Marktüberblick
Der Landkreis Donau-Ries liegt im nördlichen Schwaben und umfasst 44 Gemeinden auf 1.254 km². Mit 137.971 Einwohnern (2023) und 110 Einwohnern je km² ist er eher dünn besiedelt. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 2.688 EUR/m², damit unter dem bayerischen Durchschnitt von 3.246 EUR/m², aber über dem deutschen Durchschnitt von 2.409 EUR/m². Der Kreis rangiert auf Platz 54 von 82 bayerischen Kreisen. Die Bruttomietrendite beträgt durchschnittlich 4,35 %, die Miete liegt bei 9,13 EUR/m².
Die Kaufpreise stiegen von 2.695 EUR/m² (2018) auf 3.046 EUR/m² (2024), die Miete von 7,88 EUR/m² auf 9,85 EUR/m². Die Bevölkerung wuchs von 122.448 (2015) auf 137.971 (2023) – ein Anstieg, der maßgeblich auf die Gebietsreform 1972 und nachfolgende Eingemeindungen zurückzuführen ist.
Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis auf Rang 87 von rund 400 deutschen Kreisen (Gesamt), was einem guten Ergebnis entspricht. In der Dynamik-Subkomponente liegt der Kreis jedoch nur auf Rang 311, während er in der Stärke-Komponente mit Rang 53 sehr gut dasteht.
Innere Struktur und Preisgefälle
Die Spreizung innerhalb des Kreises ist außergewöhnlich hoch. Die Kaufpreise reichen von 1.412 EUR/m² in Wolferstadt bis 4.408 EUR/m² in Mertingen – ein Faktor von mehr als 3. Die Mietpreise variieren von 6,14 EUR/m² bis 12,77 EUR/m², die Renditen von 2,8 % bis 7,27 %. Der Kaufpreis-Median liegt bei 2.399 EUR/m², deutlich unter dem Mittelwert von 2.688 EUR/m², was auf einige sehr teure Gemeinden hinzieht.
Die teuersten Gemeinden liegen im Süden und Südwesten des Kreises: Mertingen (4.408 EUR/m²), Oberndorf a.Lech (4.337 EUR/m²), Genderkingen (3.909 EUR/m²), Nördlingen (3.856 EUR/m²) und Rain (3.771 EUR/m²). Diese Gemeinden liegen alle in Richtung Augsburg oder an der Donau. Mertingen, Oberndorf und Genderkingen liegen im Südwesten des Kreises, nahe der Grenze zu Augsburg und dem Landkreis Aichach-Friedberg.
Die günstigsten Gemeinden liegen im Norden und Osten: Wolferstadt (1.412 EUR/m²), Mönchsdeggingen (1.520 EUR/m²), Forheim (1.573 EUR/m²), Amerdingen (1.585 EUR/m²) und Hohenaltheim (1.906 EUR/m²). Diese Gemeinden liegen weiter von den großen Verkehrsachsen und Wirtschaftszentren entfernt.
Donauwörth (3.616 EUR/m²) und Wemding (3.036 EUR/m²) liegen im oberen Mittelfeld. Harburg (2.104 EUR/m²) und Monheim (2.919 EUR/m²) liegen im unteren bis mittleren Bereich. Das Preisgefälle verläuft deutlich von Südwesten (Augsburg-Nähe) nach Nordosten (fränkisches Umland).
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Der wichtigste Arbeitgeber des Landkreises ist Airbus Helicopters in Donauwörth. Der Produktionsstandort beschäftigt etwa 7.000 Mitarbeiter und ist einer der größten Hubschrauberproduktionsstandorte Europas. Das Werk geht zurück auf die Waggon- und Maschinenbau GmbH Donauwörth (WMD), die in den 1960er Jahren den Grundstein für die Luftfahrtindustrie in der Region legte. Die Grenzebach-Gruppe, ein Hersteller von Anlagen für Fertigungs- und Automatisierungsaufgaben, hat ihren Firmenhauptsitz in Hamlar im Landkreis Donau-Ries.
Die Wirtschaft des Kreises ist durch die Präsenz der Luft- und Raumfahrtindustrie in Donauwörth geprägt. Daneben spielt die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle, was der charakteristischen Beckenlandschaft des Nördlinger Ries zu verdanken ist. Nördlingen, die größte Stadt des Kreises mit rund 21.053 Einwohnern, ist Große Kreisstadt und liegt im Nördlinger Ries, einem Einschlagkrater mit einem Durchmesser von 23 bis 25 Kilometern, der als UNESCO Global Geopark ausgewiesen ist. Die Stadt war im Mittelalter ein bedeutender Handelsplatz an der Kreuzung zweier großer Handelsstraßen (Frankfurt/Würzburg–Augsburg und Nürnberg–Ulm) und ist heute ein Ziel des Kulturtourismus.
Der Prognos-Zukunftsatlas 2025 ordnet den Kreis in der Stärke-Komponente auf Rang 53, was auf eine solide wirtschaftliche Basis hinweist. In der Dynamik-Komponente liegt der Kreis jedoch nur auf Rang 311, was auf begrenzte Wachstumsdynamik schließen lässt.
Verkehr und Erreichbarkeit
Der Bahnhof Donauwörth ist der zentrale Verkehrsknoten des Kreises und seit Dezember 2017 ICE-Systemhalt. Hier kreuzen sich die Bahnstrecke Augsburg–Nördlingen und die Strecke Ingolstadt–Neuoffingen; die Strecke nach Treuchtlingen beginnt in Donauwörth. ICE 18 verkehrt Kiel–Hamburg–Berlin–Nürnberg–Donauwörth–Augsburg–München, ICE 28 verkehrt Berlin–Leipzig–Erfurt–Nürnberg–Donauwörth–Augsburg–München. Im Regionalverkehr verkehrt der RE 80 (Würzburg–Treuchtlingen–Donauwörth–Augsburg–München) und der RE 89 (Nördlingen–Donauwörth–Augsburg–München).
Der Bahnhof wurde von 2019 bis 2024 für rund 52 Millionen Euro modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Im dritten Gutachterentwurf des Deutschlandtakts ist ein zusätzliches Überwerfungsbauwerk bei Donauwörth vorgesehen, um durchgängige Züge zwischen Ulm und Regensburg zu ermöglichen. Dafür sind Investitionen von 67 Millionen Euro vorgesehen. Donauwörth soll im Zuge des Starterpakets der Digitalen Schiene Deutschland bis 2030 mit Digitalen Stellwerken und ETCS ausgerüstet werden.
Nördlingen liegt an der Bahnstrecke Augsburg–Nördlingen und ist über Donauwörth an das Fernverkehrsnetz angebunden. Der Landkreis verfügt über keine direkte Autobahnanbindung; die nächsten Anschlüsse befinden sich an der A8 (Augsburg-München) und der A3 (Nürnberg-Ingolstadt).
Die gute Bahnanbindung nach Augsburg und München über Donauwörth erklärt auch die hohen Kaufpreise in den südwestlichen Gemeinden des Kreises wie Mertingen, Oberndorf und Genderkingen, die in Richtung Augsburg liegen.
Entwicklung und Ausblick
Der Landkreis Donau-Ries präsentiert sich als ländlicher Kreis mit zwei städtischen Zentren: Nördlingen im Norden und Donauwörth im Süden. Die extreme Preisspreizung von Faktor 3 zwischen teuersten und günstigsten Gemeinden zeigt, dass der Kreismarkt nicht homogen ist, sondern stark von der Lage zu den Verkehrsachsen und Wirtschaftszentren abhängt.
Die teuersten Gemeinden liegen im Südwesten des Kreises, in Richtung Augsburg. Sie profitieren von der guten Bahnanbindung über Donauwörth und der Nähe zum Wirtschaftsraum Augsburg. Die günstigsten Gemeinden im Norden und Osten liegen weiter von diesen Zentren entfernt.
Airbus Helicopters mit rund 7.000 Beschäftigten in Donauwörth ist der bestimmende Wirtschaftsfaktor des Kreises. Die gute Bahnanbindung nach München und Augsburg (ICE-Halt seit 2017) und die geplanten Infrastrukturprojekte (Deutschlandtakt, Digitale Schiene Deutschland) werden die Erreichbarkeit weiter verbessern. Die niedrige Dynamik im Prognos-Zukunftsatlas (Rang 311) deutet jedoch darauf hin, dass das Wachstumspotenzial begrenzt ist.
Die Kaufpreise stiegen von 2018 bis 2024 um rund 13 %, die Mieten um rund 25 %. Die Zeitreihen zeigen für 2025 und 2026 geschätzte weitere Anstiege.