Nähe zu Kassel (rund 49 Kilometer) ist von besonderer Bedeutung: Die Gemeinden Staufenberg und Hann. Münden sind auf Kassel hin orientiert, und es bestehen starke Pendlerverflechtungen zwischen Göttingen und Kassel. Die Stadt Göttingen liegt rund 23 Kilometer südwestlich von Hann. Münden und rund 23 Kilometer nordöstlich von Kassel.

Der Flughafen Kassel-Calden ist in rund 50 Kilometern Entfernung erreichbar, der Flughafen Frankfurt am Main liegt etwa 150 Kilometer südlich. Der Flughafen Hannover ist rund 100 Kilometer nördlich gelegen.

Entwicklung und Ausblick

Der Landkreis Göttingen ist durch eine starke innere Strukturvielfalt gekennzeichnet. Im Süden und Südwesten bildet das Umland der Universitätsstadt Göttingen mit den Gemeinden Rosdorf und Bovenden ein teures, nachfragestarkes Wohngebiet, das von der Wissenschaftsstadt profitiert. Im Osten und Nordosten dominieren ländliche Gemeinden mit niedrigen Preisen und hohen Renditen, die teils im Harzvorland und teils im Eichsfeld liegen.

Die Wirtschaft des Kreises wird von der Wissenschaftsstadt Göttingen mit ihrer Universität, den Max-Planck-Instituten und der GWDG geprägt. Als größter industrieller Arbeitgeber wirkt Ottobock in Duderstadt, das damit eine besondere wirtschaftliche Stellung im südöstlichen Teil des Kreises einnimmt. Die Mittelstädte Osterode am Harz und Bad Sachsa im Harzvorland stehen vor anderen Herausforderungen als die Gemeinden im Göttinger Umland.

Der Tourismus spielt im Süden und Osten des Kreises eine Rolle: Der Naturpark Münden erstreckt sich über knapp 374 Quadratkilometer und zieht Wanderer und Ausflügler an. Bad Sachsa und Bad Lauterberg im Harz sind Kurorte, die von der Lage am Harz profitieren. Die Drei-Flüsse-Stadt Hann. Münden am Zusammenfluss von Werra, Fulda und Weser ist ein touristisches Ziel mit historischer Altstadt.

Die demografische Entwicklung des Kreises ist mit Rang 214 im Prognos-Zukunftsatlas relativ gut aufgestellt, was auf die Universität und die junge Bevölkerung durch die Studierenden zurückzuführen ist. Der Arbeitsmarkt liegt mit Rang 190 im oberen Mittelfeld. Schwächer positioniert ist der Kreis bei Wettbewerb und Innovation (Rang 321) sowie Wohlstand (Rang 316), was die Abhängigkeit von wenigen großen Arbeitgebern und den ländlichen Strukturen widerspiegelt.

Die Zeitreihen zeigen, dass die Mietpreise im Kreis von 7,47 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2018 auf 9,54 Euro im Jahr 2025 gestiegen sind. Die Kaufpreise lagen 2018 bei 1.912 Euro pro Quadratmeter, stiegen 2020 auf 2.296 Euro, sanken 2023 auf 1.995 Euro und erholten sich 2025 wieder auf 2.488 Euro. Die Bevölkerung blieb mit rund 329.000 Einwohnern stabil.

Mietpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20187,47 €/m²
20197,55 €/m²
20208,00 €/m²
20218,23 €/m²
20228,43 €/m²
20238,65 €/m²
20249,19 €/m²
20259,54 €/m²
202610,11 €/m²

Kaufpreisentwicklung im Kreis

Nach Einwohnern gewichteter Mittelwert aller Orte, €/m²

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (€/m²)
20181.912 €/m²
20192.164 €/m²
20202.296 €/m²
20212.167 €/m²
20222.224 €/m²
20231.995 €/m²
20242.216 €/m²
20252.488 €/m²
20262.202 €/m²

Bruttomietrendite im Zeitverlauf

Aus den aggregierten Miet- und Kaufpreisen des Kreises berechnet

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (%)
20184,69 %
20194,19 %
20204,18 %
20214,56 %
20224,55 %
20235,20 %
20244,98 %
20254,60 %
20265,51 %

Bevölkerungsentwicklung im Kreis

Summe aller Orte

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
JahrWert (Einwohner)
2016327.065 Einwohner
2017328.036 Einwohner
2018328.074 Einwohner
2019326.041 Einwohner
2020323.900 Einwohner
2021323.661 Einwohner
2022328.458 Einwohner
2023328.952 Einwohner
2024328.952 Einwohner

Renditeverteilung im Kreis

Anzahl Orte je 1-Prozent-Band

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (Orte)
2–31,00 Orte
3–46,00 Orte
4–59,00 Orte
5–65,00 Orte
6–77,00 Orte
7–83,00 Orte
8–94,00 Orte
9–104,00 Orte

Top 10 Orte nach Rendite

Bruttomietrendite im Kreis Göttingen, ohne Ausreißer über 15 %

Datenwerte als Tabelle
Datenwerte des Diagramms
KategorieWert (%)
Elbingerode9,98 %
Hörden am Harz9,87 %
Krebeck9,79 %
Hattorf am Harz9,66 %
Rhumspringe8,99 %
Walkenried8,23 %
Rollshausen8,15 %
Bad Sachsa, Stadt8,03 %
Osterode am Harz, Stadt7,69 %
Bad Grund (Harz)7,43 %

Alle Orte im Kreis

39 Orte — Spaltenkopf klicken zum Sortieren

Orte im Kreis Göttingen
Elbingerode374124306,75 €811 €9,98 %10,0
Hörden am Harz374129315,32 €647 €9,87 %10,1
Krebeck374341.0267,41 €908 €9,79 %10,2
Hattorf am Harz371973.9686,79 €844 €9,66 %10,4
Rhumspringe374341.7736,65 €888 €8,99 %11,1
Walkenried374454.4076,53 €952 €8,23 %12,2
Rollshausen374349216,58 €969 €8,15 %12,3
Bad Sachsa, Stadt374417.4287,21 €1.077 €8,03 %12,5
Osterode am Harz, Stadt3752021.3826,79 €1.060 €7,69 %13,0
Bad Grund (Harz)375398.0595,77 €933 €7,43 %13,5
Waake371361.2727,50 €1.241 €7,25 %13,8
Jühnde371279438,08 €1.414 €6,85 %14,6
Bodensee374347876,77 €1.191 €6,83 %14,7
Bilshausen374342.2367,07 €1.293 €6,56 %15,2
Seeburg371361.6097,17 €1.364 €6,31 %15,9
Herzberg am Harz, Stadt3741212.7836,94 €1.347 €6,18 %16,2
Bad Lauterberg im Harz, Stadt3743110.2587,11 €1.391 €6,13 %16,3
Seulingen371361.3196,80 €1.333 €6,12 %16,3
Wollbrandshausen374346536,51 €1.321 €5,91 %16,9
Friedland3713314.5449,48 €2.009 €5,66 %17,7
Gleichen371308.6938,98 €2.025 €5,32 %18,8
Adelebsen, Flecken371396.1818,14 €1.876 €5,21 %19,2
Rüdershausen374348278,26 €1.952 €5,08 %19,7
Ebergötzen371361.9417,96 €1.954 €4,89 %20,5
Wulften am Harz371991.8096,01 €1.486 €4,85 %20,6
Göttingen, Stadt37083120.26112,67 €3.156 €4,82 %20,8
Scheden371271.8287,02 €1.785 €4,72 %21,2
Gieboldehausen, Flecken374343.9697,50 €1.925 €4,67 %21,4
Bühren371275386,35 €1.641 €4,64 %21,6
Dransfeld, Stadt371274.3818,42 €2.243 €4,51 %22,2
Hann. Münden, Stadt3434623.4188,28 €2.227 €4,46 %22,4
Duderstadt, Stadt3711520.3207,77 €2.164 €4,31 %23,2
Bovenden, Flecken3712014.0959,86 €2.993 €3,95 %25,3
Staufenberg343557.7108,02 €2.475 €3,89 %25,7
Wollershausen374344656,01 €1.899 €3,80 %26,3
Niemetal371271.4547,30 €2.325 €3,77 %26,5
Rosdorf3712412.3109,68 €3.161 €3,68 %27,2
Landolfshausen371361.0816,85 €2.674 €3,07 %32,5
Obernfeld374349426,09 €3.449 €2,12 %47,2