Marktüberblick und Einordnung
Der Landkreis Ludwigsburg ist mit 553.689 Einwohnern auf 686,8 Quadratkilometern der Landkreis mit der siebthöchsten Einwohnerzahl Deutschlands. Er gehört zum Verband Region Stuttgart und liegt vollständig im Regierungsbezirk Stuttgart. Mit einem mittleren Kaufpreis von 3.939 Euro pro Quadratmeter liegt er auf Rang 10 von 44 Kreisen in Baden-Württemberg und deutlich über dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro pro Quadratmeter. Die durchschnittliche Angebotsmiete liegt bei 13,50 Euro pro Quadratmeter. Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Platz 16 von rund 400 deutschen Kreisen zu – ein sehr gutes Ergebnis, das vor allem auf die hohe wirtschaftliche Stärke (Rang 9) zurückzuführen ist. Die Dynamik liegt mit Rang 356 deutlich niedriger, was auf einen bereits weitgehend erschlossenen Reifegrad hindeutet.
Innere Struktur und Preisgefälle
Die Kaufpreise im Landkreis reichen von 3.063 Euro pro Quadratmeter in Gemmrigheim bis 4.877 Euro pro Quadratmeter in Korntal-Münchingen – eine Spreizung von fast 60 Prozent. Die teuersten Gemeinden liegen alle im Süden des Kreises und grenzen unmittelbar an die Landeshauptstadt Stuttgart: Korntal-Münchingen (4.877 Euro/m²), Gerlingen (4.725 Euro/m²), Remseck am Neckar (4.472 Euro/m²) und die Kreisstadt Ludwigsburg selbst (4.302 Euro/m²). Diese Gemeinden profitieren von der direkten Nachbarschaft zu Stuttgart und der damit verbundenen Erreichbarkeit.
Im Norden und Osten des Kreises liegen die günstigeren Gemeinden. Gemmrigheim (3.063 Euro/m²), Oberstenfeld (3.273 Euro/m²) und Hessigheim (3.277 Euro/m²) bilden das Preisunterfeld. Diese Gemeinden liegen weiter von Stuttgart entfernt und haben weniger S-Bahn-Anbindung.
Die mittlere Mietpreis-Spreizung verläuft analog: von 11,54 Euro/m² in Erligheim bis 15,79 Euro/m² in Asperg. Die Renditen sind in den teuren Südgemeinden niedriger (Korntal-Münchingen 3,84 Prozent), während sie im Norden und Osten mit bis zu 4,92 Prozent in Eberdingen deutlich höher ausfallen.
Geographisch lässt sich eine klare Nord-Süd-Achse erkennen: Die Verdichtungsachse Kornwestheim–Ludwigsburg–Freiberg am Neckar–Bietigheim-Bissingen bildet das wirtschaftliche und bevölkerungsstarke Zentrum des Kreises. Entlang dieser Achse liegen auch die teuersten Gemeinden. Der Ostteil des Kreises mit dem Murr- und Bottwartal sowie der Westteil mit dem Strohgäu sind preislich deutlich abgeschwächt.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Der Landkreis Ludwigsburg ist geprägt von einer starken industriellen und dienstleistungsorientierten Wirtschaft im Umfeld der Metropole Stuttgart. Die Verdichtungsachse entlang des Neckartals von Kornwestheim über Ludwigsburg bis Bietigheim-Bissingen bildet das wirtschaftliche Herz des Kreises.
In Kornwestheim ist die Salamander AG ein historisch bedeutender Arbeitgeber. Das Unternehmen wurde 1891 gegründet und hat seinen Sitz in der Stadt. Kornwestheim bildet mit Ludwigsburg ein gemeinsames Mittelzentrum für den südlichen und östlichen Teil des Landkreises.
Bietigheim-Bissingen, die zweitgrößte Stadt des Kreises, ist schuldenfrei und zählt zu den reichsten Städten Baden-Württembergs. Die Dürr Dental SE beschäftigt am Hauptsitz in Bietigheim-Bissingen etwa 390 Mitarbeiter in der Produktion von Dentalgeräten. Die Stadt bildet zusammen mit der nördlichen Nachbarstadt Besigheim ein Mittelzentrum für die nördlichen Gemeinden des Kreises.
Ludwigsburg als größte Stadt des Kreises (93.002 Einwohner) ist das Oberzentrum der Region. Das Residenzschloss, das größte unzerstörte Barockschloss Deutschlands, ist ein bedeutender Tourismusmagnet. Die Stadt ist hinsichtlich der Bevölkerung die elftgrößte Stadt Baden-Württembergs.
Drei Hochschulen sind im Kreisgebiet angesiedelt: die Evangelische Hochschule Ludwigsburg, die Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg und die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg. Sie tragen zur Attraktivität des Kreises als Bildungs- und Wirtschaftsstandort bei.
Verkehr und Erreichbarkeit
Der Landkreis Ludwigsburg ist eng in das Netz der S-Bahn Stuttgart integriert. Die S-Bahn Stuttgart betreibt ein 215 Kilometer langes Netz mit 83 Stationen und befördert montags bis freitags 435.000 Fahrgäste pro Tag. Ludwigsburg ist einer von sechs Fernbahnhöfen des Netzes. Die S-Bahn-Linien verbinden die zentralen Gemeinden des Kreises – Kornwestheim, Ludwigsburg, Freiberg am Neckar und Bietigheim-Bissingen – mit der Stuttgarter Innenstadt.
Die Autobahnanbindung wird durch die A81 im Westen und die A6 im Norden des Kreises gewährleistet. Die A81 verbindet den Kreis mit Pforzheim und Karlsruhe, die A6 mit Heilbronn und Mannheim. Die A8 verläuft im Süden des Kreises und verbindet Stuttgart mit dem Norden Baden-Württembergs.
Die enge Verflechtung mit Stuttgart zeigt sich auch in der Raumplanung: Ludwigsburg und Kornwestheim bilden gemeinsam ein Mittelzentrum innerhalb der Region Stuttgart, deren Oberzentrum die Landeshauptstadt ist. Zum Mittelbereich Ludwigsburg/Kornwestheim gehören 17 weitere Städte und Gemeinden des Landkreises. Bietigheim-Bissingen bildet zusammen mit Besigheim ein eigenes Mittelzentrum für die nördlichen Gemeinden.
Entwicklung und Ausblick
Der Landkreis Ludwigsburg hat in den vergangenen Jahren ein deutliches Bevölkerungswachstum verzeichnet. Von 534.074 Einwohnern im Jahr 2015 wuchs die Zahl auf 553.689 im Jahr 2023. Der Kreis war zwischen 2000 und 2010 der Landkreis mit dem größten Einwohnergewinn in ganz Baden-Württemberg (+20.200 Einwohner).
Die Mietpreise sind im Zeitraum 2018 bis 2025 von 11,21 auf 14,30 Euro pro Quadratmeter gestiegen – ein Anstieg von rund 27 Prozent. Die Kaufpreise stiegen von 3.674 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2018 auf 4.081 Euro im Jahr 2025, wobei sie 2022/2023 einen Einbruch von rund 15 Prozent verzeichneten und sich seither wieder erholt haben.
Die hohe Platzierung im Prognos-Zukunftsatlas (Rang 16 von rund 400 Kreisen) und die starke wirtschaftliche Basis (Rang 9) deuten auf eine stabile Entwicklung des Kreises hin. Die drei Hochschulen in Ludwigsburg tragen zur Attraktivität als Bildungsstandort bei. Die enge Anbindung an Stuttgart als Wirtschafts- und Arbeitszentrum sichert die wirtschaftliche Dynamik des Kreises.