Marktüberblick und Einordnung
Der Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim liegt im Nordwesten des Regierungsbezirks Mittelfranken und umfasst 38 Gemeinden auf einer Fläche von 1.264,7 Quadratkilometern. Mit 103.654 Einwohnern (2023) ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 82 Einwohnern je Quadratkilometer. Der Kreis gehört zur Planungsregion Westmittelfranken und zur Metropolregion Nürnberg.
Der mittlere Kaufpreis liegt bei 2.488 Euro je Quadratmeter, der mittlere Mietpreis bei 8,18 Euro je Quadratmeter. Die durchschnittliche Bruttorendite beträgt 4,22 Prozent, der durchschnittliche Kaufpreisfaktor liegt bei 25,5. Im Landesvergleich rangiert der Kreis mit einem mittleren Kaufpreis von 2.488 Euro je Quadratmeter auf Platz 61 von 82 bayerischen Kreisen – er gehört damit zu den günstigeren Landkreisen Bayerns. Im bundesweiten Vergleich liegt der Kreis mit 2.488 Euro je Quadratmeter leicht über dem deutschen Durchschnitt von 2.409 Euro.
Die Bevölkerung des Kreises wuchs von 98.751 Einwohnern im Jahr 2015 auf 103.654 im Jahr 2023, was einem Anstieg von rund 5.000 Einwohnern in acht Jahren entspricht. Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 144 von rund 400 deutschen Kreisen ein (Gesamtrang). Besonders gut schneidet der Kreis mit Rang 43 in der Kategorie Wohlstand und soziale Lage ab. In der Dynamik liegt er mit Rang 191 eher im unteren Drittel.
Innere Struktur und Preisgefälle
Die Kaufpreise im Kreis reichen von 872 Euro je Quadratmeter in Gallmersgarten bis 4.984 Euro je Quadratmeter in Ipsheim – eine Spreizung um den Faktor 5,7. Auch bei der Miete zeigt sich eine große Bandbreite: von 5,05 Euro je Quadratmeter in Hemmersheim bis 10,18 Euro je Quadratmeter in Neustadt a.d.Aisch. Die Bruttorenditen reichen von 1,89 Prozent in Ipsheim bis 9,3 Prozent in Gallmersgarten.
Die teuersten Gemeinden liegen im Norden und Osten des Kreises, in Richtung Nürnberg: Ipsheim (4.984 Euro/m²), Münchsteinach (4.060 Euro/m²), Neustadt a.d.Aisch (3.472 Euro/m²), Gerhardshofen (3.286 Euro/m²) und Burgbernheim (3.164 Euro/m²). Ipsheim ist mit 4.984 Euro je Quadratmeter die teuerste Gemeinde des Kreises und übertrifft damit selbst die Kreisstadt Neustadt a.d.Aisch um fast 50 Prozent. Ipsheim liegt im Süden des nördlichen Kreisbereichs und profitiert von der Nähe zum Nürnberger Umland.
Die günstigsten Gemeinden liegen im Süden und Westen des Kreises: Gallmersgarten (872 Euro/m²), Markt Taschendorf (1.350 Euro/m²), Marktbergel (1.412 Euro/m²), Oberscheinfeld (1.763 Euro/m²) und Oberickelsheim (1.827 Euro/m²). Diese Gemeinden liegen abseits der Hauptverkehrskorridore und sind ländlich geprägt.
Die beiden größten Gemeinden, Neustadt a.d.Aisch (13.523 Einwohner) und Bad Windsheim (12.766 Einwohner), bilden die beiden Zentren des Kreises. Uffenheim (6.807 Einwohner), Emskirchen (6.143 Einwohner) und Markt Erlbach (5.727 Einwohner) sind weitere mittelgroße Gemeinden. Der Großteil der 38 Gemeinden hat weniger als 3.000 Einwohner.
Die Zeitreihen zeigen, dass die Kaufpreise von 2.049 Euro je Quadratmeter (2018) auf 2.899 Euro (2021) stiegen, dann auf 2.468 Euro (2023) fielen und sich 2024 bei 2.590 Euro erholten. Die Mietpreise stiegen kontinuierlich von 6,28 Euro (2018) auf 8,72 Euro (2024).
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Der Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim ist landwirtschaftlich und touristisch geprägt. Das Kreisgebiet gehört zum Weinanbaugebiet Franken. Bad Windsheim liegt im Bereich der Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße und ist das einzige Heilbad Mittelfrankens. Die Quellen des Kreises sind die Aisch bei Bad Windsheim und die Altmühl bei Burgbernheim.
Die Kliniken des Landkreises Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim betreiben zwei Krankenhäuser der Versorgungsstufe I mit zusammen 316 Planbetten: die Klinik Neustadt a.d.Aisch mit 181 Planbetten und die Klinik Bad Windsheim mit 135 Planbetten. Sie sind ein Kommunalunternehmen des Landkreises und zählen zu den größten Arbeitgebern der Region. Die Klinik Neustadt a.d.Aisch verfügt über eine telemedizinisch vernetzte Schlaganfalleinheit, eine Chest-Pain-Unit und ist als lokales Traumazentrum zertifiziert. Die Klinik Bad Windsheim ist auf Unfallchirurgie, Orthopädie und Geriatrie spezialisiert.
Als Teil der Metropolregion Nürnberg ist der Kreis stark mit dem Nürnberger Arbeitsmarkt verbunden. Die Gemeinden im Norden und Osten des Kreises, insbesondere Neustadt a.d.Aisch und Emskirchen, profitieren von der Pendleranbindung nach Nürnberg. Die Gemeinden im Süden und Westen des Kreises sind stärker landwirtschaftlich und touristisch geprägt.
Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis mit Rang 136 in der Kategorie Arbeitsmarkt im oberen Mittelfeld ein. In der Kategorie Wettbewerb und Innovation liegt der Kreis mit Rang 221 eher im unteren Drittel, was auf die ländliche Struktur und die geringere Unternehmensdichte hindeutet.
Verkehr und Erreichbarkeit
Neustadt a.d.Aisch ist ein bedeutender Bahnknoten im Landkreis. Der Bahnhof Neustadt (Aisch) liegt an der wichtigen Bahnstrecke Fürth–Würzburg und ist neben dem Fürther Hauptbahnhof eine der beiden wichtigsten Zwischenstationen zwischen Nürnberg und Würzburg. Der Bahnhof besitzt sechs Bahnsteiggleise an drei Bahnsteigen. Seit 2012 besteht mit Neustadt (Aisch) Mitte eine zweite, zentral in der Stadt gelegene Station.
Die S6 der S-Bahn Nürnberg verbindet Neustadt a.d.Aisch mit Nürnberg im Stundentakt. Seit dem 12. Dezember 2021 verkehrt die S6 anstelle der früheren Regionalbahnlinie. Zwei Züge im Frühverkehr beginnen bereits in Markt Bibart. Montags bis freitags fährt in der morgendlichen Hauptverkehrszeit ein zusätzlicher Zug Richtung Nürnberg.
Der Regional-Express RE 10 (Mainfrankenbahn) verbindet Würzburg über Neustadt a.d.Aisch mit Nürnberg in 60-Minuten-Takt. Die Regionalbahn RB 81 (Mittelfrankenbahn) verbindet Neustadt a.d.Aisch über Bad Windsheim und Burgbernheim mit Steinach bei Rothenburg ob der Tauber.
Im Rahmen des Deutschlandtakts ist ein mittiges Wendegleis Neustadt (Aisch) für den Personenverkehr mit Kosten von 26 Millionen Euro (Preisstand 2015) geplant. Bis Sommer 2026 wird der Hausbahnsteig grundlegend neu gebaut. Im Rahmen der für 2031 geplanten Generalsanierung der Strecke Fürth–Bamberg ist eine Geschwindigkeitserhöhung von 110 auf 140 km/h im Ostkopf des Bahnhofs vorgesehen.
Der Landkreis grenzt an die Landkreise Würzburg, Kitzingen, Bamberg, Erlangen-Höchstadt, Fürth und Ansbach (alle Bayern) sowie an den Main-Tauber-Kreis (Baden-Württemberg).
Entwicklung und Ausblick
Der Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim zeigt ein klares Gefälle von teuren Gemeinden im Norden und Osten zu günstigen Gemeinden im Süden und Westen. Dieses Muster entspricht dem typischen Pendlerkreis-Modell: Die Gemeinden in Richtung Nürnberg sind deutlich teurer als die ländlichen Gemeinden im Süden und Westen des Kreises.
Die Kaufpreise erreichten 2021 ihren Höhepunkt bei fast 2.900 Euro je Quadratmeter und sind seither auf rund 2.590 Euro (2024) gefallen. Die Mietpreise sind dagegen kontinuierlich gestiegen und liegen 2024 bei 8,72 Euro je Quadratmeter. Die Bevölkerung des Kreises wächst seit 2015 kontinuierlich, was auf die Attraktivität des ländlichen Raums in der Metropolregion Nürnberg hindeutet.
Die Kliniken des Landkreises mit 316 Planbetten und die gute Bahnanbindung über Neustadt a.d.Aisch sind wichtige Standortfaktoren. Der Landkreis profitiert von seiner Lage in der Metropolregion Nürnberg und von seiner Funktion als Wohnstandort für Pendler nach Nürnberg und Würzburg.
Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis mit Rang 144 von rund 400 deutschen Kreisen im Gesamtrang im oberen Mittelfeld ein. Besonders gut schneidet der Kreis mit Rang 43 in der Kategorie Wohlstand und soziale Lage ab. In der Dynamik liegt er mit Rang 191 eher im unteren Drittel, was auf die ländliche Struktur und die geringere Unternehmensdichte hindeutet.